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Special: Alte Toplisten wiederbesucht

Gegen Ende des Jahres präsentieren wir hier traditionell unsere jeweiligen Gaming-Toplisten. Natürlich hängen diese immer ein wenig davon ab, welche Spiele man tatsächlich auch ausprobieren konnte. Teilweise kommt man jedoch erst Jahre später dazu, ein Spiel nachzuholen. Und ich muss sagen, dass mir insbesondere meine Top 5 des Jahres 2011 im Nachhinein dann doch Bauchschmerzen bereitet, weswegen ich sie hiermit gerne richtigstellen würde.

Folgende Titel hatte ich damals als meine Lieblinge genannt:

Platz 5: The Legend of Heroes: Trails in the Sky
Platz 4: The Legend of Zelda: Skyward Sword
Platz 3: Rayman Origins
Platz 2: Portal 2
Platz 1: Xenoblade Chronicles

Skyward_Sword_Im Nachhinein ist relativ klar, dass weder Skyward Sword noch Rayman Origins mich tatsächlich überzeugen konnten. Ganz im Gegenteil, denn bei Skyward Sword bin ich nie über das erste Dungeon hinausgekommen. Ich fand die Steuerung ganz nett, letztendlich aber doch zu aufgesetzt, zu „gimmickhaft“. Und dass Nintendo bei der Zelda-Reihe das tatsächliche Spiel immer weiter nach hinten ver- und dafür mit möglichst viel Tutorials vorgelagert haben, ist inzwischen eine recht verbreitete Kritik, die offenbar sogar Gehör findet, wie A Link Between Worlds beweist. Dennoch ändert das nichts daran, dass mein Listeneintrag von Skyward Sword eher der anfänglichen Euphorie als dem tatsächlichen Spielspaß geschuldet war, weshalb es ganz klar aus meiner Top 5 gestrichen wird.

Und auch Rayman Origins ist eher auf meiner Liste gelandet, weil ich Werbung für das Spiel machen wollte. Rayman Origins ist gut, ganz ohne Frage. Den fast vergessenen Helden nach so vielen Jahren wieder begrüßen zu dürfen, hat vielen Zockern großen Spaß bereitet. Allerdings muss ich zugeben, dass Jump’n’Runs dann eben doch nicht ganz mein Lieblingsgenre sind, weshalb ich relativ schnell die Lust an dem Spiel verlor. Eigentlich schade, aber manchmal ist das eben so. Deshalb fällt auch Rayman Origins aus der Liste raus.

Xenoblade Chronicles ist nicht nur mein Spiel des Jahres 2011, sondern nach Final Fantasy VI mein zweitliebstes Videospiel aller Zeiten. Der Soundtrack, die Geschichte, der Soundtrack, die Kämpfe, der Soundtrack, die Welt, der Soundtrack, die Grafik, der Soundtrack – ich könnte stundenlang davon schwärmen, wie grandios Xenoblade Chronicles ist. Bei Portal 2 muss selbst ich, der normalerweise an jedem Spiel einen Kritikpunkt findet, mir das Wort „Perfektion“ verkneifen, denn alle Elemente passen einfach dermaßen gut ineinander, dass es geradezu unfassbar ist. The Legend of Heroes: Trails in the Sky ist seit 2011 tatsächlich noch weiter in meiner Gunst gestiegen und ich hoffe nach wie vor darauf, dass wir auch die anderen Teile noch bekommen, denn ich möchte endlich erleben können, wie es nach dem obermegafiesen Cliffhanger am Ende weitergeht.The Elder Scrolls 5: Skyrim

Zwei Spiele wären damit raus, doch welche anderen könnte ich stattdessen reinnehmen? The Elder Scrolls V: Skyrim ist damals knapp von Trails in the Sky aus der Top 5 geschubst worden. Ich hab Ewigkeiten in Himmelsrand verbracht, zum Teil auch bis vier Uhr morgens gespielt. Meine Schleich-Skills waren legendär, kaum ein Gegner, der von meinen Pfeilen aus den Schatten nicht sofort dahingerafft wurde. Insbesondere die als großes Feature angekündigten Drachen erwiesen sich allerdings nur als etwas forderndere Zufallskämpfe, was mich dann eben doch sehr geärgert hat. Die NPCs lieferten zwar Material für Memes, zur Immersionsförderung trugen sie jeodch nicht gerade bei.

Minecraft war natürlich als Early-Acces-Spiel bereits lange vorher erhältlich (und hat diese Art einer Videospielveröffentlichung überhaupt erst populär gemacht), 2011 erschien dann jedoch auch die Vollversion. Ich will, ehrlich gesagt, gar nicht wissen, wieviel Zeit ich in der Klötzchenwelt verbracht habe. Dabei war ich nie der große Baumeister. Klar, ich hab natürlich auch Gebäude errichtet. Mein „Reich“ hat sich um mich aufgebaut und wurde immer umfangreicher. Die meiste Zeit habe ich jedoch unterirdisch beim Erkunden von Höhlen und Stollen verbracht. Der Erkundungsdrang war für mich immer der größte Motivationsfaktor bei Minecraft.

Tja, Dark Souls. Großartiges Spiel, das völlig zurecht zu einem Umdenken in der Branche geführt hat. Dass es mich lange in seinen Bann gezogen hat, war hier gleich mehrfach nachzulesen und auch zu -hören. Allerdings hat es mir irgendwann doch gereicht. Seath den Schuppenlosen habe ich noch erledigt, bei der Hexe von Izalith verließ mich dann allerdings doch die Motivation und auch der Umweg nach New Londo half nicht weiter, weshalb auch Dark Souls irgendwann auf dem Stapel der an- aber nie zu Ende gespielten Titel landete. Und bei Dark Souls II hat mir bisher sogar das Let’s Play von EpicNameBro gereicht, großartige Lust, es selbst zu spielen, habe ich nicht.

Dead_Island_2Dead Island hat mich überrascht. Einmal mehr waren es Gronkh und Sarazar, die mir ein Spiel verkauft haben, denn ihr gemeinsames Let’s Play hat mich angefixt. Aus Kanada habe ich es mir dann via eBay importiert und spiele es seitdem sehr regelmäßig. Ich habe mich bisher vor dem Ende gedrückt, aber nur, weil ich weiß, was mich erwartet und leider wird Dead Island gegen Ende hin eher schlechter. Deshalb verbringe ich lieber Zeit auf der Insel selbst, die immer noch einen angenehm unverbrauchten Charme versprüht. Klar, Zombies sind inzwischen definitiv ein alter Hut, aber ein tropisches Ferien-Ressort als Handlungsort gab es zuvor meines Wissens nicht. Inzwischen habe ich bereits den dritten Durchgang gestartet, um nach Sam B. und Xian jetzt auch mal Wurfexperte Logan auszuprobieren. Dead Island ist völlig übertrieben brutal, allerdings macht es gerade dadurch so viel Spaß, dass sich jede Waffenart anders spielt. Weil Schusswaffen zumindest gegen Zombies nahezu nutzlos sind, ist man zum Nahkampf gezwungen und findet auf Banoi mehr als genug Material dafür. Ich spiele Dead Island allein und in bestimmten Abschnitten wie dem Hotel offenbart es sogar eine sehr intensive Atmosphäre. Auch der erstaunlich gute Soundtrack konnte mich überraschen.

Vier Kandidaten, die um einen Platz in meiner Top 5 des Jahres 2011 buhlen. Skyrim, Minecraft, Dark Souls und Dead Island. So gerne ich Dark Souls auch mag, muss ich doch gestehen, dass ich lieber anderen, die besser darin sind, beim Spielen zuschaue. Deshalb: Dark Souls ist grandios, aber nicht in meiner Top-Liste. Und so viel Spaß ich auch mit Dead Island habe, hat es zu viele Fehler, als dass ich ernsthaft rechtfertigen könnte, es als eines meiner Top-Spiel 2011 zu nennen, selbst wenn ich über die bei der Konsolenversion völlig katastrophale Technik hinwegsehe.

Somit ergibt sich folgende Neuverteilung. Xenoblade Chronicles bleibt unangefochten auf Platz 1, auch Portal 2 behält seinen Vizeplatz. The Legend of Heroes: Trails in the Sky steigt vom fünften auf den dritten Platz auf und fegt Rayman: Origins beiseite. Klötzchen-Moloch Minecraft hat die Welt der Videospiele nachhaltig verändert und es im Nachhinein dann doch auf Platz 4 meiner 2011er-Bestenliste geschafft. Skyrim war ursprünglich rausgekickt worden und steht jetzt letztendlich doch in meiner Top 5 – trotz Fließbandwegwerfdrachen.

Die neue Liste in der Übersicht:

Platz 5: The Elder Scrolls V: Skyrim
Platz 4: Minecraft
Platz 3: The Legend of Heroes: Trails in the Sky
Platz 2: Portal 2
Platz 1: Xenoblade Chronicles

Und jetzt hoffe ich, dass mir mein damaliger Fehler nach dieser Richtigstellung endlich keine Bauchschmerzen mehr bereiten wird. Denn obwohl es bereits drei Jahre her ist, hat mich diese Topliste doch bis heute beschäftigt, weil ich mir eingestehen musste, dass ich damit nicht ehrlich zu mir selbst war.

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Quelle: TheJTizzle

Aber auch beim Jahr 2012 hat sich eine Kleinigkeit verändert. Ich finde Lone Survivor immer noch großartig, doch ich habe mich inzwischen so sehr in die Mass-Effect-Trilogie verliebt, dass es ganz klar meiner Nummer 1 des Jahres ist. Viele scheinen aufgrund der letzten Minuten offenbar zu ignorieren, dass es das mit Abstand beste Gameplay der gesamten Trilogie hat und alle großen sowie die meisten kleineren Handlungsstränge zu einem gelungenen Abschluss bringt. Und mit Citadel einen der besten DLC-Inhalte aller Zeiten. Mass Effect 3 ist Liebe und ich mag tatsächlich auch das kontroverse Ende sehr.

Edna und Harvey sind immer noch zwei sensationelle Adventures, die hinter vermeintlicher Kindgerechtheit sehr viel düsteren Tiefgang verstecken. Dust: An Elysian Tail schart immer mehr Fans um sich, was mir, der dieses grandiose Ein-Mann-Projekt sofort in sein Herz geschlossen hat, sehr gefällt. Theatrhythm Final Fantasy spiele ich immer noch hin und wieder auf meinem 3DS und da ich ein erklärter Videospielsoundtrackfan bin, wozu natürlich Nobuo Uematsus Meisterwerke zählen, gehört es immer noch zu meinen Topspielen des Jahres 2012. Kingdoms of Amalur: Reckoning war offenbar zu groß, zu ambitioniert und hat deshalb leider den Entwickler 38 Studios um Ex-Baseballprofi Curt Schilling in den Bankrott getrieben. Schade, denn KoA hat beeindruckend unter Beweis gestellt, dass ein Rollenspiel wie Skyrim durchaus mit dem Kampfsystem eines Hack’n’Slay gekreuzt werden kann.

Kurz zusammengefasst: Mass Effect 3 steigt neu auf Platz 1 ein, Edna & Harvey und Dust sinken deshalb auf 2 und 3. Lone Survivor fliegt aus der Liste, dafür steht jetzt Theatrhythm auf der 4. Kingdoms of Amalur beschließt auf Platz 5 weiterhin die Liste. Hier die Übersicht:

Platz 5: Kingdoms of Amalur: Reckoning
Platz 4: Theatrhythm Final Fantasy
Platz 3: Dust: An Elysian Tail
Platz 2: Edna & Harvey Special Edition
Platz 1: Mass Effect 3

Für mich war es ein interessantes Experiment, ein paar Jahre später einmal nachzuprüfen, ob die damaligen Top-Listen den aktuellen Spielevorlieben immer noch entsprechen. Einige Spiele haben den Test der Zeit unbeschadet überstanden. Andere wie Trails in the Sky oder Skyrim schätze ich inzwischen sogar als noch höher ein. Ein damals völlig von mir ignoriertes Mass Effect 3 kommt inzwischen doch noch zu seinem wohlverdienten Recht. Und Skyward Sword oder Rayman Origins konnten der damaligen Vorfreude im Nachhinein leider nicht entsprechen.

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