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Vampire The Masquerade – Swansong im Test

Mit Vampire The Masquerade – Swansong hält ein neuer Ableger im reichhaltigen Vampire Universum Einzug auf eurer Konsole. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein Battle Royal, wie zuletzt in Bloodhunt, sondern um ein Story getriebenes Erlebnis, welches sowohl Köpfchen verlangt, als auch mit seiner Erzählung zu punkten versucht. Ob Vampire The Masquerade – Swansong dies gelingt, oder ob es sich hier um eine wahrlich blutleere Lizenz- Versoftung handelt, klären wir nachfolgend im Test.

Vampire The Masquerade - Swansong


Vampire The Masquerade – Swansong alles Roleplay ohne Kämpfe

Herausstechen kann Vampire The Masquerade – Swansong schon allein deshalb, weil die meisten Vampirspiele der Geschichte wohl auch mit Action und Kämpfen zu tun hatten. Dies macht Swansong gänzlich anders. Im Fokus stehen hier Adventure-, Rätsel- und Rollenspielaspekte. Kämpfe mit direkter Charakterkontrolle gibt es keine. Jedenfalls nicht im klassischen Sinne. Vielmehr schickt euch dieser Ableger des Vampire The Masquerade Universums auf die Ermittlung, was denn wohl in der Story vorgefallen sein mag und noch vorfällt. Denn letzteres verändert ihr mit euren Entscheidungen stark. Immerhin 15 verschiedene Enden lassen sich so erleben.


Vampire The Masquerade – Swansong – Die Eine Welt voller Rätsel und Intrigen

Wo wir gerade bei Story sind: Diese wirft unvorbereitete Spieler direkt ins Universum um Vampire The Masquerade. Drei verschiedene Charaktere steuert ihr zu Beginn. Habt ihr hier keine Ahnung vom Universum, dann kann dies in Verbindung mit vielen Vampire eigenen „Fachbegriffen“ zum Start schon verwirren. Durchhalten ist hier die Devise. Denn dies wird schnell besser. Zunächst deshalb, weil ein reichhaltiges Wiki im Spiel alles ausführlich erklärt, was aber auch mit viel Lesearbeit verbunden ist. Aber auch deshalb, weil nach dem Prolog die Sprünge zwischen den Charakteren nicht mehr unvermittelt stattfinden, sondern ihr mit allen drei Charakteren „ihre“ Kapitel nacheinander spielt.

Wo ist nur der Kopf?

Doch was spielen wir überhaupt, in diesem Vampire The Masquerade – Swansong? Es scheint eine Art von Angriff auf Festivitäten eures Vampirclans gegeben zu haben. Der hat nicht nur Leid und Verderben gebracht, sondern droht zusätzlich auch Aufmerksamkeit zu erregen und die namensgebende Masquerade auffliegen zu lassen. Diese wird im Vampire Universum übrigens aufrechterhalten, damit die Menschheit nichts von der Existenz einer Parallel- Gesellschaft aus Vampiren erfährt. Was genau und weshalb sich ereignet hat herauszufinden ist nun euer Job. Beziehunghsweise der Job aller drei Charaktere, die ihr kontrollieren dürft.


Das Gameplay in Vampire The Masquerade – Swansong

Mehr können und wollen wir euch auch gar nicht verraten, ohne Spoiler einzubauen. Nur so viel: Die Story lohnt absolut.

Ach da ist er ja! Ja dann ist ja alles gut.

Um diese zu erleben, braucht es aber natürlich Gameplay. Hier steuert ihr euren jeweiligen Charakter zunächst direkt durch Bereiche, in denen Ihr die Vorgänge ermittelt. Dabei könnt ihr je nach Charakter auf spezielle Fähigkeiten zurückgreifen. So könnt ihr euch gegebenenfalls zu entlegenen Punkten teleportieren oder unsichtbar machen und Gespräche belauschen. Zusätzlich zu diesen harten Skills erlaubt euch Vampire The Masquerade – Swansong auch eure Charaktere sehr individuell zusammen zu bauen. Ihr könnt technisch besonders begabt sein, beispielsweise um Computer zu hacken, oder ihr wisst euch besonders geschickt in der Vampir Gesellschaft zu benehmen, weshalb ihr besonders leicht an Informationen oder Orte gelassen werdet.


Kämpfe gibt es zwar, aber anders als ihr denkt

Eingangs hatten wir berichtet, es gäbe keine Kämpfe. So ganz richtig ist dies nicht. Es gibt Wortgefechte. Mit Überzeugungskraft gilt es hier Wortgefechte zu gewinnen. Letztendlich müsst ihr einfach euer Gespräch so beeinflussen, dass es eine gewünschte Wendung nimmt. Gelingt dies nicht, dann droht das Game Over. Gelingt es besonders gut oder nur geradeso, dann kann dies Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte nehmen. Letzteres gilt übrigens auch für andere Entscheidungen, die ihr im Spielverlauf treffen müsst.

Eine Unterhaltung, in der ihr dank eurer Skillung eine Zusatzoption nutzen könnt.

Skills, Energie, Verdacht – Swansong bietet Punkte ohne Ende

Bei all dem gilt es immer bestimmte Werte im Auge zu behalten. Einmal ist da euer Hunger. Seid ihr hungrig könnt ihr Fähigkeiten gegebenenfalls nicht nutzen. Außerdem kann es passieren, dass ihr übermannt von der Gier nach Blut, einen Menschen einfach publikumswirksam anfallt und einen Snack genießt. Auch Überzeugung muss klug eingesetzt werden, wollt ihr nicht im Wortgefecht unterlegen sein. Außerdem dürft ihr Skillpunkte nach Abschluss jedes Kapitels auf eure Charaktere verteilen. Wie viele? Nun, das hängt von eurem Ergebnis im Kapitel ab. Und zu guter Letzt ist da noch ein Misstrauens- Zähler. Ernährt ihr euch zu unbedacht, sodass die Masquerade nicht konsequent aufrechterhalten wird, dann misstrauen euch auch andere Vampire und begegnen euch gegebenenfalls weniger offen. Denn die Masquerade hat einen wirklich existenziellen Stellenwert.

Eine Entscheidung! Ihre Auswirkung merkt ihr in vielen Fällen erst Stunden später im Spiel. Diese Unberechenbarkeit gefällt.

Dabei ist es teils gerade für Anfänger im ersten Spieldurchlauf nahezu unmöglich alle Werte gleichzeitig zu beachten. Das erhöht aber gleichzeitig den Wiederspielwert. Denn mit etwas Vorwissen fällt es vielleicht leichter, die eine oder andere Entscheidung zu treffen, und der Story hierdurch einen anderen Verlauf zu geben.


Vampire The Masquerade – Swansong fordert seine Spieler

All dies mag so gelesen noch komplizierter klingen, als es eigentlich ist. Dennoch findet ihr in Vampire The Masquerade – Swansong ein Spiel, das euch endlich mal wieder etwas zutraut, und nicht mit jedem Mäuseschritt an die Hand nimmt. Die Rästseleinlagen sind teils fordernd. Die Informationen für Neulinge im Universum sind zwar alle vorhanden, müssen aber aktiv herausgelesen werden. Das System aus Fähigkeiten, Werten und „Energiebalken“ ist beherrschbar, aber nicht zur Bedeutungslosigkeit vereinfacht. Dies gefällt im Test. Ein ernsthaftes Rollenspiel, welches auch ein ernsthaftes Adventure ist. Mit einer großartigen Geschichte.


Vampire The Masquerade – Swansong die Technik trübt den guten Gesamteindruck

Lediglich die Technik nimmt etwas Schwung aus der guten Bewertung. Das Sounddesign passt noch gut. Auf eine deutsche Lokalisierung mit Sprechern wurde aber verzichtet. Hier heißt es Englisch büffeln, oder viel lesen. Nur mit Untertiteln erscheint das Spiel jedoch beinahe zu anstrengend. Etwas Englisch solltet ihr schon können. Dann aber ist das Erlebnis bis auf wenige Totalaussetzer (dieses nervige Kind!) sehr gut gelungen.

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Weniger versöhnlich fällt die Kritik an der Optik aus. Ob das Spiel auf unserer Series X vermochte 60 FPS auszugeben können wir so nicht sagen. Es wirkte jedenfalls nicht so. Und das trotz einer gerademal soliden Grafik insgesamt. Hier hätten wir uns mehr erhofft. Der Schrecken geht allerdings erst mit den Animationen der Charaktere einher. Diese sind gut und gern gefühlte 10 Jahre alt. Und die Animationen der Gesichter wirkt absolut unnatürlich. Angesichts dessen, dass man hier eher einen spielbaren Film mit guter Story, die einen verschlingen soll hat, als ein Spiel, ist dies ein großer Kritikpunkt. Die Gesichter alleine schaffen es einen in jeder Scene kurz daran zu erinnern, dass dies ein Videospiel ist. Dagegen muss die Story erstmal ankommen. Zwar schafft sie dies auch, durch ihren fesselnden Charakter, eine Schande ist der technische Malus aber dennoch.

Sonst konnten wir zwar hier und da Berichte von Spielern mit Bugs erspähen, waren davon aber selbst nicht betroffen. Was unser Erlebnis angeht ist Vampire The Masquerade – Swansong zumindest in dieser Hinsicht in einem guten Zustand erschienen.

Michaels Meinung zum Spiel mit ein paar Spielstunden weniger gab es übrigens auch im Podcast:

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