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Switch Tests

Nihilumbra Review (Nintendo Switch)

Ganze sechs Jahre nach seinem iOS-Debüt und der Umsetzung für diverse Konsolen schlägt der Puzzle-Plattformer Nihilumbra der spanischen Entwickler von BeautiFun Games nun auch auf Nintendo Switch auf. Ob es eine weitere Umsetzung des mittlerweile in die Jahre gekommenen Abenteuers wirklich gebraucht hätte, sei zunächst einmal dahingestellt. Genrefans erhalten nun erneut die Möglichkeit, mit Nihilumbra einen gelungenen, wenn auch kurzen, Trip in die Dunkelheit zu wagen. 

Nihilumbra
Nihilumbra erinnert auf den ersten Blick an Limbo oder Inside

Nihilumbra – Zurück in die Dunkelheit

Egal ob auf iOS, Android, PC, PS Vita oder Nintendo Wii U: Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr den düsteren Puzzle-Plattformer Nihilumbra irgendwann in den vergangenen sechs Jahren gespielt habt, ist ziemlich hoch. Gehört ihr dennoch zu denjenigen, denen der düstere Titel bisher durch die Lappen ging dürft ihr euch freuen, dass eure Stunde nun gekommen ist.

So schlägt Nihilumbra nun auch auf Nintendos aktueller Hybridkonsole auf. Nennenswerte Neuerungen, die einen erneuten Kauf rechtfertigen würden, dürft ihr allerdings nicht erwarten. Zum angenehmen Preis von 6,99 € erwartet euch jedoch ein durchaus gelungener Plattformer, welcher vor allem durch seine einzigartige Atmosphäre überzeugt. 

Im Spiel erwartet euch eine surreale Reise, die auch nicht vor existenziellen Fragen halt macht: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Die Welt des Spiels ist düster. Und ich meine: Verdammt düster! Gebt euch nur mal den offiziellen Promo-Text:

Die Leere muss eins werden. Sie will ihn zurückholen und wird nie aufhören, ihn zu jagen, während sie dabei alles auf ihrem Weg zerstört. Um überleben zu können, wird Born die Welt auf der er geht in die Leere verdammen müssen.

Uuuuuh!

Nihilumbra
Fünf abwechslungsreiche Welten erwarten euch

Wer bereits in den ersten Minuten an die stilistisch ähnlich dunklen Genrevertreter Limbo oder Inside denken muss, wird im Verlauf des (gerade einmal) knapp zweistündigen Abenteurs einige Parallelen bemerken. Doch erfreulicherweise bietet Nihilumbra auch eigene Ideen.


Das Spiel mit den Farben

Nihilumbra
In den gelungenen Rätseln spielt ihr mit den Farben

Obwohl Nihilumbra durch und durch dunkel ist und geradezu von seiner bedrohlichen Atmosphäre lebt, wird den Farben im Spiel eine ganz besondere Rolle zuteil. Doch first things first: „Protagonist“ Born wird in diese lebensfeindliche Welt hineingeboren, ohne zu wissen, was ihn erwartet. Wie auch ihr weiß der Held des Spiels (wenn man ihn denn so nennen mag) Nichts über die Welt und die Ereignisse darin. Viele Elemente der Geschichte sind eurer Interpretation überlassen. 

Lediglich ein vertonter Sprecher wirft ab und zu mal philosophische Fragen auf und treibt damit die Story voran. Als Motivationstalent fungiert der Erzähler jedoch nicht gerade: Hierfür seid ihr zu schwach, dafür zu langsam und überhaupt habt ihr in dieser lebensfeindliche Welt doch eigentlich nix verloren. Dieser Erzählstil dürfte vermutlich nicht jedem gefallen, transportiert den düsteren und hoffnungslosen Grundgedanken des Spiels jedoch hervorragend. 

Aus spielerischer Sicht setzt sich Nihilumbra aus den Elementen Springen, Rätseln und Malen zusammen, welche allesamt zu einem gelungenen Gesamtpaket verschmelzen. Wirkliche Kopfnüsse dürft ihr von dem Titel allerdings nicht erwarten. Trotzdem macht das Spiel mit den Farben den Titel so besonders. In den Leveln stoßt ihr auf Blumen, die euch mit ihren Farben besondere Fähigkeiten verleihen.

Nihilumbra
Das Rätseldesign ist gelungen, trotzdem ist Nihilumbra zu leicht.

Die blaue Farbe lässt den Untergrund gefrieren, damit ihr (aber auch die Gegner) euch schneller fortbewegen lassen, rot hingegen steht für Feuer. Insgesamt fünf Welten erwarten euch im Spiel und dementsprechend auch fünf Farben, welche Nihilumbra hervorragend in die Rätsel einbindet. Manchmal gibt es sogar verschiedene Lösungswege, die zum Ziel führen. Genau diese Farbmechanik macht den Titel in Kombination mit der einzigartigen Atmosphäre und dem gelungenen Streicher-Soundtrack so einzigartig.


Fazit:

AwardZu Beginn wirkt Nihilumbra wie ein weiterer, düsterer Puzzle-Plattformer. Was das Spiel jedoch so einzigartig macht, ist das gelungene Rätseldesign durch die verschiedenen Farben. Zudem schaffen die Entwickler mit dem Erzähler, der düsteren Welt und dem gelungenen Soundtrack eine einzigartige Atmosphäre, die mich gepackt hat. Schade nur, dass der Spaß in zwei Stunden auch schon wieder vorbei ist und größtenteils zu einfach ausfällt. Dennoch: Gerade für den absolut fairen Preis von knapp sieben Euro werden Genrefans mit Nihilumbra ihren Spaß haben.


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