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Indie-Tipp: Hob

Hob ist ein farbenfrohes Action-Adventure, in dem wir mit einem namenlosen und stillen Protagonisten eine wunderschöne Fantasy-Welt erkunden. In unserem Indie-Tipp wollen wir euch das malerische Abenteuer ans Herz legen.

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Kennt ihr das? Manchmal habt ihr einfach keine Lust auf ellenlange Dialoge, Tutorials soweit das Auge reicht oder eine tiefgreifende Story, bei der ihr pausenlos aufpassen müsst um überhaupt zu kapieren, was jetzt eigentlich Sache ist.

Ich persönlich brauche manchmal einfach etwas Seichtes. Ein Spiel, dessen Prinzip sich von selbst erklärt – einfach weil ich durch meine Erfahrung als Spieler ziemlich genau weiß, was mich erwartet. Genau mit dieser Prämisse bin ich an das Indie-Game Hob vom mittlerweile geschlossenen Entwicklerstudio Runic Games herangegangen und wurde mit einer wunderschönen Erfahrung belohnt.

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Hob I noch nie was von g‘hört

Auf Hob aufmerksam wurde ich eigentlich schon vor längerer Zeit. Dieser quietschbunte Grafikstil hat mich sofort angesprochen. Rein optisch wirkte das Spiel für mich wie eine Mischung aus Darksiders und Zelda, also habe ich mir Gameplayvideos zum Indie-Spiel angeschaut, die mir ebenfalls gefallen haben.

Kurz darauf sollte Hob wieder in (meiner persönlichen) Versenkung verschwinden. Sei es wegen vermeintlich „wichtigerer“ Titel oder, weil ich mich einfach nicht dazu durchringen konnte, knapp 20 Euro für ein Spiel in die Hand zu nehmen, von dem ich gar nicht so recht weiß, ob es mir gefallen würde.

Seit rund zwei Jahren treibt das bunte Action-Adventure bereits auf PC und PlayStation 4 sein Unwesen, im April erschien die Umsetzung für Nintendo Switch. Hob hat vor allem ein Problem, denn dem Spiel wird nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die es eigentlich verdient hat. Dass die Entwickler einiges auf dem Kasten haben, haben sie bereits mit der Torchlight-Serie bewiesen. Die wurde allerdings schnell als Diablo-Klon abgetan und immer wieder als gelungene Alternative zum großen Blizzard-Game beworben.

Hob ist aber etwas Eigenes. Es ist kein Spiel XY-Klon und kein Titel im Stile von AAA-Game Was-auch-immer. Deswegen flog das Action-Adventure lange Zeit unter dem Radar. Vor rund einer Woche habe ich dann, dem Sommerloch sei Dank, doch mal den Geldbeutel gezückt und mir das Abenteuer genauer angesehen. Was bin ich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, denn das Spiel mauserte sich tatsächlich zu einem der besten Titel, die ich in diesem Jahr gespielt habe.

Hob überzeugt mit einem wunderschönen, rätselhaften Grafikstil
Der wunderschöne, märchenhafte Grafikstil gefällt.

Eine Welt, die mir gefällt

Doch worum geht’s in Hob? Was hat es mit der Welt auf sich? Was soll ich überhaupt tun? Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Aber nachdem ich den Abspann nach knapp 15 Spielstunden zu Gesicht bekam, habe ich zumindest eine Idee.

Was für so manches Spiel bereits das Todesurteil wäre, sorgt in Hob aber für zusätzliche Motivation, denn die Mysterien um Welt, Protagonist und Geschichte sorgen dafür, dass ich immer weiterspielen möchte. Ihr kennt das bestimmt: „Ach, das eine Rätsel noch und dann reicht’s für heute“ oder „Ach, ich gucke mir nur noch schnell das neue Gebiet an“ und schon sind wieder mehrere Stunden vergangen. Kommt euch bekannt vor? Genau so ein Spiel ist Hob.

Wir wachen zunächst in einer wunderschönen Fantasy-Welt mit saftig grünen Wiesen und einer üppigen Fauna  auf. Ein riesiger Steingolem, der auf den ersten Blick an Bastion aus Overwatch erinnert, öffnet ein Tor und entlässt uns damit in die offene Welt.

Also folgen wir dem freundlichen Riesen, der uns zu einer düsteren Wucherung führt. Was es damit auf sich hat, können wir nur erahnen. Irgendetwas geht in der Welt vor sich und das ist nicht gut. Kurz darauf werden wir selbst von der Fäulnis übermannt, die unseren Arm befällt. Mit einem wuchtigen Hieb trennt der Golem mal eben unsere Extremität ab und schweißt uns seinen eigenen mechanischen Arm dran.

Als wir wieder erwachen, ist unser Retter verschwunden. Immerhin sind wir aber plötzlich in der Lage, schwere Kisten zu verschieben oder besondere Schalter zu betätigen. Schon praktisch, so eine Robo-Pranke. In einer Schmiede schustern wir uns ein Schwert zusammen und so nimmt das Abenteuer seinen Lauf.

Hob setzt sich aus Rätseln, Erkundung und vereinzelten Kämpfen zusammen
Rätsel machen einen großen Teil des Spiels aus.

Der Weg ist das Ziel

Was genau wir in Hob tun müssen, ist nicht ganz klar. Missionen oder Anweisungen gibt es in dem Indie-Spiel genauso wenig, wie eine Sprachausgabe oder Texte. Trotzdem haben wir eine gute Vorstellung davon, was und erwartet. Eben weil es uns ähnliche Spiele in der Vergangenheit gezeigt haben oder, weil wir einfach nur lange genug herumprobiert haben. So oder so kommen wir letztlich immer zum Ziel.

Nach und nach erkunden wir unterschiedliche Bereiche der riesigen, zusammenhängenden Welt. Lösen mehr oder weniger knifflige Rätsel, bekämpfen mehr oder weniger knackige Feinde. In bester Metroidvania-Manier eignen wir uns immer neue Fähigkeiten an, mit denen wir Abkürzungen öffnen oder in neue Bereiche vordringen.

Die Umgebungen fallen dabei nicht nur enorm abwechslungsreich aus, sondern sind noch dazu allesamt wunderschön designt und laden zum Erkunden ein. Entdecker werden in der Welt von Hob ohnehin belohnt, denn in den entlegensten Winkeln finden wir Informationen über die Welt, neue Fähigkeiten oder Schreine, die uns mit grünen Runen belohnen. Letztere dürfen wir in der Schmiede dann wiederum in neue Angriffe oder Fähigkeiten investieren. Ob wir uns den schützenden Schild oder lieber den Dreifach-Schlag gönnen, bleibt ganz alleine uns überlassen.

Den Großteil der Spielzeit verbringen wir mit dem Lösen abwechslungsreicher Rätsel, die direkt in die Fantasy-Welt eingebunden sind. Dungeons gibt es keine, gekämpft wird in der Welt jedoch auch – wenn auch nur selten. Da wir nur wenige Treffer einstecken können, bis wir das Zeitliche segnen, fallen die Scharmützel durchaus knackig aus, stellen uns dank präziser Steuerung und Ausweichrolle aber selten vor eine Herausforderung. Zumal wir die Gegner auch gegeneinander antreten lassen können. 

Gekämpft wird in Hob nur selten
Über die Hintergründe und Mysterien lässt uns das Spiel im Dunklen

Ein faszinierendes Abenteuer

Obwohl Hob keine klaren Aufgaben definiert und wir eigentlich nie genau wissen, was unser Ziel ist, fesselt uns das Spiel über seine komplette Länge an den Bildschirm. Das hebt das wunderschöne Action-Adventure sogar von vielen großen Genrevertretern (besonders in der Open-World) ab, denen aufgrund der schieren Größe, monotonen Aufgaben oder ellenlangen Dialogen dann doch irgendwann die Puste ausgeht.

Hob überzeugt mit einem gelungenen Spieltempo, das ich als Spieler bestimmen kann. Oftmals kann ich erahnen, wohin ich gehen muss, nehme den Umweg in die entlegensten Winkel der Welt aber gerne in Kauf. Eben weil die Fantasy-Kulisse so wunderschön anzusehen ist. Oder weil ich wissen will, ob ich da hinten in der Ecke nicht doch etwas Spannendes finden kann. Und selbst wenn das nicht der Fall ist, bin ich dem Spiel nicht böse. Dafür ist es einfach zu charmant und lässt in seinen beeindruckenden Szenerien eine gehörige Portion Magie mitschwingen.

Es ist ein Titel, den ich genauso gut mal eine Stunde zwischendurch spielen kann und in den ich mitunter deutlich länger hineingezogen werde, weil ich einfach weiterkommen oder noch etwas erreichen will. Die Kämpfe sind nicht knackig, aber anspruchsvoll. Die Rätsel nicht allzu simpel, aber logisch. Kurzum: Der Spielfluss stimmt einfach.

Wenn ihr Zelda oder Darksiders mögt, gerne eine wunderschöne Fantasy-Welt erkundet und Rätsel löst und kein Problem damit habt, selbst nach dem richtigen Weg zu suchen, dann solltet ihr euch Hob unbedingt einmal genauer anschauen. Und wer weiß? Vielleicht erwartet euch, wie mich, eine gelungene Spiele-Überraschung.

Eine Prise Darksiders und Zelda und doch steckt Hob voller gelungener eigener Ideen
Entdecker und Geduldige werden mit einem wunderschönen Spiel belohnt

 

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