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PS4 Reviews

Testbericht: Atelier Firis: The Alchemist and the Mysterious Journey

Mit Atelier Firis: The Alchemist and the Mysterious Journey erwartet euch der 18. Teil rund um um die Alchemisten der Atelier-Reihe. In der Haut der angehenden Alchemistin Firis Mistlud erkundet ihr die grünen Weiten der Spielwelt und stellt euch gefährlichen Kreaturen gegenüber. Werden Firis und ihre Schwester das Examen für Alchemie ablegen und bestehen?


Unter Zeitdruck gefangen in der Höhle

Wie in der Einleitung schon angedeutet, übernehmt ihr die Rolle der fünfzehnjährigen Firis Mistlud. Zusammen mit ihrer Schwester Liane und ihren Eltern lebt diese in der kleinen Stadt Ertona, welche tief unter dem Erdboden erbaut wurde. Demzufolge sehen die Bewohner kein Tageslicht oder gar die Vor- und Nachteile der verschiedenen Jahreszeiten. Nur einigen Einwohnern ist es erlaubt, die Stadt zu verlassen und neue Vorräte aus den umliegenden Umgebungen zu bergen.

Testbericht: Atelier Firis
Unsere Protagonistin kann in unterschiedliche Kostüme schlüpfen, welche nicht nur einen optischen Wert haben.

 

Auch unsere junge Protagonistin hat den Wunsch, die Stadt im Untergrund zu verlassen und endlich frische Luft zu atmen. Leider hat sie keine Chance die Tür zu öffnen. Doch das Schicksal meint es gut mit ihr. Zwei fremde Personen gelangen nach Ertonia und geben Firis einer Kostprobe der mächtigen Alchemie. Und genau hier greift ein lästiges Zeitlimit, welches schon in so manchen Atelier-Teilen vorhanden war. Der Älteste des Höhlenortes stellt Firis die Bedingung, dass sie innerhalb eines Jahres die Alchemie lernen und eine Prüfung ablegen soll. Bei Erfolg darf das Mädchen in Freiheit leben.

Testbericht: Atelier Firis
Zu Beginn ergibt sich kaum die Gelegenheit, um die Orte ein wenig zu entdecken.

 

Gut: Wenn Firis bestanden hat, entfällt der lästige Zeitdruck und ihr könnt nach Belieben die teilweise liebevoll gestaltete Anime-Welt bereisen und erkunden. Leider hält sich der erzählerische Rahmen doch sehr in Grenzen, dementsprechend werden mit der Story definitiv keine Bäume ausgerissen und auch die Charaktere wirken wenig tiefgründig.


Der Weg zum Ziel

Folglich gilt aber erst einmal der Weg zum bestandenen Examen. Firis nimmt den Weg auf den Reisenberg in Angriff. Jedoch muss sie sich erst einmal drei Empfehlungsschreiben von anderen Alchemisten verdienen, um schließlich ihre Prüfung ablegen zu dürfen. Glücklicherweise gibt es nur vereinzelte Wegpunkte, sodass es möglich ist, seinen eigenen Pfad selber zu wählen und zu bestreiten. Ebenso hat man bei der Wahl des jeweiligen Begleiters in den meisten Fällen freie Hand. Nichtsdestotrotz tickt die Uhr erbarmungslos gegen euch, weswegen für größere Umwege vorerst keine Zeit bleibt. Ist die Zeit nämlich einmal abgelaufen und das Examen nicht bestanden, ist das Spiel vorbei. Im folgenden Durchgang dürft ihr wenigstens ein paar der Fortschritte übernehmen.

Testbericht: Atelier Firis
Firis muss sich mit unterschiedlichen Witterungsverhältnissen herumschlagen.

Während ihrer Reise findet Firis unterschiedliche Kleidungsstücke, welche euch ähnlich wie bei The Legend of Zelda: Breath of the Wild durch wärmere, als auch kältere Gebiete helfen. 

Im Mittelpunkt des Spiels steht definitiv das Sammeln und Herumexperimentieren mit gewissen Rohstoffen. Auf einer Oberfläche, welche Tetris ähnelt, ordnet ihr verschiedene Materialien an. Mit Katalysatoren ist es möglich, die vorgesehene Synthese je nach Qualität und Eigenschaft zu beeinflussen. Bei der ersten Herstellung eines Gegenstandes ist dieser noch mit dem ersten Rang klassifiziert. Mit anderen Worten: Das mehrmalige Herstellen eines Gegenstandes sorgt für einen höheren Rang und somit diverse Verbesserungen des resultierenden Produkts.

Testbericht: Atelier Firis
Mit der unterschiedlichen Anordnung der Rohstoffe können ebenso unterschiedliche Gegenstände hergestellt werden.

 

Neue Rezepte für die Synthese erlernt und findet ihr mit dem Fortlauf der Handlung. Diese ergeben sich durch Gedankenblitze, indem ihr einen neuen Rohstoff aufnehmt. Eine andere Art, um neue Muster zu finden, ist das Lesen von Büchern. Folglich lohnt es sich also, alles zu untersuchen und einzupacken.


Altmodisches Kampfsystem & schwache Nebenquests

Neben der schwachen Story muss sich Atelier Firis aber noch mit weiteren Kritikpunkten herumschlagen. Auch wenn das klassisch rundenbasierte Kampfsystem durch Schwachstellenausnutzung und Energieeinteilung an taktischer Tiefe gewinnt, so wirkt dieses doch sehr altbacken.

Testbericht: Atelier Firis
Das Kampfsystem kommt klassisch rundenbasiert daher und bietet leider wenig Neuerung.

 

Im Bereich der Nebenaufgaben schlagt ihr euch zum größten Teil mit stupiden und langatmigen Jagd-, Sammel-, Such- oder Produktionsquests herum.


Technisch trotz 4K-Unterstützung nur Mittelmaß

Technisch bewegt sich Atelier Firis: The Alchemist and the Mysterious Journey auch eher auf einer schmalen Eisscholle. Zwar können sich Besitzer einer PlayStation 4 Pro über einen 4K-Support freuen, doch macht die höhere Auflösung das Spiel auch nicht sonderlich schöner. Die Charaktermodelle sind wenig detailliert und auch die Effekte machen einen dürftigen Eindruck.

Auch die Auswahl die Sprachausgabe lässt Spielraum nach oben. Vorbildlich für ein JRPG kommt das Spiel zwar mit wahlweise japanischer- oder englischen Sprachausgabe daher, doch leider vernimmt der Spieler diese eher selten, weil es einfach wenig gesprochene Dialoge gibt. Schade auch, dass es keine deutschen Bildschirmtexte ins Spiel geschafft haben.

Testbericht: Atelier Firis
Rohstoffe beschafft ihr euch auf unterschiedlichste Art und Weise.

 

Lobend muss man allerdings die Soundkulisse erwähnen. Je nach Gegnerart verändert sich im Kampf die Musik, ansonsten wird der Spieler mit leichten und beschwingten Stücken durch das Abenteuer begleitet.


Fazit:

Mit dem 18. Teil der Reihe kommt ein Serienableger daher, welcher viele Dinge richtig macht, aber nicht gerade mit Neuerungen punkten kann. Zum einen wird das verhasste Zeitlimit wieder aufgelegt, dabei waren viele Fans froh darum, dass dieses endlich Geschichte war. Zwar ist es nur zu Beginn präsent und durchaus fair gestaltet, doch selbst in diesem Bereich der Handlung hat man ständig das Gefühl, sich unnötig beeilen zu müssen ohne eine Chance, die Oberfläche der Welt anständig zu entdecken. Sowieso wirken die Charaktere und die Story wenig tiefgründig und recht dürr.

In puncto Alchemie und Synthese kann Atelier Firis: The Alchemist and the Mysterious Journey dafür aber umso mehr punkten. Dank dem neuen Rang-System und der Massensynthese geht alles einfach von der Hand und lädt den Spieler zum Experimentieren mit den unterschiedlichsten Rohstoffen ein.

Optisch gesehen kann Atelier: Firis nicht mit anderen JRPG’s mithalten. Trotz des Umstandes, dass die PlayStation 4 Pro unterstützt wird, wirken sowohl die grünen Oberflächen als auch die Charaktermodelle und Effekte altbacken und treffen nicht den Nerv der Zeit. Im Gegensatz dazu ist die melodische Soundkulisse aber vollkommen in Ordnung und kann sich hören lassen.


Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

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