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Switch Tests

Super Mario Party im Test

Bereits im August diesen Jahres hat sich angedeutet, dass Nintendo endlich mal wieder eine zünftige Mario Party zünden könnte. Wie wir in unserer Vorschau auf der gamescom feststellen konnten, besinnt sich die Reihe mit Super Mario Party nun endlich wieder auf die Wurzeln zurück und kann dabei mit mächtig Spielspaß punkten. Nun konnten wir mit Mario und seinen Freunden die vollständige Version von Super Mario Party auf der Nintendo Switch testen und verraten euch, ob sich die neue Nintendo-Sause lohnt. 


Super Mario Party: Zurück zu den Wurzeln? 

Mit Super Mario Party erwartet uns der nunmehr elfte Hauptteil der beliebten Partyreihe, die zuletzt auf dem Nintendo 3DS und der Wii U jedoch etwas ins Stottern geraten ist und nicht bei allen Fans für Begeisterungsstürme sorgen konnte. Umso mehr haben sich Nintendo und Entwickler ND Cube nun das Feedback der Fans zu Herzen genommen. Super Mario Party besinnt sich auf die traditionelleren Regeln der Reihe zurück, um der Marke Mario Party zu altem Glanz zu verhelfen. Passend dazu sind zwanzig Helden aus dem Pilzkönigreich am Start, die mit euch eine wilde Party feiern wollen, um herauszufinden wer der Superstar im Pilzkönigreich ist. 

Eine ernsthafte Story solltet ihr somit folglich nicht erwarten, diese benötigt man in einem Partyspiel logischerweise auch nicht. Zu Beginn wählt ihr euch euren Lieblingscharakter aus, mit dem ihr an den Start gehen wollt, bevor euch Toad auf die Party-Plaza führt. Von dieser könnt ihr aus zahlreichen Spielmodi euren Favoriten wählen, wobei einige Spielvarianten nur im Mehrspielermodus wirklich Spaß bringen. Für Solisten verliert auch Super Mario Party schnell seinen Reiz. 

Dreh und Angelpunkt von Super Mario Party ist einmal mehr der „Mario Party“-Modus. Hier gibt es sowohl Positives als auch Negatives zu berichten. So sind die Spielbretter nun wieder wie in den „alten“ Mario Party-Games gehalten. Soll heißen, dass jeder der vier Teilnehmer auf sich allein gestellt über die Spielbretter ziehen kann, um bei Toadette Power-Sterne zu erwerben. Die Spielrundenanzahl kann dabei von 10 bis 20 Spielrunden eingestellt werden, wobei auf jedem Spielbrett am Ende der Spieler mit den meisten Power-Sternen gewinnt. Leider fallen die Spielbretter allerdings auch sehr klein aus. Auf verwinkelte Spielbretter wie in den ersten drei Mario Party-Spielen dürft ihr hier leider nicht hoffen. Auch bei der Spielbrettauswahl gibt es eine herbe Ernüchterung. So sind insgesamt nur vier Spielbretter im Spiel integriert. Hier hoffen wir wirklich, dass Nintendo weitere Inhalte per Update nachliefern wird. 

Super Mario Party
Neue Spezial-Würfel sorgen in Super Mario Party für ganz neue Taktiken

Der Teufel verbirgt sich im Detail

So glücklich uns die traditionelle Ausrichtung des Mario Party-Modus stimmt, so unglücklich machen uns aber auch einige Designentscheidungen der Entwickler. Nicht nur, dass die Spielbretter sehr klein ausfallen, nein auch der Schwierigkeitsgrad fällt recht simpel aus. So kosten Power-Sterne nur noch zehn Münzen und obendrein erleichtern einige Power-Ups die Jagd nach Sternen zu sehr. Beispielsweise könnt ihr eine Warp-Röhre direkt zum Stern erwerben und dank des neuen Buddy-Features gehören hohe Augensummen beim Würfelwurf zur Tagesordnung. Auf bestimmten Ereignisfeldern lassen sich nun „Partner“ rekrutieren. Diese unterstützen den jeweiligen Charakter anschließend mit einem zusätzlichen Würfel. Dadurch lassen sich enorme Vorteile erarbeiten, da durch die geringe Größe der Spielbretter schnell große Distanzen überwunden werden können. 

Ansonsten erinnern viele Aspekte an die früheren Mario Party-Spiele. So gilt es nach jeder Spielrunde eines von achtzig Minispiele zu bestreiten. Je besser ihr in diesen abschneidet, umso mehr Münzen wandern auf euer Konto. Die Minispiele reichen dabei von den altbekannten „Jeder-gegen-Jeden“-Variationen bis hin zu den Team-Spielen im „Zwei-gegen-Zwei“- und „Einer-gegen-Drei“-Format. Damit wären wir auch gleich bei der ganz großen Stärke von Super Mario Party, den Minispielen. Diese machen vollends Gebrauch von den Fähigkeiten der Joy-Con und bieten einen tollen Mix aus Geschicklichkeit, Reaktionsfertigkeit und einer gewissen Prise Glück. Auffällig ist die Güte von Super Mario Party. Wirkliche Verlierer gibt es eigentlich nie. Selbst der Viertplatzierte erhält in den Minispielen noch ein paar Münzen zum Trost, sodass wenig Frustpotenzial entsteht. Puristen wird diese Verweichlichung aber eher etwas stören. 

Abgesehen davon machen die Partien vor allem mit menschlichen Spielern wie gewohnt unglaublich viel Spaß. Die Schadenfreude ist unvergleichlich, wenn ihr euren Mitspielern kurz vor Schluss noch den Stern abluchst oder in einem Minispiel den Sieg wegschnappt. Für abgeschlossene Spielpartien erhaltet ihr im gesamten Spiel zudem sogenannte Party-Punkte, die ihr bei Toad für besondere Belohnungen einlösen könnt. 

Wer rollt als erstes ins Ziel? Hier ist eine ruhige Hand an dem Joy-Con gefragt.

Witzige Spiele für jeden Geschmack 

Neben dem „normalen“ Mario Party-Modus bietet Super Mario Party eine breite Palette an weiteren witzigen Spielmodi. Als besonders gelungen empfanden wir das Raft-Abenteuer. Hier sitzen vier Spieler zugleich im Schlauchboot und müssen einen wilden Wasser-Parcours mit Teamwork meistern. Hierfür steht dem Quartett nur ein begrenztes Zeitlimit zur Verfügung. Selbiges lässt sich durch erfolgreich bestrittene Minispiele und spezielle Power-Ups auffüllen. Die Minispiele sind in Form von roten Luftballons überall auf dem Parcours verteilt. Selbiger lässt sich allerdings nur mit der richtigen Koordination mit euren Mitspielern perfekt meistern. Da jeder Mitspieler über ein Paddel verfügt, welches über die Bewegungssteuerung der Joy-Con gesteuert wird, ist auch eine gewisse Koordination gefragt, die nur mit menschlichen Mitspielern komplett zur Geltung kommt. So weicht ihr gekonnt Felsen aus, hüpft über Sprungschanzen und sammelt Zeitkontingent für die herunter tickende Uhr ein. Die Minispiele dienen wie bereits beschrieben dazu neue Zeit zu erspielen. Je besser ihr im Team abschneidet, desto höher ist der Zeitbonus, den ihr für das Rafting erspielt. Immer wieder gelangt ihr während der wilden Wasserfahrt auch Abzweigungen, an denen ihr euch für einen von zwei möglichen Wegen entscheiden müsst. Dadurch wird auch der Wiederspielwert erhöht, den das Rafting-Abenteuer dank des dynamischen Spielprinzips ohne Frage bietet. 

Nicht viel weniger Spielgefühl mit dem Joy-Con müsst ihr im Spielmodus „Beat-Bühne“ beweisen. Hier werden Minispiele mit einem Tanz- und Rhythmusspiel vermischt, bei dem ihr den Controller in rhythmischen Bewegungen schwingen müsst. Ebenfalls eine witzige Erfahrung. Vor allem mit ein paar menschlichen Mitspielern. 

Wer allerdings nur darauf wert legt sich in Minispielen zu messen, der findet im „Mariothon“ sein Domizil. Hier tretet ihr in fünf Minispielen gegen eure Mitspieler an und müsst am Ende die meisten Punkte gesammelt haben, um als Sieger vom Platz zu gehen. Zusätzlich lässt sich diese Spielvariation auch online mit vier Spielern nutzen. Leider ist dies technisch recht mittelmäßig umgesetzt, da wir während unseres Tests einige Verbindungsabbrüche verzeichnen mussten. Eine herbe Enttäuschung, wenn man bedenkt, dass der Nintendo Online Service nun auch kostenpflichtig geworden ist. Den normalen „Mario Party“-Modus könnt ihr leider nicht online spielen. Last but not Least wäre noch der „Partner“-Modus zu nennen. Hier treten zwei Teams gegeneinander an. Ideal für einen witzigen Pärchen-Abend zu viert. 

Wer ist am schnellsten am Joy-Con? Die Mario-Stars im Wettstreit.

Weitere Extras und die technische Seite

Neben den benannten Spielmodi schlummern allerdings noch weitere coole Besonderheiten in Super Mario Party. In der Spieloption „Toads Freizeitraum“ könnt ihr besonders kreative Spiele ausprobieren, bei denen sogar zwei Switch-Konsolen zum Einsatz kommen können. Hierbei legt ihr unter anderem das Switch-Tablet auf den Tisch, um den sich dann bis zu vier Spieler versammeln können. Leider stehen hier insgesamt nur vier Minispiele zur Auswahl. So könnt ihr euch beispielsweise mit Minipanzern die Kanonenkugeln um die Ohren schießen oder eure Künste im Baseball beweisen. 

Technisch gesehen kann man Super Mario Party kaum größere Kritikpunkte ankreiden. Die kunterbunte Optik kommt in HD sehr gut zur Geltung, kann aber auch keine wirklichen Begeisterungsstürme herbeirufen. Die Animationen unserer Helden ist knuffig und für optische Abwechslung wird in den achtzig Minispielen gesorgt. Etwas unauffällig fällt die Soundkulisse aus, die keine Sprachausgabe bietet und auch in Sachen der Spielmelodien nicht die richtig großen Ohrwürmer bietet, wie man sie sonst von vielen Nintendo-Spielen gewohnt ist. 

Richtig nervig empfand ich zudem das sehr träge Spieltempo gegen die K.I.. Spielt ihr gegen die computergesteuerten Charaktere dauern im klassischen „Mario Party“-Modus die Spielzüge ziemlich lang, wenn die Gegner ewig lange für die Durchführung ihrer Spielzüge benötigen. 


Fazit: 

Mit Super Mario Party macht Nintendo den richtigen Schritt nach vorn, um der Serie wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Endlich fühlt sich das Spiel wieder wie ein „echtes“ Mario Party an und kann vor allem aufgrund der sehr abwechslungsreichen Minispiele und der guten Joy-Con-Steuerung punkten. Auch die neuen Spielvariationen wie das Rafting und der Partner-Modus wissen durchaus zu gefallen, während andere Neuerungen wie die Online-Anbindung extrem halbherzig umgesetzt wurden. Enttäuschend ist zudem der sehr geringe Umfang für Solisten. Hier boten vorangegangene Serienteile schon deutlich mehr und die magere Auswahl von gerade einmal vier Spielfeldern ist einfach enttäuschend. Davon abgesehen erwartet euch mit Super Mario Party allerdings ein gelungener Party-Spaß, der sich jedoch nur für gesellige Spieler lohnt – dann aber zur absoluten Höchstform aufläuft. 


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