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Trailblazers Review

Wenn ein neues Studio aus Entwickler-Veteranen, die in der Vergangenheit für Codemasters, Bizarre Creations und Lionhead werkelten, ein Rennspiel veröffentlicht, dürfte die Qualität fast automatisch sichergestellt sein oder? Die Rede ist von Trailblazers, dem neuen Koop-Arcade-Racer von Supergonk Games, welches auf den ersten Blick Spielelemente von Splatoon mit einem Rennspiel kombiniert. Doch funktioniert diese Mischung überhaupt?

Trailblazers
Klicken für den Trailblazers Trailer

Willkommen zu Trailblazers

Trailblazers ist ein neuartiges Koop-Rennspiel bei dem sich alles um packende 3-gegen-3-Teamrennen dreht und zwar auch in der Einzelspielerkampagne. Dabei greift der Racer auf eine Spielmechanik zurück, die Nintendo-Fans bestens bekannt sein dürfte: In bester Splatoon-Manier färbt ihr (während des Rennens) die Strecke in euren Teamfarben ein. 

Während euch eure Farbe einen Boost verleiht, bremst euch die gegnerische Bemalung aus. So könnt ihr auf den abwechslungsreichen Kursen verschiedene Bereiche einnehmen und so den Streckenverlauf verändern. Je länger ihr auf eurer Farbe unterwegs seid, desto schneller wird euer Vehikel. Bis zu vierfacher Boost ist möglich.

Trailblazers
In Trailblazers färbt ihr die Strecke ein, um Boost zu erhalten

Kernstück des Spiels ist neben dem missionsbasierten Singleplayer-Modus vor allem der Multiplayer, welchen mit bis zu vier Spielern an einer Konsole oder online mit maximal sechs Rennfahrern angehen dürft. Sogar im Splitscreen dürft ihr es mit Spielern aus der ganzen Welt aufnehmen. Hinzu gesellt sich Cross-Plattform-Play mit der anderen Konsole, beziehungsweise den anderen Konsolen, wenn Trailblazers im Juni auch für Nintendo Switch erscheint. Das klingt doch schon mal nach einer Menge Spaß, doch wie gut spielt sich Trailblazers nun wirklich?


Purer Arcade-Spielspaß

Trailblazers
Simpel, schnell und ziemlich cool!

Bereits nach wenigen Spielminuten offenbart Trailblazers sein spielerisches Potential als puristischer Arcade-Racer. Mit einer Taste gebt ihr Gas, mit einer weiteren betätigt ihr die Bremse (welche ihr allerdings allerhöchstens in engen Haarnadelkurven benötigt). Eine weitere Taste dient dazu, die Strecke für euch und eure Teamkameraden einzufärben, während ihr mit einer anderen Taste eure Gegner mit Farbe beschießen und so kurzerhand aus der Bahn werfen könnt. Vorausgesetzt natürlich, eure Farbleiste ist prall gefüllt.

Diese füllt sich im Rennverlauf mit der Zeit auf. Schneller geht es jedoch, wenn ihr durch kombinierte Boosts oder erfolgreiche Angriffe auf die anderen Fahrer Punkte sammelt. Das simple Gameplay habt ihr bereits nach wenigen Minuten verinnerlicht und genau dann beginnt Trailblazers auch schon, sein Potential zu entfesseln. Das packende Spielprinzip macht jedenfalls erstaunlich viel Spaß. Zumindest bis ihr bemerkt, dass nur sehr wenige Spielmodi zur Auswahl stehen.

In den Rennen kämpft ihr entweder als Team um den Sieg, müsst zusammen mit euren Kameraden eine bestimmte Punktzahl knacken oder über mehrere Runden eine vorgegebene Bestzeit erreichen. Dafür belohnt euch der Racer in der Karriere mit Tokens, die wiederum neue Events freischalten.

Apropos Karriere: Diese ist mit Sicherheit nicht das Kernstück von Trailblazers, sondern dient euch eher als eine Art Tutorial. Sonderlich motivierend ist diese nämlich leider nicht ausgefallen. Redundante Comic-Textpassagen reihen sich hier aneinander, die sich glücklicherweise überspringen lassen. Ansonsten absolviert ihr ein Event nach dem Anderen, ohne packende Inszenierung oder frische Ideen. Trailblazers ist vor allem auf den schnellen Multiplayer-Spielspaß ausgelegt und genau da punktet der coole Koop-Racer auch.


Soooo bunt

Trailblazers
Das Streckendesign ist gelungen.

Doch hat Trailblazers tatsächlich das Zeug, der nächste Multiplayer-Kracher im Stile eines Rocket League oder Fortnite zu werden? Leider nicht ganz, denn dafür mangelt es dem Rennspiel ein wenig an Abwechslung. Was aber nicht bedeutet, dass es sich um ein schlechtes Spiel handelt.

Trailblazers macht gerade im Multiplayer eine Menge Spaß! Der coole Gameplay-Mix aus Splatoon und Racer funktioniert hervorragend und es ist eine wahre Freude, die abwechslungsreichen Kurse für euer Team zu erobern. Dank simpler Steuerung haben auch Anfänger leichtes Spiel. Zumal der Titel mit einem äußerst gelungenen Elektro-Soundtrack punktet, der für mitreißende Rennen sorgt. 

Der retrofuturistische Soundtrack passt jedenfalls hervorragend zum Spiel und so ergibt sich in Kombination mit der durchaus ansehnlichen Cel-Shading-Optik aus der Feder des prämierten Künstlers  Will Milton ein ganz besonderes, audiovisuelles Erlebnis. Schade nur, dass es in unserer Testversion nicht selten zu nervigen Slowdowns kam. Diese Probleme wollen die Entwickler allerdings mit einem Day-One-Patch beheben, der pünktlich zum Release bereitstehen soll.

Besonders durch den Boost ergibt sich in Trailblazers ein enormes Geschwindigkeitsgefühl, welches sich hinter den Genrekönigen wie WipEout und Co nicht verstecken muss. Auch das Design der Strecken ist hervorragend gelungen, zumal die Wüsten- oder Dschungelkurse mit vielen Abkürzungen und alternativen Routen aufwarten.


Fazit:

Für das Erstlingswerk der neuen Entwickler ist Trailblazers sehr gut gelungen. Ich jedenfalls hatte bei meinem Test eine Menge Spaß. Klar: Die Karriere ist äußerst dröge und ein paar mehr Rennmodi hätten dem Racer gut getan. Aber die frische Idee aus einem kompetitiven Team-Rennspiel und der Einfärbe-Mechanik gefällt mir ausgesprochen gut.

Auch wenn der Titel nicht ganz in die Spielspaßregionen anderer Multiplayer-Hits vordringen kann, kann ich das Spiel für Freunde von unkomplizierten Arcade-Racern wirklich empfehlen. Das Streckendesign und der Soundtrack sind hervorragend gelungen, auch grafisch macht das Spiel macht das knapp 30 Euro teure Downloadspiel einiges her. 


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