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PS4 Switch Tests Xbox One

DreamsWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter im Test

Mit DreamWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter, oder in manch digitalem Store nicht übersetzt auch DreamWorks Dragons – Dawn of new Riders, erhielten Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch unlängst eine Gelegenheit die Welt um “Drachenzähmen leicht gemacht” einmal selbst zu erkunden. Ob das Drachenzähmen wirklich so leicht gemacht wurde und ob sich hier ein Spiel mit Anspruch auf Kaufempfehlung im Drachen-Ei verbirgt, klären wir im folgenden Test.DreamWorks Dragons - Aufbruch neuer Reiter


DreamWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter als Einstieg ins RPG-Genre

Die Geschichte um DreamWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter ist schnell angerissen. Ihr werdet in eine bedrohliche Situation geworfen und habt auch euer Gedächtnis größtenteils verloren. Immerhin findet ihr euch noch weit genug zurecht um zu wissen, dass es in eurer Welt Drachen gibt und euer Name Scribbler ist. Mit den so bekannten Drachen in eurer Welt hattet ihr ursprünglich vergleichsweise wenig zu tun. Ihr wart vor eurem Gedächtnisverlust eher der Bücherwurm – der Nerd unter den Drachenreitern quasi. Doch dies ist jetzt egal, denn ihr kommt zu eurem eigenen Drachen. Dieser heißt Patch und steht euch ab sofort treu zur Seite.

Da kommen echte Promis im Spiel vor. Ohnezahn, der weltberühmte Drache aus eurem Kino und unzähligen Plüschtier-Regalen grüßt.

Mit diesen Grundvoraussetzungen und nach einem kurzen ersten Gastauftritt des berühmten Drachen Ohnezahn werdet ihr in DreamWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter in die ikonische Welt der animierten Drachen entlassen und erkundet diese. Währenddessen trefft ihr auf Drachen, die irgendwie unter fremder Kontrolle stehen, befreit diese und arbeitet auf das filmtypische Happy End hin. In Sachen Story erwarten euch kaum nennenswerte Überraschungen, was wir dem Titel allerdings auch nicht negativ ankreiden wollen. 


Lizenzsoftware für kleine Gamer und mit kleinen Schwächen

Währenddessen erkundet ihr einige Orte und lernt Leute und Drachen kennen, die euch dann sicher ein Begriff sind oder zumindest bekannt vorkommen, wenn ihr die zugehörige Filmreihe kennt. Hierbei wird meist auf eine isometrische Kameraperspektive von schräg oben gesetzt. Lediglich in der Oberwelt fliegt ihr auf eurem Drachen mit voll schwenkbarer Kamera. Von dort aus erkundet ihr allerdings nur die Inseln, welche eine Art Level darstellen und grundsätzlich in der genannten Kameraansicht präsentiert werden. Dies erinnert stark an alte Zelda-Titel. Nicht nur der Look ist hier gemeint, sondern auch das Gameplay. Ihr sammelt Pflanzen und allerlei Hilfsmittel, habt eine recht einfache Kampfsteuerung, die im Wesentlichen aus Angreifen, hartem Angriff und Ausweichen besteht. Immer wieder müsst ihr einen Dungeon mit Endgegner durchlaufen, bei dem es erst herauszufinden gilt wo dessen Schwachstellen liegen.

Dragons: Aufbruch neuer Reiter visited at game7.de

Was recht simpel klingt ist für das Auge grundsätzlich wenigstens nett präsentiert und keinesfalls nur schlecht. Aufgelockert wird das Setting durch euren Begleiter. Einen ganz besonderen Drachen. Weil dieser so besonders ist wächst er schnell und entwickelt sich weiter. Kann er zu Beginn Eis spucken und sonst unzugängliche Gewässer begehbar machen, so lernt er im Spielverlauf noch mehr. Hierdurch kommt ihr auch an immer mehr Orte, die euch bis dahin versperrt waren. Das klassische RPG-Design, welches lineares Gameplay in eine nur scheinbar recht offene Welt einbaut eben.


So viel RPG steckt im Spiel – Rollenspiel in Kindgerecht

Den Drachen an eurer Seite könnt ihr übrigens selbst steuern. Fallen und Schalter- oder Schieberätsel runden den Gameplay-Mix ebenso ab, wie auch eine sehr einfache Form des Craftings. Im Grunde tauscht ihr eure Zutaten einfach bei bestimmten Händlern gegen Tränke oder Waffenverbesserungen. Dies macht DreamWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter zu einem perfekten Einstieg ins RPG-Genre für die junge Zielgruppe.

Störend fällt hierbei die starre Kamera auf. Diese soll hier sicherlich die Orientierung für die jüngere Altersklasse erleichtern, bewirkt aber häufig das Gegenteil. Man sieht schlicht nicht immer gut genug wo man gerade hin läuft. Die aufrufbare Gebietskarte ist in diesen Fällen mit ihrer Ungenauigkeit bei der Position des Spielers und möglichen Übergängen in andere Gebiete auch nicht immer eine Hilfe.


Zu einfach für Erwachsene – Aber ideal für eure Kinder?

Das Spiel richtet sich offensichtlich an eine jüngere Zielgruppe, da muss die Frage nach dem Schwierigkeitsgrad unbedingt genauer erörtert werden. Dies ist nämlich hier nicht so einfach zu bewerten. Während sich ein Gamer im Teenager Alter und darüber vermutlich gar nicht mehr lange mit DreamWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter aufhalten mag ist das Spiel hier oft auch viel zu leichte Kost. Alles darunter dürfte stellenweise mehr oder weniger gut herausgefordert werden. So gut, dass sehr viel jüngere Spieler, für die Präsentation und Spiel sonst absolut geeignet scheinen, an diversen Stellen im Spiel sicher an ihre Grenzen kommen können. Wir empfehlen hier bei Bedarf ein durch Eltern oder große Geschwister betreutes Zocken als Familienaktivität. Grundsätzlich werden mit DreamWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter bei den Sprösslingen die Grauen Zellen sicherlich in Gang gesetzt. Einer der positiveren Aspekte des Spielekonsums in jungen Jahren, der hier sehr schön umgesetzt wurde.

In der Oberwelt, welche im Grunde einfach nur die „Level“, also die Inseln, verbindet dürft ihr auf eurem Drachen fliegen.

Auch die Technik ist teilweise Ohnezahn

Zahnlos erscheint nicht nur der ikonische Drache der Filme. Auch die Technik im Spiel hat nicht immer den nötigen Biss. Zwar ist die Grafik hübsch und abgesehen von der bereits monierten Kameraperspektive, auch absolut in Ordnung. Für den recht günstigen Kaufpreis von etwa 40 Euro im digitalen Store darf man aber kein Wunder erwarten. Bezahlt wird hier vorrangig die Filmlizenz.

Immerhin die Steuerung funktioniert absolut wie sie soll, sofern ihr euch auf einer Insel befindet. Die Flugsteuerung in der Oberwelt ist hingegen etwas gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber gut genug meistern um von A) nach B) zu kommen.

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Weniger gnädig muss man die Vertonung betrachten. Diese bewegt sich etwa im Mittelmaß und weist selbst hier noch Lücken auf. Ist der Sound im gesamten Spiel noch akzeptabel, so wurde auf eine Vertonung der Dialoge komplett verzichtet. Wo andere Spiele wenigstens eine Geräuschkulisse in Form eines Murmelns oder unverständlichen Gebrabbels nutzen, um die lieblosen Textfenster mit Leben und einer Stimmung zu untermauern, verzichtet Dragons auf dieses Stilmittel gänzlich. Mit in der Regel lediglich einem Ton zum Auftakt eines Textfensters und gähnender Stille danach wirkt jeder Dialog etwas leblos und fad. Hier wäre etwas mehr Herzblut seitens der Entwickler äußerst sinnvoll gewesen.


Fazit

Mit DreamWorks Dragons – Aufbruch neuer Reiter kam eine spielgewordene Filmlizenz in die Stores. Mit einem Kaufpreis von rund 40 Euro und gemessen am recht großen Franchise recht günstig. Das Spiel richtet sich offensichtlich an die jüngeren Zielgruppen, die gegebenenfalls auch mit elterlicher Unterstützung, eine insgesamt solide Erfahrung, die auch mal zum Denken anregt, erhalten. Man könnte sich fast zu der Bezeichnung eines klassisches Zelda-Spiels in einer sehr einfachen und kindgerechten Hülle hinreißen lassen. Den Spaß trüben lediglich die starre Kameraperspektive und eine Vertonung, die nicht zu Ende gedacht scheint. Für eine anständige Vertonung hätten wir liebend gerne auch zehn Euro mehr bezahlt. Somit bleibt unterm Strich ein solides Lizenzprodukt, dass vor allem jüngere Spieler begeistern kann.


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