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FIFA 23 im Test

Mit FIFA 23 geht die Spielereihe von EA, zumindest unter der Benutzung dieses Namen in die letzte Runde. Grund dafür ist, dass die FIFA selbst plant, ab 2024 ein Fußballspiel auf den Markt zu bringen. Das herkömmliche FIFA, wie wir es von EA gewohnt sind, wird in Zukunft den Namen EA Sports FC tragen. Ob der Release ebenfalls wieder jährlich ist, ist bisher noch nicht bekannt. Um die Lizenzen, welche lange Zeit ein Alleinstellungsmerkmal und vor allem ein potenzieller Kaufgrund für viele Fußballfans waren, soll man sich als Käufer keine Gedanken machen müssen. Ob FIFA 23 den Abschluss findet oder doch sein Ziel verfehlt, erfahrt ihr in unserem Test!

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FIFA 23 – Wuchtiger Powershot zugunsten der verbesserten Tornetzphysik

„Immer jährlich das gleiche Spiel.“, oder „Ich kann nicht verstehen, warum sich Leute jedes Jahr das gleiche Spiel zum Vollpreis kaufen.“ Tatsächlich sind das so die gängigsten Kommentare, welche man im Social Media liest, wenn es um die FIFA-Reihe geht. Gleiche sind es aber auch, die jedes Jahr das neue Call of Duty, das neue Pokémon oder irgendein anderes Spiel kaufen, welches in jährlichen Abständen auf den Markt geschmissen werden. Und genau wie diese Spiele hat auch FIFA seine Spielerschaft, die sich auf jeden Release freuen. Selbst dann, wenn es nur ein „billiges“ Kader-Update ist.

FIFA 23
Die wuchtigen Power-Shots gehören zu den großen Neuerungen des Gameplays. © EA.com

Bei FIFA 23 sind die Neuerungen ebenfalls mal wieder sehr übersichtlich gehalten. Spielerisch greift das Spiel nach wie vor auf das obligatorische Passen, Schießen und Flanken zurück. Ergänzt das typische Gameplay aber mit neuen Möglichkeiten. Darunter fallen kraftvolle Powershots. Wenn ihr L1/LB und R1/RB gleichzeitig gedrückt haltet und dann schießt, wird der Schütze von der Kamera etwas besser fokussiert, bevor er den Ball wuchtig in die Maschen knallt. Der neue Powershot kann in den richtigen Händen eine mächtige Waffe sein, bedarf aber etwas an Übung. Zielt ihr hier mit dem Stick falsch, knüppelt ihr den Ball neben das Tor, wenn nicht sogar erfahrungsgemäß bis zur Eckfahne. Wenn so ein Schuss aber reingeht, dann wird das verbesserte Tornetz umso deutlicher in Szene gesetzt. An der Tornetzphysik wurde nämlich ordentlich geschraubt. Die Intensität der Physik lässt sich in den Optionen nach den eigenen Vorlieben einstellen.


Wendig wie ein Dachs

Ebenso ist es mit der selben Tastenkombination möglich den Ball kraftvoller flach oder hoch zu passen.

Wer sich dahingegen lieber als trickreicher Dribbler sieht und seine Widersacher aussteigen lassen will, für den dürfte das neue „agile Dribbling“ the way to go sein. Einmal R1/RB gedrückt gehalten, führt ihr den Ball eng und wendig am Spieler. Sehr praktisch wenn man von der Außenbahn in den Strafraum ziehen will, um anschließend einen potenziellen Abschluss zu finden oder das Leder gefährlich auf einen Mitspieler auflegen möchte.

FIFA 23
Auch der Kader der Frauen-Division wurde erweitert. © EA.com

Doch Obacht, auch in der Defensive sind neue Möglichkeiten gegeben, wie die – wir nennen sie mal Power-Grätsche. Diese Art der Verteidigung ist natürlich entsprechend riskant und wird nicht selten eine Karte mit sich ziehen. Sie eignet sich aber dennoch sehr gut, um auf dem ersten Blick aussichtslose Situationen doch noch zu entschärfen. Als kleiner Bonus wird der gegnerische Stürmer ordentlich durch die Luft gewirbelt, was zumindest uns immer wieder ein wenig Genugtuung bereitet hat, wenn es nicht als Foul geahndet wurde.


Standards sind in FIFA 23 vielseitiger als jemals zuvor

Standards wurden zusätzlich überarbeitet. Ihr könnt nun bei Ecken und Freistößen ganz genau bestimmen, wo ihr den Ball mit dem Fuß des Spielers treffen wollt. Je nach Treffpunkt verpasst ihr dem Ball einen entsprechenden Effet, schießt ihn flach oder lupft ihn über die Mauer. Wenn ihr gänzlich für die Galerie spielt, könnt ihr sogar auf Cristiano Ronaldos berüchtigten und schwer zu berechnenden Flatterball zurückgreifen. Dieser ist besonders kraftvoll und imposant. Auf der anderen Seite ist die Flugbahn teils zu willkürlich, unabhängig davon, wo und wie ihr zielt. Beim Flatterball kann es das schönste Freistoßtor aller Zeiten werden, genauso gut ist es aber denkbar, dass der Schuss einen fulminanten Auftritt bei Pleiten, Pech und Pannen bekommt.

Eckstöße laufen ähnlich ab. Ihr bestimmt den Effet und bringt den Ball in den Strafraum. Wenn ihr wollt dann sogar mit so viel Drall, dass es möglich wäre von der Ecke aus ein Tor zu erzielen. Zumindest dann, wenn sich der Torwart etwas zu weit aus seinem Kasten traut.

Elfmeter sind im Vergleich zu früher nach unserem Gefühl zu urteilen einfacher, wenn nicht sogar zu einfach geworden. Hier kommt es besonders auf das richtige Timing an. Ein Kreis pulsiert dabei um den Ball herum, welcher sich wiederholend zusammenzieht. Ist dieser Kreis grün und so nah wie möglich am Ball, müsst ihr nur noch die Schusstaste drücken und eine Richtung bestimmen. Passt aber auf, dass ihr nicht zu viel Power hinter den Schuss steckt. Ansonsten landet der Ball selbst bei dem besten Timing auf der Zuschauertribüne. Insgesamt ist es nicht schwer einen Elfmeter zu verwandeln, vorausgesetzt der Keeper springt nicht in die von euch erwählte Ecke. Selbst mit schlechten Schützen ist es mühelos möglich den Ball gefährlich auf den Kasten zu befördern.


Ein verlangsamter Spielfluss

Ansonsten erwartet euch spielerisch fast gewohnte Kost bei FIFA 23. Nach wie vor ist es abseits des Platzes möglich zu taktieren und die Mannschaft nach euren Vorlieben auflaufen zu lassen. Die Strategie, sowie die Ausrichtung eurer Mannschaft ist mithilfe des D-Pads während des Spiels nahtlos möglich.

Crossplay ist ein Feature, welches zwar da ist, aber eher rudimentär wirkt. © EA.com

Einzig der Spielfluss an sich wurde verlangsamt. Dank neuer Hypermotion-Technologie, welche kurz umschrieben alles etwas dynamischer und Impacts wuchtiger aussehen lässt, sind vor allem groß gebaute Innenverteidiger nicht mehr so leicht zu passieren und Zweikämpfe fühlen sich dadurch ein wenig realistischer an. Wer also auf kleine schnelle Stürmer setzt, wird per se nicht untergehen, Stürmer mit besserer Physis, beispielsweise ein Erling Haaland, haben in diesem Teil aber ebenso bessere Chancen sich durch die Defensive zu tanken, um zum Abschluss zu kommen.


Balancing ist alles andere als optimal

Ohnehin stellt FIFA 23 sein Spiel ein wenig auf den Kopf. Wer sich versucht im Alleingang durch die Verteidigung zu fummeln wird eher geringe Erfolgschancen haben. Stattdessen könnte der ein oder andere Pass mehr nun die deutlich effektivere Wahl sein.

Beim Erstellen eures Spielers dürfen die richtigen Schuhe natürlich nicht fehlen. © EA.com

Im Gesamten bedeutet das aber keineswegs, dass das Spiel an einem guten Punkt ist. Das Balancing ist nach wie vor fraglich, was vor allem im „kompetitiven“ Online-Modus deutlich spürbar ist. Zwar hat man an den einst zu übermächtigen Torhütern aus dem Vorgänger geschraubt und sie deutlich abgeschwächt, dafür waren bis vor kurzem die Effet-Schüsse von außerhalb des Strafraums viel zu Stark. Gleichzeitig wird deutlich, dass EA auf ihre Community hört. Zumindest wenn es darum geht Spielmechaniken zu verändern. Ob zum Besseren oder zum Schlechteren wird sich zeigen. Auf übermächtige (R1/L2 bzw. RB/LT-)Schüsse wurde jedenfalls zeitnah reagiert und entschärft.


Spaßiger VOLTA-Modus, wenig innovative Karriere

Bei den Spielmodi gibt es auch in diesem Jahr wieder wenig Überraschendes zu berichten. Einen wirklichen Story-Modus sucht man vergebens und die Karriere ist sowohl als Manager, wie auch als Karriere repetitiv. Hervorzuheben sind jedoch die spaßigen Hausregeln, bei welchen ihr zum Beispiel ohne Regeln oder in einem Knockout-System spielen könnt.

VOLTA ist ein kurzweiliger Modus, bei welchem ihr ordentlich herumtricksen und Power-Ups nutzen könnt.

Ebenfalls ein kleines Highlight in FIFA 23 stellt der VOLTA-Modus dar. Kurzum beschrieben handelt es sich hierbei um eine Art Streetball-Modus bei welchem ihr im klassischen Fußball oder in kleinen Minispielen gegen andere Spieler antreten könnt. So müsst ihr beispielsweise schneller als eure Gegenspieler einen Parcours durchlaufen, versuchen euren Ball so nah wie möglich das Zentrum einer Zone zu passen oder andere Spieler mit dem Ball abschießen, um Punkte zu bekommen. Euer dafür selbsterstellter Spieler schaltet dadurch neue Klamotten und Anpassungsobjekte frei. Zudem kann er während des Spielverlaufs nützliche Power-Ups, diese sind vorher auswählbar, nutzen. Beispielsweise um stärker zu schießen oder schneller zu sprinten.


Fokus auf FIFA ULTIMATE TEAM

Der wirkliche Fokus liegt aber natürlich wieder au Ultimate Team. Muss man hier wirklich noch viel zu sagen? Es ist seit Jahren das Herzstück der FIFA-Reihe. In dieser Variante geht es darum, ein möglichst starkes Team aufzubauen und sich online gegen andere Spieler zu messen. Eigentlich ist das in der Grundidee eine gute Sache. Wäre da nicht diese unsägliche Monetarisierung, welche immer wieder in der Kritik steht. Nicht selten hat man von Schlagzeilen gehört, dass ein junger Spieler seine Eltern durch den Kauf von sogenannte FUT-Packs ein großes Loch ins Konto gehauen hat.

Wie schon üblich, darf FUT in keinem der neuen FIFA-Teile fehlen. © EA.com

Anders gesagt lässt sich euer Kader durch das Ziehen von – wir nennen es mal Kartenpacks – möglicherweise verbessern. Die Chance dabei wirkliche Top-Spieler zu ziehen ist aber sehr gering, sodass man schon einige dieser Packs kaufen muss. Zwar gibt es zu jeder Packart eine Anzeige, zu welcher Chance ein seltener Spieler enthalten sein kann, eine Garantie, dass man nach einer gewissen Anzahl von Packs einen solchen aber zieht, ist nicht sichtbar. Dies führt zu Frust. Und Frust bewirkt bei manchen Spielern, dass sie schneller ihr Portemonnaie aufmachen.


Die Cashcow geht in die nächste Saison

Zudem lockt EA immer wieder mit Eventkarten, wie jetzt zum Beispiel zur Weltmeisterschaft. Schlecht ist das tendenziell nicht, immerhin müssen Spieler bei Laune gehalten werden und wir müssen auch fairerweise sagen, dass man sich sehr viele Packs und gute Spieler im Vergleich zu früher dank neuer Herausforderungen und Squad Building Challenges (SBC) erspielen kann. Dennoch bleibt der Pay2win-Gedanke nach wie vor ein Thema. Wer mehr Geld in das Spiel buttert, kann sich mehr Packs kaufen und hat demnach zwangsläufig eine bessere Mannschaft als jemand, der nicht einen Cent in das Spiel steckt. Eine Top-Mannschaft aus ICONs (ehemalige Legenden wie Ronaldo, Roberto Carlos oder Zidane) oder Top-Spieler ist natürlich kein Siegesgarant, dürfte die Chancen aber dennoch verbessern.

Verschiedene FUT-Modi stehen euch zum Spielen zur Verfügung. © EA.com

Ungeachtet davon bewegen sich die meisten Spieler vermutlich im FUT Divisions. Hier spielt ihr gegen andere Spieler online und klettert von Division 10 absteigend so weit wie möglich nach unten. Habt ihr genügend gespielt, sammelt ihr außerdem Qualifikationspunkte. Diese lassen sich zur Qualifikation für FUT Champions nutzen. Das ist ein Spielmodus, wo ihr euch jedes Wochenende mit anderen Qualifikanten messt, um Packs und besondere Spieler zu ergattern. Je nachdem, wie gut ihr eben abschneidet. Abseits davon gibt es noch die angesprochenen SBCs und die Squad Battles. Bei letzterem bekommt ihr die Chance gegen vier bis sechs KI-Teams um FUT-Coins und Packs zu spielen. Sehr praktisch, wenn man sich versucht eine Mannschaft aufzubauen ohne Geld auszugeben.


Der Online-Modus darf auch nicht fehlen

Der Online-Modus braucht nicht wirklich viel Erklärung. In diesem könnt ihr gegen eure Freunde Freundschaftsspiele bestreiten oder euch wahlweise solo oder im Koop mit einem Freund in Divisionen nach oben spielen. Auch die eigentlich beliebten Pro Clubs, wo ihr – wenn die erstellte Mannschaft es zulässt – im Elf gegen Elf antreten könntet, sind wieder mit von der Partie. Leider leidet gerade diese sehr darunter, dass das Crossplay in FIFA 23 nicht so ausgeklügelt implementiert ist.

Euer FUT-Team lässt sich vom Trikot bis zum selber ausgebauten Stadion anpassen.

Ja, der neueste Teil der Serie bietet tatsächlich Crossplay. Da wäre es doch nur optimal, wenn man sich mit seinen Buddys der anderen Systeme zusammentun könnte, um im eigenen Club miteinander zu spielen. So jedoch nicht mit EA. Diese haben das Crossplay nämlich nur für ganz bestimmte Spielmodi freigeschaltet. Folglich ist es euch nur möglich Eins gegen Eins im normalen oder im FUT-Freundschaftsspiel zu spielen. Enttäuschend!


Technisch werden keine Berge versetzt

Technisch ist FIFA 23 ebenfalls nicht überragend im Vergleich zu seinem Vorgänger. Hier und da ein paar neue Animationen und das Spielfeld wird augenscheinlich mehr in Mitleidenschaft gezogen über die Spieldauer eines Spiels. Haben wir eigentlich schon die grandiose neue Tornetzphysik erwähnt? Spaß beiseite. Spielermodelle sind durchwachsen. Oft sehen die Gesichter einfach nicht originalgetreu aus. Im Vergleich mit dem großen Kontrahenten NBA 2K ist dies eher schwach zu bewerten.

Die Stadionatmosphäre ist grandios und lässt zu jeder Zeit Fußballstimmung aufkommen.

Akustisch haben es ein paar neue Fangesänge in das Spiel geschafft, welche unter anderem dazu beitragen, dass zu jeder Zeit gute Fußballstimmung aufkommt. Demgegenüber stehen allerdings wieder mal deutsche Kommentatoren, die sich so oft wiederholen, dass wir persönlich irgendwann zur Abwechslung die Sprache von ihnen geändert – hier ist japanisch sehr erfrischend – oder sie gänzlich ausgeschaltet haben.

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