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Switch Tests

Yonder – The Cloud Catcher Chronicles Review

Mit Yonder – The Cloud Catcher Chronicles erschien im Sommer letzten Jahres ein liebevolles Indieprojekt für die PlayStation 4, welches nun auch seinen Weg auf die Nintendo Switch gefunden hat. Dank des deutschen Publishers HeadUp Games könnt ihr das charmante Insel-Abenteuer auch als Handelsversion erwerben, die wir uns für euch genauer angesehen haben.

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles
Die liebevolle Spielwelt ist eine der Stärken von Yonder.

Entspannte Rettungsmission

Yonder – The Cloud Catcher Chronicles ist ein farbenfrohes Open-World-Abenteuer, das euch in die virtuelle Haut eines namenlosen Helden steckt. Euer virtuelles Ego könnt ihr zu Beginn in einem rudimentären Editor zusammenschustern und dabei das Geschlecht, die Haarfarbe und Körperproportionen festlegen.

Im Anschluss beginnt eure Abenteuerreise direkt mit einem Schicksalsschlag. Gemeinsam mit eurer Crew segelt ihr innerhalb eines wilden Sturmes über die See, um letztlich nach dem unvermeindlichen  Schiffsbruch auf einer mysteriösen Insel aufzuwachen. Nach einer kurzen Orientierungsphase treffen wir alsbald auf ein freundliches Geisterwesen, dass sich uns anschließt. Gemeinsam mit dem putzigen Racker ist es uns möglich spezielle Kräfte einzusetzen. Diese sind für das bevorstehende Abenteuer auch bitter nötig, denn überall auf dem bunten Eiland versperrt euch ein lilafarbener Schleier den Weg, der unter den Inselbewohnern als Düsternis bekannt ist. So gilt es weitere Geisterwesen zu finden, um mit ihnen weitere Bereiche des Eilands zugänglich zu machen. 

Mit ernsthaften Bedrohungen müsst ihr auf eurer Reise allerdings nicht rechnen. Viel mehr lässt sich Yonder als eine Mischung aus Abenteuer- und Rätselspiel beschreiben. Kämpfe oder Auseinandersetzungen mit Feinden müsst ihr im gesamten Spiel nicht befürchten. Folglich geht es darum die Spielwelt zu erkunden, Gegenstände zu entdecken und den Inselbewohnern bei all ihren kleinen und großen Problemen helfend unter die Arme zu greifen. So unterhaltet ihr euch mit den freundlichen Bewohnern der Insel und erkundet die Umgebung nach hilfreichen Objekten. Hierfür stehen euch mit der Zeit auch einige Hilfsmittel wie eine Angel oder auch eine Spitzhacke zur Auswahl. Nichtsdestotrotz geht dem Spiel auf Dauer etwas die Luft aus. Obwohl die Spielzeit für die Hauptgeschichte mit knapp  sechs Spielstunden etwas kurz ausgefallen ist, wiederholen sich viele der Aufgaben, sodass eine gewisse Monotonie aufkommt. Da hilft es auch nicht, dass ihr euch nebenbei auch noch ein eigenes kleines Gehöft errichten könnt, für das ihr allerdings auch Sammelobjekte in der Spielwelt finden müsst.

Was für eine idyllische Welt.

Kindgerechtes Abenteuer

Yonder präsentiert sich sowohl optisch als auch spielerisch als eine kindgerechte Abenteuerreise, die allerdings auch älteren Semestern gefallen könnte. Aufgrund des Wegfalls von ernstzunehmenden Gefahren in der Spielwelt, spielt sich das Inselabenteuer sehr entspannt und kindgerecht. Findet ihr euch dennoch einmal nicht zurecht, hilft euch ein magischer Kompass, der euch den Weg zu eurem nächsten Ziel anzeigt.

Aber auch das einfache Erkunden der Spielwelt lohnt sich allemal. Überall lassen sich niedliche Details und vor allem putzige tierische Bewohner entdecken. Einen Haken hat die Ausrichtung des Spiels dann aber dennoch. Auf Dauer wirkt Yonder wie eine in sich geschlossene Sammelquest, bei der wir stetig eine Liste an Objekten abarbeiten, die es zu finden gilt. Hier wäre einfach etwas mehr Abwechslung und Freiheiten wünschenswert gewesen, auch weil das Bausystem von eurer eigenen Farm auch viel zu wenige Freiheiten bietet und bei weitem nicht an die Möglichkeiten eines Minecraft heranreicht.

Die technische Umsetzung auf die Switch ist den Entwicklern insgesamt gut gelungen. Dennoch lassen sich sowohl im TV- als auch im Handheldmodus teilweise starke Ruckler feststellen, da wäre mit Sicherheit etwas mehr Feintuning nötig gewesen. Davon abgesehen gefällt der Stil der Spielwelt und punktet mit einer hohen Diversität der einzelnen Inselsettings. Während ihr zu Beginn auf saftig grünen Wiesen unterwegs seid, geht es später auch in eisige Regionen und karge Berglandschaften mit brodelnden Lavaströmen. Gut gefallen hat uns zudem der flüssige Tag- und Nachtwechsel sowie das dynamische Wettersystem. Hier passt einfach alles ziemlich gut und fügt sich zu einer stimmungsvollen Abenteuerreise zusammen, auf der es immer wieder neue Details zu entdecken gibt.


Fazit:

Yonder – The Cloud Catcher Chronicles ist auf seine ganz eigene Art und Weise ein besonderes Spiel. Die Mischung aus Abenteuerreise in Verbindung mit den Sammelaufgaben innerhalb der friedlichen Spielwelt wirkt stimmig und kindgerecht. Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, wie ich einfach nur die Spielumgebung erkundet habe und Ausblicke genossen habe. Parallelen zu Nintendos The Legend of Zelda: Breath of the Wild lassen sich an dieser Stelle nicht von der Hand weisen. Federn lässt das Abenteuer dann jedoch in Sachen Abwechslung im Spielverlauf. Die Sammelei an Objekten wirkt auf Dauer sehr repetitiv und eintönig. Etwas mehr Abwechslung wäre hier unbedingt nötig gewesen. Auch die recht häufig auftretenden Ruckler schmälern etwas den Gesamteindruck. Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass Yonder ein charmantes Abenteuerspiel innerhalb einer liebevollen Spielwelt darstellt. Auf Dauer fehlt es dem Spiel aber an Anspruch, sodass sich Yonder folglich vorrangig an jüngere Spieler richtet. Wer mit diesem „Manko“ leben kann und einfach ein schönes Abenteuer erleben  möchte, der macht mit der Switch-Umsetzung nicht viel verkehrt und kann sich auf ein niedliches Inselabenteuer freuen.  


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