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Tests Wii U

Testbericht: Super Mario Advance 4: Super Mario Bros. 3

Es vergeht dieser Tage keine Woche mehr, in der nicht irgendwo ein Remake erscheint. Einerseits mag man das müßig finden, andererseits ist es aber auch schön, wenn ein Titel für die nächste Konsolengeneration oder einen ordentlichen PC-Release noch einmal gründlich aufgemöbelt wird (ich sitze beispielsweise in Vorbereitung auf Dark Souls III gerade an der PS4-Version des Vorgängers und bin über einige der nachträglich vorgenommenen Änderungen hochgradig dankbar). So hat es auch Nintendo bereits vor langer Zeit gehandhabt, als das Unternehmen die bis dahin erschienenen Super Mario Bros.-Teile inklusive der berüchtigten Lost Levels als Viererpaket Super Mario All-Stars wiederveröffentliche – selbstverständlich im zeitgemäßen SNES-Look, gegen den die Originale trotz groben Pixelcharmes deutlich abgeschlagen wirken (an dieser Stelle ist eine Voreingenommenheit seitens des Rezensenten nicht vollends auszuschließen).

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Der Klassiker hat nichts von seinem Charme eingebüßt.

Port vom Port, Wort für Wort

Die vorliegende Version, die nun auf der Wii U via Virtual Console verfügbar ist, bringt alle Vorteile des All-Star-Remakes mit sich. Allerdings handelt es sich hier nicht um die originale SNES-Version, sondern um einen Port des wiederum leicht aufgemotzten GBA-Ports, der in den frühen Nullerjahren unter diesem gar nicht sperrigen Titel erschien. Positiv fällt auf, dass man sich hier doch ein oder zwei Gedanken gemacht hat, womit vor allem die Einbindung des heute fast schon exotisch wirkenden Nintendo e-Readers gemeint ist. Dessen seinerzeit exklusiver Content ist von Spielstart an komplett freigeschaltet. Dabei handelt es sich zwar hauptsächlich um kurze Gimmick-Level (die mittlerweile auch von Fans in Super Mario Maker nachgebaut wurden), aber mehr SMB3 kann ja nun wirklich nicht schaden.

Vieles, was im ersten Super Mario Bros. noch nicht so recht funktionieren wollte, wurde hier seinerzeit korrigiert. Der Spieler hat den Sprung endlich vollends unter Kontrolle, man kann in den Leveln nicht nur vor, sondern auch zurück gehen und es gibt deutlich mehr Abwechslung in den zu meisternden Herausforderungen. Mario springt nach wie vor durch Wüsten, Eiswelten und Röhrenlabyrinthe, als sei kein Tag vergangen (dies ist womöglich auch New Super Mario Bros. zu verdanken) und der Spieler das womöglich (womöglich? sicherlich!) beste 2D-Mario, das es je gab. Natürlich fühlt sich der Titel heute eher nach Handheld als nach großem (Röhren-)Bildschirm an, weshalb es sich anbietet, das ganze Ding auf dem Gamepad durchzubrezeln.

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Eine der damals größten Neuerungen: die überaus charmante Oberweltkarte.

Retro-Qualität ohne jeden Kratzer

Ich bin, was dieses Spiel angeht, sicherlich alles andere als unbefangen. Schließlich war es zusammen mit Super Mario World eine meiner ersten definitiven Gaming-Erfahrungen (sprich: ich habe es ohne fremde Hilfe durchgespielt, was als kleiner Pimpf, der ich nun mal war, einer Herkulesaufgabe gleichkam) und hat meine Liebe zu Jump’n’Runs sowie Oberweltkarten nachhaltig geprägt. „Aber Herr gzg-medailleGramann“, höre ich da nun schon manchen fragen, „warum sollte ich mir im Jahr 2016 ein Hüpfspiel aus dem letzten Jahrtausend antun?“ Ganz einfach: Es ist herrlich gut designt und macht einfach unglaublich viel Spaß. Im Gegensatz zum längst unsterblich gewordenen ersten Teil wurde hier ordentlich Finetuning betrieben. Häufig ist es dem Spieler sogar bis zu einem gewissen Grad selbst überlassen, welchen Weg er durch die Welten nimmt. Nicht wenige Level sind optional. Hinzu kommt der vorbildlich ansteigende Schwierigkeitsgrad, der nie zu butterweich ist, den Spieler aber auch nicht überfordert und erst gegen Ende ein paar fiese Brocken rauskloppt.

Wer also noch nie das Vergnügen mit diesem wirklich starken Stück Telespielgeschichte hatte, sollte in jedem Fall zugreifen. Wer es bereits kennt und keine andere Möglichkeit mehr hat, um eine der anderen Versionen zu spielen, macht hier ebenfalls nichts verkehrt. SNES-Puristen könnten aufgrund minimaler Änderungen in der GBA-Version (so gibt es jetzt zu Beginn eine kurze Cutscene) die Nase rümpfen, sonst fiele mir aber auch beim besten Willen kein Grund ein, den Titel nicht in seine digitale Klassikersammlung aufzunehmen.


Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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