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F1 2020 im Test

Passend zum verschobenen Saisonstart der 2020er Formel 1-Saison rollt Codemasters auch mit den virtuellen Boliden auf die Rennpisten und veröffentlicht das offizielle Spiel zur aktuell durch den Covid-19-Virus gebeutelten Formel 1-Weltmeisterschaft. Mit neuen Funktionen, Detailverbesserungen und einer noch umfangreicheren Karriere wollen die Rennspielexperten das bereits äußerst gelungene F1 2019 nochmals überflügeln und wir verraten euch an dieser Stelle ob das Vorhaben gelungen ist.

Feuer frei! Die virtuelle Formel 1-Saison 2020 ist eröffnet!
©Codemasters

Eine Saison wie keine andere

Die Formel 1 Saison 2020 sollte alle bisherigen Formel 1-Weltmeisterschaften in den Schatten stellen. Mit einem 22 Rennen umfassenden Kalender war die 70. Weltmeisterschaft als die bislang umfangreichste Formel 1-Saison angesetzt wurden. Das daraus nichts werden wird ist mittlerweile bekannt, denn auch die Königsklasse des Motorsports fiel den Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie zum Opfer. Nachdem der Saisonstart um gut vier Monate verschoben werden musste, starten Hamilton, Vettel, Verstappen und Co. nun in eine modifizierte Saison, die rund 15 WM-Läufe umfassen soll. Virtuell lässt euch der Virus glücklicher Weise kalt und ihr könnt mit allen Fahrern und Teams der Saison auf den geplanten 22 Rundkursen Vollgas geben. Neu in diesem Jahr sind die beiden Rundkurse von Hanoi in Vietnam und Zandvoort in den Niederlanden mit von der Partie. Zusätzlich solltet ihr beachten, dass zum einen die Lackierung des Mercedes- und zum anderen die des Williams-Teams noch nicht aktualisiert wurden und wohl erst in den kommenden Tagen auf den neuesten Stand gebracht werden.

Davon abgesehen ist auch die Formel 2-Saison wieder mit am Start. Sodass ihr auch mit Mick Schumacher, dem Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher, ins Rennen gehen könnt. Apropos Michael Schumacher: Dieser bekommt in F1 2020 einen kleinen Gastauftritt spendiert. Mit der Schumacher-Deluxe-Edition steht eine limitierte Sonderedition im Händlerregal, welche nicht nur ein schickes Steelbook, sondern auch vier Boliden aus der Karriere von Michael Schumacher umfasst, mit denen ihr euch austoben könnt.

Folgende Flitzer von Michael Schumacher sind dank der Edition zusätzlich im Spiel enthalten:

  • Der Jordan 191 (Michael Schumachers erster Formel 1 Bolide)
  • Der Benneton B194 (Michael Schumachers erster WM-Bolide)
  • Der Benetton B195 (Michael Schumachers Bolide seiner zweiter Weltmeisterschaft)
  • Der Ferrari F1-2000 (Michael Schumachers WM-Bolide aus dem Jahr 2000)

 Zudem gibt es spezielle Lackierungen für euer eigenes Team im neuen „My-Team“-Modus, doch dazu später mehr und ihr dürft auf exklusive Rennanzüge, Helmdesigns und eine Siegerpose zurückgreifen.

Legendäre Inhalte: Michael Schumacher hat einen Gastauftritt in F1 2020.
©Codemasters

Mach groß Karriere!

Schon in F1 2019 war der Karrieremodus das große Herzstück des Spiels, welches euch über lange Zeit motivieren konnte. Diesmal gibt es mit dem My Team-Modus sogar noch eine Alternative für euch, bei der ihr euch euer eigenes Rennteam aufbauen müsst und gleichzeitig als Fahrer für euren eigenen Rennstall an den Start geht.

Der My Team-Modus ist die wohl größte und coolste Neuerung von F1 2020 und begeistert mit seinen viele Möglichkeiten auf und abseits der Rennstrecken. Als ersten Schritt müssen wir im My Team-Modus unseren eigenen Fahrer erstellen. Umfang und Funktionen des Editors sind quasi identisch mit denen aus F1 2019. Anschließend können wir die Länge der F1-Saison festlegen und sogar einen verkürzten Kalender mit 10 respektive 16 Rennläufen, anstatt den 22 Rennen auswählen und anschließend unser ganz eigenes Team zusammenstellen.

Natürlich dürft ihr hier euren eigenen Teamnamen festlegen, das Logo kreieren und euren Boliden weitestgehend farblich anpassen. Leider gibt euch das Spiel nur etwas mehr als eine Handvoll Designs als Vorlage vor. Eigene Designs lassen sich bei der Gestaltung leider nicht erstellen.

Erstmals dürft ihr in F1 2020 euer eigenes Team aufbauen.
©Codemasters

Bei dem Teamaufbau steht euch zu Beginn ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung, um in eure erste Saison zu starten. Komponenten wie die Antriebseinheit und der zweite Fahrer im Team gehen ins Budget, sodass man den einen oder anderen Kompromiss eingehen muss. Gleichzeitig suchen wir uns unseren ersten Sponsor aus, der uns bei erfüllten Vorgaben neben den normalen Einnahmen auch noch einmal Extra-Prämien zahlt. Steigt eure Bekanntheit und erreicht ihr die ersten Achtungserfolge, so kommen nach und nach weitere Sponsoren hinzu und folglich auch neue Gelder für euren Teamausbau.

Die Sponsoren stellen dabei ganz unterschiedliche Vorgaben an euer Team. Während einige sich damit begnügen, wenn ihr keine Blechschäden an einem Wochenende fabriziert oder eine ausreichende Anzahl an Interview-Fragen beantwortet, erwarten andere von euch bestimmte Platzierungen oder Zielpunktzahlen. Die Auswahl der Sponsoren sollte also unbedingt durchdacht sein, da ihr vor allem zu Beginn auf sichere Einkünfte angewiesen sein werdet.

Selbst in einen Simulator könnt ihr investieren, um die Fähigkeiten eures zweiten Fahrers zu verbessern.
©Codemasters

Höher – schneller – weiter

Der Motorsport und vor allem die Formel 1 sind ein echtes Haifischbecken. Kleine Teams haben es in den letzten Jahren kaum geschafft sich langfristig in der Königsklasse des Motorsports zu etablieren. Dies wollen wir mit unserem eigenen Team im My Team-Modus allerdings ändern. Die Karriere ist hier auf zehn Jahre ausgelegt und ihr dürft dank eurer Doppelrolle als Fahrer und Teameigner auch die Geschicke eures Rennstalls abseits der Rennstrecken lenken. Dadurch wird das Spielprinzip von F1 2020 um eine gewisse Portion Taktik und Wirtschaftssimulation erweitert. Sicherlich: Spielt ihr auf einem geringen Schwierigkeitsgrad, so sammelt ihr auch mit eurem neuen Team schnell hervorragende Platzierungen und vielleicht sogar Siege. Wer allerdings auf den höheren Schwierigkeitsgraden seine Lorbeeren verdienen möchte, der wird zu Beginn kleinere Brötchen backen müssen und freut sich mitunter mehr über die ersten errungenen Punkte, als über einen Sieg mit Ferrari, Red Bull und Co.

Durch Achtungserfolge erhöht sich euer Ansehen und dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten auf dem Sponsoren- und Fahrermarkt. So können insgesamt bis zu vier Sponsoren angeworben werden und obendrein alle bekannten Fahrer der Formel 1-Saison sowie einige bekannte Gesichter der Formel 2-Meisterschaft abgeworben werden. Möchtet ihr also Vettel, Hamilton oder Verstappen als Teamkollegen gewinnen, müsst ihr einige Scheine locker machen und obendrein auch konkurrenzfähiges Material zur Verfügung stellen.

Neben dem aus F1 2019 bekannten Forschungs- und Entwicklungsbaum, anhand dem ihr euren Boliden mit gesammelten Ressourcenpunkten in vier Bereichen stetig weiter verbessern könnt, dürft ihr in My Team diesmal auch ganze Bereiche eures Teams mit dem nötigen Kleingeld aufwerten. Sei es die Motorenabteilung, die Leute für das Chassis oder einfach ein moderner Simulator. Mit den passenden Finanzen lassen sich viele neue Möglichkeiten auffinden, um euer Team voranzubringen.

Natürlich stehen wie schon in den Vorgänger-Spielen immer wieder Interviews während der Karriere an. Diese wurden sogar noch etwas erweitert, können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Fragen viel zu häufig wiederholen, nicht zu den einzelnen Renngegebenheiten passen und auf Dauer einfach zu eintönig sind.

Sebastian Vettel startet auch virtuell in seine letzte Saison mit der Scuderia Ferrari.
©Codemasters

Detailverbesserungen auf der Piste

Wie schon F1 2019 so ist auch F1 2020 ein fast perfekter Spagat aus Arcade-Gameplay und Simulation. Das Fahrgefühl der Autos ist unverändert gut und dank zahlreicher Fahrhilfen, dürften auch Neulinge schnell auf ihre Kosten kommen.

Profis haben weiterhin die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad stufenlos zu regulieren und eine Vielzahl an Fahrhilfen auszuschalten. Darüber hinaus lassen sich viele kleine Detailverbesserungen erkennen. So dürft ihr euren HUD für die Rennen komplett frei anordnen und individualisieren. Auch bei der Bedienung gibt es Neuigkeiten. So lässt sich das ERS nun während der Fahrt per Knopfdruck aktivieren beziehungsweise deaktivieren und nicht wie im Vorgänger in mehreren Stufen variieren. Ebenso neu sind die Liveabstände zwischen den einzelnen Fahrern, die nun nicht mehr sektorweise aktualisiert werden.

Keine großen Neuerungen dürft ihr im Verhalten der KI erwarten. Diese agiert im Zweikampf weiterhin sehr aggressiv und versucht hier und da teils tollkühne Manöver, die gern auch mal in einer Kollision enden, die dann auch noch mit Verwarnungen für euch geahndet werden können.

Die Boliden selber Verhalten sich nach unserem subjektiven Empfinden etwas griffiger als noch im vergangenen Jahr, sodass man mitunter etwas aggressiver durch die Kurven fahren kann. Auch beim Schadensmodell gibt es quasi keinerlei Veränderungen zu den beiden Vorgängern. Spielt ihr mit einem realistischen Schadensmodell, gehen selbst bei kleineren Berührungen eure Flügel zu Bruch. Größere Unfälle enden zumeist mit abgerissenen Reifen oder Reifenplatzern. Technische Defekte stellen hingegen eher eine Seltenheit dar und sind meist der Abnutzung geschuldet. Auf Wunsch könnt ihr bei Unfällen auch die altbekannte Rückspulfunktion nutzen, um Fehler rückgängig zu machen.

Endlich wieder Splitscreen-Duelle!
©Codemasters

Spielmodi soweit das Auge reicht

In Sachen Umfang kann F1 2020 punkten. Neben dem neuen My Team-Modus könnt ihr eine klassische Karriere starten und euch an der Karriereleiter emporarbeiten, im Zeitfahren neue Rekorde aufstellen oder eigene Saisons erstellen. Eine Rückkehr feiert in F1 2020 der Splitscreenmodus für zwei Spieler. Dank diesem könnt ihr sogar ganze Meisterschaften mit einem Mitspieler austragen. Eine tolle Neuerung und gerade in den heutigen Zeiten eine Seltenheit, wenn alles nur noch über Onlinemodi abläuft.

Online dürft ihr aber natürlich weiterhin an den Start rollen und dort sowohl eigene Sessions erstellen, in Ligen fahren oder aber schnelle Rennaction erleben. Während unserer Testsessions waren die Server allerdings noch nicht so stark gefüllt. Wirkliche Unterschiede zu F1 2019 konnten wir allerdings nicht ausmachen.


Die Präsentation

F1 2020 verbessert die aus dem Vorgänger bekannte Präsentation um Nuancen. Die Rennen laufen flott und flüssig ab. Die Fahrzeugmodelle und Strecken können überzeugen und die Wettereffekte sind weiterhin große Klasse. Etwas Kritik muss sich Codemasters allerdings dennoch gefallen lassen. Viele Charaktermodelle sind sehr hölzern animiert und die Gesichter einiger Figuren wirken sehr plastisch. Nichtsdestotrotz lassen sich alle Stars gut erkennen und fügen sich gut in die sonst sehr gelungene Präsentation ein.

Satte Motorensounds werden auch in diesem Jahr von dem bekannten Boxenfunk und den beiden Kommentatoren ergänzt. Leider wiederholen sich deren Floskeln auch nach kurzer Zeit und unterscheiden sich kaum von den Phrasen aus dem Vorjahr. Zudem hatten wir zu Beginn unserer Karriere das Problem festgestellt, dass einige der einleitenden Dialoge sich immer wieder wiederholten und nicht zu der aktuellen Situation passten.  

Unterm Strich ist F1 2020 aber ein sehr atmosphärisches Gesamtpaket, welches in diesem Jahr auch noch einmal mit einigen neuen Grafiken aufwarten kann, die an die originalen TV-Übertragungen angelehnt sind.


Fazit:

AwardCodemasters liefert mit F1 2020 eine gelungene Fortsetzung von F1 2019 ab. Das Rennspiel ist das bis dato umfangreichste Formel 1-Spiel aus dem Hause Codemasters und kann mit dem tollen neuen My Team-Modus auftrumpfen, der sich wunderbar in das Spiel integriert und Fans viele neue Möglichkeiten bietet. Fans der Reihe freuen sich zudem über viele kleine Detailverbesserungen, die das Gameplay weiter verfeinern und das Rennspielerlebnis noch einen kleinen Ticken realistischer gestalten. Trotz der Rückkehr des Splitscreen-Modus und der Einführung des neune My Team-Modus stellt F1 2020 mit Sicherheit keine Revolution, dafür aber eine gelungene Evolution zum Vorjahr dar. Gerade für Formel 1-Fans stellt das Spiel in der aktuellen Zeit einen Segen dar, sodass diese die Formel 1-Saison letztlich doch noch so wie ursprünglich geplant mit ihrer gesamten Länge ohne Corona-Sorgen erleben können.


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