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PS4 Tests

Yakuza Kiwami Review

Mit Yakuza Kiwami kündigte Sega die Rückkehr von Kazuya Kiryu, dem Protagonisten von Yakuza, in Form eines Remakes für die PlayStation 4 an. Ursprünglich erschien der erste Teil der unterschätzten Yakuza-Reihe im Jahr 2005 für die PlayStation 2. Ob Kazuya Kiryu auch heute noch seinen Widersachern das Fürchten lehrt und warum Yakuza Kiwami der perfekte Einstieg in die Serie ist, zeigt unser Testbericht!

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Der Drache brüllt wieder!

In der Rolle des hochangesehenen Kazuya Kiryu beginnt ihr euer Abenteuer im Rotlicht-Milieu der Yakuza. Die kriminelle Organisation dominiert den ganzen Bezirk und Kiryu ist ein hohes Tier in der Nahrungskette. In der Gesamtheit behandelt die 15 stündige Haupthandlung dabei den Mord eines hohen Yakuza-Bosses, wie auch das Verschwinden einer jungen Frau und ihrer Tochter. Obwohl der Prolog ein wenig zäh ausfällt, wird die Geschichte mit zunehmender Spieldauer durchaus interessant und theatralisch erzählt.

Yakuza Kiwami
Kazuya’s Geliebte und ihr Bruder sind ein wichtiger Faktor in der Haupthandlung.

Yakuza Kiwami: Vom Drachen zur Bestie!

Ein ums andere Mal muss Kiryu im Laufe seines Werdegangs der einen oder anderen zwielichtigen Gestalt die Leviten lesen. Mal reicht ein kleiner Rempler oder das „zu nahe treten“ schon aus um eine solche Kabbelei auszulösen. Obwohl die Kämpfe viel Spaß machen, sieht man Yakuza Kiwami das Alter des Originals an. Während der Kämpfe darf sich Kiryu an einem großzügigen Repertoire an Tritten, Schlägen und Würfen bedienen. Wenn die Fäuste und Beine mal nicht ausreichen, darf Kazu zudem noch Gegenstände wie Straßenschilder oder sogar Motor- und Fahrräder verwenden.

Yakuza Kiwami
Jeder Kampfstil hält unterschiedliche Bewegungsabläufe für Kazuya bereit.

Dabei verfügt Kazuya über satte vier Kampfhaltungen, wobei der reichlich erwähnte „Drache“ nur durch besondere Kämpfe mit Goro Majima – einem Serien-Urgestein – aufwertbar ist. Goro Majima droht euch im Laufe des Spiels damit, dass er euch auf Schritt und Tritt verfolgt.

Hierbei handelt es sich keineswegs um eine leere Drohung, sondern tatsächlich lauert der Stalker an verschiedenen Orten und lockert die ernste Geschichte mit seinem Handeln auf. An einer Stelle simuliert er mit seinen Kollegen beispielsweise eine Zombie-Invasion, während er an einer anderen Position wartend unter einem Pylon hockt. Immer wieder werdet ihr zum Sparringpartner degradiert, wo ihr euch nach einem siegreichen Duell über einen Fähigkeitspunkt für den Drachenstil erfreut. Im Übrigen verbessert ihr die Qualität der anderen Stile mithilfe von erworbenen und erkämpften Fähigkeitspunkten.


Nebenbeschäftigungen an jeder Straßenecke!

Im Gegensatz dazu bietet Kamurocho – das Viertel in dem ihr euch befindet – unterschiedlichste Nebenaktivitäten für Kazuya. Unter anderem dürft ihr euch mit euren Gesangskünsten beim Karaoke messen, Kugeln beim Billard stoßen oder eine attraktive nicht ganz günstige Hostess zum Dinner ausführen. Des Weiteren verfügt das Milieu zusätzlich über Miniaturauto-Rennen, ein Kartenspiel mit halbnackten Models, sowie das „Sake trinken“ und diverse Glücksspiel-Arten. Alles in allem wirkt die Welt von Yakuza Kiwami sehr lebendig. Obdachlose haben sich ein Zeltlager im Park aufgebaut, Kundenfänger verteilen kleine Geschenke vor den Etablissements und überall in den Straßen erklingen die Pachinko (Spielautomaten) von den Spielhallen.

Yakuza Kiwami
Date gefällig? Kazuya bekommt die Möglichkeit Hostessen in einen der Clubs auszuführen und die berufliche „Bindung“ aufzubauen.

Technisch in Ordnung aber nicht überragend

Wie schon vorweg geschrieben, sieht man Yakuza Kiwami den Zahn der Zeit an. Hier muss ich aber gleichzeitig auch ein großes ABER einfügen, denn kann Yakuza Kiwami zwar nicht mit einem Horizon: Zero Dawn mithalten, muss sich aber auch keinesfalls verstecken. Vor allem die detailreichen Gesichter und Mimik stehen den schrägen Charakteren wunderbar zu Gesicht.

Yakuza Kiwami
Auch wenn Yakuza Kiwami optisch nicht überragend ist, muss es sich nicht verstecken.

Punkteabzug gibt es im Gegensatz in der Synchronisation und Lokalisierung. Yakuza Kiwami lässt sich nämlich nur in japanischer Sprache – wo auch nicht alle Dialoge vertont wurden – hören und in englisch lesen. Der wechselhafte Soundtrack hingegen geht sofort ins Ohr und passt sich jeder Situation sehr gut an.


Fazit: Award

Ehrlich gesagt gehöre ich zu der Sorte von Spielern, welche sich nie so richtig an Yakuza heran getraut haben. Im Nachhinein frage ich mich allerdings: Verdammt nochmal, was hat mich davon abgehalten? Yakuza Kiwami konnte mich von der ersten Minute an packen. Die Kämpfe machen unfassbar viel Spaß und der Bezirk in welchem sich Kazuya bewegt lädt zu einer ganzen Reihe von Aktivitäten außerhalb der intensiv erzählten Haupthandlung ein. 

Dennoch erntet Yakuza Kiwami nicht nur Ruhm. Technisch bewegt es sich nur auf einem guten Mittelmaß. Sowohl im Bereich der optischen Darstellung, als auch im Bereich der Lokalisierung ist noch deutlich Platz nach oben. Desweiteren empfinde ich 15 Stunden für ein Spiel wie Yakuza Kiwami ein wenig gering, obwohl sich der neue Prolog unfassbar in die Länge zieht. Wer zum Beispiel das vorher erschienene Yakuza Zero ins Auge fasst, der sollte das Doppelte in puncto Spieldauer einplanen.


 

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