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PS Vita Tests

Testbericht: Hyperdimension Neptunia Producing Perfection

Die Hyperdimension Neptunia Franchise ist eigentlich im JRPG-Genre angesiedelt. Mit Humor werden dort die großen Konsolenhersteller als Animemädchen porträtiert, die auf ihren jeweiligen Planeten Göttinnen sind und gegeneinander den Konsolenkrieg ausfechten. Neben einem Remake des ersten Teils für die PlayStation Vita hat es auch ein Spin-Off auf das Handheld geschafft: Hyperdimension Neptunia Producing Perfection. Was für eine Art Spiel sich hinter diesem Titel verbirgt, lest ihr hier!Hyperdimension_Neptunia_Producing_Perfection_Screen_1

Du bist mein Stern

Die Göttinnen von Gamindustri werden nicht mehr so angebetet wie zuvor. Das liegt nicht daran, dass eine der Göttinnen eine neue Konsole oder ein neues Spiel herausgebracht hat, sondern an der Idolgruppe MOB48 – die ihren Namen der tatsächlich existierenden Idolgruppe AKB48 zu verdanken haben. Diese haben die Charts überrannt und mittlerweile kümmert sich kaum noch jemand um Videospiele. Um die Bewohner von Gamindustri wieder auf ihre Seite zu ziehen, wollen die Göttinnen, Console Patron Units oder kurz CPUs genannt, ebenfalls ins Idol-Geschäft einsteigen. Das Problem: Keine von den vier CPUs hat Ahnung vom Business, also wird ein Producer aus einer anderen Welt heraufbeschworen, der niemand anderes als der Spieler selbst ist. Hat man sich dann für eine der vier CPUs entschieden, geht es auch schon ans Eingemachte!

Wer sich gerne mit der japanischen Kultur auseinandersetzt, dem ist das Wort „Idol“ sicherlich ein Begriff. Wer japanische Games spielt oder viele Anime schaut, der kennt sicherlich Charaktere wie Hatsune Miku oder Serien wie die iDOLM@STER-Reihe. Idols sind Popstars, die durch ein Produktionsstudio und einen Produzenten Termine für Konzerte, Radioshows, Autogrammstunden und so weiter finden, während sie nebenbei stets an ihren Sing- und Tanzkünsten arbeiten müssen. Der Job eines Idols ist nicht einfach. Und genau hier steht oder fällt das Spiel für Interessierte. Denn als Producer kümmert man sich um seine ausgewählte CPU. In der Hauptstory muss man binnen 160 Tagen die meisten Fans aller Welten Gamindustris erobern. Dafür wählt man täglich zwischen verschiedenen Übungen, Terminen oder Konzerten. Mit den Übungen verbessert man die Werte des Idols, welche von Singen, Tanzen hin zum Intellekt reichen – Idols müssen eben auch was im Kopf haben! Mit Terminen in Radioshows oder auf Events erreicht man die Fans direkt und kann sich so über mehr Konzertbesucher freuen.Hyperdimension_Neptunia_Producing_Perfection_Screen_2Bei den Konzerten muss man selbst mit Hand anlegen, denn während die CPU auf der Bühne die Fans anzieht, muss man als Producer hinter der Bühne die Fäden ziehen. So wählt man zwischen einer Handvoll Songs einen aus, sucht sich eine passende Bühne samt drei Spezialeffekten aus und darf dann auch noch die CPU selbst entsprechend einkleiden. Beginnt das Konzert, wählt man Kameraperspektiven und reagiert auf die Fan-Zurufe mit den ausgewählten Effekten. Diese müssen sich immer wieder aufladen, werden aber gebraucht, um Bonuspunkte zu sammeln. Denn je besser der Song ankommt, desto höher landet er in den Charts und desto länger hält er sich oben. Hat man sich mit anderen CPUs angefreundet, kann man selbst eine Gruppe aus bis zu drei Figuren gründen, was die Fangemeinden der Charaktere zu einer größeren zusammenschweißt. Doch das alles verursacht Stress, daher muss man immer wieder mal ein bis drei Tage Urlaub einplanen, in denen die CPUs kleine Abenteuer erleben oder die Bindung zu anderen Figuren erweitern.

Das klingt alles sehr nervenaufreibend, vor allem mit dem Zeitlimit. Nimmt man noch hinzu, dass man auf die anderen Welten von Gamindustri reisen kann, um dort weitere Fans und Hater zu kassieren, kann das schnell unübersichtlich werden. Doch dagegen haben die Entwickler etwas getan: Das Spiel ist viel zu einfach. Wenn man stets eine ausgewogene Balance hält zwischen allen möglichen Aktionen, hat man die Geschichte mit einer der Figuren an einem längeren Nachmittag durch. Dadurch bietet es sich zwar an, es immer wieder mal kurz unterwegs zu zocken, aber so verliert es ein wenig an Langzeitmotivation, denn bis auf einen Endlosmodus gibt es leider keine variablen Schwierigkeitsgrade, um das Spiel zu einer Herausforderung zu machen.Hyperdimension_Neptunia_Producing_Perfection_Screen_3

Typisch Compile Heart

Wer schon einen Compile-Heart-Titel gespielt hat, der wird sich bereits vorstellen können, was Producing Perfection zu bieten hat. Neben der englischen wird auch die japanische Sprachausgabe angeboten und das ist auch ein netter Service, denn gute 90 Prozent des Spiels bestehen aus Standbildern, die miteinander sprechen. Die Sprites selbst kennt man schon aus der Hauptreihe und entsprechend sind sie von hoher Qualität. Die Hintergründe sind ansprechend gestaltet und Übergänge zwischen bronze-großTag und Nacht können sich sehen lassen. 3D-Figuren bekommt man nur in den Konzerten zu Gesicht. Mit nur fünf Songs zur Auswahl und einer Handvoll Bühnen will man diese allerdings auch nicht zu oft sehen beziehungsweise hören. Dabei sind vor allem die Figuren und deren Kostüme sehr detailliert ausgefallen. Passend zum Universum gibt es dazu massig Videospiel-Anspielungen, so vergleicht ein Klempner in einem Fanbrief seinen anstrengenden Alltag mit dem seines angebeteten Idols, um ihr dann für das nächste Konzert viel Erfolg zu wünschen. Die Ladezeiten sind angenehm kurz und so bietet sich das Spiel auch technisch perfekt für unterwegs an. Zwar ist es von der Spieltiefe und dem Umfang nicht vergleichbar mit Japan-exklusiven Spielen wie The iDOLM@STER 2, aber wer die Thematik interessant findet, der wird hier auf jeden Fall ein kurzweiliges Spiel bekommen.


Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters!

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