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Testbericht: Splatoon 2

Nintendo legte mit der Switch einen echten Traumstart hin. Spiele wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Mario Kart 8: Deluxe oder auch ARMS trugen maßgeblich zum Starterfolg der Konsole bei. Nun gesellt sich mit Splatoon 2 der nächste Kracher der Spielebibliothek der Switch hinzu und wir haben uns den spaßigen Farbshooter genauer angesehen. Bereits auf der Wii U konnte der Vorgänger Splatoon mit seiner innovativen Spielidee punkten. Auf der Switch soll das Konzept mit etwas Feinschliff nochmals verbessert werden. Ob das Vorhaben gelungen ist und Nintendo sprichwörtlich ein Farbkunstwerk geschaffen hat, verraten wir euch in folgendem Testbericht. 

Splatoon 2: Einfach Farbtastisch

Mit Splatoon lieferte Nintendo wohl einen der größten Überraschungshits der letzten Jahre ab. Besonders in Japan stieg der Farb-Shooter innerhalb kürzester Zeit zu einem absoluten Kult-Hit auf, der unzählige Fanherzen gewinnen konnte. Auf der Nintendo Switch wird das Spielprinzip des Erstlings nun fortgeführt, um neue Ideen erweitert und an einigen Enden verbessert. 

Wie schon im Vorgänger übernehmt ihr in Splatoon die Rolle eines Inkling. Dies sind Jugendliche, die sich auf Knopfdruck in Tintenfische verwandeln und mit ihren Waffen Farbe verteilen können. Der Clou: Als Tintenfisch könnt ihr in der von euch verteilten Farbe schwimmen und so schneller Distanzen zurücklegen und sogar an Wänden entlang gleiten. Das Herzstück von Splatoon 2 stellt dabei wie gewohnt der Online-Part dar. Doch fangen wir von erstmal von Grund auf an. Für den Einstieg in Splatoon 2 steht euch ein kurzes Tutorial zur Verfügung, in dem ihr mit der Steuerung vertraut gemacht werdet. Gezielt wird in der Grundeinstellung in Splatoon 2 mittels Bewegungssteuerung. Dadurch ist eine enorm präzise und schnelle Zielerfassung möglich. Auf Wunsch könnt ihr aber auch zu einer traditionellen Steuerung mittels Steuerstick greifen. 

Ist die Steuerung verinnerlicht, kann der Spielspaß auch schon losgehen und ihr befindet euch auf der Plaza. Von hier aus könnt ihr alle Spielmodi, Shops und Einstellungsmöglichkeiten des Shooters anwählen und Nachrichten anderer Splatoon 2-Spieler lesen. 

Splatoon 2
Bei Splatoon 2 ergibt sich genau wie im Vorgänger die Möglichkeit sich als Tintenfisch fortzubewegen.

Splatoon 2: Auf in die (Farb-)Schlacht

Neben umfangreichen Mehrspieleroptionen bietet Splatoon 2 auch eine Einzelspieler-Kampagne. Diese bietet 27 überraschend abwechslungsreiche und kreative Level für Solisten, die mit einem gelungen Leveldesign und coolen Gegnern punkten. Besonders die Bossgegner gefallen dank kreativer Einfälle und kompensieren so die recht träge Story. Alles in allem ist der Storymodus aber eine nette Dreingabe und Möglichkeit, um für die Mehrspielergefechte zu trainieren. 

Diese können lokal oder online mit acht Spielern ausgetragen werden. Der Hauptmodus ist dabei der „Revierkampf“. Hier tretet jeweils zwei vierköpfige Teams gegeneinander in dreiminütigen Matches gegeneinander an. Ziel ist es am Ende der Zeit den größten Anteil der Map mit der Farbe seines Teams eingefärbt zu haben. Klingt im ersten Moment simpel, entwickelt sich aber schnell zu einem unglaublich motivierenden und spaßigen Konzept. Für Abschüsse von Gegnern gibt es logischerweise Extrapunkte für euer Konto, welches nach und nach gefüllt wird und zu Rangaufstiegen führt. Mit Rangaufstiegen verbessert ihr die Werte eurer Waffen und schaltet sogar nach und nach Spezialeffekte frei.

Splatoon 2
Auch der im ersten Teil umstrittene Farbrolle hat es wieder ins Spiel geschafft.

Zusätzlich sind die Ränge auch für weitere Spielinhalte von Interesse. Manche Waffen lassen sich beispielsweise nur mit einem bestimmten Rang kaufen und auch die Liga-Kämpfe sind erst ab Stufe 10 verfügbar. 

Die Liga-Kämpfe unterteilen sich dabei noch in drei Spielvarianten. Bereits aus dem Vorgänger bekannt ist der „Turm-Kommando“-Modus. Hier ist es eure Aufgabe einen zentral auf der Map platzierten Turm mit eurer Teamfarbe einzufärben, damit sich dieser in Richtung eurer Team-Basis bewegt. Der zweite Spielmodus nennt sich „Herrschaft“. Hier müsst ihr ein bestimmtes Areal auf der Map einfärben und für eine bestimmte Zeit verteidigen. Im dritten Spielmodus „Goldfischkanone“. Dieser erinnert etwas an eine Capture-the-Flag-Adaption. Hier muss ein Spieler die namensgebende Kanone in das gegnerische Gebiet transportieren, um dort für gewaltigen Schaden zu sorgen. Der Träger der Kanone ist jedoch weitestgehend hilflos und muss folglich von seinen Teamkollegen geschützt werden. 

Splatoon 2

Online-Makel

In Splatoon 2 ist wie schon im Vorgänger nicht alles Gold was glänzt. So kann die Vorgabe seitens der Map-Auswahl und Spielmodi in den Liga-Kämpfen schon etwas nerven. Zu jeder Spielstunde gibt es jeweils zwei neue Maps für die Farbgefechte. Wünsche können hier leider nicht abgegeben werden. Aktuell stehen insgesamt acht sehr gelungene Maps zur Verfügung. Mit kostenlosen Updates soll die Anzahl der Maps konsequent erweitert werden. 

Auch in Sachen Kommunikation stellt sich Nintendo unfreiwillig ein Bein. Wer in dem Spiel mit Freunden Chatten will, muss sich erst die passende Smartphone-App herunterladen. Zwar funktioniert die Verbindung mit Freunden recht gut, jedoch ist dieser Umweg doch etwas umständlich im Vergleich zu den Online-Services auf den Konkurrenzsystemen. 

Auch das Balancing im Online-Modus fiel bisher im Test etwas unausgeglichen aus. Es war keine Seltenheit, dass wir als Einsteiger in eine Spielpartie voller Spieler mit einem hohen Rang geworfen wurden und so durchaus zu kämpfen hatten, um mitzuhalten. Mit der nötigen Erfahrung und Übung verbessert ihr eure Fähigkeiten konsequent und könnt euren Helden dank Kleidungsstücke immer mehr personalisieren. Die stylischen Klamotten haben jedoch nicht nur einen optischen Zweck, sondern bieten auch gewisse Spezialeffekte und Statusverbesserungen. Das Upgradesystem in Splatoon 2 ist ein echter Motivationsfaktor und unglaublich vielseitig.

Feuer Frei: Mit dem richtigen Teamwork schafft ihr auch die Obermotze!

Der Salmon-Run-Modus 

Die wohl größte Neuerung in Splatoon 2 stellt wohl der kooperative Salmon-Run-Modus dar, den ich bereits in meiner Vorschau beleuchtet hatte. Hier schließt sich ein vierköpfiges Team zusammen, um einen überaus motivierenden Horde-Modus zu absolvieren und kostbare Fischeier einzuheimsen. In abgesperrten Arealen ist es eure Aufgabe drei Runden zu überleben und dabei eine bestimmte Anzahl an Fischeiern zu sammeln. Erschwert wird dieses Unterfangen von hartnäckigen Gegnerwellen und größeren Obermotzen, die euch euer Leben schwer machen wollen. 

Teamwork ist hier genauso wie Geschick gefragt, denn wenn ihr nicht zusammenarbeitet, ist die Spielrunde schneller vorbei als gedacht. Besonders die Bossgegner können in dem Spielmodus punkten, da jeder von ihnen eine spezielle Herangehensweise erfordert, um besiegt zu werden. 

Damit Anfänger und Profis gleichermaßen auf ihre Kosten kommen, könnt ihr den Schwierigkeitsgrad im Salmon-Run-Modus sogar individuell regulieren. Für erfolgreich bestrittene Partien gibt es wertvolles Geld für neue Ausrüstung und seltene Coupons, die ihr an einem Bistro einlösen könnt. Mit den Snacks von „Shrimpson“ erzielt ihr besondere Effekte und könnt beispielsweise in den Rangkämpfe doppelt so viele Erfahrungspunkte einheimsen, was beim Verbessern eures Ranges und Inklings von Vorteil ist. 

Technisch macht Splatoon 2 auf der Switch eine gelungene Figur. Das Spiel läuft flüssig, bietet zahlreiche Details und wirkt noch schicker als der Wii U-Vorgänger. Besonders auf dem Switch-Display wirkt das Geschehen extrem scharf und gefällt mit seinen schönen Effekten. 

Splatoon 2 Gameplay:

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Fazit:

AwardMit Splatoon 2 liefert Nintendo auf der Switch einen sehr gelungenen Nachfolger zum Wii U-Original ab, der mit dem Salmon-Run-Modus eine tolle Neuerung bietet und obendrein Online Spielspaß wie eh und je bietet. Leider sind einige Makel dennoch vorhanden und können mitunter nerven. Die Vorgabe in Sachen Maprotation und die verkomplizierte Kommunikation mit Freunden ist nicht optimal, aber man kann sich damit arrangieren. Selbst der Solomodus ist spielenswert und bietet zum Teil mehr Spielspaß als einige andere „große“ Namen des Genres. Shooterfreunde und Fans von zünftiger Mehrspieleraction sollten sich Splatoon 2 auf der Nintendo Switch nicht entgehen lassen! 


Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters! 

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