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Rustler – Das Mittelalter GTA im Test

Mit Rustler ist ende August ein Indie-Mittelalter-GTA in den Stores für die aktuellen Konsolen eingeritten. PC-Spieler hatten via Early Access schon länger die Möglichkeit, sich Rustler selbst anzusehen. Wir haben unser Pferd gesattelt, frisch lackiert und uns die Version für die Xbox zum Testen vorgenommen.

Rustler
Die Perspektive von oben ist gegenüber dem großen Vorbild GTA2 sogar leicht besser geworden

Erwartungsmanagement ist bei Rustler wichtig

Nun liest und hört man überall, sogar in der offiziellen Store Beschreibung und unserer Headline, Rustler sei ein Mittelalter GTA. Dem ist auch absolut so. Orientiert haben sich die Entwickler von Modus Games aber nicht an den aktuelleren Teilen ab GTA III, sondern an den Klassikern, welche den Start der Serie darstellten. GTA und GTA2 waren seinerzeit nämlich noch aus der Topdown Perspektive spielbar. Und es ist durchaus möglich, dass vor allem jüngere Spieler dies heute gar nicht mehr wissen. Somit bietet auch Rustler zwar eine Open World, euer mittelalterliches Treiben seht ihr jedoch stets aus der Vogelperspektive. Wer also angestachelt durch endlosen Grind in GTA 5 eine nahezu realistische Stadt aus der Ego-Perspektive erwartet, der wird gleich zum Start von Rustler einen Dämpfer erhalten.

Mittelalterliches Camp in Rustler

Derbe Ritterkost

Selbes gilt auch in weiteren Bereichen des Spiels. Multiplayer gab es beispielsweise in frühen GTA Ablegern keinen. Auch hier orientiert sich Rustler am Original. Dies gilt auch für die Stories, welche die Kampagne bereithält. Eure Quest Geber in Rustler bieten selten etwas, was man als mittelalterlichen Alltag beschreiben würde. Vielmehr setzt Rustler auf derben Humor und grenzenlose Überzeichnung, bis hin zur Geschmacklosigkeit. Alte GTA2 Spieler werden hier mehr als nur ein wohliges Gefühl und ein verschämtes Schmunzeln, weil man hierüber ja eigentlich nicht lachen sollte, erleben. Früher war eben alles besser. Die emotionalen Knöpfe, welche solche Aussagen befeuern, drückt Rustler nahezu perfekt. Selten hat uns ein Spiel im Test dermaßen oft an alte Zeiten erinnert wie Rustler. Und wir sind uns beinahe sicher: Auch früher gab es Probleme. Aber diese hat Rustler zum Glück nicht mit vom großen Vorbild übernommen.

Ein ritterliches Ritter Turnier. Gehört die Prinzessin hiernach schon uns?

Das große Ziel

Der Spieler verkörpert übrigens Guy. Guy hat einen Buddy namens Buddy. Guy, also wir, ist ein echter Kotzbrocken. Verkatert wacht er im Spiel auf und wird nicht müde zu fluchen, zu schimpfen und zu erwähnen, dass er nicht so viel hätte saufen sollen. Natürlich sind wir ein Kleinkrimineller. Ein Dieb, ein Mörder und weiß Gott was noch alles. Aber so richtig zufrieden sind wir nicht. Da trifft es sich gut, dass sich früh im Spiel die Möglichkeit auftut ein Ritterturnier zu gewinnen. Der Preis ist die Hand der Prinzessin. Neben einem ziemlichen Klischeehammer ist dies auch unsere Chance vom unsympathischen Kriminellen zum unsympathischen Adligen aufzusteigen. All unsere weiteren Handlungen in Haupt- und Nebenquests über 6-10 Stunden Spielzeit sind diesem Ziel untergeordnet.

Rustler
Grand Theft Horse

Stärken und Schwächen von Rustler

Spielerisch orientiert sich Rustler an alten Zeiten. Das macht es gut. Das haben wir ausreichend geklärt. Doch schon beim Spielstart wird der Retro Hammer ausgepackt. Ein schlecht aufgelöstes Realfilm Intro begrüßte uns als erstes. Hier hat es einige Sekunden gedauert, bis wir verstanden hatten: Auch dies ist eine Hommage an GTA2. Spieler, die das Original nicht kennen, könnten hier allerdings durchaus direkt von einem echten Trash Hammer abgeschreckt werden. Wenngleich Rustler insgesamt nicht unbedingt mit Samthandschuhen an solche Elemente geht, so hätte man hier unserer Meinung nach, Neulingen zuliebe, auf den metaphorischen Baseballschläger zum Start verzichten können.

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(Das original GTA2 Intro)

Wer sich hiervon aber nicht abschrecken lässt, der wird auch als jüngerer Spieler gut vom Spiel abgeholt. Polizeipferde haben hier selbstverständlich Blaulichter. Unser Gesucht-Level, wie wir es aus GTA kennen, senken wir bei Pimp my Horse, wo das treue Reittier umgespritzt wird. Passanten in der absurden Mittelalter Welt leben grundsätzlich gefährlich, wenn unser Guy in der Nähe ist. Wirklich alles greift ganz wunderbar ineinander.

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(Rustler Intro)

Bis wir dann einen Blick auf die Technik werfen. Grafik und Steuerung sind zwar insgesamt mehr als solide, für ein Indie Spiel. Große Bugs oder Probleme hatten wir mit der Konsolenumsetzung ebenfalls tatsächlich gar keine. Leider gibt es jedoch den ein oder anderen Schönheitsfehler, der uns stört. Die Kamera aus der Vogelperspektive muss auch durch Bäume, Dächer und dergleichen sehen können. Hier wird kreisrund einfach durch diese Elemente hindurchgeschaut. Das ist grundsätzlich gut gelöst, am Rand des Kreises aber mit einer Art Lupeneffekt belegt, der uns nicht so recht gefallen mag und mit seiner Verzerrung stets von den echten Bewegungen im Spiel ablenkt.


Verkantete Pferde

Während hier noch von Geschmackssache gesprochen werden kann ist die „Fahrzeugsteuerung“, also die der Pferde und Wagengespanne im Spiel, vermutlich indiskutabel. Durch nicht wenige Elemente auf der Karte, Zäune etwa, könnt ihr mit Pferd und Kutsche einfach durchbrechen, sofern ihr genug Schwung habt. Knallten wir direkt danach aber durch ein undurchdringliches Element, wie einen Baum, verkantete sich unser Gespann gerne zwischen diesem und dem Rest des Zauns, den zu durchbrechen uns dann der Schwung natürlich fehlte. Einen nicht zu unterschätzenden Wendekreis, den diese Gespanne mitbringen, und diese Lage sind keine gute Kombination. Viele Spielminuten verbrachten wir damit, unser Gefährt wieder frei zu bekommen. Häufig half hier nur noch der Pferdemetzger. Ein Verlust des Gespanns ist bei Rustler eigentlich kein Drama. Immerhin könnte man das Spiel nicht umsonst Grand Theft Horse nennen. Wenn das Gespann aber Teil eurer aktuellen Mission ist… Reden wir nicht darüber und lassen Guy einige unflätige Flüche in Richtung der Entwickler schicken.

Die Polizeipferde (links im Bild) haben Blaulichter. Was auch sonst? Euren Fahndungslevel seht ihr wie in GTA am oberen Bildschirmrand.

Nicht nur in Verbindung mit dieser Problematik hätten wir uns auch die Möglichkeit gewünscht jederzeit zu speichern. Dies geht aber nur an bestimmten Punkten, was zwar auch am Vorbild GTA liegt, hier jedoch sicher nicht hätte übernommen werden müssen. So mussten wir bei plötzlichem Pferdeproblem die aktuelle Mission neu starten. Dass Quick Resume auf der Xbox scheinbar nicht unterstützt wird macht die Lage wenn wir schnell los müssen allgemein übrigens auch nicht angenehmer.

Jetzt keine Lust zu lesen? Unsere Meinung zu Rustler gibt es auch als Podcast zum Hören:

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