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Testbericht: Titanfall 2

EA macht es Shooter-Fans nicht leicht. Innerhalb von einer Woche veröffentlicht man mit dem hervorragenden Battlefield 1 und Titanfall 2 zwei absolute Action-Schwergewichte. Auch die Konkurrenz aus dem Hause Activision schläft nicht. Da stellt sich also die Frage, ob der vermeintliche Underdog Titanfall 2 überhaupt eine Chance auf dem Schlachtfeld mit den großen Namen hat. Unser Testbericht zeigt, dass sich der Mech-Shooter allerdings wahrlich nicht verstecken muss.


Bereitmachen für Titanfall

Titanfall 2 ist in der Tat ein hervorragender (Multiplayer-)Shooter geworden. Doch auch die brandneue Einzelspielerkampagne kann sich absolut sehen lassen, auch wenn diese mit der Konkurrenz nicht ganz mithalten kann.

Dort schlüpft Ihr in die Haut des frisch aus der Ausbildung kommenden Rekruten Jack Cooper, der unvermittelt direkt in den Krieg zwischen dem Industriegiganten IMC und der Widerstandsgruppe Militia geworfen wird.

Titanfall 2 hinterleuchtet die Beziehung zwischen Cooper und BT-7274
Titanfall 2 hinterleuchtet die Beziehung zwischen Cooper und BT-7274

Eine wahnsinnig komplexe Handlung darf man von der Kampagne allerdings nicht erwarten. Titanfall 2 bedient sich an den Genrestandards. Dass das Ganze aber doch RIGeine Menge Spaß macht, liegt vor allem an den durchaus abwechslungsreichen Missionen und den gelungenen Titans.

Denn während Cooper bis zum Ende ein gesichtsloser Soldat bleibt, ist sein Titan BT-7274 der eigentliche Star des Spiels. Vor allem die Dialoge zwischen den beiden Protagonisten überzeugen durch jede Menge Charme und Witz. Auch das gelungene Kartendesign trägt hervorragend zum stimmigen Eindruck des Singleplayers bei.

Die abwechslungsreichen Level der Kampagne gefallen sehr gut
Die abwechslungsreichen Level der Kampagne gefallen sehr gut

Jump ’n‘ Run mit wohldosierten Shootereinlagen

Im Verlaufe des Spiels wechselt unser Held zwischen verschiedenen Zeitebenen, kämpft sich durch eine riesige Fertigungsanlage in der sich die Levelstruktur im Sekundentakt ändert oder attackiert in einer riesigen Mech-Schlacht eine feindliche Basis.

Gerade die Mech-Schlachten sind ein Highlight von Titanfall 2
Gerade die Mech-Schlachten sind ein Highlight von Titanfall 2

Gerade die Wallruns und Doppelsprünge haben die Entwickler hervorragend in das Spielgeschehen integriert.  Insgesamt portioniert das Spiel seine Actionsequenzen in stimmigen Happen und peppt diese immer wieder auf gelungene Art und Weise durch Jump ‘n‘ Run-Einlagen auf. Selbst kleinere Rätsel beherrscht das Spiel hervorragend.

Wirkliche Neuerungen bietet Titanfall 2 nicht. Aufgrund der kreativen Sprungeinlagen und actiongeladenen Kämpfe hinterlässt die Solokampagne allerdings einen gelungenen Eindruck. Obwohl Protagonist und Obermotze leider äußerst blass bleiben.
An sich dient die knapp siebenstündige Kampagne aber lediglich als Vorbereitung für den Multiplayer und der hat es wirklich in sich.

Die Kampagne bietet kaum neue Ideen, aber ein spannendes Szenario
Die Kampagne bietet kaum neue Ideen, aber ein spannendes Szenario

Titanfall 2: Ein Fest für Mehrspieler-Freunde

Während die Kampagne gerade in Sachen Story hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt, hinterlässt der Mehrspielermodus einen hervorragenden Eindruck. Und das obwohl Titanfall 2 gerade in Sachen Spielmodi ebenfalls eher auf Bekanntes zurückgreift.

Zur Auswahl stehen beispielsweise die typischen, leicht veränderten Varianten von Team-Deathmatch, Herrschaft oder dem 1-vs-1-Duell. Hier merkt man den Entwicklern die jahrelange Erfahrung mit der Call of Duty-Serie deutlich an, denn sämtliche Optionen geben sich spürbar verbessert und rundum verfeinert.

Das Gameplay gibt sich enorm abwechslungsreich
Das Gameplay gibt sich enorm abwechslungsreich

In Hardpoint Herrschaft lassen sich die drei auf der Karte verteilten Eroberungspunkte nun beispielsweise verstärken, wodurch die feindliche Übernahme deutlich länger dauert. Insgesamt 11, allesamt spaßige, Spielmodi haben den Weg in Titanfall 2 gefunden.

Auch beim Mapdesign leistet sich der Mech-Shooter keine Fehler. Die verschiedenen Karten überzeugen durch ein hohes Maß an optischer, wie auch spielerischer Abwechslung. Zudem strotzen diese nur so vor versteckten Wegen und Wallrun-Möglichkeiten. Das vertikale und enorm schnelle Gameplay beherrscht der Titel jedenfalls in Perfektion.


Teamplay hat oberste Priorität

Im Multiplayer von Titanfall 2 werden Einzelgänger allerdings nicht glücklich werden. Ohne koordinierte Zusammenarbeit wird man nämlich sang- und klanglos untergehen.

Dabei spielen die verschiedenen Loadouts, Anpassungsmöglichkeiten und Titans eine entscheidende Rolle.

Vor allem die Lichteffekte sind sehr gut gelungen
Vor allem die Lichteffekte sind sehr gut gelungen

Insgesamt ist das Balancing den Entwicklern von Respawn Entertainment wirklich hervorragend gelungen. Keine der Waffen, Titans und Items wirkt deplatziert oder zu stark. Gerade die riesigen Blechdosen sind natürlich das Salz in der Suppe und präsentieren sich weitaus abwechslungsreicher, als noch im Vorgänger.

Während der Ion seine Feinde aus der Distanz mit einem Lasergewehr beharkt und auf Wunsch Minen aufstellt, richtet sich der Ronin mit einer Schrotflinte und einem riesigen Schwert eher an Nahkämpfer. Die Mechs kommen dabei enorm variantenreich daher und überzeugen mit vielen unterschiedlichen Waffen und entsprechenden Einsatzgebieten.

Mittlerweile sieht man der Source-Engine ihr Alter an
Mittlerweile sieht man der Source-Engine ihr Alter an

Ein eher schwacher Titan wie der Scorch eignet sich zum Beispiel mit seinen Feuerfähigkeiten hervorragend dazu, Gebiete zu sichern, beziehungsweise für die Gegner unpassierbar zu machen.


Für Langzeitmotivation ist gesorgt

Ähnlich abwechslungsreich geben sich allerdings auch die Pilotenklassen mitsamt ihrer Spezialfähigkeiten. Diese lassen sich mit einer Tarnung, einem Sonar zur Ortung von Gegnern oder einem Greifhaken zum schnelleren Fortbewegen hervorragend an das eigene Gusto anpassen.

Im Laufe der Zeit steigt ihr zudem im Rang auf und schaltet immer neue Waffen, Fähigkeiten, Tarnungen oder Modifikationen frei. Dadurch entwickelt Titanfall 2 eine immense Suchtspirale. Ständig ertappt man sich dabei, nur noch eine Runde zu spielen, um endlich die gewünschte Spezialfähigkeit freizuschalten. Dementsprechend kann sich die Langzeitmotivation des Shooters absolut sehen lassen.

In Titanfall 2 bekommt man es nicht nur mit menschlichen Gegnern zu tun
In Titanfall 2 bekommt man es nicht nur mit menschlichen Gegnern zu tun

Dass das Ganze dabei eine Menge Spaß macht, liegt auch am hervorragenden Matchmaking-System und der rundum gelungenen Performance. Titanfall 2 läuft nämlich absolut flüssig und jederzeit ruckelfrei, vermittelt einen zudem fast immer auf einen Server mit einem sehr guten Ping – stressfreien Mehrspielerschlachten steht einem also Nichts im Weg. Gerade bei einem neu erschienen Spiel ist dies heutzutage ja fast schon eine Seltenheit.


(K)Ein altes Eisen

Aus optischer Sicht kann Titanfall 2 allerdings nicht mit der Konkurrenz mithalten. So greift das Spiel auf die mittlerweile in die Jahre gekommene Source-Engine zurück. Dementsprechend müsst Ihr einige teils hässliche und verwaschene Texturen in Kauf nehmen, auch der Detailgrad der Umgebungen bleibt leider überschaubar. Trotzdem punktet der Actiontitel mit wunderschönen Feuer- und Lichteffekte und weiß seine hitzigen Gefechte hervorragend zu präsentieren.

Der Vorteil des veralteten Grafikgerüstes liegt aber eindeutig in der Performance, denn Slowdowns oder Framerateeinbrüche sucht man vergebens, was dem Spielspaß zugutekommt.

Optisch geht der Titel in Ordnung. Die Vertonung ist gelungen
Optisch geht der Titel in Ordnung. Die Vertonung ist gelungen

Beim Sound bietet Titanfall 2 dann aber sehr wenig Anlass zur Kritik. Die Waffensounds haben ordentlich Wumms und vor allem die Effekte überzeugen auf ganzer Linie. Abgerundet wird das stimmige Gesamtpaket von einem dezenten, aber passenden Soundtrack und rundum gelungenen deutschen Sprechern.


Fazit:

awardTitanfall 2 mausert sich vom Underdog zum absoluten Shooter-Geheimtipp. Den Entwicklern ist es gelungen, den stimmigen Vorgänger in allen Aspekten nochmals zu verbessern. Das Ergebnis ist ein motivierender und unkomplizierter Mech-Shooter, der mit hervorragenden Multiplayer-Optionen und unzähligen freischaltbaren Extras für lange Zeit an das Gamepad fesseln dürfte.

Die neue Kampagne hinterlässt einen gelungenen Eindruck, allerdings ohne dabei eigene Akzente zu setzen. Story, Protagonist und Gegner bleiben eher blass. Dafür stimmt der Gameplay-Mix und auch die Levelarchitektur weiß zu gefallen.
Gerade im Multiplayer führt in diesem Jahr aber kaum ein Weg an Titanfall 2 vorbei.


Vielen Dank an EA für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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