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Hardware Mobile Tests

Razer Kishi for Android im Test

In der heutigen Zeit ist Mobile-Gaming aus der Gaming-Branche längst nicht mehr wegzudenken und breit etabliert. Nicht nur, dass kleinere Entwickler und Publisher ihre ersten Schritte auf diesem Markt wagen, auch größere Entwicklerstudios wie EA oder Ubisoft sind zum Beispiel mit Sims, Assassins Creed oder FIFA in abgespeckter Form vertreten.

Des Weiteren liefern Nvidia und Microsoft mit GeForce Now bzw. Project xCloud in Kombination mit dem Xbox Game Pass eine Möglichkeit, hochkarätige Blockbuster wie Destiny 2, Star Wars: Battlefront oder Forza Horizon 4 auf mobile Geräte zu streamen. Hardwaregigant Razer will sich diesen Markt nun scheinbar zu Nutzen machen und liefert mit dem an die JoyCon der Nintendo Switch erinnernden Razer Kishi einen Controller, welcher ein komfortables Spielerlebenis am Handy garantieren soll. Den Kishi gibt es in verschiedenen Varianten und kommt daher mit einem offiziellen Xbox-Branding, einer kürzlich erschienen iOS-Version und dem von uns getesteten Produkt „for Android“ daher. Wie sich der Controller in Verbindung mit Project xCloud und dem Game Pass geschlagen hat und was er sonst noch alles so drauf hat, verraten wir euch in unserem Test!


Preis und Lieferumfang

Das erste was uns direkt beim Auspacken der riesigen Transportverpackung überrascht hat, war die darin befindliche vergleichsweise kleine Schubverpackung des Controllers. Diese erscheint im für Razer obligatorischen grün-schwarzen Design. Der Lieferumfang des Mobile-Controllers ist mit ein paar Stickern, einer Bedienungsanleitung und ihm selber recht überschaubar. Mit einem Preis zwischen 80 und 110 Euro je nach Modell, befindet sich der Controller zwar in einer höheren Preisklasse, die gegebene Qualität rechtfertigt dies aber absolut.

Razer Kishi
Handlich und Kompakt: Optisch erinnert der Controller an die Nintendo JoyCon.
©Razer

Plug ’n‘ Play

Die Inbetriebnahme des Razer Kishi fällt denkbar einfach aus. Auf der Rückseite befindet sich eine an einem robusten Gummiband angebrachte Sicherheitsklappe, welche man mit dem gleichzeitigen Betätigen eines einfachen Mechanismus löst. Im Anschluss wird das Mobiltelefon zwischen die beiden Hälften gelegt und direkt per USB-C verbunden. Diese Direktverbindung gewährleistet euch quasi, dass eure Eingaben latenzfrei und ohne Verzug umgesetzt werden. Die angesprochene Gummiband-Sicherheits-Kombination sorgt zudem für zusätzlichen Halt, weswegen euer Telefon weder verrutscht noch wackelt.

Besonders erfreulich ist, dass der Spielraum so anpassbar ist, dass man so ziemlich jedes ansatzweise aktuelle Android-Handy mit dem Controller verbinden kann. In unserem Testfall haben wir mit dem Samsung Galaxy S9+ ein eher älteres Modell verwendet. Sollte euch außerdem während des Spielens mal der Saft ausgehen, hat der Controller an der rechten unteren Ecke einen USB-C-Eingang, um es selbst im hitzigsten Schusswechsel aufzuladen. Auf den zusätzlichen Gebrauch von kabelgebundener Headsets müsst ihr allerdings verzichten.

Razer Kishi
Plug ’n‘ Play und latenzfreies Spielen dank direkter Verbindung mit USB-C.
©Razer

Volle Stärke mit Project xCloud oder Nvidia GeForce Now

Wie man bei der Unterüberschrift sicher schon vermutet, entfaltet der Razer Kishi sein volles Potenzial in Kombination mit Streaming-Diensten wie Project xCloud oder Nvidia GeForce Now und entpuppt sich in diesem Bereich als alternativloser Gefährte, um größere Lieblingsspiele unterwegs zu spielen. Und was sollen wir sagen. Wenn die Internetverbindung passt, gehen Spiele wie Destiny 2Sea of Thieves oder Forza Horizon 4 durch hochwertige Tasten und stimmigen Analogsticks spielend von der Hand. Lediglich die Schultertasten fühlen sich vom Widerstand in den ersten Spielminuten etwas zu weich an, jedoch gewöhnt man sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit auch daran.

Razer Kishi
Fernseher wird gerade blockiert? Kein Problem, mit dem Razer Kishi könnt ihr eure Blockbuster trotzdem genießen.
©Razer

Weniger gut funktioniert der handliche Helfer allerdings mit Sonys Remote Play. Kurzum wird hier der Gebrauch einer kostenpflichtiger inoffizieller App benötigt, um den Kishi überhaupt kompatibel zu machen. Außerdem treten hier immer wieder nervige Audioprobleme auf.

Wer sich abseits von Streaming-Diensten bewegen möchte, für den hat Razer noch eine zusätzliche App parat. In dieser lassen sich viele Spiele aus dem App-Store herunterladen, welche mit dem Razer Kishi kompatibel sind. Einige Spiele benötigen jedoch etwas Feintuning. Folglich müssen die Tasten erst konfiguriert werden. 


Fazit: Award

Der Razer Kishi demonstriert sich unserem Test als komfortable Möglichkeit, um unterwegs große Spiele des Xbox Game Pass zu erleben. Nicht nur, dass er ganz einfach anzuschließen ist, zudem ist er auch noch sehr handlich und lässt sich schnell in einer Jacken- oder Handtasche verstauen. Die große Stärke des Kishi ist außerdem, dass der Controller die Eingaben dank direkter Verbindung ohne jegliche Verzögerung überträgt und mit so ziemlich jedem modernen Android-Handy kompatibel ist.

Obgleich der Anschaffungspreis in jeglicher Variante recht hoch ist und deutlich teurer als einfache Controller-Halterungen ausfällt, wird dieser jedoch durch ein hohes Maß an Qualität gerechtfertigt. Kein Wackeln, kein Verrutschen – das Gummiband samt Sicherheitskappe an der Rückseite stabilisiert das Handy hervorragend und die Tasten, wie auch Analogsticks machen Großteils einen sehr wertigen Eindruck. Lediglich die Schultertasten fühlen sich vom Widerstand etwas zu „weich“ an und bringen eine gewisse Eingewöhnungszeit mit sich.

Wer viel unterwegs ist und dabei nicht auf seine Lieblingsgames verzichten will, dazu noch bereit ist ein bisschen mehr für sein Eingabegerät auszugeben, der ist mit dem Razer Kishi absolut gut bedient. Der Controller ist handlich, komfortabel und macht das was er soll auf einem sehr hohen Niveau. Klare Kaufempfehlung also von uns, wenn ihr wie gesagt bereit seid etwas mehr für das mobile Gamingerlebnis auszugeben.

 

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