Image default
PlayStation VR PS4 Reviews

Raw Data Review

Im vergangenen Jahr veröffentlichten die kalifornischen Entwickler Survios mit dem Shooter Raw Data einen der eindrucksvollsten VR-Titel auf dem PC. Nachdem mittlerweile endlich die PlayStation VR-Brille bei uns in der Reaktion eingetrudelt ist, haben wir uns die Konsolenumsetzung des mehrfach ausgezeichneten Shooters zur Brust genommen, welche seit Mitte Oktober erhältlich ist. 

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Raw Data – Der Name ist Programm

Raw Data gelingt es erstaunlich gut, ein extrem bedrückendes Spielgefühl zu vermitteln. Fast schon panisch verteidigt ihr die Stellung gegen immer größer werdende Gegnerwellen. Angstschweiß steht euch auf der Stirn. Und das, obwohl es sich nicht um einen Horrortitel handelt und ihr es lediglich mit emotionslosen Robotervisagen zu tun bekommt.

Doch wenn sich euch die Schergen in diesem Wave-Shooter immer weiter nähern und ihr wild mit dem Armen durch die Luft fuchtelt, um der Invasion Herr zu werden, ist das Nervenkitzel pur. Besonders, da die Umsetzung für die PlayStation VR den Entwicklern hervorragend gelungen ist.

Raw Data
Schau mir in die (kalten, leblosen) Augen, Kleines. Die Zukunft in Raw Data ist düster.

Doch eins nach dem anderen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Raw Data um einen Wave-Shooter. Also einen Actiontitel, im dem sich euch Wellen von Gegnern in den Weg stellen, welche es zu besiegen gilt. Das klingt zunächst einmal nicht sonderlich spannend und auf einem normalen Fernseher wäre es das mit Sicherheit auch nicht. Doch in einem virtuellen, dreidimensionalen Raum ist das, was Entwickler Survios hier abliefert eine Hausnummer. Das liegt vor allem daran, dass der VR-Titel deutlich abwechslungsreicher ausfällt, als seine Genrekollegen.


Ein Kilo Computerhack, bitte

Die Story von Raw Data ist dabei relativ schnell erzählt. Sie spielt im Jahr 2271, in dem die Welt von der bösen Eden Corporation kontrolliert und unterdrückt wird. Die neueste Entwicklung des Konzerns hört auf den simplen Namen „Das Programm“ und verspricht nichts Geringeres, als Unsterblichkeit. Als Mitglied der Elite-Hacker-Gruppe Syndik8 liegt es an euch, in die Hauptzentrale der Eden Corp. einzudringen, dort die unbearbeiteten Daten (eben die „Raw Data“) zu klauen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um die Menschheit wachzurütteln.

Dass die Eigentümer davon nicht gerade begeistert sind, versteht sich von selbst. So hetzt euch das Security-System zahllose abwechslungsreiche Killer-Roboter auf den Hals, um eurem Einbruch ein jähes Ende zu bereiten. Das reicht dann auch schon aus, um mit zwei Waffen im Anschlag in den insgesamt zehn Leveln des Spiels dauerfeuernd die Blechdosen zu zerlegen.

Raw Data
Vor allem die abwechslungsreichen Charaktere machen das Spiel einzigartig.

Das Genre der Wave-Shooter feierte mit dem Einzug der VR-Brillen ein regelrechtes Survival. Doch Raw Data hat gegenüber seinen Konkurrenten wie Arizona Sunshine oder The Brookhaven Experiment einen gewaltigen Vorteil und zwar, was die spielerische Abwechslung angeht.

Insgesamt vier Charaktere stehen zur Auswahl, deren Fähigkeiten und Arsenal ihr zudem im Laufe der Kampagne erweitern dürft. Jede der Figuren wartet zudem mit vier Spezialfähigkeiten und zwei besonders verheerenden Ultimates auf.

Während Bishop beispielsweise auf das klassische Shooter-Gameplay mit zwei Waffen setzt, zieht der coole, aber behäbige Boss mit einer durchschlagskräftigen Schrotflinte samt Granatwerfer in den Kampf. Wer es lieber schneller mag, kann auch Cyber-Ninja Saija die Roboter mit dem Katana beharken oder in Form von Elder seine Gegner mit Pfeil und Bogen zu Elektroschrott verarbeiten. In Kombination mit den Spezialfähigkeiten der Figuren ergeben sich so extrem unterschiedliche Spielweisen, welche dank hervorragender Animationen zudem noch richtig gut aussehen. 

Raw Data
Alle 4 Charaktere spielen sich extrem unterschiedlich und lassen sich durch Upgrades verbessern.

Mittendrin

Eine solch spielerische Abwechslung, die die Charakterwahl hier suggeriert, darf man von einem Wave-Shooter allerdings nicht erwarten. Die meiste Zeit seid ihr damit beschäftigt, Wellen an Gegnern zu bekämpfen oder einen bestimmten Bereich zu verteidigen und dabei… Wellen an Gegnern zu bekämpfen. Dabei geht ihr durch eure eigenen Bewegungen tatsächlich in Deckung oder weicht feindlichen Angriffen aus. Außerdem könnt ihr euch in Point&Shoot-Manier durch die Gegend teleportieren.

Da die Move-Controller der PlayStation 4 in diesem Spiel Pflicht sind, besteht aber auch die Möglichkeit der freien Bewegung durch den Raum. Dies funktioniert nach einer gewissen Eingewöhnungszeit sehr gut, zumal euch das Spiel jederzeit die Wahl zwischen den Möglichkeiten der Fortbewegung lässt. Ärgerlich jedoch, dass es kein freies Herumdrehen gibt und ihr auf der Stelle klicken müsst, um in die andere Richtung zu schauen. 

Aus technischer Sicht macht Raw Data seine Sache zudem meist hervorragend, wenngleich ihr einige grafischen Einbußen gegenüber der PC-Fassung in Kauf nehmen müsst. Obwohl die Texturen ein wenig detailärmer und verwaschener aussehen, ist der Titel eines der bislang schönsten Spiele für die PlayStation VR. Die Immersion, welche das Spiel bietet, ist zudem über jeden Zweifel erhaben. Zumindest, wenn die PlayStation Kamera mitspielt.

Raw Data
Obwohl man einige Abstriche in Kauf nehmen muss – Raw Data sieht auch auf PS4 hervorragend aus.

Wenn die Kamera euch und die Move-Controller perfekt im Bild hat, ergibt sich ein wirklich erstklassiges VR-Spielgefühl. Bewegt ihr euch oder die Controller jedoch aus dem Bildbereich, was garantiert mehrfach geschehen wird, bricht das Tracking ab. Das führt zu einigen frustrierenden Bildschirmtoden. Die Vertonung hingegen rangiert auf ausgezeichnetem Niveau, dank 3D-Sound seid ihr wirklich mitten drin im Spiel.

Was man dem knapp 30 Euro teuren Spiel aber ankreiden muss ist, dass weder der Multiplayer-, noch der Koop-Modus der PC-Version den Weg in die Konsolenumsetzung gefunden hat.


Fazit:

AwardRaw Data erfindet das Rad nicht neu. Dank abwechslungsreicher Charaktere stellt der Wave-Shooter seine Konkurrenten auf der PlayStation 4 jedoch problemlos in den Schatten. Natürlich hält sich die spielerische Abwechslung in Grenzen und doch motiviert der Titel mit den variantenreichen Figuren, sowie den freischaltbaren Upgrades und Verbesserungen zum mehrfachen Durchspielen.

Die Immersion ist zudem hervorragend und auch technisch präsentiert sich das Spiel besser, als einige andere Spiele auf der PlayStation VR. Wenn es nicht gerade zu Problemen beim Tracking kommt, entfaltet Raw Data sein gesamtes Potential als schweißtreibender, actiongeladener Shooter. Das macht das Actionspiel zu einem Pflichttitel mit Sonys VR-Brille. Vielleicht reichen die Entwickler ja auch noch die Multiplayer- und Koop-Komponenten nach.


 

verwandte Beiträge

No Man’s Sky – Infos zum Day-1-Patch + 6 Stunden langes Video

Christian Ibe

Epic Games hebt Spielegrafik auf ein neues Level!

Christian Ibe

Ubisoft verabschiedet sich von der Last Gen, nur Just Dance darf bleiben

Tim Rozenski