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Testbericht: Tumblestone

„Nicht noch ein Puzzlespiel, bei dem ich drei gleichfarbige Steine durch Kombination zerstören muss“ war mein erster Gedanke beim Herunterladen von Tumblestone, welches seit Anfang August für nahezu alle Systeme erhältlich ist.
Doch schon nach wenigen Runden finde ich mich in einer Suchtspirale wieder, welche ich in diesem Genre und in der Art schon lange nicht mehr erlebt habe. Doch Tumblestone bietet auch einige nicht von der Hand zu weisende Schwächen: Welche das sind und ob sich der Kauf trotzdem lohnt, klärt unser Test.

Tumblestone kommt mit einigen netten Kniffen daher
Tumblestone kommt mit einigen interessanten Neuerungen daher

Bekanntes Prinzip mit neuem Kniff

Tumblestone reiht sich in die schier endlos erscheinende Liste von Match-3-Puzzlespielen ein, zu der beispielsweise Titel wie Bejeweled, Candy Crush Saga oder Puzzle Quest gehören. Für jemanden, der einen der genannten Titel bereits gespielt hat, erklärt sich das Spielprinzip also quasi von selbst. Und das muss es auch, denn anfängliche Hinweise oder Tutorials sucht man bei Tumblestone vergebens.

Insgesamt fünf Reihen warten mit einer unterschiedlichen Anzahl verschiedenfarbiger Blöcke auf, von denen wir immer jeweils drei derselben Farbe miteinander kombinieren müssen, um diese zu zerstören. Haben wir das mit allen Steinen in einem Level getan, gilt dieses als geschafft.

Kernstück des Spieles ist natürlich die Kampagne, welche sogar mit einer Hintergrundgeschichte aufwartet. Diese ist zwar absolut vernachlässigbar, bietet aber in durchaus netten Zwischensequenzen eine ordentliche Prise Humor, welche allerdings mitunter zu übertriebener Albernheit neigt.

Während wir also anfangs noch munter drauf los kombinieren, wird einem spätestens ab der zweiten der insgesamt zwölf Welten klar, dass wir ohne vorausschauendes Denken und Planen unsere Züge nicht weiterkommen werden. Denn jede der Welten bietet ein jeweils anderes Szenario: Mal sind wir als Cleopatra in der Wüste unterwegs, mal unterhalb der Meeresoberfläche und  ein anderes Mal als Würstchenkönig im Schlaraffenland.
Mal abgesehen von den optischen Änderungen wartet jede dieser Welten dabei mit neuen Hindernissen auf, so müssen wir beispielsweise fiese Steine berücksichtigen, welche uns den Weg auf unsere Blöcke versperren oder den richtigen Einsatz von Joker-Steine vorausplanen.

Die Hintergrundgeschichte ist lahm, bietet aber eine gute Preise Humor - teils aber zu albern
Die Hintergrundgeschichte ist lahm, bietet aber eine gute Preise Humor – teils aber zu albern

Die Welten unterteilen sich dabei zudem in insgesamt 30 Level, wobei jedes zehnte davon eine besondere Herausforderung darstellt: Denn während wir uns in den normalen Spielabschnitten in aller Ruhe unsere nächste Züge zurechtlegen können, da sich die Blöcke nicht bewegen, kommen diese in jedem zehnten Level dem Boden bedrohlich nahe – was natürlich unseren Tod und einen Neustart zur Folge hat.
Am Ende einer jeden Welt erwartet uns dann zudem mit ein Bosskampf, bei dem wir es nicht nur mit der Stoppuhr zu tun bekommen, sondern eben mit einem Konkurrenten – Wer schneller alle Blöcke zerstört, rückt in den nächsten Spielabschnitt vor.


In der Ruhe liegt die Kraft

Doch leider bietet das Spiel aufgrund des prinzipiell zwar stetig ansteigenden, allerdings viel zu stark schwankenden Schwierigkeitsgrades ein mitunter enormes Frustpotential. Letztlich bemisst sich dieser zwar an den Fähigkeiten des Spielers selbst, allerdings fiel in unserem Test immer wieder auf, dass auf drei im ersten Anlauf gelöste Puzzles urplötzlich eines folgte, welches sich erst im 30., 40. oder gar 151. Versuch lösen ließ, woraufhin dann aber direkt wieder einige sehr simple Level warteten.
Die Schwierigkeit liegt zum Teil auch darin, dass das Spiel knallhart jeden noch so kleinen Fehler bestraft – ein falscher Zug führt unweigerlich zum Neustart des Levels, bei dem auch die Position aller Blöcke neu ausgewürfelt wird, was ein Auswendiglernen unmöglich macht.

Abseits der Kampagne verfügt Tumblestone über die genretypischen Arcade-Modi wie zum Beispiel das altbekannte Endlosspiel und durchaus umfangreiche Multiplayeroptionen für bis zu vier Spieler – sowohl lokal, als auch online. Gerade die Spiele gegen menschliche Konkurrenten sorgen dabei für eine Menge Spaß und es ist immer wieder spannend zu sehen, wer der schnellste Block-Zerstörer unter den eigenen Freunden ist.
Andere Spielmodi, wechselnde Levelstrukturen, fiese Power-Ups oder gar Minispiele sucht man indes aber leider vergebens.

Gerade im Multiplayer bietet das Spiel enormes Suchtpotential
Gerade im Multiplayer bietet das Spiel enormes Suchtpotential

Dieses Frustpotential in Kombination mit der doch sehr überschaubaren Abwechslung, welche Tumblestone bietet, sorgt dafür, dass man den Titel nicht allzu lang an einem Stück spielen kann oder möchte – ab und zu braucht man eben auch mal Verschnaufpausen. Und dennoch bietet das Spiel aufgrund seines simplen und doch spannenden Spielprinzips ein derartiges Suchtpotential, dass man letzten Endes immer mal wieder für ein, zwei Runden reinschaut, welche sich dann aber fast immer verdoppeln oder verdreifachen. Dieses „Ach ein Level versuche ich noch“-Prinzip beherrscht Tumblestone par excellence.

Von den liebevoll designten und mitunter witzigen Charakteren einmal abgesehen, ist Tumblestone aus technischer Sicht nicht der Rede wert und bietet mit seinen statischen Hintergrundbildern optisch nur Standardkost. Im Prinzip ist der gesamte Look in sich zwar absolut stimmig und leistet sich keine Fehler, vermag aber eben auch zu keinem Zeitpunkt Akzente zu setzen. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Vertonung des Spiels: An sich absolut stimmig, ohne dabei irgendwelche nennenswerten Stärken zu bieten. Insgesamt geht die Technik also in Ordnung und leistet sich immerhin keine Patzer.


Fazit:

Tumblestone ist ein durchaus spaßiges Knobelspiel geworden, welches einige interessante neue Ansätze in das angestaubte Genre der Match-3-Puzzlespiele einfließen lässt. Das Gameplay ist schnell und unkompliziert und sorgt dadurch dafür, dass man das Spiel immer mal wieder für ein paar Runden startet. Das mitunter enorm hohe Frustpotential durch den zu stark schwankenden Schwierigkeitsgrad, in Kombination mit der – trotz spannender Mehrspieleroptionen – sehr überschaubaren Abwechslung sorgt dann allerdings auch dafür, dass es dann aber auch bei den paar Runden bleibt. Technisch geht der Titel in Ordnung ohne dabei aber irgendwelche Stärken zu bieten.
Letztlich ist Tumblestone für Spieler, die mal wieder ihre grauen Zellen anstrengen wollen, durchaus zu empfehlen und das obwohl der Preis für das Spiel einen Tick zu hoch ausfällt.

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