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PC Tests Xbox One

Circuit Superstars im Test

Topdown Racer sind meist Arcadig im schlimmsten Sinne, reine Funracer oder einfach schlecht? Circuit Superstars ist angetreten, um diese wilden Thesen zu widerlegen. Was genau der Titel anders macht als andere Genrevertreter und vor allem ob Circuit Superstars es schafft die Klischees des Genres zu durchbrechen, dass erfahrt ihr hier, in unserem Test.

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Circuit Superstars – Alles andere als ein kleines Indie Game

Als Teil des Square Enix Collective Programms, des Publishers ist Circuit Superstars erstmals auf der E3 2019 in Erscheinung getreten. Bereits damals hatte der kleine Racer aufgrund seiner Optik für erste neugierige Blicke gesorgt. Danach hörte man lange nichts. Seit wenigen Monaten durften dann plötzlich PC-Spieler via Steam in den Early Access starten. Nun, kurze Zeit später, sind die Circuit Superstars auf PC und Xbox in der Release Fassung verfügbar. Versionen für Playstation und Switch sollen folgen. Das Startpaket wie es momentan ist umfasst:

  • 12 Fahrzeugklassen
  • 19 Strecken (Teils „nur“ Varianten anderer Strecken)
  • 1 Singleplayer Cup Pro Klasse
  • Top Gear Teststrecke zur Zeitenjagt
  • Online Multiplayer für bis zu 12 Spieler

Ein beachtlicher Umfang, für ein Indie. Und für die Zukunft sollen ausdrücklich weitere Inhalte geplant sein. Wobei der Status eins Indies mit Square Enix im Rücken, je nachdem wie ihr den Begriff für euch definiert, bei Circuit Superstars durchaus angezweifelt werden darf.


Circuit Superstars – Topdown Arcade mit Simulations-Elementen

Das Gameplay, welches Circuit Superstars bietet, ist in etwa dass, was Forza Horizon auf dem Rennspielmarkt bietet. Selbstverständlich ohne Open World. Dafür aber mit grundlegendem Arcade-Gameplay, das mit gerade genug Simulationselementen ausgestattet ist, um dennoch anspruchsvoll und abwechslungsreich zu sein.

Circuit Superstars
Die Muscle Cars – Nur eine der vielen unterschiedlichen Fahrzeugklassen im Spiel

So fahren sich die 12 Fahrzeugklassen allesamt anders und auf ihre Art glaubhaft. Kommt ihr mit dem Hinterrad am Kurvenausgang auf die Wiese, dann wird dies in einem Dreher enden. Unser Favorit bei Circuit Superstars sind allerdings Schadensmodell, Benzinverbrauch und Reifenverschleiß.


Triumphale Momente für Rennstrategen

Während das Schadensmodell als reine Lebensleiste, optisch untermauert durch etwas Qualm, recht einfach ist und lediglich Top Speed kostet sind Benzinverbrauch und Reifenverschleiß echte Gamechanger. Gerade letzterer macht sich enorm bemerkbar. Kommt man mit einem neuen Satz Reifen schnell und eng um die Kurven, so wird dies immer schwieriger im weiteren Verlauf. Gänzlich abgefahrene Reifen fahren sich dann wie auf Seife. Was ohne Benzin passiert brauchen wir euch hoffentlich nicht zu erklären. Quälend langsam müsst ihr eure Runde dann beenden und zum Boxenstopp tuckern.

Circuit Superstars
So gut wie in diesem Presse-Bild sieht man die Boxencrews eigentlich nicht. Aber dennoch sind die Boxenstopps ein kleines Meisterwerk für sich.

Die Schwierigkeit ist in Kombination dieser Faktoren den Boxenstopp richtig zu timen. Ein Tankstopp ist notwendig? Wann kommt ihr zum Tanken und Reifenwechsel, ohne den aktuellen Reifensatz zu weit heruntergefahren zu haben? Wann könnt ihr frühestens kommen, wenn ihr gegen Rennende noch Grip haben wollt? Benötigt ihr überhaupt einen ganzen Tankstopp, oder könnt ihr eure Boxencrew, welche im Übrigen wunderbar animiert ist, einfach mit halbvollem Tank brüskiert stehen lassen?

All dies nicht zu bedenken wird Einsteigern zwar nicht das Genick brechen. Wer aber genau die benötigte Zeit durch einen kürzeren Stopp herausholt, um dann mit dem buchstäblich letzten Tropfen Benzin zu gewinnen, der fühlt sich für einen Moment wie ein Renngenie.

Und dies bei einem simplen Spiel wie Circuit Superstars, welches sonst lediglich Steuerung, Gas und Bremse kennt.


Multiplayer is King

All dies kommt so richtig erst im Multiplayer zur Geltung. Hier könnt ihr euch vorab mit bis zu 11 Freunden in einer Lobby sammeln, um dann gemeinsam dem Matchmaking gegen zufällige Gegner beizutreten. Da wird jedes Rennen abgestimmt, welchen der drei Vorschläge man denn gerne fahren würde. Die unterscheiden sich in Strecke, Fahrzeugklasse und Voreinstellungen für Sprit- und Reifenverbrauch. Außerdem ist von kurzen Sprintrennen über wenige Runden über Turniere, bis hin zu langen Rennen über 20 Runden alles Mögliche geboten. Private Lobbies gibt es nicht. Dies ist deshalb ein erster kleiner Kritikpunkt, weil wir zu gerne im Test einmal ein Turnier mit deaktiviertem Ghosting der Gegner gefahren hätten. Dies ist in diesem Modus allerdings leider nicht möglich, während Kollisionen in jedem anderen Modus an sind.

Circuit Superstars
Selbst die einfachste Fahrzeugklasse hier will erstmal gemeistert werden.

Die Technik – So gut läuft Circuit Superstars

Und bei Kollisionen sind wir bereits im Bereich der Technik angekommen. Die Kollisionsabfrage ist in Circuit Superstars teils nämlich zweifelhaft. Habe ich Kollege Lars an meinem Ende der Leitung beispielsweise mal nur kurz touchiert, so schoss ich ihn bei ihm gnadenlos ins Kiesbett. Also nicht, dass er dies nicht verdient hätte. Mir wäre es dennoch lieber gewesen, dies frei entscheiden und mit Absicht machen zu können. In der Zielkurve beispielsweise. Solche Probleme einmal bemerkt fallen natürlich schnell andere Situationen ins Auge, bei denen es vielleicht genau so war, oder eben auch nicht. Diese Ungewissheit trübt den Spaß allerdings nur minimal.

Circuit Superstars

Sonst läuft das Spiel nahezu problemlos. Optik und Sound sind stimmig. Das Hauptmenü dudelt etwas nervend vor sich hin, was allerdings mehr Geschmackssache als unpassend ist. Lediglich die Schwierigkeitsgrade im Single Player könnten etwas einsteigerfreundlicher gestaltet sein. Wer das Spiel das erste Mal öffnet, der wird wohl auch auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad keine Chance haben. Obwohl es zumindest in der Theorie mehr als genug Abstufungen gibt und auch die KI-Gegner sehr nett Fehler machen, statt einfach nur schlecht zu fahren. Leider kommt auch die wahre Stärke des Spiels, Reifenverschleiß und Benzinverbrauch, in zwei Dritteln der Singleplayer Cups gar nicht erst zum Einsatz.

Crossplay ist auch gegeben. Bislang tretet ihr hier natürlich nur gegen PC-Spieler, später wohl auch gegen die anderen Plattformen an. Technisch betratet erschien uns dies zu jeder Zeit absolut fair. Lediglich Monate an Übungszeit, welche PC-Spieler im Early Access hatten, machen sich teils natürlich frustrierend bemerkbar. Plattformen mit noch späteren Umsetzungen wird es da vermutlich in Zukunft ebenso ergehen.

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