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Xenoblade Chronicles 2 Review

Mit Xenoblade Chronicles 2 aus dem Hause Monolith Soft, erschien das „letzte“ große Highlight für die Nintendo Switch im Jahr 2017. Die Titel der XenoMetaserie (zehn Spiele zum jetzigen Zeitpunkt) bestachen in der Vergangenheit vor allem durch packende Geschichten, ein tolles Gameplay und glaubwürdige Charaktere. Ob Xenoblade Chronicles 2 diesen Leitlinien gerecht wird, zeigt euch unser Testbericht!

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Die Xeno-Reihe im Überblick

Doch bevor wir zum eigentlichen Review kommen, hier einmal ein Überblick zu der Xeno-Metaserie:

  • 1998 – Xenogears
  • 2002 – Xenosaga Episode I
  • 2004 – Xenosaga Freaks, Xenosaga Episode II
  • 2006 – Xenosaga I & II, Xenosaga Episode III
  • 2010 – Xenoblade Chronicles
  • 2015 – Xenoblade Chronicles (New 3DS), Xenoblade Chronicles X
  • 2017 – Xenoblade Chronicles 2


Einen riesigen Turm sollt ihr erklimmen

Eines vorweg: Ihr müsst keinen Titel der Reihe gespielt haben, um Xenoblade Chronicles 2 zu verstehen. Die Handlungen der einzelnen Spiele sind nur selten miteinander verknüpft. So ist auch Xenoblade Chronicles 2 ein Titel mit eigenständiger Storyline, sodass auch Serien-Neulinge ihre Freude haben können.

Im neuesten Ableger übernehmt ihr die Rolle des Tiefseetauchers Rex, welcher das Wolkenmeer unsicher macht. Dieses seltsame Meer entstand im Umkreis eines mysteriösen Turms der gen Himmel ragt. Auf der Spitze des aus riesigen Ranken bestehenden Fundaments soll sich der Geburtsort aller Lebewesen, „Elysium“, befinden. Die Geschichte besagt, dass alle Lebewesen aus Elysium vertrieben wurden, sodass sie ihr akuelles Dasein auf den Rücken riesiger bewohnbarer Titanen (lebendige Himmelsinseln?) und Luftschiffen fristen. Mit der Zeit scheint Elysium in Vergessenheit geraten zu sein, sodass der Ort oft nur noch im Rahmen eines Märchens erwähnt wird.

Unsere Handlung setzt da an, wo Protagonist Rex einen lukrativen Bergungsauftrag annimmt. Er soll eine „Klinge“ bergen, welche auf dem Grund des Wolkenmeeres liegt. Die „Klinge“ entpuppt sich dabei schließlich als eine junge attraktive Frau mit dem Namen „Pyra“. Anders als bei anderen (J)RPGs hantiert ihr in Xenoblade Chronicles 2 mit personifizierten Waffen. Diese haben eigene Persönlichkeiten, führen Dialoge und bieten hilfreiche Fertigkeiten. Durch unvorhergesehene Vorkommnisse, verbinden sich die Seelen von Rex und Pyra, welche ihn schließlich bittet sie nach Elysium zu bringen. Im späteren Verlauf werde ich noch mehr im Detail auf die Klingen eingehen.


Hey! Der schlägt ja automatisch zu

Serientypisch führt euer Held seine Basis-Angriffe ohne jeglichen Knopfdruck aus. Wie in fast jedem JRPG kämpft ihr aber nicht nur alleine. Neben drei im Kampf wechselbaren Klingen pro Charakter, bestreitet ihr als bis zu dreiköpfiges Team – wo obendrein jeder noch seine eigene Klinge hat – die Auseinandersetzungen.

Durch die automatischen Hieb-Angriffe ladet ihr bis zu drei Spezialattacken eurer Klingen auf, welche ihrerseits wiederum eine Leiste für einen noch mächtigeren Angriff füllen. Diese Attacke wird schließlich von der Klinge selber durchgeführt. Um damit großen Schaden anzurichten, gilt es anhand eines Quick-Time-Events den richtigen Knopf zum korrekten Zeitpunkt zu drücken.

Habt ihr alle grundlegenden Aspekte des Kampfsystems verinnerlicht und begriffen, so lassen sich ungeahnte Verkettungen von Combos starten oder eine ultimative Fähigkeit aktivieren. Dessen ungeachtet ist es möglich Gegner mit speziellen Angriffen ins Schwanken zu bringen und sie anschließend mit einer weiteren Fähigkeit umzuwerfen. Dadurch ist der Feind benommen und erleidet mehr Schaden. Ihr kämpft nicht nur gegen zahlreiche finstere Kreaturen, sondern tretet auch gegen andere Meister und ihre Klingen an. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei angenehm fordernd, rutscht aber in keinem Fall ins Unfaire ab.


Schnapp sie dir alle!

Klingen erhaltet ihr von sogenannten Kernkristallen (wie man diese gut farmen kann erfahrt ihr hier), welche ihr teilweise im Verlauf der Handlung oder aber durch das Besiegen von Monstern und dem Plündern von Schatzkisten bekommt. Neue Helfer erscheinen dann, wenn ihr eines der besagten Artefakte resoniert. Die Kristalle gibt es in unterschiedlichen Seltenheitsstufen, die sich letztliche auf die beschworene Klinge auswirken. Bei einem gewöhnlichen Kristall habt ihr somit weniger Chancen eine seltene Klinge zu bekommen, als mit einem seltenen- oder gar prächtigen Stein. Kurzum ist es Zufall, welche und was für eine Waffe aus der Resonanz hervorgeht. Seltene Unterstützer bestechen durch ein einzigartiges Aussehen.

Jede Klinge hat ihr eigenes Element (Licht, Dunkelheit, Feuer, Wasser, Wind, Eis und Erde), wie auch Rollenverteilung (Angriff, Abwehr, Heiler), Eigenschaften und Spezialfähigkeiten. Darunter zum Beispiel das Knacken von Schlössern oder die Suche nach Mineralien. Diese individuellen Fähigkeiten sind auch bitter nötig, da ihr an bestimmten Stellen sonst nicht weiter kommt.

Um die Eigenschaften aufzuwerten, hat jede Klinge, wie auch ihr jeweiliger Meister, ein Harmonienetz, welches sich durch das Absolvieren bestimmter Kriterien erweitert. Ebenso gilt es die Bindung zum Waffen-Persona zu stärken und sie mit ihren Lieblingsgegenständen zu versorgen.


Der erwachsene Look ist nicht mehr

Anders als beim Vorgänger Xenoblade Chronicles X, entschieden sich die Entwickler bei den Monolith Studios für einen charmanten farbenfrohen Anime-Look. Das vermag auf den ersten Blick etwas ungewohnt sein, bringt aber die Emotionen und Persönlichkeiten der vielschichtigen Charaktere sehr gut rüber. Während Pyra anfangs beispielsweise wie das klischeehafte Prinzesschen in Not wirkt, wird im Laufe der Geschichte schnell klar, dass sich doch weitaus mehr hinter ihrer Fassade versteckt, als man zu Anfang annimmt.  Auch die Bindungen innerhalb der Gruppe schaffen es den Spieler zu überzeugen und mitzureißen.

Dazu gesellen sich noch weitläufige Titanen, welche nur so vor Leben strotzen. Zahlreiche Kreaturen und Lebensformen grasen umher, während sich die Bewohner der Dörfer über Gott und die Welt unterhalten. Hinzukommen noch Unmengen von Nebenaufgaben, welche es zu bewältigen gilt.

Jeder Titan bietet außerdem eine andere Landschaft, weshalb wir einmal beispielsweise durch eine Wüstengegend stiefeln müssen, während uns ein anderes Mal ein giftiger Sumpf erwartet.


Probleme mit der Technik

Spielerisch handelt es sich bei Xenoblade Chronicles 2 um ein grandioses JRPG. Doch an der technischen Front ist es keineswegs fehlerfrei. Die surrealen Landschaften sind bombastisch und auch die Charaktermodelle können überzeugen, die Framerate hingegen nicht. Zwar läuft das Spiel meistens mit 30 Bildern pro Sekunde, doch bei großen und vollbepackten Landschaften sind doch einige Ruckler zu spüren. Auch im Handheldmodus baut der Titel deutlich an optischer Qualität ab und wirkt anfälliger für Ruckler. 

In Relation zu dem bombastischen Soundtrack und einer überragenden japanischen Synchronisation fällt außerdem die asynchrone englische Synchronisation etwas negativ auf. Einige Sprecher wirken für ihre Rollen einfach fehl am Platz und zusätzlich wirken viele Vertonungen zudem nicht lippensynchron.


Fazit:

AwardWas Monolith Soft hier mit Xenoblade Chronicles 2 abliefert, kann man schlichtweg als rundum gelungenes Komplettpaket bezeichnen. Die weitläufigen Welten sind voller Leben, die Charaktere glaubwürdig, der Soundtrack über alle Maßen erhaben und die Story zu jeder Zeit spannend. Das einzigartige Kampfsystem wirkt zwar zu Anfang etwas langweilig, entfaltet aber sein wahres Potential, sobald man die gesamten Feinheiten verinnerlicht hat. Auch der Sammelwahn wird dank der zahlreichen Klingen unterstützt, sodass neben der Haupt- und Nebenquests für genug Langzeitmotivation gesorgt ist.

Den einzigen Punkteabzug, welchen sich das Spiel gefallen lassen muss ist im Bereich der Technik. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass Xenoblade Chronicles 2 dank des mobilen Aspektes der Nintendo Switch auch unterwegs gespielt werden kann.

Von mir daher eine klare Kaufempfehlung für JRPG- und Xeno-Fans! Doch auch Neulinge sollten dem Titel eine Chance geben und einen Blick auf eines der besten Rollenspiele des Jahres werfen!


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