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PS4 Slim & PS4 Pro – meine Meinung zum PlayStation Meeting

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

zunächst einmal der Hinweis, dass es sich hierbei lediglich um meine eigene Meinung handelt. Diese steht nicht repräsentativ für GamezGeneration.de oder andere Mitglieder des Teams. Ich gebe als Besitzer einer PS4 und einer Xbox One S hier meine ganz allgemeinen Gedanken zum kompletten Konsolenbereich wieder.


Der gesamte Konsolenbereich befindet sich derzeit im Umbruch und die Zeiten der fünf-, sechs- oder siebenjährigen Konsolenzyklen scheinen endgültig gezählt. Das verbleibt für mich als ein Kernaspekt des PlayStation Meetings, welches gestern in New York City stattfand.
Während Nintendo im stillen Kämmerlein an der NX arbeitet, welche ein komplett anderes Konzept verfolgt und Microsoft an der Xbox Scorpio werkelt, präsentiert Sony den Konsumenten die Zukunft der PlayStation Hardware. Und ich bin mir nicht sicher, ob mir diese gefällt.


PS4 Slim und ihre Daseinsberechtigung

Allem voran natürlich der Entschlackungskurs der großen PlayStation 4, namentlich PS4 Slim. Hier gab es, nachdem bereits in den vergangenen Wochen unzählige Gerüchte eigentlich schon jegliche Details zu der kleineren Konsole verraten haben, absolut keine Überraschungen.

Die PS4 Slim kostet knapp 300 Euro. Doch wer braucht die Konsole eigentlich?
Die PS4 Slim kostet knapp 300 Euro. Doch wer braucht die Konsole eigentlich?

Mir persönlich stellt sich in diesem Bezug genau eine Frage: Wer braucht die PS4 Slim überhaupt?
Als jemand, der sowohl eine PlayStation 4, als auch eine Xbox One S im eigenen Wohnzimmer stehen hat, bietet mir die neue, kleinere PS4 absolut keinen Kaufgrund.
Natürlich ist das Konzept einer kleineren Hardware ja schon eine Tradition bei den Japanern, welche sie konsequent seit der Ur-PlayStation verfolgen.

Und was kann die PS4 Slim denn nun eigentlich neues? Mal abgesehen von den geschrumpften Abmessungen der Konsole, gibt es nur eine einzige Neuerung: HDR (siehe Info).
Hohere Dynamikräume beim Bild sind aktuell allerdings beim besten Willen kein nennenswertes Verkaufskriterium. Zumal noch nicht mal alle Ultra-HD-Fernseher diese Technik überhaupt unterstützen. Klar ist HDR nice-to-have und verbessert das Bild, eine entsprechende Ausstattung vorausgesetzt, merklich.

Aber worin liegt der Anreiz, die PS4 Slim, welche ab 15. September das alte Modell ersetzen wird, überhaupt zu kaufen? Für den Preis von EUR 299,00 erhalte ich quasi eine PlayStation 4, die etwas kleiner ist und HDR kann – Was aktuell vermutlich 9/10 Konsumenten eh nicht nutzen können.

Meiner Meinung nach gibt es schlicht keinen Anreiz! Auch wenn weitere Details zur Konsole noch nicht wirklich bekannt sind, fahre ich doch prinzipiell besser, wenn ich mir die alte PS4 kaufe. Ob im Abverkauf oder gebraucht. Für teilweise sogar nur den halben Preis der Slim. Zumal die Ur-PS4 ebenfalls den HDR-Support nachgereicht bekommt.


PS4 Slim & PS4 Neo

Schlimmer noch: Ich weiß nicht, ob sich Sony damit nicht vielleicht ein wenig ins eigene Fleisch schneidet, wenn man innerhalb von gerade einmal drei Monaten drei neue Hardwarekomponenten veröffentlicht.

Um nochmal auf die PS4 Slim zurückzukommen: Seit letzter Nacht wissen wir, dass die leistungsfähigere PS4 Pro bereits im November erscheinen wird.
Wer investiert denn allen Ernstes 299 Euro in eine PS4, die keinerlei Verbesserungen bietet, wenn er für gerade einmal 100 Euro Aufpreis ein Modell erhalten kann, das einiges mehr auf dem Kasten hat?

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Außer Spielern, die zu viel Geld haben oder absoluten Fans, die jegliche PlayStation-Hardware besitzen müssen, vermutlich niemand. Oder einzig und alleine Konsumenten, die in Sachen Energieverbrauch bares Geld sparen möchten. Denn in diesem Bereich punktet die PS4 Slim gegenüber dem Original, vor allem aber der PS4 Pro.


Die PS4 Pro – Sony beherrscht das Marketing

Die PS4 Pro war der Aspekt des PlayStation Meetings, auf den ich vor Beginn am meisten gespannt war. Und eines vorab: Auch wenn die Veranstaltung qualitativ und von der Umsetzung her eher überschaubar blieb, muss man Sony zumindest eines attestieren. Marketing beherrscht der Konzern hervorragend und sogar besser als Microsoft.
Die Resonanz auf das PlayStation Meeting und die offensiv-aggressive Marketingpolitik der Japaner im Netz ist riesig. Auf dem Papier zumindest verkauft Sony die Verbesserungen weitaus besser, als es Microsoft mit der Xbox One oder Xbox One S in den vergangenen Jahren jemals gelungen ist.

Das ändert jedoch nichts daran, dass ich von der neuen, leistungsstärkeren PS4 Pro relativ enttäuscht bin. Trotz mitunter weitaus besserer Hardware stellt diese für mich nämlich viel mehr eine Konkurrenz zur Xbox One S dar. Allerdings mit einem einzigen, nicht zu verachtenden Vorteil: Echtes Ultra-HD-Gaming. In Zukunft zumindest.

Schärferes Bild und mehr Kontrast dank Ultra HD.
Schärferes Bild und mehr Kontrast dank Ultra HD.

Und einem entscheidenden Nachteil: Die PS4 Pro wird keine 4K-Blu-Rays abspielen können. Das, liebe Sony Mitarbeiter, ist enorm schwach!


PS4 Pro – Die leistungsstärkste und hungrigste Konsole aller Zeiten

Das alles ändert nichts daran, dass die PS4 Pro die technisch stärkste Sony-Hardware aller Zeiten markiert.
Schauen wir uns zunächst einmal die technischen Details der Konsole, welche bereits im November 2016 erscheinen wird, im Vergleich zur PS4 an:

Die CPU (AMD Jaguar x86-64 8 Core processor) der PS4 Pro ist im Vergleich zum drei Jahre alten Modell dieselbe geblieben. Dass sich die Taktung erhöht hat, steht fest. In welchem Rahmen ist allerdings noch unklar.
Wohl aber, dass sich die Leistung der GPU-Grafikeinheit nahezu verdoppelt hat. Die GPU kommt weiterhin von AMD und liefert nun 4.2 TFLOPs Leistung (gegenüber 1.84 TFLOPs).

Und das war es dann eigentlich auch schon. Der Arbeitsspeicher bleibt gleich, die Festplatte ist jetzt standardmäßig ein Terrabyte groß.
Ach und dann wäre da ja auch noch ein nicht zu verachtendes Detail:

Die nunmehr drei Jahre alte PlayStation 4 war bereits in Sachen Energieeffizienz nicht das gelbe vom Ei, die maximale Leistungsaufnahme betrug 165 Watt.
Die PS4 Pro schlägt dem Fass diesbezüglich aber den Boden aus. Denn ihre maximaler Stromverbrauch beträgt sage und schreibe 310 Watt! Das kann sich gehörig auf die eigene Stromrechnung auswirken, zumal das aktuelle Microsoft-Pendant weit unter 100 Watt liegt.


Die technischen Details im Überblick

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– Hauptprozessor: Single-Chip Custom Processor
CPU: x86-64 AMD „Jaguar“, 8 Kerne
GPU: 4.20 TFLOPS (Standard PS4: 1.84 TFLOPS), AMD Radeon basierte Grafik-Engine

– Speicher: GDDR5 8GB

– Abmessungen: 295 mm x 55mm x 327mm (Breite x Höhe x Tiefe)
Standard PS4: 275 mm x 53 mm x 305 mm (Breite x Höhe x Tiefe)

– Festplatte: 1TB (Standard PS4: 500GB)

– Gewicht: 3,3 kg (Standard PS4: 2,8 kg)

– Optisches Laufwerk: Blu-ray 6-fach, DVD 8-fach

– Ein- und Ausgänge: 3 x Super-Speed USB (USB 3.1 Gen.1), 1 x AUX Port

– Kommunikation
1 x Ethernet (10BASE-T, 100BASE-TX, 1000BASE-T)
IEEE 802.11 a/b/g/n/ac WLAN 5 GHz
BluetoothRv4.0

– Stromverbrauch: 310W

– AV Ausgänge: HDMI (4K / HDR), Optical Digital Out


PS4 Pro – Vielmehr Konkurrenz zur Xbox One S?

Okay, was wissen wir also sonst noch über die PS4 Pro?

  • Sie wird aktuelle Spiele auf 4K-Auflösung hochskalieren können
  • Sie wird die Leistung aktueller Spiele mitunter verbessern (mehr fps)

Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Ja genau, das kann die Xbox One S auch und zwar in mitunter beträchtlichem Ausmaß (bis zu 10 fps mehr in einigen Spielen).

Die PS4 Pro ist fast genauso groß, wie das Original
Die PS4 Pro ist fast genauso groß, wie das Original

Interessanter wird es da allerdings bei zukünftigen Spielen, in denen ich den Hauptvorteil der PS4 Pro sehe.
Denn diese werden in voller Ultra-HD-Auflösung spielbar sein und mitunter mehr grafische Details, sowie eine höhere Bildrate bieten, als auf PS4 und PS4 Slim.

Dabei werden aber nicht alle bereits erhältlichen Spiele von den Verbesserungen der „Forward Compatibility“ profitieren, allerdings die meisten Blockbuster wie Deus Ex: Mankind Divided, Rise of the Tomb Raider oder Battlefield 1.
Zumal es sich nach aktuellem Stand so liest, als würden auch nicht alle künftigen Titel über einen grafisch verbesserten „Pro-Modus verfügen“. Immerhin nennt Sony bisher nur eine handvoll Spiele, welche innerhalb des nächsten Jahres erscheinen werden.

Die PS4 Pro bietet Ultra-HD-Streaming. Aber keine entsprechenden Blurays
Die PS4 Pro bietet Ultra-HD-Streaming. Aber keine entsprechenden Blurays

Interessant wird zudem die Kombination aus PlayStation VR und PS4 Pro, denn die Virtual Reality Brille soll ebenfalls von schärferen Texturen und einer höheren Bildwiederholungsrate der neuen Hardware profitieren. Das ist meiner Meinung nach auch bitter nötig, denn mein erster Eindruck der Brille mit der normalen PS4 aus der gamescom war aus technischer Sicht eher enttäuschend (Klick).

Was ich allerdings überhaupt nicht verstehen kann ist der Fakt, dass die PS4 Pro keine Ultra-HD-Blurays abspielen kann. Was Sony da geritten hat, wissen vermutlich nur die Verantwortlichen selbst. Vielleicht wollte man den Preis drücken, um auf die relativ attraktiven 399 Euro zu kommen. Zukunftsfähig ist das aber nicht wirklich, was die Xbox One S ganz klar zum besseren Multimedia-Gerät macht. Immerhin gibt es nun auch 4K-Streaming bei Netflix, Amazon Prime und Konsorten.


PS4 Pro und PS4 Slim – Mein Fazit

Kommen wir also zu meinem Fazit zur neuen PlayStation-Familie.
Zu der PS4 Slim reicht in meinen Augen ein einziger Satz: Diese Konsole benötigt eigentlich niemand. Kein echter Hardcore-Spieler und vor allem niemand, der bereits eine PS4 Zuhause stehen hat.

Die PS4 Pro ist da schon interessanter, orientiert sich in meinen Augen aber eher an der (bereit erhältlichen und günstigeren) Xbox One S von Microsoft, als an deren Xbox Scorpio, welche vermutlich in etwa einem Jahr erscheinen wird.
Sony bietet nun auch 4K-Upscaling von Spielen und 4K-Streaming von verschiedenen Apps. PlayStation VR und künftige Spiele profitieren von der höheren Auflösung und bieten eine bessere Grafik, sowie mehr fps (Frames per second), das ist toll.
Bleibt allerdings abzuwarten, wieviel besser die Spiele dann letztlich wirklich aussehen und welche Performance-Verbesserungen sich durch die neue Hardware erzielen lassen.

Dr Lieferumfang der Konsole
Der Lieferumfang der Konsole

Ich verstehe allerdings absolut nicht, warum nicht alle Titel von der schnelleren Konsole profitieren. Oder, ob wirklich auch alle Entwickler am Kundenservice in Form der Forward Compatibility interessiert sind.

Der Verzicht auf einen Ultra-HD-Bluray-Player ist meiner Meinung nach allerdings absolut unverständlich und eine regelrechte Katastrophe. Außerdem werden sich Käufer der PS4 Pro bei einem Blick auf ihre Stromrechnung noch umschauen, denn da wird die Hardware ganz andere Dimensionen erreichen, als die aktuellen Konsolen.

Außerdem bleibt die Frage, ob sich Sony wirklich einen Gefallen damit tut, drei neue Hardwarekomponenten in solch kurzer Zeit zu veröffentlichen. Immerhin schlagen PS4 Pro und PlayStation VR zusammen mit knapp 800 Euro zu Buche. Das ist eine echte Hausnummer!

Und was macht Sony, wenn sich die Gerüchte zur Xbox Scorpio bewahrheiten und diese nochmals deutlich stärkere Hardware liefert? Gibt es dann in einem Jahr schon wieder die nächste PlayStation?

Bis dahin wird Sony allerdings einige neue Konsolen verkaufen und Microsoft am Markt noch weiter davonziehen, was schwer einzuholen sein wird. Jedenfalls bleibt es spannend.

Und so bleibt die PS4 Pro die notwendige Antwort auf die Xbox One S. In meinen Augen allerdings nicht die Zukunft der PlayStation, die ich erwartet hätte.


Eure Meinung zur neuen Hardware?

Und jetzt seid ihr gefragt: Mich würde sehr interessieren, was ihr zu PS4 Pro und PS4 Neo sagt? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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