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PS4 Switch Tests Xbox One

Crash Team Racing Nitro-Fueled im Test

Im Jahre 1999 schickten Sony und Naughty Dog Crash Team Racing als Pendant zu Mario Kart ins Rennen. Schon damals konnte der Fun Racer mit innovativen Strecken und skilllastigen Boostmechanik punkten. Sogar ein Abenteuermodus, welcher an das beliebte Diddy Kong Racing erinnerte, war mit von der Partie. Satte 20 Jahre später möchte Activision mit einer technisch aufpolierten Neuauflage an den damaligen Erfolg anknüpfen. Diesbezüglich brachte Activision den verrückten Beutedachs und sein Kart mit Crash Team Racing Nitro-Fueled erneut in die hiesigen Wohnzimmer. Dieses Mal erschien das Spiel nicht nur für die PlayStation (4), sondern ihr dürft auch auf Xbox One und der Nintendo Switch die Motoren aufjaulen lassen. Ob sich die Neuauflage bis an die Poleposition der Fun Racer kämpft, klären wir im Test!

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Crash Team Racing Nitro-Fueled – Spaßiger Abenteuermodus

Die erste Besonderheit, welche ich auch schon in der Einleitung erwähnt habe, ist der Abenteuermodus. Anders als in Mario Kart, wo der Einzelspieler lediglich aus dem Abfahren mehrerer Cups besteht, erwartet euch bei Crash Team Racing: Nitro-Fueled tatsächlich sowas wie ein Story-Modus. Dieser fällt im Vergleich zum Urspiel auch nochmal deutlich zugänglicher aus. Außerdem könnt ihr durch das Gewinnen der mit dem Modus verzahnten Rennen einiges freischalten. Während ihr im Original von 1999 unter strengen Voraussetzungen nur die Boss-Charaktere freispielen konntet, reicht es hier die Bosse einfach nur einmal zu besiegen. Dadurch schaltet ihr den besiegten Fahrer dann schließlich für alle anderen Modi frei. Doch nicht nur das, auch winken nach dem erfolgreichen Abschluss verschiedene Anpassungsteile für euer Kart als Belohnung. Darunter fallen dann zum Beispiel neue Lackierungen oder Kart-Teile. Im Vergleich zu Mario Kart sind die einzelnen Teile rein kosmetischer Natur und beherbergen, im Gegensatz zu den einzelnen Fahrern, keine eigenen Statuswerte.

Crash darf endlich wieder Vollgas geben.

Der richtige Fahrer bestimmt über Sieg oder Niederlage

Zu Beginn des Abenteuermodus dürft ihr euch einen Charakter aussuchen, mit welchem ihr den Modus anfangen wollt. Im laufenden Spiel könnt ihr diesen aber ohnehin immer nach Belieben durchwechseln. Das wird gerade dann interessant, wenn ihr auf einer höheren Schwierigkeitsstufe fahrt. Da nämlich jeder Pilot seine eigenen Stärken und Schwächen hat und möglicherweise auf einer Strecke besser geeignet ist, als der andere. Habt ihr zum Beispiel lange Geraden, empfiehlt es sich einen der schweren Fahrer zu nehmen, wohingegen ihr bei Pisten mit engen Kurven vielleicht eine leichtere wendigere Spielfigur probieren solltet.

Habt ihr euch für einen Charakter und Schwierigkeitsgrad, davon gibt es Drei an der Zahl (leicht, mittel und schwer), entschieden, findet ihr euch auch schon in der ersten Welt wieder. Das Spielprinzip erinnert dabei stark an Diddy Kong Racing. Folglich fahrt ihr innerhalb der Welt von Rennen zu Rennen. Zusätzlich gibt es noch Speicherstationen oder verschlossene Türen. Um diese zu öffnen werdet ihr im laufenden Spielfortschritt Schlüssel erhalten, die euch dann die Möglichkeit geben ein Rennen gegen einen Boss zu veranstalten.


Von Reliktrennen bis zu Bosskämpfen

Die Bosskämpfe sind dabei recht fordernd und kommen meistens mit einem besonderen Effekt daher. Nicht nur, dass ihr auf der Strecke des jeweiligen Gegners fahrt, auch bringen diese immer wieder eine Besonderheit mit sich. So lässt beispielsweise Ripper Roo dauerhaft TNT-Kisten vor euch fallen, denen ihr im besten Fall ausweicht. Ungeachtet davon erwarten euch auf der Strecke, ähnlich wie in Mario Kart, Boostpads und obligatorische Power-Ups. Euer Repertoire reicht dabei von zielsuchenden Raketen, rollenden Bowlingbomben oder eine den ersten Platz anvisierenden blauen Elektrokugel, die alles auf dem Weg ins Schleudern bringt.

Außerhalb der normalen Rennen und der Begegnungen mit den Endgegnern, lässt sich jedes Rennen nach dem erfolgreichen Abschluss in zwei zusätzlichen Varianten starten. Zum einen ist da das CTR-Rennen, bei dem ihr das Rennen gewinnen und die Buchstaben C, T und R auf der Strecke finden müsst. Zum anderen lassen sich aber auch Reliktrennen starten. Diese ähneln dem Zeitfahren, wo es darum geht, eine bestimmte Zeit zu unterbieten. Je nach erzieltem Ergebnis, werdet ihr denn mit einem silbernen-, golden-, oder Platin-Relikt belohnt. Wobei gerade das Erreichen des Platin-Relikts wirklich knackig ist und einiges von euch abverlangt. Power-Ups gibt es in dem Modus nicht, stattdessen liegen überall Kisten auf der Rennstrecke herum, welche die Zeit für drei, zwei oder eine Sekunde anhalten.

Die neue Optik kann sich mehr als sehen lassen.

Eine bahnbrechende Handlung dürft ihr nicht erwarten

Alles in allem dürft ihr beim Abenteuermodus aber keine überaus spannende Geschichte voller Zwielicht und Twist erwarten. Trotzdem macht der Modus für das Genre seine Sache sehr gut und eignet sich hervorragend als Einstieg in die packenden Mehrspielerpartien oder um die einzelnen Strecken, wie auch Fahrer kennenzulernen.

Leider fällt der Schwierigkeitsgrad „Schwer“ nicht nur wirklich hart aus, sondern neigt schon dazu unfair zu sein. Kurzum passiert es nicht selten, dass euch kleinere eigentlich langsamere Charaktere plötzlich abhängen, ohne auch nur eines der Power-Ups zu nutzen. Das sorgt für Frust und gefühlt lassen sich diese Rennen auch fast nur durch unverschämtes Glück bei den Power-Ups gewinnen.


Drift- und Sprungboosts sind der Schlüssel zum Erfolg

Spieler, welche schon mal irgendeinen Mario Kart-Ableger gespielt haben, können sicherlich etwas mit dem Begriff „Driftboost“ anfangen. Das bedeutet, dass ihr in eine Kurve springt und im Anschluss zum Driften ansetzt. Schlittert ihr jetzt lang genug durch eine Kurve, lädt sich ein dreistufiger Boost auf, welcher am Ende des Drifts zündet und euch einen kleinen Temposchub verleiht. So funktioniert es in Mario Kart. Bei Crash Team Racing Nitro-Fueled gibt es besagte Spielmechanik ebenfalls.

Vergleich Original vs. Remaster

Im Vergleich zu Nintendos Fun Racer fällt dieser hier aber nochmal eine ganze Ecke fordernder aus. Hier reicht es nicht nur lange genug zu driften, sondern ihr müsst auch unten rechts auf eine Anzeige achten. Diese füllt sich recht schnell während ihr driftet. Bevor die Leiste komplett gefüllt ist, müsst ihr einen zweiten Drift-Knopf drücken, um euren Boost zu erhalten. Dabei gilt: Umso näher der Balken gen Überhitzung ist, desto besser fällt der Boost aus. Das könnt ihr innerhalb eines Drifts drei Mal machen. Verpasst ihr das Timing oder habt die drei Aufladungen aufgebracht, müsst ihr wieder mit einem kleinen Sprung einen neuen Drift-Versuch starten.  Wir haben hierbei übrigens die besten Erfahrungen mit der „Alternativen Steuerung“ gemacht. Diese gibt euch die Möglichkeit mit der rechten Schultertaste Gas zu geben, was sich zumindest für uns einfach besser angefühlt hat.

Zusätzlich erhaltet ihr ebenfalls einen kleinen Boost, wenn ihr beispielsweise über hohe Sprungschanzen springt. Dabei bestimmt die erreichte Höhe die Intensität des daraus entstehenden Schubs. In Kombination mit dem Driften und ein wenig Übung ist es dadurch theoretisch möglich, eine ganze Runde ohne Boostverlust abzuschließen. Vor allem auf dem schweren Schwierigkeitsgrad und wenn ihr ein Reliktrennen auf Platin abschließen wollt, ist das nahezu perfekte Boosten unverzichtbar.


Von schlachtwütigen Beuteldachsen bis zu packenden Online-Rennen

Außerhalb des Abenteuer-Modus gibt es aber noch genug andere Spielmodi, die für reichlich Umfang und Spaß sorgen. Darunter fallen neben dem normalen Versus-Rennen zum Beispiel auch noch ein Zeitfahren und ein Kampf-Modus. Letztere wollen wir jetzt etwas näher durchleuchten. So gilt es in einem der untergeordneten Modi zum Beispiel darum mehr Kristalle als das gegnerische Team zu sammeln. Bei einem anderen wiederum erhält jeder Spieler drei Leben. Logischerweise sorgt ein Treffer dafür, dass man eines dieser begehrten Leben verliert. Verliert man alle seine Leben, scheidet man aus und bis zum Ende der Runde zuschauen.

Präsentiert wird das ganze Spektakel dabei in zumindest optisch recht einfallsreichen Arenen. Demnach beharkt ihr euch unter anderem an einem tropischen Strand oder in einer eisigen Schneearena. Alles in allem spielt sich jede Arena aber recht gleich und wird nur durch ein paar Boostpads oder Sprungschanzen aufgewertet. Wo ihr zum Beispiel auf den Rennstrecken Fallen ausweichen müsst oder sie sogar umlenkt, bleiben die Arenen im Kampf-Modus recht „langweilig“.


Online-Modus: Wie aus dem hässlichen Entlein ein ansehnlicher Schwan wurde

Im Online-Modus geht dann die Party richtig ab und ihr dürft weltweit um die Wette heizen. Zum Release des Spiels lief dies allerdings alles andere als gut. In Folge dessen musste man sich mit skurrilen Positionswechsel oder unschönen Verbindungsproblemen herumschlagen. Auch konnten die Lobbys, wenn ein Spieler diese verlassen hat, nicht mehr richtig gefüllt werden und die Belohnung am Ende eines Rennens war zudem nicht wirklich nachvollziehbar.

Gott sei Dank hat sich Activision aber recht schnell um diese Probleme gekümmert und konnte die Stabilität auf ein angemessenes Niveau bringen. Demnach machen die Online-Rasereien also jetzt bereits durchaus Spaß und können dem Pendant von Nintendo zumindest was Stabilität und Performance angeht auf jeden Fall das Wasser reichen. Lediglich das Fehlen des kooperativen Abenteuer-Modus und eines Turnier-Modus lässt hier eine Träne fließen. Dafür möchte man das Spiel langfristig mit verschiedenen Live-Events am Leben halten.

Egal ob On- oder Offline: Die Rennen sind abgedreht und fordernd.

Zeit für einen Boxenstopp!

Wie bereits schon kurz angeschnitten, werdet ihr am Ende des Rennens je nach eurer Platzierung und scheinbar auch nach der Länge des Rennens belohnt. Das heißt, dass ihr neben den Skins und angesprochenen Anpassungen, auch noch mit Coins belohnt werdet. Diese Münzen könnt ihr unter dem Menüpunkt „Boxenstopp“ nutzen, um allerhand Sachen freizuschalten. Seien es Charaktere, Skins, Kartteile oder sogar themenbezogenen Komplettpakete. Hervorzuheben ist hier, dass der Shop komplett ohne Echtgeld auskommt und ihr jedes Teil durch das Spielen erhalten könnt. Die Angebote wechseln dabei täglich und selbst wenn ihr etwas verpasst, bekommt ihr irgendwann erneut die Chance die gewünschte Anpassung zu erwerben. Schade ist hierbei allerdings, dass man immer zurück ins Hauptmenü muss, um die Goldmünzen auszugeben. Die Möglichkeit in einer Online-Lobby oder im Abenteuer-Modus direkt auf den Boxenstopp zuzugreifen wäre deutlich komfortabler gewesen.

Ansonsten macht der Titel optisch einiges her und konnte in unseren Testsessions auf der Xbox One überzeugen. Das Spiel lief insgesamt zu jeder Zeit flüssig und den Strecken, beziehungsweise Charaktermodellen sieht man den modernen Feinschliff deutlich an. Einzig die Ladezeiten hätten etwas kürzer ausfallen können. Diese sind nämlich, gerade auf der beliebten Hybrid-Konsole von Nintendo, sehr lang. Doch auch hier gelobt Activision bereits Besserung und wird die Version für die Nintendo Switch mit einem speziellen Boost-Modus ausstatten.

Wo wir oben im Text zudem die Kampfarenen kritisiert haben, machen die Rennstrecke wieder einiges wett. So heizt ihr beispielsweise über sandige Strände, startet Überholmanöver unter Wasser in einem röhrenartigen Tunnelsystem oder holt euch die Poleposition in einem heiß umkämpften Chemie-Labor.

Kleiner Funfact am Rande: Im Hauptmenü lassen sich klassisch durch das Drücken der richtigen Tasten verschiedene Cheats aktivieren.

Fazit: Award

Crash Team Racing: Nitro-Fueled lässt sich glaube ich recht gut mit einem alten Wein vergleichen. Ähnlich wie letzterer mit dem Alter besser wird, so ist auch das Rennspiel rund um dem agilen Beuteldachs hervorragend gealtert. Das moderne Gewand steht dem Titel ziemlich gut zu Gesicht, die Steuerung ist zugleich zugänglich, wie fordernd und der Abenteuer-Modus bringt zwar nicht die größte Story mit sich, sorgt aber dennoch für genügend Abwechslung, um auch Solisten am Bildschirm zu halten. Garniert wird das Ganze durch Unmengen von freischaltbaren Kram. Obgleich der Funracer zu Beginn noch mit Problemen im Online-Modus zu kämpfen hatte, gehören diese bereits der Vergangenheit an. Und auch die langen Ladezeiten möchte man in naher Zukunft optimieren.

Einzig der schwere Schwierigkeitsgrad hätte ein wenig fairer sein können und den Schlachtarenen fehlt es irgendwie an innovative Highlights. Diese spielen sich im Ganzen betrachtet einfach alle zu ähnlich. Zudem hätten wir uns für den Online-Modus einen Turnier-Modus und/oder das Einsehen von Punkteranglisten in der Lobby gewünscht

Alles in allem können wir aber dennoch für Crash Team Racing: Nitro-Fueled eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Vor allem dann, wenn ihr auf der PlayStation 4 oder Xbox One schon lange auf der Suche nach einem ansprechenden Fun Racer gewesen seid. Solltet ihr hingegen Besitzer der Nintendo Switch sein, werdet ihr vielleicht auch Spaß Crash Team Racing: Nitro-Fueled haben, wäre allerdings Mario Kart 8 Deluxe aufgrund von einigen Komfort-Features (dem Erstellen von eigenen Turnieren zum Beispiel) und der besseren Ausnutzung der Hardware die bessere Wahl. Wenn ihr euch aber an dem Klempner sattgesehen habt, dann könnt ihr dem Beuteldachs ruhig auf der Nintendo Switch eine Chance geben.


 

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