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The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel IV im Test

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel ging letztes Jahr mit dem nunmehr vierten Teil der Reihe in die nächste und damit auch letzten Runde. Das JRPG aus dem Hause Nihon Falcom möchte die Saga würdig abschließen und lässt euch ein weiteres Mal die Gruppierung um Rean Schwarzer gegen verschiedene Gegner in die Schlacht ziehen. Die Story soll dabei hervorragend an die Handlungsstränge der Vorgänger anknüpfen und mit einem spannenden Finale beendet werden. Ob dies auch in der Praxis alles so geklappt hat und wie sich der neueste Ableger von The Legend of Heroes spielt, verraten wir in unserem Test!

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Wo steckst du nur Rean?

Vorweg sollten Spieler, welche die ersten drei Teile noch nicht gespielt haben, möglicherweise diesen Part hier überspringen. Ohnehin ist es nicht zu empfehlen das JRPG ohne jegliche Vorkenntnisse zu spielen. Zwar gibt es innerhalb des Spiels genügend Info-Material bezüglich Geschichte bzw. Charaktere, wirklich ausreichend für Neulinge ist das Nachschlagewerk allerdings nicht.

Wie schon erwähnt setzt die Handlung nach dem Ende des dritten Teils an. Genau genommen ist es gute zwei Wochen her, seit dem Rean Schwarzer seinen Rachefeldzug aufgenommen hat und zu Lasten seiner labilen Emotionslage eine unkontrollierte Wut entfesselte. Damals schaffte er es zwar die schwarze Bestie niederzustrecken, wurde allerdings von Kanzler Osbourne und seinen Handlangern überwältigt. Außerdem setzte das Ableben der Bestie eine ungeahnte Kraft frei. Dieser Fluch sollte es dem Kanzler mit der Hilfe der göttlichen Ritter ermöglichen eine Welt nach seinen Idealen zu formen.

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel IV
Im Kampf beharkt ihr eure Gegner mit den unterschiedlichsten Waffen.

Nachdem Verlust von Rean schafften es seine Verbündeten gerade so mit der Hilfe von Emma zu flüchten. Juna, Kurt und Altina haben diesen Vorfall bereits gut verdaut und sind wieder zu Kräften gekommen. Jetzt haben sie es sich zur Aufgabe gemacht den Aufenthalt von Rean herauszufinden und ihn zu retten. Unterstützung kriegen sie in diesem Vorhaben von der Crossbell Police Unit und der früheren Klasse VII. Kurzum liegt es jetzt an euch den von seiner Wut geplagten Rean Schwarzer zu finden und auf eure Seite zu ziehen, wie auch den verfluchten Osbourne zu stoppen.


Starke Helden bleiben stark

Man kennt es aus anderen RPGs. Ihr startet das Spiel, gerne auch einen weiteren Serienableger und eure Charaktere beginnen wieder mit Level 1. Das ist hier nicht so! Warum auch? Immerhin sind die Geschichten miteinander verknüpft und fortlaufend. Dementsprechend hat man sich bei Nihon Falcom gedacht, dass alle Charaktere direkt mit Level 50 beginnen.

Ansonsten entpuppt sich das Gameplay als denkbar klassisch. Gemeinsam mit eurer Party durchstreift ihr verschiedene Gebiete und Städte. Bei letzterem habt ihr die Möglichkeit Haupt- und optionale Nebenquests anzunehmen. Anschließend geht es ab in die große weite Welt, welche mit ihren Dungeons nur darauf wartet von euch bereist zu werden. Besonders hervorzuheben ist, dass ihr die verschiedenen Gegner jederzeit in eurer Umgebung seht. Zufallskämpfe gibt es demnach nicht. Zudem könnt ihr euch mit einem Erstschlag aus dem Hinterhalt einen kleinen Vorteil im Kampf sichern. Doch Achtung, auch eure Feinde können euch kalt erwischen, was dann wiederum für euch zum Nachteil ist.

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel IV
Stereotypische Anime-JRPG-Charaktere geben sich hier die Klinke in die Hand.

Ungeachtet dessen und abseits des Kampfes ist aber auch genügend Zeit für Freizeitbeschäftigungen. Folglich kann man seinen Kontostand im BlackJack aufs Spiel setzen oder die freie Zeit mit in einem kleinen aber typischen Angel-Minispiel gestalten. Der herausgezogene Fisch wird resultierend daraus in eurem Logbuch mit Größe und Gewicht eingetragen, sodass ihr stets einen Überblick darauf habt, welche schuppigen Gesellen ihr bereits geangelt habt.


Erst mal den Gegner brechen!

Das Kampfsystem bei The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel IV läuft grundlegend über einen Zeitstrahl ab. Anhand diesem erkennt ihr, wann ihr und wann euer Gegner im Kampf an der Reihe ist. Sobald ihr dran seid, könnt ihr über ein Menü zwischen normalen Angriffen, speziellen Fähigkeiten, Items und Magie auswählen. Das Magie-System ist dabei eine kleine Besonderheit. Während ihr in anderen Rollenspielen mit Levelaufstiegen neue Zauber freischaltet, greifen hier die sogenannten ARKUS System Orbs. Im Klartext beinhalten diese Orbs eure Zauber und lassen sich zu jederzeit individuell vor jeder Schlacht einsetzen, wodurch sich Schwächen eurer Gegner beispielsweise hervorragend ausnutzen lassen.

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel IV
Auch Mechas mischen in den Kämpfen wieder mit.

Ebenso eigensinnig ist wie sich der zugefügte Schaden auf den Feind auswirkt. Eure Angriffe lassen nämlich nicht wie gewohnt direkt die Lebensleiste schrumpfen, sondern belasten erst mal eine Break-Leiste. Sobald diese geleert ist, werden eure Gegenüber nicht nur paralysiert, auch ist jetzt der Zeitpunkt gekommen um ihnen ordentlich Schaden zu drücken. Hierfür eignen sich vor allem die Lost Arts. Das sind mächtige Verkettungen von verheerenden Offensivaktionen, welche für ordentlich Beulen sorgen. Zusätzlich fangen Widersacher zu schwanken, wenn ihr im gebrochenen Zustand mit der passenden Angriffsart attackiert, woraufhin sich bei entsprechendem Spielfortschritt ein mächtiger Link-Angriff entfesselt.


Spiele ich hier auf der PlayStation 2?

Besonders eindrucksvoll sind die Kämpfe dann, wenn ihr mächtige Mechs beschwört. Dies ist jedoch nicht in jeder Lage möglich, sondern sind an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Wem diese ganze Prozedur innerhalb der Geplänkel zu kompliziert oder langweilig ist, der darf erstmals auf einen gerade fürs Grinden nützlichen Auto-Modus zurückgreifen. Dieser empfiehlt sich aber nur bedingt. Klar, für schwächere Gegner ist es ganz angenehm, wenn die KI eure Aktionen bestimmt. Wenn die Fights allerdings etwas fordernder werden, solltet ihr dann doch lieber Herr der Lage sein, damit ihr nicht wegen einer falschen Aktion ins Gras beißt.

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel IV
Technisch wirkt das Spiel leider etwas altbacken.

Technisch ist das JRPG…durchwachsen. Ja, es läuft zu jeder Zeit flüssig und ja, die melodischen Soundtracks in Kombination mit der rockigen Kampfmusik sind großartig und gehen ins Ohr. Was jedoch weniger beeindruckend, fast schon beschämend ist, ist die Optik. Obgleich diese besser ist als bei ihren Vorgängern, ist sie dennoch weit entfernt davon zeitgemäß zu sein. Kurzum sind die Texturen verwaschen und die Charaktermodelle nicht unbedingt mit vielen Details bestückt. Alles in Allem also doch recht altbacken.


Fazit: Award

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel IV erweitert die Saga um Rean Schwarzer und der Klasse VII trotz technischen Schwächen um ein würdiges Finale. Die Handlung punktet mit einer dichten Atmosphäre, gut geschriebenen Charakteren und dem einen oder anderen unerwarteten Twist. Abseits davon könnt ihr aber auch in optionalen Nebenaufgaben und Minispielen die Zeit totschlagen, wenn ihr gerade keine Lust auf die Story habt. Besonders toll ist außerdem, dass ihr mit der Charakterentwicklung nicht komplett von vorne anfangen müsst, sondern das Spiel euch automatisch mit Level 50 einsteigen lässt. Dies sorgt schließlich dafür, dass die Glaubwürdigkeit aneinander gereihter Kapitel erhalten bleibt.

Das Kampfsystem fühlt sich zu jederzeit taktisch und fair an. Die einzelnen Aktionen werden hervorragend inszeniert und bringen die Wuchtigkeit verheerender Angriffe ganz gut rüber. Nichtsdestotrotz ist die altbackene Optik aber auch der größte Kritikpunkt an dem JRPG. Nicht selten erwarten euch verwaschene Texturen oder hölzerne Bewegungen außerhalb der Kämpfe. Wer über den technischen Makel jedoch hinwegblicken kann, der bekommt mit Trails of Cold Steel IV ein großartiges JRPG spendiert. Wir empfehlen jedoch, dass ihr trotz des im Spiels eingebundenen virtuellen Kompendium die anderen Teile der Reihe vorher spielt, um auch wirklich jeden Handlungsstrang und Beweggrund verstehen zu können.

 

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