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PS4 Tests Xbox One

Wulverblade Review

Entwickler Darkwind Media bringt das klassische Sidescrolling-Beat ‚em Up Wulverblade auf PlayStation 4 und Xbox One. Nachdem der düstere Brawler bereits auf der Nintendo Switch begeistern konnte, haben wir uns erneut in die blutige Schlacht gewagt, um den einfallenden Römern Einhalt zu gebieten. Welche Neuerungen die Umsetzung bietet und ob sich ein Kauf lohnt, klärt unser Review

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Wulverblade – Blutig, düster und cool

Wulverblade ist im Britannien des Jahres 120 n.Chr. angesiedelt. Eure Aufgabe ist denkbar simpel: Ihr müsst eure Heimat gegen die einfallenden Römer verteidigen. Eine wirklich packende Handlung könnt ihr vom Spiel also nicht erwarten, wohl aber klassisches Sidescroller-Gameplay im Stile eines Golden Axe oder Streets of Rage. Das macht aber auch Nix, immerhin brauchten auch die Genre-Klassiker keiner oscarreife Story, wenn das Gameplay stimmte. 

Um die römische Streitmacht zurückzuschlagen, stehen euch drei Charaktere zur Auswahl, welche genretypisch mit unterschiedlichen Fähigkeiten daherkommen. Die Auswahl orientiert sich dabei an den gängigen Standards. Ein ausgeglichener Kämpfer wird durch einen monströsen Hünen ergänzt, der besonders hart, aber langsam angreift. Als dritte im Bunde steht euch eine fesche Dame zur Wahl, die zwar nicht viel einstecken, dafür aber besonders schnell zuschlagen kann.

Wulverblade
In Wulverblade metzeln wir uns durch die römische Streitmacht.

Habt ihr euch für eure Spielfigur entschieden, steht dem wohligen Gemetzel Nichts mehr im Wege. Wer schon einmal ein Sidescrolling-Beat ‚em Up gespielt hat, weiß wie der Hase läuft. Auch in Wulverblade kämpft ihr euch von links nach rechts über den Bildschirm und schickt dabei herannahende Feinde ins Jenseits. Am Ende eines jeden Levels erwartet euch dann ein Bossgegner, der es faustdick hinter den Ohren hat. Ja, Wulverblade ist beileibe kein einfaches Spiel und weist die eine oder andere Parallele zu Dark Souls auf, zumindest werdet ihr ähnlich oft das Zeitliche segnen.


Ziemlich knackig

Während das erste der insgesamt acht Level euch als Tutorial mit der Steuerung vertraut macht, geht es im zweiten Akt von Wulverblade bereits ans Eingemachte. Wenn sich euch zehn oder mehr Gegner von beiden Bildschirmseiten nähern, wird es mitunter ziemlich knackig.

Solche Spitzen im Schwierigkeitsgrad können mitunter ziemlich frustrierend sein, zumal ihr bei dem Getümmel auf dem Bildschirm nicht immer den Überblick behalten könnt. Wie auch in Dark Souls ist die Freude über einen besiegten Boss dafür allerdings umso größer. 

Wulverblade
Der Schwierigkeitsgrade ist stellenweise ganz schön knackig.

Das liegt auch an dem für das Genre nicht unbedingt typischen, enorm taktischen Kampfsystem. Angegriffen wird per Tastendruck, doch in Kombination mit dem linken Stick könnt ihr eure Attacken zusätzlich variieren und so beispielsweise nach einem Sprung den Boden zerschmettern oder mit dem Schild in der Hand durch die Feinde pflügen. Zusätzlich dürft ihr einmal pro Level Wölfe zur Hilfe rufen, die eure Widersacher zerfleischen. Ist eure Energie-Leiste gefüllt, könnt ihr zudem kurzzeitig in Rage geraten und werdet unverwundbar.

Gerade bei den coolen Bosskämpfen erweisen sich Ausweich-Sprünge und Blocks mit dem Schild als eure Lebensversicherung. Zumal ihr mit perfekt getimeten Angriffen eure Gegner parieren könnt. Die Bosse sind allerdings eine Spur zu stark ausgefallen, zumal sich deren Lebensbalken über den gesamten Bildschirm erstreckt und ihr zunächst einmal ihr Schild herunterkloppen müssten.

Etwas ärgerlich zudem, dass die Rücksetzpunkte zu spärlich gesät sind. So müsst ihr nach eurem Tod mitunter wieder ein ganzes Stück laufen, um zum Ort eures Ablebens zu gelangen. 

Wulverblade
Leider gibt es zu wenige Rücksetzpunkte.

Mit gerade einmal acht Leveln ist die Kampagne von Wulverblade leider enorm kurz ausgefallen. Für etwas Wiederspielwert sorgen da der zusätzliche Arcade-Modus, bei dem euch nur drei Leben zur Verfügung stehen, sowie der Arena-Modus, in dem ihr immer stärker werdende Wellen von Gegnern bekämpft. Ein wenig mehr Umfang wäre für den Preis von 14,99 Euro schön gewesen.


Klassiker in neuem Gewand

Das größte Kompliment, dass man Wulverblade machen kann ist, dass das Gameplay direkt aus den Genreklassikern der 80er- und 90er-Jahre entsprungen sein könnte. Wer damals schon Spaß an dem Genre hatte, wird auch dieses Spiel lieben. Es ist erbarmungslos, knackig und brutal. Mit seinem taktischen Kampfsystem spielt sich Wulverblade allerdings variantenreicher, als so mancher andere Genrekollege.

Allerdings muss man dies dem Spiel auch vorwerfen. Wirklich eigene Ideen, Minispiele oder andere Nebenaufgaben sucht ihr vergebens. Ihr seid die gesamte Zeit damit zugange, euch von links nach rechts über den Bildschirm zu metzeln. Andere Aufgaben? Fehlanzeige. Wer das nicht mag, wird mit dem Spiel kaum Freude haben.

Und dennoch solltet ihr Wulverblade eine Chance geben. Besonders im Koop-Modus mit maximal zwei Spielern kann der Titel überzeugen. Dabei richtet sich das Spiel jedoch ausschließlich an erwachsene Spieler, denn es geizt nicht mit rotem Lebenssaft. Gerne dürft ihr eure Feinde auch mit abgehackten Gliedmaßen bewerfen oder mit einem brutalen Finisher das Leben aushauchen.

Wulverblade
Technisch macht das brutale Spiel eine hervorragende Figur.

Aus technischer Sicht ist Wulverblade zudem vollends gelungen. Gerade der düstere, wunderschöne Comic-Look weiß zu gefallen. Besonders die detailreichen Charaktermodelle und die wunderschönen Umgebungen können überzeugen. In Kombination mit den teils witzigen Animationen ergibt sich so ein rundum stimmiger, blutiger Look, der direkt aus einem Comic stammen könnte. Auf PlayStation 4 und Xbox One läuft das Geschehen zudem in butterweichen, konstanten 60 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm.

Abgerundet wird die dichte Atmosphäre zudem durch einen gelungenen Soundtrack, der das Spielgeschehen hervorragend untermalt. Auch die herausragenden, englischen Sprecher können vollends überzeugen. Eine Seltenheit bei solch kleinen Indie-Titeln. Deutsche Sprachausgabe und Texte sucht ihr allerdings vergebens.


Fazit:

AwardWulverblade ist eine Hommage an die Genreklassiker der 1980er- und 1990er-Jahre, an dem es abgesehen von dem geringen Umfang und dem teils zu hohen Schwierigkeitsgrad kaum etwas zu bemängeln gibt. 

Vor allem das facettenreiche Kampfsystem hat es mir angetan. Wenn ich mich im Koop-Modus durch die herannahenden Römer metzele und bei dem Getümmel auf dem Bildschirm gleichzeitig angreifen und blocken muss, wird das mitunter ganz schön knifflig. Aber so waren die Spiele damals eben.

Zudem sieht der Titel grafisch einfach nur hervorragend aus und läuft trotz brachialer Daueraction und herumfliegender Körperteile butterweich. Wer mal wieder Lust auf ein klassisches Sidescrolling-Beat ‚em Up ohne Schnickschnack hat und bestenfalls noch mit einem Freund losziehen will, sollte sich Wulverblade unbedingt einmal anschauen. Es lohnt sich.


 

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