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Testbericht: TrackMania Turbo

„Insert Coin“ fordert der knallbunt blinkende Schriftzug nach dem Einlegen der Disc. Insert Coin, wie zu Zeiten der altehrwürdigen Spielhallenklassiker wie Outrun und Co. Trackmania Turbo zeigt ab der ersten Sekunde exakt, wohin die Reise führt – halsbrecherische und völlig verrückte kurze Rennstrecken, die mit Loopings und Drifts zu schnellen, kurzweiligen Rennen einladen stehen auf der Tagesordnung. Mit TrackMania Turbo schafft es die beliebte Funracer-Serie des französischen Entwicklers Nadeo nun endlich auch auf die Konsolen und macht dabei eine ganze Menge Spaß, wie ich euch in meinem Test verraten möchte.

TrackMania gelingt der Sprung vom PC auf die Konsolen. Das Teil rockt!
TrackMania gelingt der Sprung vom PC auf die Konsolen. Das Teil rockt!

 

Es geht hoch hinaus

Wer die TrackMania-Reihe, welche sich auf dem PC immerhin schon seit 2003 zu einem der beliebtesten Funracer gemausert hat, noch nicht kennt, wird zunächst einmal überrascht sein. Denn im Fokus von Turbo stehen insgesamt etwa 200 relativ kurz gehaltene Pisten, welche größtenteils noch nicht einmal eine Minute Fahrtzeit in Anspruch nehmen. Zum Spielen benötigt man lediglich zwei Tasten, eine für die Beschleunigung und die andere für die Bremse, welche allerdings nur in seltenen Fällen zum Einsatz kommt. Die wichtigste Taste überhaupt ist dabei allerdings der Neustart-Knopf,  denn im Spiel geht es vornehmlich um die Jagd nach Bestzeiten. Die Zeiten auf einer jeden Strecke unterteilen sich nämlich in Bronze, Silber und Gold und während man erste noch sehr einfach erreichen und sich dabei den einen oder anderen Fahrfehler erlauben darf, setzt die Goldmedaille eine nahezu perfekte Beherrschung des Boliden, sowie eine hervorragende Nutzung der idealen Bremspunkte  voraus.

So erzeugt TrackMania Turbo schon nach dem ersten Rennen eine regelrechte Suchtspirale bei der Jagd nach dem goldenen Edelmetall – nicht selten versucht man sich immer und immer wieder daran, noch die letzte Hundertstelsekunde Zeit gutzumachen um beispielweise im motivierenden Ranglistensystem (welches die welt- und deutschlandweite Platzierung, aber auch den Platz im eigenen Bundesland anzeigt) ein paar Plätze vorzurücken – das ist unglaublich motivierend und macht enorm viel Spaß, führt aber mitunter auch zu heftigsten Wutanfällen, wenn man nach dem 20. Versuch immer wieder diese eine Bande berührt oder die Haarnadel nicht perfekt trifft.
Das Spiel motiviert aber dabei so dermaßen, dass man es einfach immer wieder versuchen muss, bis man es letztlich geschafft hat. Oder sich entnervt der nächsten Strecke annimmt.

Spielerisch stehen bei TrackMania Turbo dabei die abgefahrenen Strecken, sowie der schnelle und unkomplizierte Spielspaß im Mittelpunkt. Verschiedene Fahrzeuge, Originallizenzen oder Tuningmöglichkeiten sucht man hier vergebens. Das ist aber wenig schlimm, denn das eigentliche Spiel überzeugt auf ganzer Linie.
Insgesamt vier Umgebungen bietet der Titel: Die erste davon setzt vermehrt auf atemberaubende Drifts im Stile eines Ridge Racers. Darauf folgt eine Offroad-Umgebung, welche mit wechselnden Fahrbahnbelägen – welche sich massiv auf das Handling des Fahrzeuges auswirken – aufwartet. Dann wären da noch die Strand-Level, welche ein Bisschen was von allem bieten und zu guter Letzt das Stadion, welches auf völlig verrückte Schwerkraftwechsel, Wallrides und Loopings setzt.

Der Titel trumpft mit atemberaubenden, abwechslungsreichen Strecken auf
Der Titel trumpft mit atemberaubenden, abwechslungsreichen Strecken auf

All diese Umgebungen spielen sich sehr unterschiedlich und sorgen somit für Abwechslung. Im Karrieremodus warten dabei immer schwerer werdende Rennserien darauf, gemeistert zu werden. Während die Anfänger-Serie noch relativ leicht zu bewältigen ist, zieht der Schwierigkeitsgrad gegen Ende stark an, ohne dass das Spiel dabei aber jemals wirklich unfair wird. Denn aufgrund des extrem präzisen und simplen Handlings der fahrbaren Untersätze ist es stets meine eigene Schuld, wenn ich die Goldmedaille mal wieder verpasst haben sollte – da hilft nur Trainieren, trainieren, trainieren und einmal perfekt durchkommen.

Viel drumherum

Wem die vorhandenen Strecken noch nicht reichen sollten, dem bietet der Titel einen umfangreichen Streckeneditor, in dem man nach Herzenslust Pisten nach dem eigenen Gusto basteln kann, dabei sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt und in der Community finden sich bereits jetzt unzählige, richtig gute Kurse.

Neben der klassischen Karriere samt Herausforderungsmodus setzt Turbo seinen Fokus stark auf den Mehrspielermodus. Löblich: Die Entwickler haben dem Spiel einen Splitscreen-Modus spendiert, bei dem bis zu vier Spieler an einer Konsole Bestzeiten in den Asphalt brennen dürfen, das funktioniert tadellos und macht eine Menge Spaß. Selbiges gilt für den Onlinemodus, bei dem bis zu 100 Fahrzeuge als Geister gleichzeitig auf der Strecke sind. Apropos Geister: Schade dass der Titel keinerlei „echte“ Rennen bietet, denn man ist – egal in welchem Modus – immer nur gegen die Bestzeiten des CPU beziehungsweise anderer Spieler unterwegs. Kollisionen oder Interaktionen mit anderen Fahrzeugen sucht man in TrackMania Turbo vergebens.

Selbst im Splitscreen sieht TrackMania hervorragend aus
Selbst im Splitscreen sieht TrackMania hervorragend aus

Weniger spektakulär und nicht mehr als eine nette Dreingabe ist der Double-Driver-Modus bei dem zwei Spieler dasselbe Fahrzeug steuern. Das ist genauso chaotisch, wie es klingt und nach einmaligem Ausprobieren gibt es keinen Grund, diesen Modus erneut zu spielen.

Technisch hinterlässt TrackMania Turbo einen guten Eindruck, gerade optisch macht das Spiel einiges her und überzeugt mit detailverliebten Umgebungen und wirklich schicken Effekten. Das Spiel flimmert dabei jederzeit butterweich und ruckelfrei über den Bildschirm und das bei diesen teils enormen Geschwindigkeiten und dieser hervorragenden Weitsicht.  Lediglich ein leichtes Kantenflimmern und gelegentliches Tearing trüben den ansonsten einwandfreien Eindruck ein wenig.
Ähnlich verhält es sich mit der Vertonung, wobei diese sich mit relativ gleich klingenden Elektro-Titeln und den immer gleichen Kommentaren des Sprechers ein paar Fehler erlaubt.
Gelungen hingegen ist die interaktive Musikkulisse, denn diese passt sich während des Spielens an das Fahrverhalten an und wird, angepasst an die eigene Geschwindigkeit, schneller oder langsamer oder beim Durchfahren eines Tunnels und beim Sprung in der Luft dumpfer.


Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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