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PS4 Tests

Testbericht: Ratchet and Clank (PS4)

Zu Beginn des neuen Jahrtausends erblickten zwei relativ ähnliche, hochwertige dynamische Duos auf der altehrwürdigen PlayStation 2 das Licht der Welt: Während Naughty Dog Jak und Daxter ins Rennen schickte, setzte Entwickler Insomniac Games auf den Mechaniker Ratchet und seinen Roboterfreund Clank.
Erstere durften bereits vor nunmehr vier Jahren in einer grafisch aufpolierten Version erneut ihre Qualitäten unter Beweis stellen, Ratchet & Clank hüpfen und kämpfen sich pünktlich zum bald erscheinenden Kinofilm nun auf der PlayStation 4 durch eine wunderschöne Welt, welche viele Parallelen zum Serienauftakt bietet, aber auch mit einigen Neuerungen punkten kann. Unser Test verrät, warum das Jump ‘n‘ Run in keiner gut sortierten Spielesammlung fehlen darf.

Das beliebte Heldenduo ist zurück. Besser, als je zuvor
Das beliebte Heldenduo ist zurück. Besser, als je zuvor

 


Ratchet and Clank: Aus alt mach neu

Das PlayStation 4-Remake von Ratchet and Clank orientiert sich dabei am bereits im Jahre 2002 veröffentlichten Serienauftakt, allerdings wird der Begriff Remake dem Spiel nicht wirklich gerecht, denn die Entwickler haben der Neuauflage einige Veränderungen und Verbesserungen spendiert.

Die Struktur der einzelnen Level ist dabei weitestgehend gleich geblieben, dadurch gelingt den Entwicklern ein ganz besonderes Déjà-Vu-Erlebnis – wenn ich mich daran erinnere, wie ich seinerzeit eine bestimmte Sprungpassage gemeistert habe, ohne in den fiesen Fluss aus Lava zu stürzen, stellt sich unmittelbar ein wohliges Kribbeln im Bauch ein.

Alles fühlt sich so vertraut an, genau so, wie ich es vor etwa 14 Jahren verlassen habe. Allerdings warten die relativ kleinen und linearen Spielabschnitte mit allerhand fiesen neuen Fallen und einem weitaus höheren Gegneraufkommen auf.
Weitere Neuerungen wie die bekannten und teils neuen Waffen, welche wir durch Benutzung nach und nach verbessern und so beispielsweise die Durchschlagskraft erhöhen können, sowie einzelne Veränderungen an der Hintergrundgeschichte – welche in den Grundzügen zwar dem Original entspricht, allerdings Anleihen aus dem erscheinenden Kinofilm aufweist – fügen sich perfekt in die Neuinterpretation ein.

Das führt dazu, dass sich das Spiel jederzeit frisch und neu anfühlt, man sich aber gleichzeitig zuhause fühlt – altbekannt und doch neu, dieses Konzept funktioniert wirklich hervorragend.

Der Titel wartet mit dem Grundgerüst des Originals auf, bietet aber einige Neuerungen
Der Titel wartet mit dem Grundgerüst des Originals auf, bietet aber einige Neuerungen

 


So gut wie eh und je

Auch spielerisch gibt es an der Neuauflage nur wenig zu meckern: Aufgrund der enorm präzisen Steuerung meistern wir Sprung- und Action-Sequenzen jederzeit fast mühelos, einzig und alleine die Flugsteuerung fällt einen Tick zu sensibel aus. Eine neue Waffen-Schnellauswahl via Steuerkreuz bietet zudem noch mehr Komfort.

Ratchet and Clank besticht mit dem altbekannten, abwechslungsreichen Gameplay – immer wieder lockern Hoverboard-Rennen oder Flugpassagen das ohnehin schon spaßige Spielgeschehen auf. Zudem gehören die abwechslungsreichen und teils irrwitzigen Waffen noch immer zum Besten, was die Videospielewelt zu bieten hat.

Spielerisch und technisch bietet der Titel kaum Anlass zur Kritik
Spielerisch und technisch bietet der Titel kaum Anlass zur Kritik

Bei all der überschwänglichen Freude über die Neuauflage gibt es allerdings auch ein paar Punkte, die man den Entwicklern ankreiden muss: So sind beispielsweise die Nebenaufgabe viel zu simpel ausgefallen und in der Hauptgeschichte gibt es keinerlei Neuerungen oder Überraschungen. Aufgrund des gestiegenen Gegneraufkommens können die Kämpfe zudem mitunter durchaus chaotisch werden, außerdem sind einige Spielabschnitte in wenigen Minuten absolviert und leider viel zu kurz ausgefallen.

Dennoch bietet der Titel mit einer Länge von etwa 15 Stunden jede Menge zu entdecken und zu sammeln, seien es nun die Holokarten oder goldene Schrauben – gerade zum fairen Preis von etwa 40 Euro kann sich der Umfang definitiv sehen lassen. Auch der angenehme, ansteigende Schwierigkeitsgrad und die fair verteilten Rücksetzpunkte sorgen dafür, dass zu keinem Zeitpunkt Frust aufkommt.


Schön, schöner, Ratchet and Clank

Hinzu kommt, dass Ratchet and Clank auf technischer Ebene eine hervorragende Figur macht. Der rundum stimmige Cartoon-Look strotzt nur so vor Details und die Zwischensequenzen, welche aus dem kommenden Film stammen, fügen sich stimmig und nahtlos in das Spielgeschehen ein und sorgen dafür, dass das Spiel wie aus einem Guss wirkt – wie ein spielgewordener Animationsfilm. Gerade das flauschige Fell des Protagonisten, die wunderschönen Effekte und die teils unglaubliche Weitsicht wissen zu gefallen.

Soundtechnisch überzeugt der Titel auf ganzer Linie mit wunderschöner Musikuntermalung und herausragenden deutschen, sowie englischen Sprechern und rundum gelungenen Soundeffekten. Der herrlich abgedrehte, teils schwarze Humor des Originals ist bei Fans seit jeher Aushängeschild der Serie und funktioniert auch heute noch perfekt. Obwohl an einigen Stellen noch ein paar mehr grafische Details wünschenswert gewesen wären, spielt Ratchet and Clank audiovisuell in der obersten Liga.


Fazit:

awardSo geht eine Neuauflage und nicht anders. Insomniac Games zeigen mit Ratchet and Clank, wie es richtig geht. Der Titel basiert auf dem Original aus dem Jahre 2002, sorgt aber mit stimmigen Detailverbesserungen und neuen Komfortoptionen für frischen Wind.

Irgendwie ist alles vertraut und doch gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken – dieses Konzept funktioniert nahezu perfekt. Aufgrund der präzisen Steuerung und dem zeitlosen Gameplay-Mix aus Springen, Kämpfen und Rätseln bietet der Titel nur wenig Anlass zur Kritik.

War das Original seinerzeit schon ein hervorragendes Spiel, legt das Remake nun noch einmal eine Schippe drauf. Gerade technisch ist Ratchet and Clank über jeden Zweifel erhaben. Kritikpunkte sucht man mit der Lupe, außer der übersensiblen Flugsteuerung, den teils zu kurzen Levelabschnitten und nicht vorhandenen Überraschungen gibt es nahezu Nichts zu meckern.

Ein absoluter Pflichttitel für die PlayStation 4, der in keiner Sammlung fehlen darf.


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