Image default
PS4 Tests

Testbericht: Uncharted 4 – A Thief’s End

Wenn Naughty Dog und Nathan Drake zum Tänzchen bitten, dreht die PlayStation-Spielerschaft durch. Und das zu Recht, immerhin zählt die im Jahr 2007 ins Leben gerufene Action-Adventure-Reihe nicht nur zu den beliebtesten, sondern auch zu den besten Genrevertretern der aktuellen Zeit und vereint Erkundung, actiongeladene Kämpfe und das Sammeln von Schätzen zu einem unvergleichlichen Mix. Uncharted 4 bildet das letzte Kapitel rund um den charismatischen Serienhelden und ist dabei schöner, größer und besser als je zuvor. Warum der Titel in keiner Sammlung fehlen darf und ein heißer Anwärter auf das Spiel des Jahres ist, verrät unser Test.

Nathan kann den Ruhestand nicht lange genießen
Nathan kann den Ruhestand nicht lange genießen

 


In der Ruhe liegt die Kraft

Eigentlich könnte alles so einfach sein. Nach den emotionalen und kräftezehrenden Ereignissen des Vorgängers, genießen unser Held und seine Frau Elena den wohlverdienten Ruhestand. Genug Banditen wurden dingfest gemacht, genug Schätze gejagt und genug altertümliche Ruinen erkundet. Jetzt einfach mal die Füße hochlegen, den einen oder anderen Cocktail schlürfen und einfach Nichts tun, das wäre es… Leider, oder für uns Spieler zum Glück, hat Nathans totgeglaubter Bruder Sam da ganz andere Pläne und erbittet unsere Hilfe. Sam ist einer Verschwörung um die sagenumwobene Piratenkolonie Libertatia auf Madagaskar auf der Spur. Auch ein mysteriöses Artefakt des bekannten Freibeuters Henry Avery spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle: Kein Wunder also, dass die beiden Brüder nicht die Einzigen sind, die dem Schatz hinterher jagen.

Und so beginnt das Abenteuer erneut, diesmal verschlägt es das Geschwisterpaar dabei in die unterschiedlichsten Regionen rund um den Erdball – ob tropische Dschungelinsel, malerische Stadt oder schneebedeckte Berge, Uncharted 4 bietet ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Umgebungen, welche allesamt eine Gemeinsamkeit aufweisen: Sie sehen absolut atemberaubend aus! Entwickler Naughty Dog liefert uns mit dem Titel das vermeintlich schönste Konsolenspiel aller Zeiten, welches uns fast im Sekundentakt die Kinnlade herunterklappen lässt. Nicht nur die Umgebungen setzen in Sachen Detailverliebtheit dabei neue Maßstäbe, auch die Animationen und die Mimik der einzelnen Figuren spielen in der obersten Liga.

Technisch, aber auch spielrisch ist Uncharted 4 über jeden Zweifel erhaben
Technisch, aber auch spielrisch ist Uncharted 4 über jeden Zweifel erhaben

Der Titel präsentiert sich erwachsener und in Sachen Story auch weitaus emotionaler, als die vorangegangenen Teile. Hier merkt man die Entwicklern die Erfahrung mit The Last of Us spürbar an, denn Uncharted 4 vermag in Sachen Hintergrundgeschichte auf einem ähnlich hohen Niveau zu fesseln. Gerade der Wechsel zwischen ruhigen Charaktermomenten, welche die zwischenmenschliche Beziehung der einzelnen Figuren hinterleuchten und der actiongeladenen Story rund um den Piratenschatz funktionieren in Kombination hervorragend und sorgen für eine rundum gelungene Atmosphäre. Letztere wird zudem durch die fantastischen Dialoge und die herausragende deutsche Synchronisation gestützt – mitunter wirkt das Spiel wie ein Film, bei dem man sich gerne einfach zurücklehnen mag, um jedes noch so kleine Story-Detail aufzusaugen. Bis einen die brachiale Action dann wieder zur Handlung zwingt.

Gerade die wunderschönen und abwechslungsreichen Umgebungen laden zum Verweilen ein
Gerade die wunderschönen und abwechslungsreichen Umgebungen laden zum Verweilen ein

Uncharted 4: Besser in allen Belangen

Spielerisch bietet Uncharted 4 gegenüber den Vorgängern nur wenige Neuerungen, das war allerdings auch nicht von Nöten, überzeugten diese doch seinerzeit bereits auf ganzer Linie. Mittels Enterhaken überwindet Nathan nun sogar größere Schluchten nach anfänglichen Schwierigkeiten scheinbar mühelos, auf Wunsch beharkt unser Protagonist dabei zudem am Seil hängend heranstürmende Schergen, was nicht nur enorm cool aussieht, sondern auch wunderbar funktioniert.  Eine weitere Neuerung stellt der Jeep dar, welche dem Forscherteam in den teils enorm weitläufigen Arealen das schnellere Vorankommen ermöglichen.  Ansonsten stehen spannende Feuergefechte und mitunter relativ knackige Rätsel (wenngleich der größte Teil davon deutlich zu einfach zu lösen ist) auf der Tagesordnung, welche zu einem spannenden und abwechslungsreichen Gameplay-Mix kombiniert werden.

Die Feuergefechte sind enorm spannend und funktionieren hervorragend
Die Feuergefechte sind enorm spannend und funktionieren hervorragend

Aufgrund der hervorragenden künstlichen Intelligenz der Widersacher, aber auch der Kameraden bietet das Spiel mit die spannendsten Feuergefechte der letzten Jahre. Da auch die nahezu perfekt agierende und enorm präzise Steuerung, das problemlose Deckungssystem und der stets faire Schwierigkeitsgrad sich keinerlei Aussetzer leisten, kommt stets Freude auf. Zudem lässt Uncharted 4 dem Spieler an vielen Punkten die Wahl zwischen leisem Vorgehen und der Rambo-Methode – wenn man ein wenig aufpasst, führen beide gleichermaßen zum Erfolg. Einzig und allein einige Scriptsequenzen sind zu durchschaubar, beispielsweise wenn beim Klettern ein morscher Balken abbricht und der Held nur knapp dem tödlichen Sturz in die Tiefen entgeht, das stört den Spielspaß allerdings überhaupt nicht.

Obwohl nach ungefähr 15-20 Spielstunden bereits der Abspann über den Bildschirm flimmert, lädt der Titel aufgrund der versteckten Schätze, Geheimnisse und Eastereggs zum wiederspielen ein. Oder, weil man einfach nur noch einmal diesen wunderschönen Dschungel erkunden und die Grafik allgemein genießen möchte. Zudem verfügt das Spiel über einen umfangreichen Mehrspielermodus für bis zu zehn Spieler, ein kooperativer Multiplayer wird zudem komplett kostenfrei im Laufe des Jahres noch nachgereicht werden.  Aber auch so machen die Online-Schlachten eine ganze Menge Spaß und motivieren dank unzähliger freischaltbarer Extras wie Waffen, Outfits, besondere Bewegungen oder KI-Kameraden für eine lange Zeit. Besonderes Highlight stellen die magischen Waffen in Form von bekannten Schätzen aus den Vorgängertiteln dar, welche besonders durchschlagskräftig sind und das Ruder in einer Partie im Nu herumreißen können.


Fazit:

Mit Uncharted 4 liefern die Entwickler von Naughty Dog einen absoluten Kaufgrund gzg-medaillefür die PS4 und eines der besten Action-Adventures überhaupt ab, welches die grandiosen Vorgängern nochmals zu toppen vermag. Die Detailverbesserungen in Sachen Gameplay wissen zu gefallen, den größten Sprung macht das Spiel allerdings durch seine erwachsenere und emotionalere Story auf absolutem Hollywood-Blockbuster-Niveau. In Kombination mit der herausragenden Vertonung und der schlichtweg atemberaubenden Grafik liefert sich das Spiel keine groben Schnitzer: Kritikpunkte finden sich nur, wenn man explizit danach sucht. Somit stellt der Titel einen absoluten Meilenstein der Konsolenspiele und einen Pflichtkauf für die PlayStation 4 dar, den sich niemand entgehen lassen darf.


verwandte Beiträge

Vorschau: The Witcher 3 – Wild Hunt

21. D.I.C.E. Awards – Das sind die Nominierten

Christian Ibe

Square Enix hat Shadow of The Tomb Raider offiziell angekündigt

Nature225