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PS4 Reviews

Testbericht: The Amazing Spiderman 2

Lizenzspiele genießen im Allgemeinen keinen besonders guten Ruf. Sie stehen unter dem Generalverdacht, einfach möglichst schnell möglichst billig produziert zu werden, um auf der Welle ihrer Filmvorlagen mitschwimmen zu können. Warum The Amazing Spiderman 2 hier leider gar nichts tut, um diesem Ruf entgegenzuwirken, lest ihr in unserem Testbericht.

Veraltete Grafik und Dialoge zum Einschlafen

Amazing Spiderman 2 Tante May
Gruselige Optik, die wir so auf der PS4 nun wirklich nicht mehr haben müssen!

Zuerst einmal fällt direkt auf, dass die Grafik einiges zu wünschen übrig lässt. Flache Texturen und Gesichtsanimationen, die teilweise für echte Gänsehaut sorgen lassen stellenweise nahezu PlayStation 2-Feeling aufkommen. Einzig Spiderman selbst sieht schick animiert aus, von Peter Parker wollen wir hier lieber gar nicht erst anfangen. Mal ehrlich.. wenn man schon eine Filmadaption macht, dann sollten die Figuren doch zumindest ansatzweise aussehen wie die Schauspieler, oder?

Hinzu kommen Dialoge, die ungefähr so flach sind wie die Texturen. Innerhalb eines einzigen Kampfes muss man sich schon mehrere Wiederholungen von Spideys „coolen“ Sprüchen anhören. In manchen Dialogen wird uns Einflussnahme vorgegaukelt, dabei können wir lediglich entscheiden, in welcher Reihenfolge wir uns anhören wollen, was die Personen zu sagen haben, auch wenn wir uns das angesichts der teilweise dürftigen deutschen Synchronisierung ohnehin lieber schenken würden.

Auch das Gameplay an sich macht leider nicht sehr viel her. The Amazing Spiderman wäre mit seinem Kampfsystem gern wie Batman in Arkham City mit seinen Schleicheinlagen, Überraschungsangriffen und dem Übergang in den freien Faustkampf. Generell keine schlechte Idee, doch hier kommt einem gern mal die Kamera in die Quere und sorgt mit ungünstigen Positionen für Frust. Auch die steifen Animationen lassen die Faustkämpfe eher undynamisch und eintönig erscheinen. Die K.I. der Gegner ist dabei auch alles andere als ernstzunehmend und obwohl ihr verschiedene Manöver wie Angriff, Ausweichen oder Finisher zur Verfügung habt, könnt ihr euch auch problemlos mit Buttonmashing einfach durchprügeln.

The Amazing Spiderman 2 Kampf
Undynamische und hölzerne Kämpfe

Laune macht allerdings das verbesserte Netzschwung-System. Spiderman braucht nun Gebäude in der Nähe, um vernünftig schwingen zu können und kann seine Fäden nicht mehr ins Nichts spinnen. Zusätzlich sorgt der Netzsprung für gezielte, flinke Sprünge in den Häuserschluchten Manhattans. Dabei könnt ihr einerseits mit dem stets eingeblendeten Fadenkreuz euer Ziel anvisieren oder die entsprechende Taste gedrückt halten, damit die Zeit verlangsamen und euch gemütlich die Zeit nehmen. Insbesondere beim Einsammeln der überall in der Stadt herumliegenden und -fliegenden Comicseiten ist das sehr hilfreich und so schwingt ihr euch bald wie ein Profi durch die Straßen.

Spiderman – Held oder Bedrohung?

Dabei könnt ihr euch relativ frei bewegen und selbst überlegen, wann ihr die Hauptmission verfolgen möchtet, die unübersehbar mit einer orangefarbenen Lichtsäule markiert ist (Black and White lässt grüßen). Was allerdings sehr schnell sehr lästig wird, sind die Nebenmissionen, die immer wieder zufällig auftauchen. Um der Frage „Spiderman – Held oder Bedrohung?“ die entsprechende Dramatik zu verleihen, habt ihr nämlich in The Amazing Spiderman 2 neben eurer Hauptmission auch noch euren Ruf zu verteidigen. Mit jeder Heldentat gewinnt ihr an Reputation. Euer guter Ruf in der Bevölkerung ist allerdings mit jeder verpassten Nebenmission dahin und sobald ihr als Bedrohung eingestuft werdet, machen Polizei-Patrouillen Jagd auf euch, sobald sie euch entdecken. Dabei könnt ihr oft gar nichts dafür, denn die immer gleichen Nebenmissionen liegen teilweise derart weit auseinander, dass es euch unmöglich ist, sie rechtzeitig zu erreichen und so könnt ihr mit guten Taten nur immer wieder Wasser in ein löcheriges Fass schöpfen.

The Amazing Spiderman 2 City
Wenigstens das Umherschwingen ist spaßig umgesetzt

Da macht es weitaus mehr Spaß, regelmäßig im Comicladen von Stan Lee vorbeizuschauen und die Comics zu lesen, die ihr vorher eingesammelt habt.

Die Story des Spiels hat mit dem Film nicht übermäßig viel gemein. Ihr begegnet Schurken wie dem Mörder von Ben Parker, Herman Shultz, Harry Osborne, Kingpin und Kraven, allerdings in relativ freien Zusammenhängen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass The Amazing Spiderman 2 alles andere als amazing ist und sich eher an die Harcore-Fans richtet.


 

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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