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PS4 Tests

Testbericht: Overwatch – Origins Edition

Preisfrage: Was haben ein Brille tragender Gorilla, ein brasilianischer Musikfreak auf Inlineskates und ein geisteskranker Pyromane gemeinsam? Nun, auf den ersten Blick sicherlich nicht allzu viel, allerdings handelt es sich dabei um drei der insgesamt 21 Helden aus Blizzards neuestem Streich, dem Multiplayer-Shooter Overwatch. Wir haben unsere Waffen nachgeladen, die Schilde aufgefüllt und die Rüstungen poliert und klären in unserem Test, warum Overwatch ein wahres Fest für Einsteiger und Profis ist.

Overwatch überzeugt mit nahezu perfektem Balancing und coolen Helden
Overwatch überzeugt mit nahezu perfektem Balancing und coolen Helden

 


Overwatch: We can be heroes

Starcraft, Warcraft, Diablo, Hearthstone, World of Warcraft: Die Spiele des beliebten Publishers und Entwicklers Blizzard stehen seit jeher für Qualität und bilden allesamt die Speerspitze in ihrem jeweiligen Genre. Mit Overwatch versucht man sich nun erstmals an einem Ego-Shooter, welcher sich gleichzeitig an Genreneulinge und an erfahrene Spieler richtet.

Im Spiel stehen sich zwei Teams mit jeweils sechs Helden gegenüber, welche allesamt mit den unterschiedlichsten, aber ausnahmslos stimmigen Fähigkeiten daherkommen.  Grundsätzlich sind die Charaktere dabei in bekannte Klassen wie Angriff, Tank, Unterstützung oder Verteidiger unterteilt, doch schnell merkt man als Spieler, dass diese Aufteilung nicht mehr als eine grobe Richtlinie darstellt und im Verlaufe der extrem kurzweiligen, actiongeladenen Matches zusehens verschwimmt.

Die einzelnen Figuren spielen sich dabei derart unterschiedlich und zudem abwechslungsreich, dass man den Entwicklern schlicht ein Kompliment aussprechen muss. Beispielsweise wäre da der massive Roboter Bastion, welcher Kontrahenten mit seinem Gewehr beharkt und sich per Knopfdruck in ein Gatling-Geschütz verwandeln kann. Nach einiger Zeit schaltet man im Verlaufe des Spiels seine Ultimate-Fähigkeit frei, welche auf dem Schlachtfeld eine besonders verheerende Wirkung entfaltet. Im Falle von Bastion verwandelt sich der Blechhaufen mal eben in einen rollenden Panzer, der mit gezielten Raketen dem kompletten Gegnerteam den Garaus machen kann und so vom Verteidiger zum vernichtenden Angreifer wird.

Klick, klick, Boom! Junkrad beharkt die Feinde aus der Distanz mit Granaten
Klick, klick, Boom! Junkrad beharkt die Feinde aus der Distanz mit Granaten

Weitaus agiler als der behäbige Roboter ist dabei der Explosionsfreak Junkrad, welcher die Vielseitigkeit der Charaktere wunderbar verdeutlicht: Bewaffnet mit Granatenwerfer, Bärenfalle welche die Gegner bewegungsunfähig macht und einer Mine mit Fernzündung handelt es sich bei ihm eigentlich ebenfalls um einen Verteidiger, allerdings ist er beim Einnehmen von wichtigen Missionspunkten zudem eine besonders große Unterstützung. Im Verlaufe der Spiele lernt man die einzelnen Charaktere und ihre Fähigkeiten immer besser kennen: So nutzen Profis dann gezielt Junkrads Mine, um sich selbst in die Luft zu sprengen und somit Abkürzungen auf den verschiedenen, enorm verwinkelten Karten nutzen zu können oder Hindernisse zu überwinden.

Insgesamt überzeugen alle Charaktere durch ein hervorragendes Balancing und die abwechslungsreichen Spielarten. In meinen Runden mit Overwatch gab es keine Figur, welche mir nicht gefallen hätte. Zudem ermöglicht Blizzard den Charakterwechsel innerhalb einer laufenden Runde, um sich möglicherweise an eine aussichtslose Situation anpassen zu können und so vielleicht das Blatt zu wenden.


Solider, aber überzeugender Umfang

Apropos Karten: Insgesamt spendiert Blizzard dem Titel ganze Zwölf Maps, welche sich an realen Umgebungen rund um den Globus orientieren. So bekämpfen sich die Teams unter anderem in den verwinkelten Tempeln Japans, einem kleinen Küstendorf in Griechenland oder den staubigen Straßen der Route 66 in den USA. Eines haben alle Karten trotz unterschiedlichem Terrain aber gemeinsam: Sie sehen wunderschön aus und überzeugen mit einer Vielzahl an Details, geheimen Wegen und wichtigen Schlüsselpositionen. Die Kenntnis der Karten, sowie der Charaktere und ihrer Fähigkeiten entscheidet in den meisten Partien über Sieg und Niederlage.

Das Design der Karten ist absolut stimmig, trotzdem hätten es mehr Details sein dürfen
Das Design der Karten ist absolut stimmig, trotzdem hätten es mehr Details sein dürfen

Jede Karte bietet dabei einen speziellen Spielmodus, von denen insgesamt vier zur Auswahl stehen: Mal geht es um die Einnahme wichtiger Positionen, mal muss das Team eine Lieferung zum Zielort eskortieren. Jeder der vier Modi bietet zum Start des Spiels also drei verschiedene Karten, wobei im Laufe der Zeit noch weitere folgen sollen. Wirklich innovativ und allzu abwechslungsreich sind die Modi allerdings leider nicht und es bleibt abzuwarten, wie lange diese zu motivieren vermögen.

Schade zudem, dass Blizzard dem Titel keinen Einzelspielermodus spendiert hat, eine Story gibt es nämlich leider nicht und das obwohl das Universum gerade durch die veröffentlichten Kurzfilme eigentlich dazu prädestiniert wäre. Auch einen Coop-Modus, sowie einen lokalen Mehrspielerpart oder die Möglichkeit, online im Splitscreen anzutreten sucht man leider vergebens.

Gameplaytechnisch ist Overwatch allerdings über jeden Zweifel erhaben: Die Matches sind schnell und actionreich, allerdings auch enorm taktisch. Zudem kommt aufgrund der extrem präzisen und frei konfigurierbaren Steuerung und dem nahezu perfekten Trefferfeedback zu keinem Zeitpunkt Frust auf – es sei denn, man hat man wieder keinen Tank oder Support in seinen Reihen. Das Movement auf den Karten ist enorm stimmig, zudem motiviert der Titel mit vielen freischaltbaren Extras wie neuen Skins, Sprüchen, Spraylogos und vielem mehr. Besonders cool sind die Highlightfilme, welche am Ende einer jeweiligen Runde die Schlüsselmomente eines bestimmten Spielers wiedergeben. So kann man seinen grandiosen Fünffach-Kill noch einmal in vollen Zügen genießen!
Für gespielte Runden erhält man zudem Erfahrungspunkte, welche beim Levelaufstieg neue Lootboxen freischalten – diese beinhalten ein zufälliges Paket der oben genannten Gegenstände. Allzu ungeduldige Spieler dürfen in der Hoffnung auf Skins ihrer Lieblingshelden auch echtes Geld in die Hand nehmen, um Lootboxen zu erwerben – wirklich nötig ist das allerdings nicht, zumal die Gegenstände allesamt rein optischer Natur sind und spielerisch keinerlei Vorteile bieten.

Der Comic-Stil weiß durchaus zu gefallen, auch die Effekte sind schön anzusehen
Der Comic-Stil weiß durchaus zu gefallen, auch die Effekte sind schön anzusehen

Comic-schick

Auch technisch hinterlässt Overwatch zudem einen rundum stimmigen Eindruck: Die knallbunte Comic-
Optik bietet zwar nicht so wahnsinnig viele Details, überzeugt allerdings mit einer stets flüssigen und störungsfreien Bildrate – enorm wichtig in Multiplayerschlachten. Die Charaktere sind wundervoll designt, selbiges gilt auch für die Karten, welche allesamt mit schicken Details aus anderen Blizzard-Titeln daherkommen, wenn man einmal genauer hinsieht. Auch die stimmigen Effekte wissen zu gefallen, genauso verhält es sich mit der Vertonung des Titels: Die Musik untermalt das Geschehen hervorragend, die Waffensounds und Effekte bieten ordentlich Bumms und gerade die abgedrehten, coolen Sprüche der einzelnen Helden wissen zu gefallen. Aus technischer Sicht leistet sich Overwatch keine groben Schnitzer, natürlich wäre eine detaillierte Grafik schön gewesen, viel wichtiger ist allerdings die gerade im Vergleich zu Battleborn aber deutlich flüssigere, ruckelfreie Grafik.


Fazit:

AwardOverwatch ist der erhoffte neueste Geniestreich von Entwickler Blizzard und
gleichermaßen einer der besten Multiplayer-Shooter der letzten Jahre, wenn nicht sogar aller Zeiten! Die abwechslungsreichen Helden überzeugen auf ganzer Linie und bieten dabei derart viele unterschiedliche Möglichkeiten und Herangehensweisen, dass das Ausprobieren eine wahre Freude ist.

Die Karten sind abwechslungsreich und wunderschön gestaltet, vor allem aber in Sachen Gameplay leistet sich der Titel keinerlei Patzer. Overwatch ist schnell, sehr präzise und vor allem unglaublich spaßig. Gerade das simple Gameplay mit der Vielzahl an taktischer Raffinesse, welche sich im Laufe der Zeit erst zeigen, sorgt für ein enormes Suchtpotential. Schade allerdings, dass man auf einen Einzelspieler- oder Coop-Modus verzichtet hat.

Auch in Sachen Umfang darf Overwatch gerne noch etwas zulegen, doch bis dahin begleite ich liebend gerne weiterhin die Fracht zum Zielpunkt. Mein Team braucht mich!


Vielen Dank an Blizzard Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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