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PS4 Tests

Catherine Full Body im Test

Es ist jetzt gut sieben Jahre her, als der Puzzle-Platformer Catherine aus dem Hause ATLUS hierzulande ursprünglich auf der PlayStation 3 und Xbox 360 erschien. Damals hat den Titel niemand so wirklich auf dem Schirm gehabt, entpuppte sich aber nach kürzester Zeit, nicht weniger wegen seinem einzigartigen Gameplay, als echter Geheimtipp.

Im Fokus der Handlung steht der junge Mann Vincent Brooks. Vincent ist mit Katherine liiert, trifft sich aber nebenbei immer mal wieder gerne mit seinen Freunden in der Bar Stray Sheep Bar. Als er dann in seinem Suff auf die aufreizende Catherine trifft und beide ins Gespräch kommen, nimmt das Übel und damit der Plot von Catherine seinen Lauf. Schon damals hat der Titel vor Erotik, welche aber niemals verwerflich dargestellt wurde und sehr speziellen Themen, wie die Angst vor einer möglichen Schwangerschaft oder dem Betrug des Partners kein Blatt vor den Mund genommen. Zudem bestach der Titel durch eine hohe Entscheidungsvielfalt, wodurch verschiedene Enden und daraus ungeahnte Plot-Twists mit einer der beiden Frauen oder alleine möglich waren.

Jetzt möchte ATLUS diesen Erfolg Revue passieren lassen und brachte kürzlich mit Catherine Full Body eine überarbeitete und verbesserte Version des ungewöhnlichen Genremix für die PlayStation 4 heraus. Nicht nur, dass natürlich eine verbesserte Grafik und neue Musik implementiert wurden, auch wurde aus dem verzwickten Liebestrio durch das Einbringen der jungen Dame Qathrine (Kurzform: Rin) schließlich ein Quartett gemacht. Diese bringt natürlich neue Entscheidungsmöglichkeiten, Endings und Cutscenes mit sich. Ob sich ATLUS an diesem Vorhaben genau wie Vincent die Finger verbrannt hat, klären wir in unserem kurzen Test!

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Catherine Full Body: Aus Zwei mach Drei

Wie bereits in der etwas längeren Einleitung erwähnt, ist der größte Unterschied zur damaligen Originalfassung natürlich jener, dass Vincent in der neuen Fassung auf drei anstatt zwei wunderschöne Frauen zurückgreifen darf. Die Story könnte dabei vielfältiger kaum sein und verläuft im Laufe des Spieldurchgangs in Richtungen, welche man im ersten Moment kaum erahnen kann. Seid ihr zu Beginn des Spiels gerade noch in besagter Bar unterwegs und baggert was das Zeug hält, könntet ihr euch kurze später schließlich in den Fängen einer übernatürlichen Macht befinden. Dabei wollen wir aus Spoilergründen nicht zu tief ins Detail eintauchen, sondern belassen es an dieser Stelle dabei.

Catherine Full Body
Der Anfang vom Ende: Catherine wird auf Vincent aufmerksam.

Kurzum handelt die Story also um einen jungen vergebenen Mann, der in einer Bar verschiedene Frauen kennenlernt und sich daraus erschließend anhand seiner Entscheidungen den weiteren Spielverlauf bestimmt. Und genauso kann man eigentlich auch den ersten Teil des Gameplays beschreiben. Ihr sitzt am Tisch, schlürft ein Bier und trefft nach und nach Entscheidungen. Ganz interessant hierbei ist, dass, sofern ihr die Online-Funktionen eingestellt habt, anhand eines Kreisdiagramms seht, wie sich andere Spieler in der jeweiligen Situation entschieden haben.


Zwischen Klötzchen und Türmchen

Nachdem ihr aber dann schließlich die Bar verlassen habt, entweder alleine oder in Begleitung mit einer der drei Damen, um anschließend zu „nächtigen“, findet ihr euch auch schon in der zweiten Gameplay-Hälfte wieder. Hierbei verlässt Catherine Full Body die Pfade eines Erotik-Adventure-Novels und nimmt viel mehr das Genre eines Puzzle-/Geschicklichkeitsspiel ein. Immer noch in der Rolle des Vincent, dieses Mal nur mit ansehnlicher Herzchen-Shorts bekleidet und Hörnern am Kopf wie man sie von Schafen kennt, müsst ihr euch seinen Ängsten und Alpträumen stellen.

Das Spiel nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, sondern konfrontiert euch bei den über 500 Puzzles, wie bereits erwähnt, mit recht ernsten Themen. So flieht ihr beispielsweise vor einem riesigen unheimlichen Baby oder eurer wütenden abstrakt dargestellten Freundin. Diese Flucht sieht im Endeffekt so aus, dass ihr einen Turm aus Klötzchen erklimmen müsst. Der Turm ist dabei dreidimensional aus einzelnen Würfeln aufgebaut, die sich schieben und ziehen lassen. Später wird dieses Vorgehen durch unterschiedliche Arten von Kuben, wie beispielsweise jene die sich nicht verschieben lassen, erschwert. Im Grunde genommen müsst ihr also Treppchen bilden, während eine unheimliche Gestalt euch verfolgt und den Turm unter euch nach und nach zerstört, bis ihr schließlich am Gipfel angekommen seid. Sind die einzelnen Puzzle-Level zu Beginn noch recht einfach gehalten, werden sie bei späteren Spielfortschritt deutlich komplexer und können unter Umständen für rauchende Köpfe sorgen.

Catherine Full Body
In den Puzzles müsste ihr Türmchen aus Würfel erklimmen.

Wem das so noch nicht hart genug ist oder noch nicht ausreicht, der kann sich entweder im herausfordernden Arrange-Modus oder im Online-Modus beweisen. Beim Letzteren der beiden Modi gilt es Punkte für eine Bestenliste zu sammeln. Demgegenüber beinhaltet die Neuauflage des Klassikers einen Safety-Modus, bei welchem ihr die Story genießen könnt und das Spiel die Kletterpassagen für euch übernimmt. Dadurch wird so ziemlicher jeder Spielertyp in diesem Genre abgedeckt und gibt auch nicht bewanderte oder ungeduldigere Spieler die Möglichkeit die Handlung zu verfolgen.


Technisch überarbeitet

Technisch erlaubt sich der Titel zwar keinen Makel und wurde alles in allem schon verbessert, wirkt aber gerade in den Puzzle-Passagen ein wenig altbacken. Ansonsten steht der Comic-Look dem Spiel sehr gut zu Gesicht und wurde in Full Body mithilfe verbesserter Texturen noch etwas aufgewertet. Für die akustische Untermalung sorgen einmal stimmige instrumentale Klänge in der Bar und ein melancholischer Soundtrack während der Puzzles. Deutsche Bildschirmtexte runden das technische Gesamtbild ab und sorgen dafür, dass ihr den wahlweise englisch und japanischen Stimmen gut folgen könnt.

Catherine Full Body
Die hübsche Qatherine ist wohl die auffälligste Neuerung bei Catherine Full Body.

Fazit: Award

Was sollen wir sagen? Catherine Full Body schafft den Spagat zwischen Novel- und Puzzle-Spiel hervorragend. Nicht nur, dass der Titel mit einer spannenden und ungeahnten Handlung begeistert, auch scheut sich der Genremix nicht davor, „erwachsene“ Themen aufzugreifen und den Spieler mit eben genau diesen zu konfrontieren. Durch den neuen Hauptcharakter Rin gibt es zusätzlichen Umfang und noch mehr Entscheidungsspielraum, der zu einem der neuen/alten Endsequenzen führt. Online-Diagramme, die neuen Spielmodi und Punkteranglisten sind zudem nett verarbeitet und sorgen für weitere Abwechslung und Motivation.

Nicht von der Hand zu weisen ist allerdingsmerkbare Repetition der Puzzles. Natürlich verändert sich der Aufbau der Türme und ebenso steigt auch der Schwierigkeitsgrad durch besondere Steine. Alles in allem hätte uns aber eine Sammlung aus mehreren kleinen Minispielchen oder anderen Rätseln besser gefallen. Ansonsten gibt es aber nur wenig bis gar nichts zu beanstanden, sodass wir eine klare Kaufempfehlung für jene unter euch aussprechen können, die dem beschriebenen Genremix nicht abgeneigt sind und bereits mit dem Urspiel Catherine viel Spaß hatten.


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