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Call of Duty: Black Ops Cold War im Test

Letztes Jahr war mal wieder Treyarch mit der Entwicklung des jährlichen Call of Duty Teils dran. Erstmals möchte man sich mit Call of Duty: Black Ops Cold Warauf den Next-Gen-Konsolen etablieren. Der Shooter verspricht dabei beinharte Multiplayer-Action mit intelligenten Neuerungen ohne die Spur zu verlieren, eine packende Story mit zahlreichen Charakteren und eine technische Inszenierung, welche die Hardware der Xbox Series X|S und PlayStation 5 angemessen ausreizen soll. Ob sich Treyarch damit übernommen hat oder Cold War ein großartiges Shooter-Erlebnis für die alten und neuen Konsolen ist, verrät unser Test!

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Auf den Spuren von Perseus

Für so manchen ist die Kampagne in Call of Duty der jährliche Kaufgrund. Zugegeben, sind diese meistens actiongeladen, starbesetzt und spannend inszeniert. So auch dieses Mal. Allerdings ist es euch jetzt sogar gestattet an mancher Stelle der etwas kurz geratenen fünfstündigen Story diverse Entscheidungsmöglichkeiten zu treffen.  Je nachdem werden Ende und Handlung beeinflusst. Im Mittelpunkt der „Geschichte“ steht der Konflikt zwischen der Sowjet Union und den USA im Kalten Krieg. Der sowjetische Agent Perseus ist wiederaufgetaucht. Dementsprechend setzt sich der Verdacht nah, dass sein Erscheinen mit einer großen Bedrohung zusammenhängt. Niemand geringeres als Captain Frank Woods muss es richten und dieses Vorhaben abwenden. Zusammen mit seinem Team, unter Anderem bestehend aus Alex Mason oder Russel Adler setzt ihr alles daran Perseus zu stoppen.

Die Inszenierung in der Kampagne ist dabei mal wieder großartig. Nicht nur, dass ihr in der Hauptmission an verschiedenen Schauplätzen kämpft, auch trefft gilt es so manch schwerwiegende Entscheidung zu treffen. Abseits davon sorgen genügend Nebenmissionen und gut ins Gameplay eingebundene Spionageaufträge für zusätzlich Abwechslung. Die verschiedenen Enden kompensieren außerdem die geringe Spieldauer und liefern weiteren Wiederspielwert.

Call of Duty: Black Ops Cold War
Captain Woods muss mal wieder ran um die Welt zu retten.
©Xbox Store

Zombie-Modus wie man ihn liebt

Der Zombie-Modus ist immer ein netter alternativer Bonus zum immersiven Single- bzw. schwitzigen Multiplayer. Keinesfalls sollte man jedoch Komplexität des Modus unterschätzen. Zumindest nicht dann, wenn man ihn versucht richtig zu spielen. Seit Jahren besteht der Zombie-Mode nicht mehr nur darin so viele Zombiewellen wie möglich über den Haufen zu ballern. Stattdessen erwarten euch verschiedene kleine EasterEggs, welche sich am Ende zu einem großen, dem sogenannten Main-EasterEgg zusammenfügen. Dieses gibt euch Hintergrundinformationen über die Figuren und gipfelt schließlich in einem meistens fordernden Bosskampf. 

Bis dahin ist es aber ein weiter Weg. Die einzelnen Aufgaben dafür sind intelligent miteinander verkettet und verlangen von den Spielern einiges an Koordinierung ab. Umso mehr Zombies auf dem Feld sind, desto schwerer wird es die einzelnen Schritte nach und nach abzuarbeiten. Ganz ohne Untote geht es dann allerdings auch nicht. So muss man zum Beispiel eine bestimmte Welle erreichen, damit ein besonders fieser Gegner erscheint. Dieser muss an eine bestimmte Stelle mit seinem Giftatem einen Baum treffen. Das Ergebnis daraus ist ein herangewachsener Pilz, welchen ihr ernten müsst, da ihr ihn zu einem späteren Zeitpunkt benötigt.

Call of Duty: Black Ops Cold War
Mit jeder Welle werden die Zombies stärker.
©Xbox Store

Unabhängig davon lässt sich ab Runde 10 immer mal wieder per Funkgerät ein Helikopter zur Evakuierung rufen. Im Anschluss gilt es die Abholzone über einen kurzen Zeitraum zu sichern. Gerade in höheren Wellen ist das dann ordentlich fordernd. Mit jeder überstandenen Runde erhöht sich der Schaden und die Zähigkeit der Zombies. Ist eine Evakuierung geglückt, spendiert man euch nützliche Bonus-Exp und einen zusätzlichen Ätherium-Kristall. Erspielte Erfahrungspunkte erhöhen übergreifend für jeden Modus euren Rang und schalten neue Waffen frei. Ätherium-Kristallen nutzen euch hingegen dazu eure Waffen für den Zombie-Modus dauerhaft zu verbessern.


Ohne Moos nichts los

Damit ihr überhaupt so weit kommt, solltet ihr so viele Essenzen wie möglich sammeln. Die meisten Essenzen erhaltet ihr, wenn ihr Kopfschüsse verteilt oder die Beißer mit dem Nahkampf niederstreckt. Pfennigfuchser können für den Erhalt des kostbaren Guts auch in Ruhephasen die von den Zombies immer wieder eingerissenen Barrikaden reparieren. Sollte euer Rang noch nicht so hoch sein, dass ihr euch von Haus aus das Wunschloadout zu Beginn zusammenstellen könnt, lassen sich mit den erwirtschafteten Essenzen auf der ganzen Karte verteilte Waffen samt Munition kaufen oder neue Durchgänge öffnen. Auch die Pack-a-Punch-Maschine, die es schon in den Vorgängern gab, ist wieder mit dabei. Für einen recht hohen Betrag lässt sich die geführte Waffe an dieser Maschine mehrfach verbessern und bunt leuchtende Getränkeautomaten bieten für Essenzen verschiedene Perks bringende Getränke an. Diese bringen euch beispielsweise schnelleres Nachladen, einen besseren Aim-Assist oder mehr Gesundheit.

Zusätzlich könnt ihr mit gesammelten Schrott eure Waffen und Rüstung noch weiter aufwerten. Mitunter ist es aber auch möglich diesen an einem Handwerkstisch gegen Killstreaks oder taktischer Ausrüstung einzutauschen.

Call of Duty: Black Ops Cold War
Wenn ihr in höheren Wellen ankommt, wollen euch noch fiesere Gesellen ans Leder.
©Xbox Store

Überschaubarer Umfang und Zeitexklusivität

Ist euch das noch nicht arcadig genug, spendiert Treyarch mit DeadOps Arcade eine fast schon nostalgische und kurzweilige Alternative. Hierbei steuert ihr das Zombie-Gemetzel mit vereinfachten Verhältnissen in der Top-Down-Ansicht. Der Modus ist zwar eher was für zwischendurch, sorgt aber dennoch für eine nette Abwechslung. Darüber hinaus greifen PlayStation 5 Spieler auf den zeitexklusiven Onslaught-Modus zurück. Das Überleben und Umnieten der Untoten steht hier im Mittelpunkt.

Der Umfang ist in dem Zombie-Modus dennoch irgendwie ein Kritikpunkt. Natürlich sorgen die beiden weiteren Spielmodi spaßige Ausweichmöglichkeiten, wenn man jedoch lediglich den Hauptmodus bewertet, dann gibt es nur eine Karte. Wenn man da an die Vorgänger denkt, wird das nicht dauerhaft so bleiben, trotzdem ist es zu wenig. Immerhin möchte man ja nicht immer ewig hingehalten werden, bis neuer Content nachgeliefert wird. Obgleich fairerweise erwähnt sein sollte, dass man bei CoD immer recht schnell mit neuen Inhalten versorgt wird.

Call of Duty: Black Ops Cold War
Hat er nicht ein hübsches Lächeln?
©Xbox Store

Klassischer CoD-Multiplayer als Herzstück des Spiels mit neuen Ideen

Großteil der Spieler wird Call of Duty hauptsächlich wegen des actionreichen Multiplayers ins Auge fassen. Wie gehabt gebt ihr euch hier in klassischen Modi wie Team-Deathmatch, Suchen & Zerstören oder Herrschaft die Klinke in die Hand und schaltet mit Rangaufstiegen neue Waffen, Tarnungen und Aufsätze frei. Zusätzlich zu den altbekannten Spielvarianten gesellen sich erstmalig aber auch noch neue Vertreter dazu:

  • In VIP Eskorte spielen zwei sechsköpfige Teams gegeneinander. Einer aus dem Team wird zum VIP erklärt. Das restliche Team versucht den Auserwählten zu schützen und zu einem Evakuierungspunkt zu eskortieren. Auf der anderen Seite möchte das gegnerische Team das natürlich verhindern und bestenfalls den VIP ausschalten.

  • Bei Combine Arms wird es dann schon mit 12 gegen 12 etwas größer. Fahrzeuge stehen den Spielern hier verteilt auf der Karte zur Verfügung. Beide Teams müssen inmitten ihrer Hatz nach Kills unterschiedliche Aufgaben erfüllen, um die Runde für sich zu entscheiden.

  • Richtig groß, fast schon Battle Royale verdächtig wird es in Dirty Bomb. Kurz gesagt bekriegen sich 40 Spieler, jeweils in Vierer-Teams unterteilt auf einer riesigen mit Fahrzeug und Lootkisten bestückten Karte. Das Ziel des Spiels ist Uran zu sammeln und diese in verteilten Bomben deponieren. Bei genügend eingelagertem Uran wird die Bombe scharfgemacht. Folglich erhaltet ihr so neben Todesstößen wertvolle Punkte, die euch Schritt für Schritt näher an den Rundensieg bringen. In verteilten Beutekisten sind außerdem Rüstungsplatten und Killstreaks versteckt.

Direkt zum Release musst man noch auf die Integration des beliebten Battle Royale Warzone verzichten. Bereits, genauer gesagt mit dem Start der ersten Season, ist dies jedoch Schnee von gestern. Waffen und Operator wurden demnach zusammengelegt und Call of Duty: Warzone ist samt Battlepass plus Premium-Zweig, wie auch neuer Karte in Cold War spiel- und abrufbar.

Call of Duty: Black Ops Cold War
Multiplayer-Matches führen euch unter anderem nach Miami.
©Xbox Store

Das gefällt dem Waffennarren!

Ansonsten ist das Gameplay fast so, wie man es über die Jahre hinweg gewohnt ist. Anders gesagt übernehmt ihr immer noch die Rolle eines von verschiedenen Operator die rein kosmetischer Natur sind, erklimmt Ränge bis über den Prestige-Rang hinaus und bekriegt euch auf diversen Maps mit euren Gegnern. Das Movement ist immer noch deutlich schneller als bei anderen Genre-Vertretern, fällt im direkten Vergleich jedoch langsamer aus als bei den direkten Vorgängern. Neben etwas grobholzigeren Bewegungen beschränkt man sich außerdem auf wesentliche Bewegungsabläufe wie springen, rutschen oder sprinten. Exotische Manöver wie Wandläufe oder überdimensionale Sprünge entgegen jeglichen Gravitation sucht man zum Glück vergebens.

Die Waffenauswahl lässt das Herz des inneren Waffennarren mit den angesprochenen Anpassungsmöglichkeiten höherschlagen. Von handlichen MPs, über ikonischen Sturmgewehren, bis hin zu wuchtigen Scharfschützengewehren, Schrotflinten und Raketenwerfern ist alles mit dabei. Zudem dürft ihr euch mit verschiedenen Granaten, Perks und Feldausrüstung ausstatten. Leider kommt es bei so vielen Waffen immer wieder zu Balancing-Problemen. War gerade zum Release die MP5 noch überdurchschnittlich stark, sind es zurzeit die DMR-Gewehre, welche die Warzone dominieren. Gegen Echtgeld lassen sich dessen ungeachtet weitere Waffentarnungen und Baupläne kaufen.

Call of Duty: Black Ops Cold War
Zombies gibt es reichlich EasterEggs zu entdecken.
©Xbox Store

Hohe Zugänglichkeit zu Lasten der Fanbase

Das Erreichen der Abschussserien ist in Cold War zugänglicher denn je. Musste man früher noch für jede Drohnen- oder Helikopterunterstützung ordentlich „schwitzen“ ohne zu sterben, ist es mit dem neuen System deutlich einfacher an ihre hochwertige Streaks zu kommen. Eigentlich sind es sogar in dem Sinne gar keine richtigen Streaks mehr. Viel eher greift hier ein Punktesystem, welches über den Tod hinaus funktioniert. Anders gesagt sammelt ihr mit jedem Abschuss Punkte, bis ihr genügend Punkte für die gewünschte Abschussserie zusammen habt. Dies gefällt natürlich nicht jedem und auch uns ist rein subjektiv gesehen das alte System etwas lieber gewesen. Es ist trotz allem nicht von der Hand zu weisen, dass das neue System gerade für Anfänger und Neulinge sehr entgegenkommend ist.

Wie schon im Zombie-Modus, hapert es dem Multiplayer an Kartenvielfalt. Gerade zum Anfang des Shooters gab es demzufolge nur recht wenig Karten, die man alle recht schnell bespielt hat. Diese sind jedoch von ihrer Optik dafür recht abwechslungsreich. So kämpft ihr beispielsweise in den beleuchteten Straßen von Miami oder flankiert Gegner per Seilrutschen über drei nah zusammenliegenden Kriegsschiffen auf hoher See.

Call of Duty: Black Ops Cold War
In den größeren Spielmodi dürft ihr euch sogar hinter das Steuer verschiedener Fahrzeuge klemmen.
©Xbox Store

Next-Gen-Optik mit Tücken!

Technisch betrachtet bietet Call of Duty: Black Ops Cold War auf dem Portfolio alles was ein Next-Gen-Shooter bieten sollte. Von einer möglichen Bildrate bis zu 120 Bildern pro Sekunden bis zur 4K-Auflösung ist alles gegeben. Eine überzeugende Synchronisation und stimme Waffensounds runden das ganze Spektakel dann schließlich noch ab.

Sogar das Next-Gen-Feature Raytracing lässt sich in Kombination mit einer FPS-Drosselung von 60 FPS einschalten. Blöd ist dabei nur, dass gerade dieses Feature bei manchem Spieler angeblich immer wieder zu Abstürzen führen soll. Wirklich bestätigt ist diese These jedoch nicht. Fakt ist aber, dass Call of Duty: Black Ops Cold War wie schon Modern Warfare zum Release auch bei uns regelmäßig Probleme verursacht hat. Nicht selten stürzte der Shooter im laufenden Spielbetrieb auf der Xbox Series X ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Kampagne, Zombie oder Multiplayer gespielt hatte.

Call of Duty: Black Ops Cold War
Der actionlastige Multiplayer ist vollgepackt mit hitzigen Feuergefechten.
©Xbox Store

Fazit:

Mit Call of Duty: Black Ops Cold War findet das erste Call of Duty den Weg auf die Next-Gen-Konsolen. Der Shooter besticht mit einer immersiven Kampagne, welche zwar recht kurz ist, dafür aber genügend Wiederspielwert mit sich bringt. Alternativ dazu könnt ihr im Zombie-Modus ordentlich Dampf ablassen und an den Beißern ordentlich die Sau rauslassen, während ihr die gut durchdachten und intelligent verschnörkelten EasterEggs bis zum Endboss verfolgt.

Der Fokus liegt aber nach wie vor auf dem actionreichen und flotten Multiplayer liegen. In klassischer CoD-Manier bekriegt ihr euch gegen andere Spieler auf der ganzen Welt in typischen Spielmodi wie Suchen & Zerstören, Team Deathmatch oder Herrschaft. Dirty Bomb, VIP Eskorte und Combine Arms ergänzen das Modi-Repertoire als Neuankömmling zufriedenstellend und motivieren den Spieler zusammen mit dem Zusammenlegen von Warzone weiterhin am Ball zu bleiben umso Rang um Rang bis zum Prestige zu erklimmen und erfolgreich durch den Battle Pass zu schreiten. Die neue Handhabung mit Killstreaks ist ungewohnt und könnte bei Veteranen auf Abneigung stoßen. Demgegenüber erfreuen sich Neulinge über die bessere Zugänglichkeit.

In Sachen Umfang und technischer Spielbarkeit leistet sich Cold War allerdings so manch schwerwiegenden Patzer. Eine Zombie-Karte und die recht überschaubaren Multiplayer-Maps sind trotz der Voraussicht, dass noch weitere Inhalte nachgeliefert werden, einfach zu wenig. Außerdem wird das Spielerlebnis immer wieder von nervigen Bugs und unerklärlichen Abstürzen geplagt. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung lässt sich demnach erst für die Next-Gen-Versionen aussprechen, wenn Treyarch zumindest die technischen Probleme in den Griff bekommen hat. Wer darüber hinwegsehen kann oder noch auf den alten Konsolen unterwegs ist, der kann sich aber auch jetzt schon ohne mit der Wimper zu zucken in das Getümmel schmeißen.

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