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Vorschau Wii U

Vorschau: Bayonetta 2

In etwa zwei Monaten erscheint der nächste große Kracher für die Wii U! Mit Bayonetta 2 steht der Konsole die Fortsetzung zu Platinum Games‘ Hit von 2010 ins Haus. Wir konnten uns schon einmal den Anfang des Spiels anschauen und verraten euch, weshalb ihr euch auf eines der Highlights des Jahres freuen dürft!

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Willkommen zurück, Bayonetta!

Es mag nur viereinhalb Jahre her sein, dass Bayonetta auf den Markt kam, doch als der bekannte Schriftzug mit ebenso bekannter Musik über den Fernseher lief, dieses Mal mit einer „2“ versehen, da kam doch so etwas wie Nostalgie auf. Und die hat da nicht geendet, im Gegenteil: Platinum Games heißt alle Fans willkommen mit einem dicken Intro, dass nicht von ungefähr an den Anfang des Vorgängers erinnert. Da treffen wir auf Enzo, Jeanne und siehe da, Rodin ist auch wieder mit von der Partie. Der Kurzhaarschnitt steht Bayonetta ausgesprochen gut, dafür hat sich Jeanne die Haare wachsen lassen. Enzo will mit all dem zwar nichts zu tun haben, doch gerät mal wieder unglücklich mit in das Desaster und Rodin… Seine Glatze ist immer noch so blank poliert wie im Erstling und seine Bar lädt auch im zweiten Teil zu Shopping Touren ein. Die Geschichte setzt direkt nach dem Ende des Erstlings an und zeigt uns, wie die Umbra Hexe Bayonetta mit ihrem wiedergefundenen Gedächtnis ihr Leben genießt. Da Weihnachten vor der Tür steht, wird fleißig geshoppt und eine Parade soll später auch noch stattfinden – was für ein Fest! Doch nichts kommt so wie es soll und so finden sich Bayonetta und Jeanne binnen weniger Minuten in der Action wieder.

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Da wird auf einem abstürzenden Jet gekämpft, bis es auf einen Zug geht, welcher vor einer zusammenbrechenden Brücke davon heizt. Sofort merkt man: Die Mädels und Jungs von Platinum haben ihr Handwerk nicht verlernt! Die Framerate ist butterweich bei 60 FPS, was bei einem so reaktionsabhängigen Spiel ein absolutes muss ist. Aber auch die Hintergründe, auf die man beim eigentlichen spielen aufgrund der Hektik gar nicht achten kann, sind Atemberaubend und zaubern ein Farbspektakel auf den Bildschirm, dass seinesgleichen sucht. Die Steuerung ist von der Tastenbelegung her identisch zum Vorgänger, Kenner werden sich also sofort zurecht finden. Dennoch hat man für den ersten Kampf ein sehr hilfreiches Tutorial ins Spiel gepackt. Üben kann man dann auch in den wenigen Ladepausen, die das Spiel hin und wieder einlegen muss, einzelne Kapitel, die durchaus ihre gute Stunde dauern können, werden jedoch nie unterbrochen – selbst wenn konstant zwischen Cutscene und Gameplay gewechselt wird.

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Großes Hack’n Slay 1×1

Bayonetta 2 ist ein typisches Hack’n Slay im Stile von Devil May Cry (was durch Hideki Kamiya, Erfinder beider Reihen nicht von ungefähr kommt) oder God of War. Mit drei Angriffstasten stehen euch unzählige Kombos zur Verfügung, weitere lassen sich in Rodins Shop dazukaufen. Seht ihr den Gegner zum Angriff ansetzen heißt es ausweichen. Tut ihr dies im allerletzten Moment, wechselt Bayonetta für einen kurzen Moment in die Hexenzeit, in welcher sich bis auf Bayonetta selbst alles in Zeitlupe bewegt. Gelingt euch dies einige Male, könnt ihr als Hexe auch Magie sprechen lassen. Von den Folterungen, die extra Boni geben, über den Umbra-Klimax, welcher euch für ein gewisses Zeitfenster über stärkere Angriffe vollführen lässt, hin zu den Aufrufen von Monstern, die aus dem Haar der Protagonistin beschworen werden, ist alles dabei, was das Herz begehrt. Hier wird noch japanischer Wahnsinn zelebriert und genau dafür sollte man Platinum Games lieben! Aber nicht nur eure Angriffe und Aufrufe werden im Spielverlauf größer, auch die Gegner können sich sehen lassen. Wenn ihr euch bereits im Prolog mit einem Dinosaurier ähnlichen Monster ein Hochhaus hochprügelt, während Bayonetta mit Schmetterlingsflügeln Angriffen ausweicht und im Umbra-Klimax selbst austeilt, weiß man sofort das hier ordentlich die Post abgeht.

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Doch das Spiel gibt auch immer Raum zum durchatmen, zum erholen. So erkundet man kleinere Stadtareale, die wundervoll in Szene gesetzt sind und etwa wie das erste Setting, an Venedig erinnern. Schöne Reflexionen im Wasser, einstrahlendes Licht durch Häuserschluchten, enge Gassen, große Paläste – man verliebt sich sofort in die Bildgewalt, die einem geboten wird. Gelegentliche grobe Texturen findet man nur, wenn man unbedingt danach sucht, hier und da erkennt man im Hintergrund die Tricks, mit denen gearbeitet wurde. Doch das Gesamtbild kann sich sehen lassen. Es ist vielleicht nicht auf Xbox One und PlayStation 4 Niveau, aber der Artstyle, die Präsentation holen hier die Punkte ein. Man will gar nicht mehr raus aus dieser Welt und das ist ein Trend, den man schön aus dem Erstling fortgeführt hat.

In den ruhigeren, offeneren Passagen kann man Umbra Truhen finden, welche mit Boni locken, etwa Zelda ähnlichen Herzteilen, die bei vier eingesammelten die Energieleiste erweitern oder Zutaten für den Hexenkessel, in welchem man sich hilfreiche Lutscher zusammenbraut. Nicht nur gibt es wesentlich mehr Truhen pro Abschnitt zu finden als noch im Vorgänger, einige dieser sind nun auch in Splitter aufgeteilt, die man unter Zeitdruck einsammeln muss. Die Belohnungen dieser Truhen sind dafür aber auch besonders wertvoll, die Steuerung für diese Passagen zu meistern ist den Aufwand wert. Generell lässt sich Bayonetta wieder präzise durch die Umgebung manövrieren, ein Doppelsprung und die oben erwähnten Schmetterlingsflügel helfen bei kniffligen Plattformer Abschnitten.Bayonetta_2_Screen_5

Hier spielt die Musik

Wieder wird man pro Bereich im Level bewertet, alle Punkte zusammen ergeben dann die Endbewertung. Hier lässt sich schnell erahnen, dass in den Leveln noch so viel mehr steckt, denn beim ersten Durchlauf könnt ihr durchaus an Kampfarealen vorbeilaufen, die euch zusätzlich Punkte einbringen. Je besser die Punktzahl, desto mehr Heiligenscheine gibt es. Und je mehr man davon hat, desto mehr kann man sich in Rodins Shop leisten. Neben neuen Waffen, die durch die bekannten goldenen Schallplatten freigeschaltet werden, über Zutaten für den Hexenkessel, bis hin zu neuen Kombos und Bonus Kostümen, ist alles vertreten und kostet mehr als einen Durchlauf um sich alles gönnen zu können. So erhält das Spiel einigen Wiederspielwert, den das fesselnde Gameplay ebenfalls rechtfertigt.

Darüber hinaus bekommt man einen wunderbaren Soundtrack auf die Ohren, welcher an den Erstling erinnert, aber zumindest bis zu unserem aktuellen Spielstand keine Musik kopiert oder geremixt hat. Stattdessen folgt Neukomposition auf Neukomposition, die sich alle hören lassen können, allerdings gibt es hier ein kleines Manko: Die Abmischung ist noch nicht ideal, selbst bei voller Lautstärke geht die Musik in bombastischeren Momenten hin und wieder unter. Da muss man dann selbst die Regler für die Effekte und die Sprachausgabe anpassen um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Apropos Sprachausgabe: Diesmal können Puristen auch die japanische Tonspur anwählen, was in diesem Fall aber kein Muss ist. Im Gegenteil: Die englischen Sprecher des Originals nehmen ihre Rollen erneut auf und das kann sich hören lassen. Bayonettas versnobter, britischer Akzent passt wie die Faust aufs Auge, Rodins trockene Sprüche sind immer noch so cool und locker, wie man es gewohnt ist.Bayonetta_2_Screen_6

Fazit: Must Have!

Nach über 4 Stunden Spielzeit ist klar: Das ist der Bayonetta Nachfolger, den sich die Fans gewünscht haben! Das Gameplay ist 1:1 übernommen und erweitert worden, der Platinum typische Charme und Witz ist erhalten geblieben und der Bombast ist allein schon im Prolog würdig des Erstlings. Mir kamen immer wieder Freudentränen, denn das Spektakel sieht zudem noch verboten gut aus und es läuft genau so flüssig, wie es ein vernünftiges Hack’n Slay eben muss. Ich habe mich sofort in die neuen Musikstücke verliebt und die englischen Sprecher wieder zu hören war ein Genuss. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weiter geht und was mich inszenierungstechnisch noch alles erwarten wird. Ob die Story der Bringer ist und wie es um den Multiplayer steht? Das werden wir euch rechtzeitig zum Release in unserem vollständigen Test verraten. Doch wenn alles so bleibt wie nach unserem ersten, ausführlichen Eindruck, dann hat Nintendo eine absolut empfehlenswerte Investition gemacht. Für alle die eine Wii U haben oder noch auf das Kaufargument gewartet haben: Zuschlagen, sobald es in den Händlerregalen steht. Ein besseres Argument gibt es nun wirklich nicht!


Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Preview-Musters!

 

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