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Switch Tests

Collection of Mana im Test

Ursprünglich war die Collection of Mana exklusiv im Land der aufgehenden Sonne auf der Nintendo Switch erhältlich. Seit der E3 2019 hat sich dies allerdings geändert und die Rollenspiel-Kompilation fand schließlich auch den Weg auf den westlichen Markt. Interessant ist hierbei, dass europäische Spieler, ohne irgendeiner Art von Import, erstmalig die Gelegenheit bekommen den Titel Trials of Mana zu spielen. Was euch sonst noch erwartet und ob die erneute Veröffentlichung der beliebten RPGs irgendwelche nennenswerten Neuerungen mit sich bringt, klären wir im Test!

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Collection of Mana – Was euch alles erwartet!

Die Collection of Mana besteht aus den drei Rollenspielen Mystic QuestTrials of Mana und Secret of Mana. Ursprünglich geht es bei der Seiken Densetsu-Collection, so der japanische Name der Reihe, um die Legende eines heiligen Schwertes. Obwohl die Spiele nicht aufeinander aufgebaut sind und jeder Teil seine eigenen Spielfiguren, wie auch Welten benutzt, gibt es immer wieder ein paar wiederkehrende Kernelemente, welche euch durch die Geschichte der einzelnen Spiele geleiten. So spielen immer wieder der Weltenbaum und das damit verbundene Heilige Schwert eine Rolle. Ebenso der Kampf gegen Truppen, welche diese Macht an sich reißen will.

Collection of Mana
Secret of Mana dürfte für viele der bekannteste Teil der Saga sein.

Damit ihr die Spiele jetzt auch auf der Nintendo Switch genießen könnt, war Studio M2 für die Emulation der Titel zuständig. Das ist dem Studio auch ziemlich gut gelungen und so wurde das Spielgefühl im Vergleich zum Original recht authentisch übertragen. Leider wurden aber auch einige Macken übernommen und auch die Neuerungen zum Original fallen recht marginal aus. Folglich gibt es keine neuen Quests und auch keine neuen Figuren. Im Grunde genommen sind die Spiele also so, wie sie damals auf den alten Konsolen schon waren und wurden nur durch ein paar mehr oder weniger hilfreichen Funktionen erweitert. So ist es euch neben dem spielinternen Speichern jetzt auch noch möglich über ein separates Menü zu jederzeit zwischen zu speichern oder sich das Handbuch in einer digitalen Variante anzuschauen. Die Spieleberater, welche es früher in Form großer Wälzer gegeben hat, wurden allerdings nicht digitalisiert. 

Zusätzlich lässt sich der Spielbereich in zwei verschiedenen Größen darstellen, wird aber trotzdem, egal für welche Variante man sich entscheidet, von einem zu der Szene passenden Rahmen umrandet.


Mystic Quest – Ein versklavter Gladiator gegen die Welt

Doch natürlich wollen wir auch die einzelnen Spiele ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Den Anfang machen wir demnach mit Mystic Quest, welches in Japan ursprünglich übrigens den Titel Seiken Densetsu: Final Fantasy Gaiden getragen hat und im Jahre 1991 für den Game Boy erschienen ist. Aufgrund der Tatsache, dass man zu dieser Zeit im europäischen Bereich noch nicht viel mit dem Begriff „Final Fantasy“ anfangen konnte, hat man sich in Europa schlussendlich für den Titel Mystic Quest entschieden und konnte schon zu seiner Zeit bei der Presse die ein oder andere gute Bewertung einheimsen.

Collection of Mana
Mystic Quest präsentiert sich in feinster Game Boy-Grafik.

Im Fokus der Handlung steht dabei ein versklavter Gladiator, welcher sich durch eine monochrome Pixelgrafik, welche natürlich auch jetzt in der Emulation wieder vorhanden ist, schnetzelt und den Kampf gegen das Böse aufnimmt. Anders gesagt seid ihr auf der Flucht und eben genau auf jener Flucht, kommt es zu verschiedenen Ereignissen, die dazu führen, dass ihr plötzlich zu höherem bestimmt seid. Genau wie bei den beiden anderen Teilen der Kollektion, spielt ihr das Spielgeschehen von Mystic Quest in der Vogelperspektive.

Des Weiteren erwarten euch Echtzeit-Kämpfe, wo ihr, wie auch euer Gegner, ohne jegliche Unterbrechung verschiedene Aktionen ausführt. Gewinnt ihr einen Kampf, winken Erfahrungspunkte, die ihr zum Aufwerten verschiedener Attribute, wie beispielsweise Stärke oder Ausdauer, verwendet. Zudem führt euch die Handlung immer wieder in verschiedene Dungeons. Hier löst ihr Rätsel und zwingt in den meisten Fällen einen Endgegner in die Knie.


Trials of Mana – Erstmals erlebt ihr den Konflikt im Manaland auch hierzulande

Ursprünglich erschien Seiken Densetsu 3, oder eben auch Trials of Mana im Jahr 1995 exklusiv in Japan auf dem Super Famicom. Satte zwei Jahrzehnte später, genauer gesagt am 1. Juni 2017, erschien die Collection of Mana dann erstmals für die Nintendo Switch und natürlich wieder japan-exklusiv. Wieder zwei Jahre drauf, veröffentlichte man die Spielesammlung schließlich auch bei uns und ermöglichte erstmalig das Spielen von Trials of Mana in einer lokalisierten Fassung.

Collection of Mana
Zum ersten Mal dürfen Spieler hierzulande die Welt von Trials of Mana betreten.

Zu Beginn dürft ihr euch drei von sechs Charakteren aussuchen, welche die Rahmenhandlung des Rollenspiels bilden. Im Grunde genommen geht es darum, dass sich das Manaland im Konflikt zweier rivalisierenden Mächte befindet. Es liegt jetzt an euch diesem Konflikt auf den Grund zu gehen und das aufkommende Übel zu verhindern.


Trials of Mana – Ihr bestimmt den Handlungsstrang

Dabei ist eure Charakterwahl insofern ausschlaggebend, dass einer der von euch ausgewählten Charaktere als Protagonist agiert, ein weiterer als eine Art Sidekick und der dritte im Bunde übernimmt die Rolle des Antagonisten. Das bietet natürlich einen gewissen Wiederspielwert, da jeder der Charaktere für sich eine eigene Persönlichkeit und Einleitungssequenz mit sich bringt. Angela zum Beispiel ist eine aufstrebende Zauberin, welche dem Magierkönigreich Altena angehört und aufgrund ihrer Unfähigkeit aber viel lieber Streiche spielt, als sich der Magie zu widmen. Der aus dem Land Valsena stammende Duran hingegen will nach dem Tod seiner Eltern der beste Schwertkämpfer der Welt werden. Und Riesz, ihres Zeichens Prinzessin von Laurent, macht sich zur Rettung ihres Bruders auf, der durch einen Angriff von den Soldaten Navarre entführt wurde.

Das Kampfsystem ist dabei eigentlich wie bei Mystic Quest oder Secret of Mana, allerdings wurde hier, im Vergleich zum zuletzt erwähnten RPG, das Warten auf einen effektiven Angriff verzichtet. Musste man sich doch in Secret of Mana immer etwas gedulden, bis eine Prozentanzeige die 100% erreicht hat, damit der nächste Angriff effektiv trifft und mehr Schaden anrichtet. Ebenso fällt übrigens auch das Orb-System, was das Aufladen der Waffen anbelangte, weg. Stattdessen kann man seine Ausrüstung ganz normal in verschiedenen Läden kaufen und seine Party dementsprechend ausrüsten. Ansonsten laufen die Kämpfe wie gewohnt in Echtzeit ab. Im Kampf habt ihr dann die Möglichkeit, neben normalen Angriffen, auch noch verschiedene Spezialaktionen oder Gegenstände über ein Ringmenü anzuwählen und zu benutzen.

Collection of Mana
In Trials of Mana warten zahlreiche Monster und Dungeons auf euch.

Unabhängig davon kommt das Spiel mit einem Tag-Nacht-Wechsel daher, welcher Einfluss auf das Gameplay nimmt. Das heißt zum Beispiel, dass andere Gegnertypen auftauchen oder ihr bestimmte Spielfiguren nur bei Tag, beziehungsweise Nacht antreffen könnt. Habt ihr euch außerdem bei der Charakterwahl für Kevin entschieden, wird dieser bei Nacht zu einem Wolf und erhält in dieser Phase einen ordentlichen Powerschub.


Secret of Mana – Wie ein Meisterwerk den Weg auf die Nintendo Switch fand

Kommen wir jetzt mit Secret of Mana oder auch bekannt als Seiken Densetsu 2 zum dritten Spiel der vorliegenden Spielesammlung. Ursprünglich sollte das Rollenspiel zu seiner Zeit für die PlayStation erscheinen. Weil Nintendo und Sony aber am Ende doch lieber getrennte Wege gegangen sind, entschied man sich das Spiel im Jahr 1993 für den SNES herauszubringen. Interessant war hierbei, dass man das Spiel ab einem bestimmten Zeitpunkt im Spiel in einem lokalen Koop-Modus von bis zu drei Spieler gleichzeitig durchspielen konnte. Dafür brauchte man allerdings das Multitap-Zubehör, welches eben den Anschluss weiterer Controller ermöglichte.

Collection of Mana
Jeder mit einem SNES wird wohl Secret of Mana in irgendeiner Art und Weise kennen.

Neben einer Wiederveröffentlichung des Rollenspiels im Jahr 2008 für die Virtual Console der Wii-Plattform, brachte Square Enix zudem am 15. Februar 2018 ein grafisch überarbeitetes, wenngleich auch umstrittenes Remake für die PlayStation 4 und dem PC heraus. Seit dem 11. Juni 2019 wurde das Ur-Spiel schließlich, dank dieser Collection hier, auch auf die Nintendo Switch emuliert. In Japan durfte man übrigens, wie weiter oben auch schon einmal erwähnt, bereits vor gut zwei Jahren wieder das Abenteuer rund um Secret of Mana genießen.


Secret of Mana – Wenn aus Neugier eine riesige Bürde wird

Im Fokus der Handlung steht ein junger Mann, in der Mobile-Fassung heißt dieser übrigens Randi, welcher einfach etwas zu neugierig war. Dieser ist nämlich beim Umherstreifen mit seinen Freunden von einem Übergang gefallen und fand sich auf der Suche nach dem richtigen Weg kurzerhand vor dem sogenannten Manaschwert wieder. Eine Stimme, scheinbar vom Schwert ausgehend rief nach Randi und dieser gepackt von seiner Abenteuerlust zog das magische Schwert aus dem Stein, ohne überhaupt zu wissen, was er damit angerichtet hatte. Kurzum hat er durch das Herausziehen des Schwertes nämlich ein Siegel gebrochen und den dunklen Mächten ermöglicht auf die Erde zu gelangen. Es liegt jetzt natürlich an euch und Randi den bösen Kräften als auserwählter Schwertträger zu trotzen und das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Collection of Mana
Der Charme des Spiels schafft es auch heute noch Spieler in seinen Bann zu ziehen.

Seid ihr im Spiel zudem weit genug fortgeschritten, schließen sich zwei weitere Charaktere eurer Party an. Es handelt sich hierbei um die junge Frau Primm und die Elfe (in der deutschen Fassung ein Koboldmädchen) Popoi. Ab diesem Zeitpunkt ist es euch möglich das Spiel im lokalen Koop-Modus fortzusetzen. Habt ihr gerade keine Mitspieler zur Hand, übernimmt die KI die grundlegenden Funktionen der beiden Mitstreiterinnen. Leider wurde für die Emulation nicht wirklich an der KI der Verbündeten geschraubt, sodass sie wie im Original manchmal ein wenig neben der Spur agieren.


Secret of Mana – Echtzeit-Kampfsystem

Ansonsten spielen sich die Kämpfe recht gewohnt. Mit anderen Worten finden diese in Echtzeit statt. Um mit euren Angriffen den vollen Schaden anzurichten, gilt es vor jedem Angriff eine Prozentanzeige auf 100% volllaufen zu lassen. Außerdem könnt ihr die Taktik für eure Mitstreiter, wie auch ihre Waffenaufladung bestimmen. Gehen sie euch beispielsweise zu aggressiv ans Werk, ist es euch gestattet die Aggressivität etwas herunterzuschrauben, wodurch ihr vielleicht etwas länger überlebt.

Collection of Mnaa
Nicht in der Collection enthalten: Im Jahr 2018 kam ein Remake von Secret of Mana heraus, welches den Erwartungen leider nicht wirklich gerecht wurde.

Gegenstände, Fähigkeiten und Zauber lassen sich über ein Ringmenü auswählen. Dabei ist es ganz praktisch, dass das Spiel für die Auswahl der Aktion kurzzeitig pausiert. Am Ende eines Kampfes winken dann nicht nur die obligatorischen Erfahrungspunkte für einen möglichen Stufenanstieg, sondern auch eure Zauber und Waffen verbessern sich je nach Gebrauch. Dementgegen ist das Trefferfeedback manchmal aber echt grenzwertig. Das heißt anders gesagt, dass ihr getroffen werdet, obwohl ihr augenscheinlich ausgewichen seid, zumindest so gut, wie das eben möglich war.


AwardFazit:

Endlich kann man die Collection of Mana und speziell Trials of Mana auch hierzulande so ganz ohne jeglichen Import spielen und was sollen wir sagen, die Spiele dieser Sammlung spielen sich wie ihre Originalspiele. Wer also auf der Suche nach drei nostalgischen (J)RPG-Erlebnissen mit hervorragenden Handlungen und liebevollen Charakteren ist, demgegenüber aber über bekannte Schwächen und kaum nennenswerten Neuerungen hinwegsehen kann, dürfte mit der Collection of Mana eine ganze Menge richtig machen.


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