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Switch Tests

Motorsport Manager for Nintendo Switch im Test

Rennspiele sind auf der Nintendo Switch leider weiterhin eher Mangelware. Wenn es dann auch noch realistische Rennspiele sein sollen, sieht es noch schwieriger aus. Dank Curve Digital und PlaySport Games kündigt sich nun aber etwas Besserung an. Mit dem Motorsport Manager for Nintendo Switch steht nun eine interessante Manager-Simulation im Nintendo eShop zum Download bereit, die vor allem Motorsport-Fans erfreuen dürfte. Hier greift ihr zwar nicht aktiv ins Lenkrad, sondern baut euch euer ganz eigenes Rennteam auf, welches ihr in mehreren Rennserien zum Erfolg führen müsst. Ob das Konzept aufgeht oder mit einem Plattfuß liegen bleibt, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

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Von Null auf Hundert

Im Hauptmenü angekommen erwarten euch zwei Spielmodi. Zum einen könnt ihr euch im Einzelrennen austoben und dort in diversen Kategorien antreten oder im Karriere-Modus vollends durchstarten. Bevor es allerdings losgeht solltet ihr noch den Einstellungen einen Besuch abstatten um die Sprache anzupassen, da der Titel von Haus aus nur englische Bildschirmtexte anzeigt.

Im Karrieremodus erstellt ihr in den ersten Schritten euer eigenes Rennteam. Dabei könnt ihr zunächst euer virtuelles Alter Ego in Form des Teammanagers erstellen. Interessant ist dabei der „Hintergrund“ eures Charakters. So kann dieser ehemaliger Rennfahrer, Mechaniker oder wohlhabener Geschäftsmann sein und erzielt abhängig von seinen Wurzeln einen anderen Effekt auf sein späteres Team. Als ehemaliger Pilot entwickeln sich die eigenen Rennfahrer schneller weiter, während ihr als Mechaniker einen besseren Einfluss auf die Weiterentwicklung des Autos habt.

Im Anschluss legt ihr den Namen eures Teams sowie das Design des Boliden fest und könnt euren zukünftigen Weg bestimmen. Zur Auswahl stehen die GT-Fahrzeuge sowie eine Open-Wheel Meisterschaft. Wir entscheiden uns für letztere und wollen in der Formel-Klasse nach Ruhm und Ehre greifen.

Für das nötige Kleingeld benötigt ihr Sponsoren auf euren Boliden.

Der Alltag als Team-Manager

Bevor wir unser Team auf die Rennstrecke schicken, benötigen wir allerdings noch Fahrer. Diese werden uns zu Beginn des Spiels gestellt und können im Verlauf der Karriere natürlich verbessert oder durch andere Lenkradakrobaten ersetzt werden. Gleiches gilt für eure Crew bestehend aus Mechanikern und Ingenieuren. Abschließend gilt es noch die ersten Sponsoren an Land zu ziehen, die euch Geld in die Tasche bringen. Im Gegenzug erwarten eure Geldgeber aber auch besondere Zielleistungen, die es zu erfüllen gilt. Daher empfiehlt es sich vor allem zu Beginn eher kleinere Brötchen zu backen, um so sichere Prämien einzuheimsen. Mit dem nötigen Geld könnt ihr euren Boliden immer weiter verbessern und neue Teammitarbeiter engagieren, die euch den Weg zum unschlagbaren Motorsport-Team ebnen. Denn egal wie gut euer Fahrer oder eure Taktik auch sein sollte, ohne einen leistungsstarken und vor allem zuverlässigen Rennwagen werdet ihr keine Erfolge einfahren können.

An den Rennwochenenden geht es dann an das Eingemachte. Die Events bestehen aus einer Qualifying- und Rennsession. Im Qualifying müsst ihr zunächst das passende Set-Up für eure beiden Boliden erarbeiten. Hierbei ist sowohl etwas Geschick, Überlegung und auch Glück gefragt. Vor einem Stint könnt ihr die Fahrzeugeinstellungen über ein kleines Minispiel beeinflussen. Dabei stehen euch diverse Verbesserungskarten zur Auswahl, die einen bestimmten Wert an Skillpunkten beanspruchen. Von letzteren habt ihr allerdings nur ein bestimmtes Kontingent, sodass ihr die Karten taktisch clever auswählen solltet. Übersteigt nämlich die Punktanzahl der Verbesserungskarten euren Mechaniker-Skill, geht das Set-Up in die Hose und ihr findet euch in den hinteren Bereichen der Startaufstellung wieder. Nach dem Qualifying steht das Rennen an. Hier beeinflusst ihr maßgeblich die Taktik eurer beiden Fahrer und behaltet diverse Parameter wie den Spritvorrat, den Zustand der Reifen oder auch das Wetter im Auge.

Die Renn-Events könnt ihr genau verfolgen und so auf Ereignisse reagieren.

Triff die richtigen Entscheidungen

Die Rennen sind wirklich gut umgesetzt und beinhalten alle wichtigen Details, wie man sie aus realen Rennserien kennt. Neben unterschiedlichen Reifenkomponenten, gibt es ein flexibles Wettersystem und technische Ausfälle und Crashs, die zu Safety-Car-Phasen führen können. 

Während der Rennen steht ihr in ständigem Kontakt mit euren Fahrern. Ihr könnt ihnen Anweisungen geben wie hart sie mit den Reifen umgehen sollen oder in welchem Spritprogramm sie fahren sollen. Ebenso geben sie euch ein Feedback über aktuelle Situationen oder wenn sie denken, dass sie beispielsweise neue Reifen benötigen. Vor einem Boxenstopp könnt ihr somit entscheiden ob Schäden am Auto repariert werden sollen und mit welchen Reifen ihr eure Schützlinge wieder auf die Piste schickt. 

Aber auch Abseits der Rennen gibt es viel für euch zu tun. So könnt ihr neue Teile für eure Boliden entwickeln, euer Hauptquartier ausbauen, nach neuen Sponsoren Ausschau halten und euch um die Verträge eurer Mitarbeiter und Zufriedenheit der Fahrer kümmern. Letztere lassen sich wie in einem Rollenspiel auch in diversen Skillbereichen verbessern und in ihren Fähigkeiten vorantreiben. Ebenso solltet ihr die Wirtschaftlichkeit eures Rennstalls im Auge behalten. Hierfür könnt ihr auch immer einen Blick auf eure Bilanz werfen, die euch eure Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Wer ordentlich wirtschaftet, der kann während der laufenden Saison auch schon die Entwicklung für das nächstjährige Auto vorantreiben, um die Chancen auf den Titelgewinn zu erhöhen. Dabei könnt ihr euren Fokus auf eine von drei Kategorien richten, die die maßgebliche Entwicklungsrichtung vorgeben. Im späteren Spielverlauf könnt ihr sogar ein Nachwuchsprogramm für junge Fahrer ins Leben rufen, um nach weiteren Talenten Ausschau zu halten. Dabei hat jeder eine andere Hintergrundgeschichte, die ebenfalls die Entwicklung des Fahrers beeinflussen wird und dessen Leistung. 

Die Entwicklung des Boliden ist für den Erfolg in der Meisterschaft mitentscheidend.

Technisch solide

Da es sich bei dem Motorsport Manager for Nintendo Switch um eine reinrassige Manager-Simulation handelt solltet ihr kein Grafikfeuerwerk erwarten. Nichtsdestotrotz kann man die Präsentation als angemessen bezeichnen. Leider haben die Entwickler keine Lizenzen für originale Rennstrecken und Teams erhalten. Dennoch brettert ihr über Rundkurse an bekannten Schauplätzen. So geht es in den Ardennen, in Singapur oder auch Bahrain an den Start. Der Sound ist hingegen recht unspektakulär. Eine Sprachausgabe gibt es überhaupt nicht und während der Rennen erwartet euch nur der pure Sound der Motoren. Aber was will man als Teammanager auch schon mehr hören als das Röhren der Motoren? 

Davon abgesehen ist die Präsentation sauber und durchdacht. Die Menüs sind übersichtlich angeordnet und die Anzeigen während der Rennen erinnern an die TV-Grafiken aktueller Rennserien. Motorsport-Fans werden sich mit Sicherheit schnell heimisch fühlen. Positiv ist noch hervorzuheben, dass ihr die einzelnen Rennen aus verschiedenen Kamerawinkeln verfolgen könnt und dabei selber entscheidet, ob ihr lieber einem eurer Fahrer folgt oder die gesamte Strecke im Überblick behaltet. 

Wer zudem Angst vor einer komplizierten Steuerung hat, kann ebenso beruhigt werden. Der Motorsport Manager war ursprünglich ein Mobile-Game und profitiert von dem Touchscreen der Nintendo Switch. Das gesamte Spiel kann über den Touchscreen gesteuert werden. Aber auch mit den Aktionsknöpfen funktioniert die Steuerung tadellos. 


Fazit:

AwardDer Motorsport Manager for Nintendo Switch ist eine wirklich positive Überraschung. Der Port des Mobile Games wurde exzellent auf die Hybridkonsole umgesetzt und besticht mit einem motivierendem Spielprinzip und einer sehr guten Steuerung. Das Gameplay geht gut von der Hand und punktet mit einer detailgetreuen Umsetzung der einzelnen Rennserien. Rennsport-Fans mit einem Hand zu Management-Simulationen werden mit Sicherheit ihre Freude mit dem Motorsport Manager haben, der erfreulich viel Tiefgang bietet und auch langfristig motivieren kann. 


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