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Metro Exodus im Test

Mit Metro Exodus aus dem Hause 4A Games kommt der neueste Teil der Horror-Shooter-Reihe Metro auf den Markt. Ursprünglich basiert die Spielereihe auf den gleichnamigen Werken des russischen Bestseller-Autors Dmitri Alexejewitsch Gluchowski. Schon die Anfänge der Reihe bestachen durch eine dichte Atmosphäre und schafften es dem Spieler aufgrund dieser ein positives flaues Gefühl zu vermitteln. Garniert wurde das ganze Spektakel durch eine hervorragende Kombination aus Horror- und Schleichelementen. Jetzt möchte man an den Erfolg der damaligen Teile anknüpfen, birgt aber gleichzeitig die in oder andere Neuerung, wie einem weitläufigeren Leveldesign. Ob es sich bei Metro Exodus um eine würdige Fortsetzung handelt und was euch bei dem Spiel sonst noch so erwartet, klären wir im nachstehenden Test!

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Metro Exodus: Das größte Metro-Abenteuer aller Zeiten

Die Handlung von Metro Exodus spielt im Jahr 2036. Eine nukleare Katastrophe hat scheinbar die Welt vernichtet. Lediglich ein paar tausend Überlebende konnten in den Metro-Tunneln unterhalb von Moskaus Ruinen Zuflucht finden.

Die Geschichte ist spannend erzählt und wartet mit der einen oder anderen überraschenden Wendung auf euch.

Ihr schlüpft in die Rolle von Artjom. Eure Aufgabe liegt darin zusammen mit einer Spezialeinheit, die sogenannten Spartaner, eine neue bessere Zuflucht zu finden. Auf dem Weg dahin seid ihr Passagier der Dampflok Aurora und trotzt unter anderem wütenden Mutanten, legt euch mit der verseuchten Umwelt an oder kämpft gegen rivalisierende Gruppierungen ums Überleben. Dabei durchstreift ihr mit besagtem Hauptcharakter die ungefähr 20 stündige Handlung, wahlweise auf einem von fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden.  Die nicht linearen Level, wie auch ein Tag- und Nachtwechsel, gepaart mit dynamischen Wettereffekten und verschiedenen Jahreszeiten sorgen dafür, dass Metro Exodus der größte und umfangreichste Ableger der Serie ist. Innerhalb des Spieldurchlaufs findet ihr außerdem immer wieder Notizen, welche euch verschiedene Hintergrundinformationen vermitteln. Alles in allem hat die Handlung aber ein ähnliches qualitatives Niveau, wie bei Wolfenstein 2: The New Colossus, wenngleich sie bei Metro Exodus nicht sogar noch ein Tick besser ist.

Optionale Nebenaufgaben gibt es übrigens auch, wirken aber keinesfalls nervig oder einfallslos, ganz im Gegenteil, sie bringen euch das jeweilige Gebiet sogar etwas näherMeist tauchen diese auf, wenn ihr auf dem Weg zu eurem Hauptmissionsziel seid. So gilt es beispielsweise einen bestimmten Gegenstand für jemanden zu besorgen oder Sklaven zu befreien. 

Metro Exodus
Innerhalb der Handlung müsst ihr euch mit grausamen Mutanten herumschlagen.

Facettenreiches Gameplay

Zudem fällt das Gameplay äußerst facettenreich aus. Während ihr beispielsweise bei der Konkurrenz mit unendlich Munition, gefühlt alles zersiebt was sich euch in den Weg stellt, müsst ihr bei Metro Exodus nicht nur mit Horror- und Schleichpassagen rechnen, sondern auch mit euren Kapazitäten haushalten. Das wiederum ergänzt sich natürlich hervorragend mit der ohnehin schon erdrückenden Atmosphäre. Ganz ohne Run and Gun-Passagen kommt aber auch Metro Exodus nicht aus. Diese sind aber im Vergleich zu anderen Genre-Vertretern eher selten. Viel mehr setzt man den Fokus auf gelungene und zugleich auch spaßige Schleichpassagen. Immer wieder müsst ihr Lichtquellen löschen, damit ihr verborgen in der Dunkelheit agieren könnt, werft Köder um Gegner abzulenken und schaltete sie gegebenenfalls im Anschluss lautlos aus. Ein Lämpchen an eurem Handgelenk, befestigt über der Sauerstoffanzeige eurer Gasmaske, gibt euch Kenntnis darüber, ob ihr euch gerade im Licht bewegt oder in der Dunkelheit verborgen seid.

bei metro exodus erwartet euch für einen shooter facettenreiches gameplay.

Der Filter der Gasmaske versorgt euch drei Minuten (ablesbar an der eben genannten Sauerstoffanzeige) lang mit sauberer Luft, anschließend müsst ihr diesen per Knopfdruck wechseln. Bei dichtem Schnee- und Regenfall passiert es außerdem, dass die Maske verschmutzt oder nass wird, was natürlich euer Sehvermögen deutlich einschränkt. Mit einem Tastendruck löst ihr das Problem und Artjom wischt mit seinem Ärmel einmal über das Sichtfenster. In einem Feuergefecht hingegen, müsst ihr entstandene Löcher in der Maske schnellstmöglich flicken, da es euch sonst zeitnah, wegen der verseuchten Luft, dahinrafft.

Metro Exodus
Die Waffen sind aus verschiedenen Schrottteilen zusammengebaut.

Wenn ihr nicht gerade damit beschäftigt seid die postapokalyptische Welt zu erkunden oder diverse Gegner bekämpft, wird ein hoher Wiederspielwert dadurch generiert, dass ihr an bestimmten Stellen Entscheidungen treffen müsst. Jene haben direkten Einfluss auf den weiteren Spielverlauf und können über Leben und Tod eurer Mitstreiter entscheiden. 


Handgemachte Waffen

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Damit ihr euch gegen die paranormalen Gefahren, Mutanten und feindlichen Gruppierungen wehren könnt, stehen euch verschiedene Waffen zur Verfügung. Besonders cool ist hierbei, dass viele der Schießeisen wirklich handgemacht aussehen. Das heißt mit anderen Worten, dass sich die Kämpfer der Metro ihre Schusswaffen aus all möglichem Schrott zusammengebastelt haben. Und genauso fühlt sich auch das Schussverhalten an. Besagter „Schrott“ lässt sich übrigens auch in Form verschiedener Aufsätze verwenden.

Das waffendesign ist einzigartig und verdeutlicht nochmal die momentane situation von artjom und seinen Genossen.

Ansonsten greift ihr noch auf nützliche Gadgets zurück. Darunter fallen zum Beispiel Wurfmesser, um – wer hätte es gedacht – lautlos Feinde auszuschalten, Molotow-Cocktails für ein ordentliches Feuerchen oder, wenn wir schon mal bei Feuer sind, ein Feuerzeug, damit ihr euch in der Bewegung einschränkende dichte Spinnennetze einfach niederbrennt. Die obligatorischen Heilmittel, in Form von klassischen Medi-Kits, dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen. Ihr könnt als ganz besonderes Schmankerl auch in einen Foto-Modus umschalten und unter dem Einfluss verschiedener Filter die Landschaft für die Ewigkeit fotografieren.

Metro Exodus
Das Leveldesign in Metro Exodus sieht absolut grandios aus.

Immersiv und atmosphärisch

Die postapokalyptische Welt von Metro Exodus wirkt in sich stimmig und macht einen erstklassigen Eindruck. Zwar verzichtet man auf eine richtige Open-World, dafür sind die einzelnen Level aber deutlich weitläufiger und größer, als noch in den Vorgängern.

Metro exodus hat keine open-world, sondern setzt den fokus auf weitläufige und nicht lineare level.

Darüber hinaus beweist 4A Games viel Liebe zum Detail, was vor allem dem immersiven und atmosphärischem Spielgefühl zugutekommt. Seien es bedrohliche Laute der Mutanten und paranormalen Gefahren in der Umgebung, das schwere Atmen unserer Hauptfigur unter der Gasmaske oder die verschiedenen Lichteffekte, wie flackernde Kerzen in der Dunkelheit.

Metro Exodus
Manchmal müsst ihr euch auch gegen andere Überlebenden zur Wehr setzen.

Eine gelungene deutsche Vertonung der Dialoge und eine stimmige akustische Untermalung runden das Gesamtbild schließlich. Untertitel sind ebenfalls vorhanden und lassen sich, wie die Sprachausgabe an sich, multilingual einstellen.


Faltengenaue Gesichter und Probleme in der Bildrate

Optisch kann sich Metro Exodus durchaus sehen lassen. Die Ruinen des verschneiten Moskaus sehen beispielsweise überwältigend schön aus und auch der Detailgrad ist so hoch, dass in den Gesichtern der einzelnen Personen jede noch so kleine Falte erkennbar ist.

Hoher Detailgrad zu lasten der Bildrate.

Leider mussten wir in unserer Testversion, selbst auf der leistungsstarken Xbox One X, stellenweise merkliche Ruckler und paradox in der Luft hängende Texturen verkraften. Es kann allerdings natürlich sein, dass hier mit einem Day-One-Patch nachträglich nachgebessert wird.

Metro Exodus
Der Detailgrad der Charaktere ist enorm.

Fazit:

Award

Mit Metro Exodus hat es der Entwickler 4A Games wieder einmal geschafft und einen nahezu perfekten Horror-Shooter, vor allem für Solisten, abzuliefern. Die Atmosphäre ist packend, die Gefahren auf Artjoms Weg grausam schön und die postapokalyptische Welt macht ebenso wie die gut erzählte Geschichte eine hervorragende Figur. Auch die Liebe zum Detail, welche man hier an den Tag gelegt hat, ist beachtlich.

Des Weiteren bietet Metro Exodus ein facettenreiches Gameplay, welches sich von der Konkurrenz abhebt. Mal kämpft ihr relativ offen gegen eure Feinde, ein anderes Mal schleicht ihr um sie herum. Nebenher macht euch die verseuchte Luft zu schaffen und ihr müsst stets auf die Filter eurer Gasmaske achten. Schließlich sorgen verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten für einen hohen Wiederspielwert. Ebenfalls dürfte die Spielzeit von rund 20 Stunden pro Durchgang für einen Shooter vollkommen in Ordnung gehen.

Einzig die nervigen Framedrops, hier und da ein paar skurrile Texturen, wie auch der fehlende kooperative Mehrspieler könnte man Metro Exodus ankreiden. Letzteres ist aber dann auch schon wieder „meckern auf hohem Niveau“. Alles in Allem gibt es von uns eine klare Kaufempfehlung für jeden, der auf Multiplayer keinen Wert legt, mit Horror- und Stealtheinlagen umgehen kann und einfach ein packendes Einzelspielerlebnis sucht!


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