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Reverie Review

Das Indie-Game Reverie der neuseeländischen Entwickler von Rainbite sieht nicht nur auf den ersten Blick so aus wie das uneheliche Kind der SNES-Klassiker EarthBound und The Legend of Zelda: Link’s Awakening. Ob das Abenteuer des jungen Tai ähnlich viel Spaß macht, klären wir in unserem Review.

Reverie
Bild klicken für den Trailer zu Reverie

Reverie – EarthBound + Zelda meets Mythologie

Reverie
Reverie ist eine gelungene Hommage an Zelda und EarthBound

Im Indie-Spiel Reverie schlüpft ihr in die Haut des kleinen Jungen Tai, der eigentlich nur einen ganz normalen Sommerurlaub auf der Toromi-Insel verleben wollte. Blöd nur, dass das idyllische Eiland von ruhelosen Geistern heimgesucht wird, die den Bewohnern nach dem Leben trachten.

Schnell merkt ihr, dass jetzt nicht die Zeit ist, die Seele baumeln zu lassen. Das Schicksal der gesamten Insel liegt in euren Händen und so macht ihr euch auf, die Spukgestalten zu besänftigen.  Für einen interessanten Storyeinfluss sorgt zudem die Inspiration von Reverie durch die neuseeländische Legende von Maui und dem riesigen Fisch – dem Halbgott, der die beiden Inseln Neuseelands geschaffen haben soll (und der übrigens auch Namensgeber der hawaiianischen Insel ist).

Reverie
Abwechslungsreiche Umgebungen laden zum Erkunden ein

Seine charmante Geschichte präsentiert Reverie vor allem in Dialogen und Textzeilen. Dabei überzeugt diese mit einer gehörigen Portion Witz, der Lust auf diesen ungewöhnlichen Action-Adventure-Rollenspiel-Mix macht. So stoßt ihr beispielsweise im Wald auf eine Mikrowelle, die euch kurzerhand zu einer Partie Eishockey herausfordert.

Außerdem dürft ihr euch an zahlreichen Arcade- und Mini-Games versuchen, die dem spaßigen Abenteuer hervorragend zu Gesicht stehen und für Abwechslung sorgen.


Dungeons and Waschmaschinen

Reverie
Die Dungeons spielen sich so gut wie im SNES-Klassiker

Um die Geister wieder zu beruhigen bereist ihr wunderschöne Umgebungen die, wie das große Vorbild Link’s Awakening, in Kacheln aufgeteilt sind. Die farbenfrohe Welt von Reverie lädt zudem mit zahlreichen Geheimnissen zum Erkunden ein. Von malerischen Fischerdörfern, über dichte Wälder inklusive Kiwis (die Vögel), bis hin zum gruseligen Butler’s Cay: Die Welt wirkt wie aus einem Guss und kommt enorm abwechslungsreich daher.

Während Protagonist, Dialoge und Geschichte stark an EarthBound erinnern, könnten die sechs Dungeons des Games direkt aus einem 2D-Zelda stammen. Wie im großen Vorbild sammelt ihr Items, um abwechslungsreiche Gegner zu besiegen, Schiebe-, und Schalterrätsel zu lösen oder Schlüssel zu finden, die euch den Weg zum nächsten Raum öffnen. Wer schon einmal Link’s SNES-Auftritt gespielt hat, weiß wie der Hase läuft!

Am Ende der Dungeons erwartet euch dann, ganz klassisch, ein gewaltiger Endboss. Die Kämpfe gegen die Obermotze sind abwechslungsreich ausgefallen und sprühen genauso vor Charme wie der Rest des Spiels. So nehmt ihr es unter anderem mit einer besessenen Waschmaschine auf – irre!

In den Kämpfen erinnert Reverie noch an ein weiteres Spiel: Um gegnerischen Attacken zu entgehen, müsst ihr die Ausweichrolle einsetzen – Dark Souls lässt grüßen! Doch keine Sorge: Der Schwierigkeitsgrad orientiert sich nicht an dem gefeierten From Software-Spiel. Reverie ist über seine gesamte Länge eher einfach gehalten und wird euch vor keine großen Probleme stellen. Somit werden auch Kinder mit dem Spiel eine Menge Spaß haben. Erfahrene Spieler werden jedoch spätestens zur Mitte des Games den spielerischen Anspruch vermissen.


Ein leidenschaftliches Abenteuer

Reverie
Reverie sprüht geradezu vor Charme und Humor

Trotz des simplen Gameplays und niedrigen Schwierigkeitsgrades ist Reverie ein Genuss. Und das nicht nur für alle, die die Inspirationen des Titels kennen und lieben. Die Leidenschaft der Entwickler ist in diesem herrlichen Indie-Spiel zu jedem Moment spürbar. Seien es die witzigen Charaktere oder lustigen Dialoge, die schicken Umgebungen oder die coolen Dungeons.

Wirklichen Grund zur Kritik bietet das knapp 6-8 stündige Abenteuer jedenfalls nicht. Lediglich der zu niedrige Schwierigkeitsgrad und das simple Kampfsystem könnten besser sein. Doch dafür belohnt euch der Titel mit einer einzigartigen Atmosphäre und coolen, spannenden Dungeons.

Auch aus technischer Sicht macht Reverie eine gute Figur. Die farbenfrohen und abwechslungsreichen Umgebungen stehen dem großen Vorbild The Legend of Zelda: Link’s Awakening in Nichts nach, während der Titel mit aberwitzigen Charakteren und Gegnern punktet. Die Vertonung ist ein Nostalgie-Trip in die 1990er Jahre und leistet sich keine Schwächen. Allerdings ohne dabei das Niveau der Vorlage zu erreichen. Wie könnte es auch, Zelda-Soundtracks gehören nicht ohne Grunde zum Besten, was Videospiele zu bieten haben.


Fazit:

AwardRetro-Games sind derzeit voll im Trend. Umso schöner, wenn sie noch dazu so gut sind, wie Reverie! Das neuseeländische Spiel erinnert stark an den SNES-Ableger der Zelda-Reihe, welches für mich zu den besten Videospielen aller Zeiten zählt und präsentiert sich noch dazu ähnlich stark. Zudem peppen die Entwickler das Spiel durch gelungene Charaktere und eine gehörige Portion Humor auf, die den Titel zu einem einzigartigen Erlebnis machen.

Mit seinem niedrigen Schwierigkeitsgrad und dem simplen Kampfsystem richtet sich das Spiel zwar eher an ein jüngeres Publikum, trotzdem haben mich die knapp acht Stunden auf dem fiktiven Eiland vollends begeistert. Reverie ist eine waschechte Indie-Perle, die sich niemand mit einer PlayStation 4 oder PS Vita entgehen lassen sollte.


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