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PS4 Switch Tests Xbox One

Smoke and Sacrifice im Test

Mit Smoke and Sacrifice erscheint nun, beinahe ein Jahr nach der Nintendo Switch- und PC-Fassung ein Crafting-RPG auch für die Xbox One und die Playstation 4, was wir zum Anlass nehmen, einen Test nachzuliefern. Ob das Spiel auch nach über einem Jahr noch punkten kann und wie die Umsetzung insgesamt gelungen ist, verraten wir euch im Folgenden.

Smoke and Sacrifice


Smoke and Sacrifice – Kindesraub und Mysterien

Die Story ist recht schnell umrissen. Ihr spielt die junge Mutter Sachi. Euren Charakter lernt ihr am schwersten Tag ihres Lebens kennen. Ihr geliebtes junges Baby muss sie zur Opfergabe in den Tempel bringen. Dort wird es, einem Brauch folgend, dem mysteriösen Sonnenbaum zum Opfer dargeboten. Der strahlt und erleuchtet eure Welt, schützt so vor Gefahren und ermöglicht eurem Volk das Überleben. Danach übergibt euch das Spiel in einem Zeitsprung von einigen Jahren direkt in eine Katastrophe. Der Sonnenbaum fällt aus und ihr deckt schnell auf, dass die Priester euch seit jeher belogen haben. So beginnt die grundsätzlich interessante Story, die wir hier aber nicht vorwegnehmen wollen.


Das Gameplay – Smoke and Sacrifice setzt voll auf Crafting

Damit sind wir jedoch auch schon beim Gameplay angelangt, welches diese Story zu kurz kommen lässt. Wer Crafting und ewiges Farmen von unzähligen Items schätzt, der wird Smoke and Sacrifice mögen. Denn grundsätzlich besteht viel des Spiels eben daraus. Dabei entstehen Längen und die Story kommt hier deutlich zu kurz.

Grundsätzlich gefallen die Crafting-Mechaniken aber. Beispielsweise dann, wenn ihr euch von einer Art Igel oder Stachelratten angreifen lassen müsst, um mit den Stacheln, die nach euch geschossen werden, eine Waffe zu bauen. Wenn es nur nicht so viele dieser Mechaniken wären. So müsst ihr recht früh im Spiel beispielsweise eine Laterne bauen und die Zutaten hierfür besorgen. Dazu müsst ihr zunächst allerdings ein Netz bauen, mit welchem ihr euer Glühwürmchen-Leuchtmittel fangen könnt. Dieses Netz selbst muss natürlich auch erst durch Farmen der einzelnen Bauteile erlangt werden. Und hier sind wir wohlgemerkt noch ganz am Anfang des Spiels. Die Crafting-Mechaniken werden noch sehr ausufern. Neue “Rezepte” oder Baupläne erhaltet ihr laufend im Spiel.

Smoke and Sacrifice
Ihr mit eurer Laterne. Die Tafel auf dem Bild ist übrigens einer der Wege, auf denen Ihr an Baupläne gelangt.

Habt ihr Angst im Dunkeln?

Die erwähnte Laterne haben wir im Übrigen nicht umsonst als Beispiel genommen. Eines der weiteren Kernelemente des Gameplays ist eine Art Tag-Nacht-Rhythmus. Wird es dunkel, wird eure Welt sehr viel bedrohlicher als im Hellen. Denn da erscheinen die gefährlichen Rauchgeister und ohne Licht habt ihr gleich gar keine Chance. Dies wäre mit einem etwas übersichtlicheren Inventar, welches eure Laterne unkompliziert freigibt, auch gar nicht so schlimm. Ist es aber mangels der erwähnten Features doch.

Ebenfalls mangelhaft ist die Karte, die einen sinnbildlich ebenfalls im Dunkeln lässt. Die erscheint sehr ungenau und schon zu Beginn sind wir beinahe am Ziel vorbeigelaufen, weil es schlicht so schwer ist, sich anhand der Karte ganz exakt zu orientieren. Richtungsweisende HUD-Elemente gibt es keine. Und auch die genauen Informationen innerhalb der verschiedenen Quests, sehr oft simple Crafting-Aufgaben, wird man schmerzlich vermissen. Gewisse Fixpunkte können immerhin die Schnellreise-Röhren darstellen, welche ihr im Spielverlauf mit Marken freischaltet. Kennt ihr euch im Laufe der Zeit etwas besser aus, dann sind diese festen Punkte hilfreich bei der Orientierung.

Smoke and Sacrifice
Mini-Tutorial: Rechts oben erkennt ihr: Es ist gerade Nacht und dunkel. Schön ist am oberen Bildrand auch der bedrohliche Nebel zu erkennen. Das grüne Terminal ist ein Speicherpunkt und ihr selbst steht an einer Werkbank.

Ganz viel Positives

Abseits des Erwähnten tut es beinahe weh, scheinbar schlecht über Smoke and Sacrifice berichten zu müssen. Denn insgesamt bietet das Spiel doch mehrheitlich positives, sofern man Spiele dieser Art eben mag. Auch ohne Vertonung von Dialogen oder aufwändigen Sequenzen kann die Geschichte packen und rührt einen von der ersten Minute an. Die Mechaniken sind grundsätzlich klug und mit etwas Einarbeitung auch sehr nachvollziehbar. Die vorhandenen Survival-Elemente bestimmen nicht das Spiel. Nicht in dem Maße jedenfalls, dass es vom Hauptziel ablenken würde. Die Charaktere haben Persönlichkeit, das Spiel nimmt sich bei all der Schwere in der Grundthematik nicht zu ernst und streut so heitere Momente ein. Dabei präsentiert sich Smoke and Sacrifice auf eine ganz eigene Art. Die erscheint zu Beginn kurz befremdlich, fängt einen aber auch schnell ein.


Grafik und Sound

Dies liegt zum größten Teil an der außergewöhnlichen Grafik. Das Spiel ist gänzlich handgezeichnet. Das fällt auf. Hat das Massenware gewohnte Gamer-Auge sich erstmal daran gewöhnt, dann sieht Smoke and Sacrifice gar nicht mehr befremdlich aus, sondern wunderschön. Abgesehen vom eher chaotischen Inventar sind im Übrigen auch die Bedienelemente stimmig und übersichtlich ohne das Gesamtkunstwerk zu sehr zu beeinflussen.

Unterstützt wird all dies von einem wirklich großartig passenden Sound. Der schafft es die beabsichtige Stimmung hervorzurufen, beziehungsweise die Stimmung der jeweiligen Szene zu untermalen, ohne sich einzuprägen. Wir könnten heute nicht mehr sagen welche Untermalung wir vor wenigen Stunden gehört haben. Wir wissen nur noch sie passte wunderbar und war in unserem Fall rührend. Genau so muss Vertonung sein, wenn sie als Untermalung und nicht als Mittelpunkt gedacht ist. Wenngleich sich die Text-Dialoge teils etwas holprig lesen, sind wir dennoch beinahe froh dass hier auf eine Vertonung verzichtet wurde. Die hätte die Untermalung vermutlich eher gestört.

Smoke and Sacrifice
Der Vogel ist böse. Er ist außerdem nur eines der vielen wunderbaren Beispiele für tolles, handgezeichnetes Charakterdesign.

Neuerungen in der Umsetzung von Smoke and Sacrifice

Hinzugefügt wurde seit Release auf PC und Switch eine neue Quest. Die soll euch auch mal die Kontrolle über die unzähligen Wesen geben, welche in der Welt von Smoke and Sacrifice hauptsächlich als Bedrohung agieren. Am Hauptspiel, beziehungsweise der großartigen Originalstory und der Tatsache dass diese etwas zu sehr im Hintergrund steht, kann dies allerdings nichts ändern.

Wohl geändert hatte man die Grafik. So gibt es Anpassungen für die Xbox One X und die Playstation 4 Pro. Damit sieht das Spiel auf unserem Testgerät, einer Xbox One X nicht nur sehr gut aus, sondern auch noch gestochen scharf. Schön ist das Spiel allerdings auch ohne 4K-Auflösung. Beispielsweise auf der Nintendo Switch.


Fazit

Smoke and Sacrifice kann in erster Linie eines: Es sieht sehr gut aus und weiß grundsätzlich zu berühren. Etwas Überhand nehmen Crafting, sowie die Unübersichtlichkeit der Map und des Inventars. Grundsätzlich ist der Gedanke dahinter nachvollziehbar. Der Spieler soll erkunden und sich fallen lassen, wie wir vermuten. Die Kombination aus ungenauen Ortsangaben, ungenauer Bestimmung der eigenen Position auf der Karte und etwas zu vielen Besorgungen kann den Spielspaß jedoch leicht trüben.

Da drängt sich der Verdacht auf, man habe das Spiel künstlich etwas größer und länger machen wollen, als es nun mal ist. Dabei wäre der Umfang, gemessen am Preis von knapp 20 Euro, eigentlich auch ohne diese kleine Gemeinheit vollkommen in Ordnung gewesen. Freunden von wunderbar alternativer Optik, Crafting-Gameplay und RPG-Spielern können wir dennoch eine eindeutige Kaufempfehlung aussprechen.

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