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Special: Gute Spin-offs, Schlechte Spin-offs

Spin-off (zu deutsch: „Ableger“): Was gerade im Bereich der TV-Serien und Filme häufig zu beobachten ist, findet bereits seit vielen Jahren auch im Bereich der Videospiele Anwendung.
Per Definition ist ein Spin-off ein Produkt, welches aus einer anderen fiktiven Welt ausgelagert wurde. Das erste Beispiel dafür anhand einer Fernsehserie war 1960 The Andy Griffith Show, ein Ableger der Danny Thomas Show. Ähnliches findet man häufig vor allem bei Comicserien wie The Flash, Arrow oder Daredevil, beziehungsweise dem kommenden Spin-off The Punisher.

Auch im Bereich der Videospiele erfreuen sich solche Ableger seit vielen Jahren großer Beliebtheit und so hat die interaktive Medienlandschaft im Laufe der Zeit viele positive, aber auch einige negative Beispiele hervorgebracht. Die besten und miesesten Ableger präsentieren wir euch in unserem Special.


Gutes Spin-off: Mario Kart

Mario Kart ist ein Paradebeispiel für hervorragende Spin-offs
Mario Kart ist ein Paradebeispiel für hervorragende Spin-offs

Wer auch immer bei Nintendo letztlich auf die Idee kam, den beliebten Klempner mit der roten Mütze auf ein Go-Kart zu setzen ist ein Genie. Vielen Dank! Wir hassen dich!
Nein, eigentlich lieben wir den Schöpfer und die Serie, doch in der Rangliste der durch Videospiele zerstörten Freundschaften dürfte die Mario-Kart-Reihe ganz oben zu finden sein.

Nichtsdestotrotz überzeugen die Spiele seit ihren Anfängen im Jahr 1993 durch ein enorm fesselndes Spielprinzip. Gerade im Multiplayer zählt Mario Kart zu den absoluten Highlights. Neben den normalen Rennen sorgte vor allem der Battlemodus gleichermaßen für Freude und Frust bei den Spielern. Was gibt es schöneres, als seinen Freunden die Ballons zu zerschießen?

In Sachen Streckendesign und Spielbarkeit stellt Mario Kart seit jeher eines der absoluten Genrehighlights dar. Ein so simples und gleichermaßen spannendes Spielprinzip, welches oft kopiert, aber in dieser Qualität nie erreicht wurde.


Schlechtes Spin-off: Umbrella Corps

Spin-offs von Resident Evil waren leider meistens eher grottig
Spin-offs von Resident Evil waren leider meistens eher grottig

Urgs. Die Resident-Evil-Serie steht eigentlich für eine herausragende Qualität im Horrorgerne. Der Spin-off-Shooter Umbrella Corps bietet auch einen nicht zu verachtenden Gruselfaktor.

Allerdings eher aufgrund des absolut grauenhaften Gameplays. Ob es Absicht von Capcom war, den berühmten Namen, auf dem das Spiel beruht, aus dem Titel zu streichen?
Mit Umbrella Corps hat man sich jedenfalls absolut keinen Gefallen getan. Von der mieserablen Technik über die schwache Präsentation bis hin zum sterbenslangweiligen Spielprinzip. Spin-offs der Resident-Evil-Serie scheinen grundsätzlich zum Scheitern verurteilt zu sein.
Ob diese möglicherweise gar von einem Zombie höchstselbst entwickelt werden? „Gehiiiiiiiirne“ wurden bei der Produktion zumindest offensichtlich nicht genutzt.


Gutes Spin-off: Luigi’s Mansion

Luigi's Mansion überzeugte auf dem Gamecube trotz enorm kurzer Spielzeit
Luigi’s Mansion überzeugte auf dem Gamecube trotz enorm kurzer Spielzeit

Eine neue Nintendo-Konsole wird veröffentlicht und es gibt kein Mario-Spiel? Zum Release des Gamecubes war das für die Spieler natürlich erst einmal ein Schock. Lediglich Marios Bruder gab sich im Jahr 2001 die Ehre, die neue Hardware einzuweihen.
Bewaffnet mit einem Staubsauger in einer düsteren Geistervilla? Was soll das denn bitte sein?

Dass Luigi’s Mansion ein so gelungenes Spiel werden würde, hatte zu der Zeit vermutlich kein Käufer erwartet. Obwohl die Qualität nicht einmal ansatzweise mit einem Super Mario 64 mithalten konnte, überzeugte der Bruder mit der grünen Kappe in seinem Soloauftritt allerdings durch eine fesselnde Atmosphäre und eine hervorragende Spielbarkeit.
Vor allem die Rätsel waren ein absoluter Hochgenuss. Darüber hinaus eröffnete Luigi’s Mansion mit seinen schicken Licht- und Schatteneffekten einen guten Ausblick darauf, was der Gamecube zu Leisten fähig war.

Trotz enorm kurzer Spielzeit und viel zu einfachem Gameplay ein absoluter Pflichttitel für Nintendos Würfel.


Schlechtes Spin-off: Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball

Bergsteigen kann ganz schön beschwerlich sein. Sitzt wenigstens der Bikini noch?
Bergsteigen kann ganz schön beschwerlich sein. Sitzt wenigstens der Bikini noch?

Fairerweise muss man gestehen, dass zumindest der erste Teil der Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball-Serie noch ein durchaus ordentliches Gameplay bot. Die weiteren Ableger verkamen dann aber immer mehr zu einer virtuellen Fleischbeschau, bei der die wackelnden sekundären Geschlechtsmerkmale der Protagonistinnen das einzige nennenswerte Feature darstellten.

Was als durchaus gelungenes Volleyballspiel im Jahr 2003 begann, verkam spätestens mit dem dritten Teil in diesem Jahr zu einem absoluten Desaster. Der Fremdscham-Faktor des neusten Ablegers sprengt dabei jede Skala. Im Prinzip dreht sich letztlich alles darum, japanophilen Mädels bei einer Strandparty zuzuschauen. Ohne nennenswerten Nährwert, versteht sich.

Da kann man den Mädels beim Klettern auf den Hintern glotzen, meisterhafte Mimiken bestaunen, die selbst ein Steven Segal nicht besser hinbekommen würde und die Abdrücke der Bikinis auf der immer brauner werdenden Haut bestaunen. Unfassbar!
Hey, Volleyball gibt es natürlich auch noch, allerdings spielt der Sport eine derart untergeordnete Rolle, dass die Gameplay-Komponente noch nicht einmal erwähnenswert wäre, wenngleich sie einigermaßen gut funktioniert.


Gutes Spin-off: Metal Gear Rising: Revengeance

Autsch, da hilft auch kein Physiotherapeut mehr. Die Wirbelsäule ist durch
Autsch, da hilft auch kein Physiotherapeut mehr. Die Wirbelsäule ist durch

Raiden, der Protagonist des Spieles, hatte bei Fans der Stealth-Action-Reihe Metal Gear Solid seit seinem Debut im zweiten Ableger keinen leichten Stand. Ein weiß-blonder, langhaariger, japanischer Ninja? Wir wollen Snake zurück!

Mit Metal Gear Rising: Revengeance zeigten Konami und Hideo Kojima allerdings eindrucksvoll, dass der Schönling eine ganze Menge auf dem Kasten hat. Die Präsentation des ultracoolen Action-Brawlers war jedenfalls eine Wucht. Das wahnsinnig schnelle Gameplay überzeugte seinerzeit durch eine enorme taktische Finesse.
Vor allem die Bosskämpfe waren eine absolute Augenweide und an Coolness kaum zu überbieten. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ging das gelungene Schwertkampf-Gameplay in Fleisch und Blut über und ermöglichte spektakuläre Attacken.

Metal Gear Rising: Revengeance ist ein kompromissloses Spiel. Konsequent actionreich, konsequent japanisch und konsequent over the top. Ohne nervigen Firlefanz, direkt auf die Zwölf. Und damit das perfekte Gegenstück zu Metal Gear Solid, indem das vorsichtige Vorgehen belohnt wird. Absolut eigenwillig und herrlich verrückt. Eben ein Mordsspaß.


Schlechtes Spin-off: The Walking Dead – Survival Instinct 

"Das ist unfair, der Armbrust-Mann darf sein Gehirn behalten und wir nicht?" Nö, das schaltet man zu Beginn des Spiels besser gleich aus
„Das ist unfair, der Armbrust-Mann darf sein Gehirn behalten und wir nicht?“ Nö, das schaltet man zu Beginn des Spiels besser gleich aus

Nach den Erfolgen der Telltale-Adventure-Serie wollte offenbar auch Activision ein Stück vom Kuchen abgreifen. Ein Shooter zu der beliebtesten Figur aus der beliebtesten Serie? Da kann doch eigentlich nicht viel schiefgehen oder? Denkste!

In The Walking Dead – Survival Instinct stimmt so ziemlich gar nichts. Besonders spielerisch ist der Titel derart misslungen, dass er fast schon wieder lustig erscheint. Dass Zombies aufgrund ihres… sagen wir mal bescheidenen Intellekts nicht gerade Nobelpreisanwärter sind, ist klar. Derart dämlich wurden die Untoten aber selbst in der Geschichte der Videospiele noch nie dargestellt.
Gäbe es eine Zombie-Vereinigung, würde diese aufgrund der hiesigen Darstellung vermutlich auf die Barrikaden gehen.

Derart zuvorkommend allerdings auch nicht: Während man in aller Seelenruhe mit einer handvoll Beißern kämpft, warten die anderen freundlicherweise darauf, bis sie an der Reihe sind.
Auch aus technischer Sicht gibt sich The Walking Dead – Survival Instinct desaströs, Spielspaß ist quasi nicht vorhanden. Ein Paradebeispiel für eine Lizenzgurke. Dabei hatte man gehofft, dass derartige Produkte längst der Vergangenheit angehören würden.


Gute (Portal, Conker’s Bad Fur Day, Donkey Kong Country, Final Fantasy Tactics,…) und schlechte Spin-offs (Link’s Crossbow Training, Death by Degrees, Shadow the Hedgehog, Hotel Mario) gibt es wie Sand am Meer.
Welche Spin-offs sind für euch in guter oder in weniger guter Erinnerung geblieben?

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