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Testbericht: Final Fantasy XIV: Heavensward

„Gut Ding will Weile haben“, ein Sprichwort, dass nicht nur zu meinem Test zu Final Fantasy 14: Heavensward passt, sondern auch zum Titel an sich. Immerhin gibt es das Final-Fantasy-MMO inzwischen seit 2010. Seitdem hat es sehr viel Veränderung durchgemacht. Fünf Jahre nach dem ersten Release und zwei Jahre nach dem überarbeitetem A Realm Reborn ist 2015 die erste vollwertige Erweiterung mit dem Namen Heavensward erschienen. Viel Neues soll geboten werden, ob sich der Kauf für die Erweiterung überhaupt lohnt, das habe ich für euch in unheimlichen vielen Stunden herausgefunden.

FFXIVHeavensward

Aller Anfang ist schwer

Man möchte meinen, dass ich mit dem Verbrauch an Stunden übertrieben habe, doch es stimmt. Ich selber habe vor der Erweiterung noch keine Minute mit Final Fantasy 14 verbracht und das sollte auch zu meinem Verhängnis werden. Bevor man überhaupt daran denken kann, sich in die Erweiterung zu stürzen, muss man erst einmal die Voraussetzungen dafür erfüllen. Die Hauptstory muss abgeschlossen sein und man muss die Maximalstufe 50 erreicht haben, erst dann wird man in den Genuss von Heavensward kommen. Ihr könnt euch spätestens jetzt sicherlich denken, was das für mich bedeutet: jede Menge Grinden und Questen, um überhaupt an die Erweiterung zu gelangen. Das ist dann doch ein wenig schade, gerade für Neueinsteiger ist es daher sehr schwer reinzukommen und Anschluss zu halten, dazu aber später noch mehr.

Nach vielen Tagen und gespielten Stunden war ich aber soweit und die neuen Gebiete, Dungeon uns Monster erwarteten mich. Grundsätzlich bietet die Erweiterung eine Menge an neuen Inhalten. Ihr reist in den Norden und könnt euch zum Beispiel auf die heilige Stadt Ishgard freuen, die auch von der Handlung noch eine wichtige Rolle spielen wird, aber auch auf Orte wie das Dravanische Hinterland oder die Wallenden Nebel. Die neuen Gebiete fallen auch sehr groß aus und weitläufig. Wer aber jetzt schon die Sorge bekommt, dass das sehr viel Hin- und Hergelaufe mit sich bringt, der kann beruhigt sein, denn eine weitere Neuerung sorgt für bequemeres Reisen. Denn man wird auch fliegen können. Dazu dienen werden flugfähige Vehikel, Reittiere oder sogar der eigene Chocobo.

Final-Fantasy-XIV-Karte-mit-Flug-Reittier

Der tausendjährige Krieg

Von der Handlung setzt Heavensward direkt an das Ende von A Realm Reborn an. Fans der Story dürfen sich also auf die Fortführung freuen, die auch ein Wiedersehen mit bereits bekannten Figuren mit sich bringt aber auch Überraschung und Wendungen. Im Allgemeinen geht es in der Erweiterung um einen schon ewig anhaltenden Krieg zwischen der heiligen Stadt Ishgard und dem Drachenvolk. Zusätzlich gibt es auch eine neue Rasse, die Au Ru, die ihr nicht nur begutachten, sondern auch selber spielen dürft. Aber nicht nur eine neue Rasse hält Einzug, sondern auch drei neue Klassen. Da wäre zum einen der Dunkelritter, eine Klasse, die sich auf das Verteidigen spezialisiert, dann die Astrologen, die sich auf das Heilen konzentrieren und die Maschinisten, die für ordentlich Schaden mit ihren Angriffen sorgen.

Auch hier war der Einstieg in die neuen Klasse nicht sehr einfach. Da man sich die Klassen nicht von der Pike auf näher bringt, sondern sie schon auf Stufe 30 erhält, muss man sich da ordentlich reinfuchsen, denn immerhin sind auf der Stufe schon eine Menge Fähigkeiten verfügbar und das kann einem schon zu viel sein, für den Anfang.

Aber nicht nur die Klassen bekommen Neues, auch die Berufe gehen mit der Erweiterung nicht leer aus. Wie auch das Anheben des Maximallevels von 50 auf 60 steigern sich die Maximalstufen für Handwerker und Sammler. Dazu kommen neue Fähigkeiten und Betätigungen. Wer aber lieber Angeln will, der kann das auch, denn auch dafür ist gesorgt mit neuen Plätzen zum entspanntem fischen.

AuRaInGame

Zweiklassengesellschaft

Das größte Problem von Heavensward ist nicht der neue Inhalt, sondern viel mehr, die sich aufspaltende Community. Und das wird mit den Neuerungen mehr als deutlich. Schon der Einstieg für neuere fällt wie schon erwähnt relativ sperrig an. Dazu kommt, dass zum Beispiel der Gebrauch von fliegenden Reittieren nur auf die neuen Gebiete der Erweiterung reduziert werden. Auch die mühsam erworbenen Ausrüstungen werden mit der Erweiterung schlichtweg wertlos, da man relativ schnell viel bessere Ausrüstung bekommt. Das ist zwar bei einem Titel wie Diablo 3 sinnvoll, bei einem MMO wie Final Fantasy sehr frustrierend, wenn man bedenkt, wie viel Stunden drauf gingen um eine spezifische Ausrüstung zu bekommen. Und so sind Spieler, die sich die Erweiterung gekauft haben klar im Vorteil.

Insgesamt ist die Erweiterung Heavensward aber sehr gelungen. Neue Schauplätze, neue Dungeons, Items, Fähigkeiten und die Fortsetzung der Handlung sorgen für viele Stunden Beschäftigung und die zwei neuen Primae bringen auch neue Herausforderungen mit sich. Was nicht so gut gelungen ist, ist das Quest-Design, denn da verändert sich relativ wenig und ihr seid auch hier mit Sammeln und Töten beschäftigt.

Technisch bleibt es auf dem selben Niveau und bietet grafisch und vom Soundtrack her gewohnte Qualität. Einzig das Pad der Playstation gelangt an seine Grenzen, wodurch der Gebrauch von Maus und Tastatur die bessere Option ist. Wer schon mit A Realm Reborn seinen Spaß hatte, der wird auch mit Heavensward seine Freude haben. Neueinsteiger sollten sich aber bewusst sein, dass man die Voraussetzungen erfüllen muss.


Vielen Dank an Square Enix, für die freundliche Bereitstellung des Test-Musters.

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