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Testbericht: Guitar Hero Live

Vor genau Zehn Jahren ließ Entwickler Harmonix den Traum eines jeden videospielenden Musikfans mit Affinität zu elektrischen Gitarren wahr werden: Bewaffnet mit einer Plastik-Klampfe voller bunter Knöpfe shreddeten sich Millionen durch eine neue Art des Musikspiels. Binnen kürzester Zeit mauserten sich die Musikspiele zu einem der populärsten Spielegenres der vergangenen Konsolengeneration, doch vor wenigen Jahren wurde es dann ganz plötzlich still um diese Spiele.
Nun schreiben wir also das Jahr 2015: Musiksender sind Geschichte, aber Guitar Hero ist wieder da, läutet die Renaissance der Musikvideos und –spiele ein und kommt mit einigen Innovationen daher. Endlich darf wieder gerockt werden, getreu dem Motto „You can’t kill the metal!“

Gerockt wird aus der Ego-Perspektive. Mittendrin, statt nur dabei
Gerockt wird aus der Ego-Perspektive. Mittendrin, statt nur dabei

One, two… one, two, three, four…


Ich gebe es zu: Auch wenn ich im Genre der Musikspiele ein absoluter Versager bin und mich nur selten über den mittleren Schwierigkeitsgrad getraut habe, (hey mal abgesehen vom Gesang in den Rock Band Spielen – Queens of the Stone Age und Red Hot Chili Peppers auf Experte mit 100 % abgeschlossen!) habe ich diese Spiele geliebt. Ganz egal ob Guitar Hero oder Rock Band – für ein paar schnelle Runden mit guter Musik vor dem Fernseher war doch irgendwie immer Zeit. Gerne auch mit guten Freunden, umso lustiger war das Ganze.
Nun, im Jahre 2015, wurde dieses bereits totgeglaubte Duell zu neuem Leben erweckt: Während Rock Band 4 dabei allerdings einen eher konservativen, vertrauten Weg einschlägt, versucht man bei Freestyle Games mit Guitar Hero Live einen leicht alternativen Ansatz.


Die neue Gitarre

Den Anfang macht der brandneue, komplett umgestaltete Gitarren-Controller, welcher dem Bundle beiliegt und per USB mit der Konsole verbunden wird. Anders als bei den – nun entsprechend inkompatiblen – Vorgängermodellen verfügt die neue Gitarre über zwei Reihen mit jeweils drei Knöpfen. Kenner der Vorgänger müssen sich beim Spielen also erstmal umgewöhnen, sowohl was das Halten der Gitarre angeht, als auch das eigentliche Spiel. Denn auf dem typischen Highway rauschen nicht mehr farbige Icons heran, sondern eben weiße beziehungsweise schwarze Plektren, welche eben für die untere und obere Knopfreihe bestellt sind.
Allerdings hat man dank umfangreichem Tutorial und fünf fairen Schwierigkeitsgraden schnell den Bogen raus und fortan eine Menge Spaß mit dem Titel.

Die Abstufung der Schwierigkeitsgrade ist sehr fair
Die Abstufung der Schwierigkeitsgrade ist sehr fair. Auf Experte wird es knackig

Auch spielerisch geht Guitar Hero Live in Sachen Inszenierung einen etwas anderen Weg: Anders als bei bisherigen Genrevertretern zeigt das Spiel sämtliche Auftritte aus der Ego-Perspektive des Gitarristen. Der Clou dabei ist, dass sämtliche Szenen gleich mehrfach aufgenommen wurden – je nachdem wie gut man den jeweiligen Song spielt, präsentiert einem das Spiel andere Bilder. Dadurch wirkt das Spielgeschehen deutlich dynamischer und interaktiver. Auch wenn man beim Spielen wie immer nur wenig Zeit hat, auf die Umgebung zu achten.
Aufgrund mangelnder Abwechslung und fehlender Hintergrundgeschichte ist der Karrieremodus aber nicht mehr, als nur nettes Beiwerk. Wirkliche Langzeitmotivation entfesselt der Titel eigentlich nur im Onlinemodus, welche ein paar spannende Innovationen zu bieten hat.


Guitar Hero Live feiert das Revival des Musikfernsehens

Geradezu revolutionär ist der Mehrspieler-Part von Guitar Hero Live ausgefallen, welcher auf den klangvollen Namen Guitar Hero TV hört. So stehen zwei Kanäle zur Auswahl, auf denen rund um die Uhr Musikvideos bekannter Rock- und Metal-Künstler laufen, welche nach Lust und Laune mitgespielt werden dürfen.
So erweitert sich das zunächst einmal mit 42 Titeln eher dürftige und mit teilweise unpassenden Künstlern (Stichwort Katy Perry oder Eminem) vollgepackte Songangebot binnen kürzester Zeit in das stärkste Line-Up der Seriengeschichte.
Dabei präsentiert das Spiel eine kleine Rangliste, welche den Vergleich der eigenen Leistung mit anderen Spielern ermöglicht. Schade jedoch, dass auf richtige Onlinekomponenten vollends verzichtet wurde – Duelle oder gar Koop-Spiele sucht man leider vergebens, auch wenn offline jederzeit ein zweiter Spieler in die Saiten hauen darf.

Auf Wunsch darf zudem gesungen werden. Leider ist das Feature nur halbgar
Auf Wunsch darf zudem gesungen werden. Leider ist das Feature nur halbgar

 


Guitar Hero TV und das liebe Geld

Allerdings hat das mit viel Licht daherkommende Guitar Hero TV auch seine düsteren Schattenseiten, Stichwort: Echtgeld-Shop. Denn wer einen bestimmten Song aus dem Online-Kontingent spielen möchte, muss dafür das Portemonnaie zücken. Wer das nicht möchte, hat nur die Möglichkeit den Song zu spielen, den einem das Spiel gerade anbietet.

Das alles ist aber nicht ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick klingt. Wer im Spiel eine neue Stufe oder bestimmte Sonderziele erreicht, erhält in regelmäßigen Abständen Marken, mit denen er neue Songs freischalten kann. Für diese Ziele erhält man zudem weitere Extras wie individuelle Designs für den Noten-Highway – zum Beispiel im Look der Band Avengend Sevenfold. Ungeduldige können diese Boni aber auch mit echtem Geld kaufen.

awardAnsonsten spielt sich Guitar Hero Live gewohnt hervorragend und liegt qualitativ auf demselben Niveau, wie die starken Vorgänger. Schade dass es keinerlei Optionen für andere Instrumente gibt – wer gerne mit Bass oder Schlagzeug spielen möchte, muss zur Konkurrenz gehen. Auch die Optionen für die Aufnahme des Gesangs können nicht wirklich überzeugen und wirken dahingeschludert und aufgesetzt.


Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

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