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Testbericht: NHL 17

Der Herbst naht und damit läutet EA die neueste Runde der alljährlichen Sportspiele-Updates ein. Nachdem man bereits im vergangenen Monat zum Superbowl lud, schicken uns die Entwickler nun in weitaus kühlere Gefilde. Mit NHL 17 geht es ab auf das Eis und der Titel lockt, neben dem Stanley Cup, mit einigen neuen Spielmodi wie dem Hockey Worldcup. Wir klären in unserem Test, ob sich der Kauf auch für Besitzer des Vorgängers lohnt.

NHL 17 ist dank Verbesserungen das beste Eishockey-Spiel am Markt
NHL 17 ist dank Verbesserungen das beste Eishockey-Spiel am Markt

NHL 17 und die Standard-Detailverbesserungen

Obwohl der Eishockey-Sport trotz relativ starker Deutscher Eishockey Liga (DEL) hierzulande eher ein Schattendasein fristet, erfreut sich die NHL-Serie von EA Sports relativ großer Beliebtheit. Ob dies nun an der fehlenden Konkurrenz liegt oder am fast rundum stimmigen Gameplay, welches die Serie schon seit Jahren (mal abgesehen von NHL 15) auszeichnet, sei zunächst einmal dahingestellt.
Der neueste Ableger NHL 17 verbessert, wie es sich für ein Jahresupdate gehört, das Vorgängerprodukt nochmal an einigen Ecken. Wenn auch nur minimal.

Die obligatorische Verbesserung der Torwart-KI hatte dabei natürlich wieder oberste Priorität. Das neue System hört auf den klangvollen Namen „Reactionary Save Intelligence“. Es soll dafür sorgen, dass die Goalies noch sicherer beim Abfangen des Pucks agieren. Und in der Tat fällt auf, dass sich das Stellungsspiel und die Antizipation des gegnerischen Spielzuges gegenüber dem Vorgänger spürbar verbessert haben. Den gegnerischen Torhüter auszuspielen benötigt nun gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden einiges an Geschick. Und einen gut vorgetragenen Angriff, idealerweise mit einem One-Timer im Abschluss.

Dank neuer KI agieren die Goalies nun noch klüger
Dank neuer KI agieren die Goalies nun noch klüger

Weitere Neuerungen sind vor allem für Hardcorefans des Sports interessant und beziehen sich beispielsweise auf den neuen Fantasy-Draft-Modus. Dieser dürfte hierzulande aber vermutlich eher wenige Anhänger finden.


Neulinge haben es schwer

Gerade Neueinsteiger haben es trotz umfangreicher Tutorials allerdings noch immer zu schwer, den Puck im Netz zu versenken. Obwohl die Lernkurve des Spiels sehr gut gelungen ist, sind selbst nach vielen Spielstunden mehr als zwei Tore in einer Partie eher die Seltenheit. Gerade in Matches gegen Spieler aus der ganzen Welt geht man zumeist sang- und klanglos unter, da das Matchmaking noch immer nicht perfekt funktioniert. Denn oftmals sucht das Spiel die Gegner eben nicht auf eigenem Niveau, sondern eher nach Verfügbarkeit aus. Und wenn ein Amateur beispielsweise wieder einmal auf einen absoluten Vollprofi aus Kanada trifft, ist das auf Dauer nicht wirklich spannend.

Der heißbegehrte Stanley Cup ist nicht das einzige Ziel, dass es zu erreichen gilt
Der heißbegehrte Stanley Cup ist nicht das einzige Ziel, dass es zu erreichen gilt

Auch sonst zeigt sich NHL 17 detailverbessert, wenngleich man von der verbesserten Torraumduell-Physik nicht wirklich viel spürt. Macht aber auch Nichts, denn das Kerngameplay stimmte bereits in den vergangenen Jahren und bildet den actiongeladenen Sport authentisch ab. Dank der präzisen Steuerung, welche unglaublich optionsreich daher kommt, dürften sowohl Einsteiger, als auch Profis gleichermaßen eine Menge Spaß auf dem Eis haben. Spannende Matches bietet der Titel also allemal. Zudem freuen sich Neulinge darüber, dass sich der Titel je nach Einstellung enorm arcadeig spielen lässt. Profis ändern im laufenden Spiel ihre Taktik in Sekundenschnelle per Tastendruck und studieren sogar ganz eigene Spielzüge ein, was NHL 17 zu einer waschechten Simulation werden lässt – sofern gewünscht.


Optionsreiches Gerüst

Auch bei der Auswahl der Spielmodi hat EA nochmal nachgelegt. Neben den obligatorischen schnellen Spielen, Meisterschaften und Online-Modi bietet NHL 17 noch eine ganze Menge mehr.  Auch die EA-typischen Modi wie Ultimate Team oder Be-A-Pro feiern ihr Comeback und dürften bei Genrefans hinlänglich bekannt sein. Beispielsweise aus der FIFA-Serie.

Das NHL-Pendant zum Online Clubs Modus heißt EA SPORTS Hockey League. Besagter Modus wartet im neuesten Update mit den größten Verbesserungen auf. Für absolvierte Spiele, erzielte Tore und andere Meilensteine sammelt man für seinen Spieler nun Plaketten, mit denen sich neue Anpassungsobjekte freischalten lassen. Sogar eigene Stadien dürfen erstmals erbaut werden. Zusammen mit den umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten der Trikots kommt der Hockey League-Modus deutlicher spannender daher, als je zuvor.

Der Editor wurde in NHL 17 nochmals sinnvoll erweitert
Der Editor wurde in NHL 17 nochmals sinnvoll erweitert

Online eine Wucht… wenn der Netzcode mitspielt

Gerade die Duelle mit Freunden gegen andere Teams aus der ganzen Welt machen dabei eine ganze Menge Spaß. Auch, da es aufgrund des ordentlichen Netzwerkcodes nur selten zu Verbindungsproblemen kommt. Befinden sich hingegen die vollen Zwölf menschlichen Spieler auf einem Server, kann es wie schon im Vorjahr allerdings zu unschönen Lags kommen. Gerade Teams aus der eigenen Region sind aufgrund der überschaubaren Beliebtheit des Eishockey-Sports dabei leider eher die Seltenheit.

Optisch bietet NHL 17 kaum Anlass zur Kritik. So überzeugt der Titel mit butterweichen Animationen und flüssiger Grafik. Die Zuschauermodelle sehen gut aus und tragen zur gelungenen Atmosphäre des Spiels bei, welche durch Maskottchen hinter den Banden und originale TV-Einblendungen für das Flair einer echten Übertragung sorgen. Einzig und alleine die Spielermodelle, besonders aber deren Gesichter könnten einen Tick detailreicher sein. An der Vertonung gibt es ebenfalls kaum etwas zu meckern: Die englischen Sprecher liefern größtenteils einen ordentlichen Job ab und die Effekte klingen hervorragend. Ob nun das Kratzen der Kufen auf dem Eis oder der in der Bande einschlagende Puck. Auch der serientypisch rockige Soundtrack geht in Ordnung, kommt aber mit weitaus weniger absoluten Hits bekannter Bands daher, als in den Vorjahren.


Fazit:

NHL 17 verbessert die bereits gelungenen Vorgänger in gleich mehreren Details. Vor allem die verbesserte Torwart-KI gefällt. Genauso wie die neuen Individualisierungsmöglichkeiten in der Hockey League. Ansonsten hat sich gegenüber der Vorjahresversion allerdings nicht weltbewegend viel getan. Ob eine gzg-medailleNeuanschaffung für die wenigen wirklichen Neuerungen daher Sinn macht, muss jeder selbst entscheiden. Wer allerdings mal wieder Lust auf die eine oder andere Partie Eishockey verspürt und vor allem den umfangreichen Online-Multiplayer in vollem Umfang genießen möchte, bekommt mit NHL 17 definitiv die beste Möglichkeit dazu. Für alle anderen tut es mit Sicherheit auch die mittlerweile deutlich günstigere Version aus dem vergangenen Jahr.


Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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