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Testbericht: Sniper Elite V3: Afrika

Wenn man heutzutage von Shootern redet, fallen meist nur Namen wie Call of Duty oder auch Battlefield. Doch auch abseits der Platzhirsche hat sich in den vergangenen Jahren mit Sniper Elite eine Nischen-Marke im Markt etabliert, die im Gegensatz zu den großen Namen mehr auf Taktik und Feingefühl wert legt, gleichzeitig aber auch überzogene Gewaltdarstellungen bietet. Nun hat es der nunmehr dritte Ableger der Reihe mit dem Namen Sniper Elite V3: Afrika zu uns geschafft und verschlägt uns, wie der Name es schon vermuten lässt, in das sandige Afrika. Wir haben auf der Xbox One unser Sniper-Gewehr gezückt und verraten euch, was wir durch unser Fernrohr so alles ins Visier nehmen konnten.

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Diesmal seid ihr in Afrika im Einsatz

Ab nach Afrika

Shooter bauen heute meist auf Schnelligkeit, Action, viel Blut und coole Typen. Realismus ist meist nur Nebensache, denn das könnte der Bombast-Inszenierung mitsamt Dauer-Explosionen und toughen Sprüchen nur schaden. Doch die Sniper-Reihe will an dieser Stelle anders sein. Im nunmehr dritten Anlauf von Rebellions Shooterreihe verschlägt es euch erneut als Scharfschütze in die Zeit des zweiten Weltkriegs. Diesmal infiltriert ihr jedoch nicht europäische Schauplätze, sondern erkundet staubige Savannen in Afrika und kommt einmal mehr dem fiesen Treiben der Nazis auf die Spur. Klingt nicht unbedingt innovativ, aber seit wann haben Shooter auch eine spannende Geschichte? Solange der Spielspaß ausreichend ist, soll uns das recht sein.

In der virtuellen Haut des amerikanischen Söldners Karl Fairburne bereist ihr diverse Kriegsschauplätze auf dem afrikanischen Kontinent und müsst zahlreiche Nazis mit Hilfe eures Scharfschützengewehrs ausschalten. Hauptziel ist es, die Pläne rund um eine neue Superwaffe aufzudecken und deren Einsatz natürlich zu vereiteln.

Neben der eher bodenständigen Geschichte bleibt auch das Gameplay weitgehend gleich zu den Vorgängern. Sniper Elite V3 schafft den Spagat zwischen Simulation und Action, bietet dank zahlreichen Einstellmöglichkeiten großen Spielraum für experimentierfreudige Scharfschützen, die ohne Spielhilfen zurechtkommen wollen. Gleichzeitig sind die Missionen zumeist so aufgebaut, dass ihr selber entscheiden könnt, auf welche Art und Weise ihr agiert. Dank Nahkampfwaffen und Schnellschuss-Gewehren wird neben den eher ruhigeren Scharfschützen-Passagen auch einiges an Inhalt für Ballerliebhaber geboten. Aber Achtung: gerade auf den höheren Schwierigkeitsstufen ist es fast unmöglich als Rambo durch die Level zu preschen, da die Schießeisen mit Schnellfeuer zumeist sehr ungenau zielen, die Munition knapp ist und ihr auch nicht viele Treffer einstecken könnt.

Leise und aus der Distanz ist besser als mit roher Gewalt im Nahkampf!
Leise und aus der Distanz ist besser als mit roher Gewalt im Nahkampf!

Deutlich besser seid ihr da als Scharfschütze unterwegs und nehmt die Feinde aus der Distanz ins Visier. Gleichzeitig könnt ihr eure Gegner ablenken, indem ihr beispielsweise Steine oder Flaschen werft und sie so in abgelegene Ecken lock, um sie dort aus dem Hinterhalt lautlos auszuschalten. Zusätzlich habt ihr auch noch eine schallgedämpfte Pistole dabei, die sich auch als sehr hilfreich erweist. Hilfreich sind aber auch die teils doofen K.I.-Söldner. Egal, ob ihr einen Kameraden nach dem nächsten von ihnen ausschaltet, so wirklich misstrauisch werden die Blechhelme nie. Auch wenn sie mal eine Leiche finden, sind sie zumeist zu faul einen Großalarm auszulösen und sind nur ein wenig wachsamer.

Gleichzeitig solltet ihr im Spiel immer wieder die euch gegebenen Begebenheiten nutzen. Manchmal werden Raketen in die Luft gefeuert oder es ertönen laute Generatoren, die die Schüsse eures Scharfschützengewehres übertönen. All dies sollte genutzt werden, um unentdeckt auf den Schlachtfeldern zu bleiben. Habt ihr euch erstmal in einem Versteck verschanzt, beginnt nämlich der eigentliche Reiz des Spiels – das Ausschalten eurer Gegner mit dem Zielfernrohr. Je nach Einstellung müsst ihr bei dem Umgang mit dem Gewehr und Zielfernrohr einige Parameter beachten. So wird eure abgefeuerte Kugel auch vom Wind beeinflusst und beim Zielen gilt es, gekonnt die Luft anzuhalten, um präzise anvisieren zu können. Wichtig ist auch ein Blick auf die Herzfrequenz, die überhaupt erst das Luftanhalten zulässt. Zusätzlich lässt sich auf den unteren Schwierigkeitsgraden der Einschlagspunkt eures Projektils anzeigen, sodass ihr nur noch „abdrücken“ müsst. Was nun folgt ist für Sniper-Fans schon lange Kult. Mit einer Kamerafahrt verfolgen wir nun unsere Kugel und erhalten eine spektakuläre „Kill-Cam“, die den Treffer bei unserem Opfer bis ins kleinste Detail via Röntgen-Ansicht dokumentiert. Zersplitterte Knochen, geplatzte Organe und Einschusswunden sind nichts für zarte Gemüter, weshalb sich die Cam optional auch ausschalten lässt.

Geschmackssache: Die Kill-Cam ist ziemlich brutal
Geschmackssache: Die Kill-Cam ist ziemlich brutal

Etwas monotoner Einsatz

bronze-großLeider nutzt sich das Gameplay auf Dauer aber etwas ab. Trotz weitläufiger Level und der Möglichkeit, frei über die Vorgehensweise zu entscheiden, sind die Missionsziele wenig abwechslungsreich, weshalb sich die Kampagne gegen Ende hin etwas monoton anfühlt. Nichtsdestotrotz macht das Spiel Spaß, aber etwas mehr Abwechslung hätte dem Titel sicher gut getan. Löblich sind optionale Nebenmissionen, die euch zusätzliche Erfahrungspunkte einbringen, die ihr in neue Fähigkeiten investieren könnt und auch der kooperative Spielmodus weiß zu gefallen. Zudem lädt der Titel auch zu typischen Mehrspielerpartien wie Deathmatch und einer Art kooperativen Arenamodus ein.

Nicht ganz so solide ist da die Technik auf den NextGen-Konsolen. Vermutlich aufgrund der Veröffentlichung des Titels auf der „alten“ und „neuen“ Generation fällt die Optik auf PS4 und Xbox One reichlich unspektakulär aus. Die Schauplätze haben einige schwammige Texturen, die Gegnermodelle sind abwechslungsarm und auch die Effekte reißen keine Bäume aus. Vor allem aber die Animationen der Figuren sehen sehr altbacken aus und erinnern eher an ein PS3 oder Xbox 360 Spiel.


 

Vielen Dank an 505 Games für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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