Image default
PS4 Tests Xbox One

Tony Hawks Pro Skater 1+2 im Test

Als Kind der 90er ist man um Tony Hawk fast nicht herumgekommen. Die Tony Hawks Pro Skater Reihe rund um des renommierten und namensgebenden Profiskater bestachen durch abgedrehten Humor, innovativen Skateparks und riskanten, wie auch skurrilen Tricks, welche sich zu fetten Combos verketten ließen. Jetzt ist Tony Hawks Pro Skater 1+2 als Remake auf der Xbox One und PlayStation 4 erschienen. Ob sich das einst so beliebte Arcade-Sportspiel auch in moderner Optik hervorragend spielt oder man das virtuelle Board doch lieber an die Wand hätte nageln sollen, verraten wir in unserem Test!


Diese verdammten Skater sind überall!

Und jeder der schon damals nicht um die Spielereihe herumgekommen ist, der wird zumindest schon einmal einen Fuß in die ikonische Lagerhalle gesetzt haben. War doch gerade dieser Level quasi das Erste was man von dem Titel jemals gesehen oder gar gespielt hat. Wir sind förmlich in Erinnerung geschwelgt, als wir mit unserem selbsterstellten Skater wieder die Rails, Gaps und Half-Pipes unsicher gemacht haben. Dabei setzt das Spiel voll auf Nostalgie und lässt euch alle Skateparks des ersten und zweiten Teils der Serie in neuem Gewand erleben. Egal ob ihr durch angesprochene Lagerhalle skatet, auf den Dächern einer High School verschiedene Tricks ausführt oder in einer Flughalle über stehende Helikopter grindet. Dem Leveldesign sind keine Grenzen gesetzt und Tony Hawks Pro Skater bestach ja besagt auch dafür, so verrückt wie möglich zu sein. Wirkliche Neuerungen erwarten euch hier jedoch nur marginal.

Tony Hawks Pro Skater 1+2
Euer Skater lässt sich auf viele Arten individualisieren und anpassen.
©Xbox Store

Tony Hawks Pro Skater – Damals wie heute

Gleiches gilt für die Ziele, welche in jedem Gebiet auf euch warten. Immer noch sammelt ihr im Laufe der Kampagne die Buchstaben S, K, A, T und E, müsst mit euren Combos eine gewisse Punktzahl knacken, ein verstecktes Tape finden oder an einer besonderen Stelle einen bestimmten Trick ausführen. Optional wurden noch Alienpuppen, auf die wir nicht genauer eingehen werden und Skillpoints für euch versteckt. Sammelt ihr diese, dürft ihr die Skills eures Skaters ordentlich aufpumpen. Folglich springt ihr zum Beispiel höher, steigert eure Geschwindigkeit oder könnt euer Gleichgewicht während des Grinds besser halten.

Im Zusammenspiel mit dem Gameplay motiviert und unterhält das auf lange Sicht ungemein. Habt ihr das kombinieren der einzelnen Tricks nämlich erst mal raus, könnt ihr alleine mit einer Verkettung locker die Millionen-Marke knacken. Dafür greift ihr auf verschiedene Flip-, Grind- oder Grab-Tricks zurück. Damit die Combo möglichst lange aufrecht gehalten wird, wechselt ihr per Schultertaste den Stand nach einer Landung oder haltet mit einem sogenannten Manual eure Punkteserie am Laufen. Aber Obacht, solltet ihr euch dann doch noch den Beton küssen, sind alle Punkte weg und dies kann mit Hinblick auf das Zeitlimit von zwei Minuten pro Runde durchaus zu einem Problem werden.

Tony Hawks Pro Skater 1+2
Tony Hawks Pro Skater 1+2 zeichnet sich vor allem durch abwechslungsreiche Schauplätze aus.
©Xbox Store

Ich wollte schon immer einen eigenen Skatepark!

Wenn euch das als Content nicht ausreicht und ihr noch mehr Level spielen wollt, dann dürft ihr eure kreative Ader im Leveleditior ordentlich ausleben. Dort habt ihr die Auswahl Community-Parks zu spielen oder eigene Skateparks aus einer Vielzahl von Möglichkeiten, wie verschieden Rampen, Rails oder Dekorationsobjekten zu erstellen. Wenn ihr dann noch euren Kreativbaukasten im Skateshop – wo ihr übrigens mit erhaltener Ingame-Währung auch Kleidungsstücke oder Komponente für euer Skateboard kaufen könnt – erweitert, ist der Fantasie fast keine Grenzen mehr gesetzt. Lediglich auf sowas wie Gewässer müsst ihr verzichten.

Des Weiteren sorgen Modi-übergreifende Herausforderungen für weiteren Spielumfang. Diese unterteilen sich in verschiedene Schwierigkeitsstufen und verlangen vor allem im späteren Fortschritt einiges von euch ab. So müsst ihr beispielsweise 25000 Punkte mit nur drei Tricks erreichen, bestimmte Sachen in eurem Skatepark einrichten oder x-viele Online Spiele spielen. Belohnt werdet ihr nach Abschluss mit ordentlich Cash oder besonderen Anpassungsgegenständen, sowie neuen Charakteren. Von den letzteren gibt es neben Tony Hawk eine Vielzahl von anderen lizensierten Skate-Profis. Aber auch Spaßcharaktere, wie zum Beispiel ein Alien oder ein Skelett treffen sich gerne Mal zum Skaten.

Tony Hawks Pro Skater 1+2
Mit Grinds und Manuals lassen wir den Punktezähler ordentlich nach oben schießen!
©Xbox Store

Zudem könnt ihr abseits von der „Kampagne“ in einem freien Modus einzelne Levels befahren oder wahlweise alleine, wie auch gegen Freunde lokal und online weitere Spielmodi spielen. Folglich versucht ihr also eine möglichst hohe Punktzahl zu erspielen, färbt durch Tricks mehr Rampen als der Gegner ein oder liefert euch beim „Fangen“ eine erbitterte Schlacht. Leider ist der Online-Multiplayer noch nicht ganz ausgereift, sodass der beliebte Modus aus dem Original, wo einer vorlegt und der andere nachlegt, zu unserer Testsession noch nicht implementiert war.


Optisch aufgepeppt und stimmiger Soundtrack

Technisch ist Tony Hawks Pro Skater 1+2 absolut gelungen. Die Modernisierung der Grafik passt wie die Faust aufs Auge und liefert neben detailreichen Umgebungen und Charakteren, auch noch stabile 60 FPS. Der Soundtrack geht direkt ins Ohr und bleibt auch dort. Wieder einmal schmettern euch Rockbands, wie Billy Talent oder Papa Roach verschiedene Songs aufs Ohr. Einzig die Steuerung, in Kombination mit der Kameraführung macht ab und zu komische Dinge, sodass man manchmal nicht so richtig weiß wo man ist und wie man sich aus pikanten Lagen befreit.

 


Fazit:Award

An Tony Hawks Pro Skater 1+2 gibt es wirklich nicht viel zu bemängeln. Das Gameplay lässt uns positiv an früher erinnern und wirkt dennoch der heutigen Zeit angemessen, die neuartige Optik weiß mit aktuellen Spielen mitzuhalten und der Soundtrack hat definitiv Ohrwurmqualität. Garniert wird das Ganze noch durch die unvergleichliche Verrücktheit, einem gewaltigen Umfang und einer großen Prise Humor. Besonders das Erstellen des eigenen Skateparks gibt eine ganze Menge Freiheiten und Spielraum für unzählige innovativen und spaßigen Community-Levels. Da ist es doch durchaus verkraftbar, dass der Titel insgesamt wenig Neuerungen zu seinem Original bietet, der Online-Multiplayer noch nicht ganz ausgereift ist und die Steuerung-Kamera-Kombination ab und zu mal macht was sie will.

Wer also noch nie mit der Spielereihe in Berührung gekommen ist oder in Vergangenheit schwelgen möchte und dazu noch mit dem (arcadigen) Skate-Genre etwas anfangen kann, der sollte sich das HD-Remake von Tony Hawks Pro Skater 1+2 auf jeden Fall mal anschauen.

Related posts

Guacamelee 2 im Test (Xbox One)

Philipp Briel

Red Dead Redemption 2 im Test

Jagged Alliance: Rage! Konsolenfassung im Test