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3DS Reviews

Meisterdetektiv Pikachu Review

Der kleine Elektro-Nager Pikachu aus der Pokémon-Reihe entwickelt sich so langsam aber sicher zu einem echten Multitalent. Alle kennen den gelben Nager dank der Pokémon-Rollenspiele und der Anime-Reihe. Doch nun fühlt sich der Racker auch in anderen Gefilden wohl. In der Smash Bros. –Reihe und Pokémon Tekken durften wir bereits die Durchschlagskraft von Pikachu bewundern. Mit dem neuesten 3DS-Abenteuer „Meisterdetektiv Pikachu“ stellt das Rotbäckchen jetzt sein Talent als Sherlock Holmes-Ersatz unter Beweis. Wie es der Spieltitel schon verrät, müsst ihr zahlreichen Mysterien auf die Spur kommen und eure Spürnase unter Beweis stellen. Ob der verrückte Genremix am Ende allerdings auch Spaß macht, verraten wir euch in folgendem Testbericht.

Meisterdetektiv Pikachu
In Meisterdetektiv Pikachu erlebt ihr ein völlig neues Pokémon-Abenteuer.

Ein außergewöhnliches Ermittlerduo

In Meisterdetekiv Pikachu verschlägt es euch in die fiktive Stadt Ryme City, in der Pokémon und Menschen bislang in harmonischen Einklang leben. In letzter Zeit verhalten sich einige der Taschenmonster  zunehmend merkwürdig, sodass schnell klar wird, dass Ärger in der Luft liegt. Die Rahmenhandlung versetzt euch in die Rolle des 18-jährigen Studenten Tim Goodman, der auf der Suche nach seinem verschwunden Vater ist. Direkt zu Beginn des Abenteuers kreuzen sich die Wege von Tim mit denen eines ganz besonderen Pikachu. Pokémon-Fans wird an dieser Stelle wohl direkt ein kleiner Kulturschock ereilen: Man mag es kaum glauben, aber in seinem neuen Abenteuer hat Pikachu tatsächlich die Fähigkeit zu sprechen. Zwar versteht nur unser Protagonist Tim die Worte des Mütze tragenden Pikachus, doch etwas obskur wirkt diese Neuerung zu Beginn allemal. Nach einem kurzen Kennenlernen schließt sich das charismatische Tierchen euch an, um euch mit seinen Ermittlerfähigkeiten zu unterstützen.

Meisterdetektiv Pikachu
Pikachu in seinem Element als Meisterdetektiv.

Pikachus neue Facetten

Zu Beginn waren wir von dem plappernden Pikachu und dessen überraschend männlichen Stimme irritiert, was sich allerdings schnell normalisierte. Im Spielverlauf spielt der putzige Nager immer wieder mit seinen gewitzten Worten und vermittelt damit so viel Charme, dass man glatt vergisst, dass Pikachu zuvor noch nie gesprochen hat.  Gemeinsam ist es die Aufgabe unserer Helden,  Tims Vater in der neun Kapitel umspannenden Geschichte wiederzufinden und dabei ein noch viel größeres Mysterium zu lösen.

Hierfür erkundet ihr optisch ansprechende dreidimensionale Areale, sammelt Hinweise, übt euch in kleineren Reaktionstests, interagiert mit anderen Charakteren, um letztlich die einzelnen Rätsel zu lösen. Der Clou dabei: Ihr nutzt beide Protagonisten, um mit den einzelnen Charakteren zu kommunizieren. Während Tim nur mit Menschen reden kann, ist Pikachu euer Gesprächspartner für die anderen Taschenmonster. Gameplaytechnisch erinnert das Spiel etwas an das Adventure-Genre, in denen ihr euch mit euren Ermittlungen die Lösungen für die zugegeben sehr kindgerechten Rätsel erarbeitet. Actionsequenzen oder gar Kämpfe sucht ihr in Meisterdetektiv Pikachu vergebens. Zwar haben es einige Quicktime-Events in das Spiel geschafft, diese sind aber nur ein schmückendes Beiwerk, lockern das Gameplay in unseren Augen dennoch gut auf. Den Hauptanteil der Spielzeit seid ihr mit dem Sammeln von Hinweisen und Indizien beschäftigt sowie dem Führen der Dialoge.

Meisterdetektiv Pikachu
Die Dialoge wissen mit viel Witz und Charme zu gefallen.

Spaß am kindgerechten Knobeln

Werden einige Serienfans aufgrund des beschriebenen Gameplays mit der Stirn runzeln, so müssen wir sagen, dass uns der Mix und die Rollen der Pocket-Monster in Meisterdetekiv Pikachu gut gefallen haben. Die Pokémon machen als Störenfriede, Zeugen oder hilfsbereite Begleiter eine gute Figur und passen wunderbar in ihre Rollen.

Spielerisch ist das Gesamtpaket auch passend kindgerecht verpackt. Pikachu gibt euch penibel Hinweise auf den weiteren Ermittlungsverlauf und hilft euch auf die Sprünge, wenn ihr ins Stocken geratet. Erwachsene Spieler könnten dadurch schnell unterfordert werden, auch weil viele Hinweise innerhalb der Spielwelt sehr offensichtlich versteckt wurden.

Findet ihr neue Hinweise, schalten sich dadurch immer neue Dialog-Optionen für die Gespräche mit den Zeugen frei, sodass ihr euch schrittweise die Lösung der einzelnen Fälle erarbeiten könnt. Aufgelockert wird das Ganze durch witzige Videosequenzen, die allerdings nur in Englisch vertont wurden. Hier verschenkt das Spiel gerade bei der angepeilten jüngeren Zielgruppe etwas Potenzial, da die Untertitel recht schnell wechseln und die Zielgruppe so wohl nicht ganz der Story folgen kann. Als kleine „Entschädigung“  gibt es jedoch einen alternativen Spielmodus, bei dem ihr euch einen zusätzlichen Tipp von Pikachu geben lassen könnt.

Meisterdetektiv Pikachu
Die Schauplätze sind durchaus abwechslungsreich ausgefallen.

Schön anzusehen

In Sachen Präsentation zieht Pikachu seinen Sherlock-Hut. Meisterdetekiv Pikachu ist sehr liebevoll und charmant umgesetzt. Besonders die abwechslungsreiche Spielwelt und der charismatische Pikachu haben uns ausgesprochen gut gefallen. Leider bietet der Titel allerdings keinen 3D-Effekt. Ein Trend, der sich bei immer mehr aktuellen 3DS-Titeln abzeichnet. Akustisch erwarten euch auf Englisch vertonte Zwischensequenzen, bei denen unser Ermittlerduo und vor allem die gelbe Elektromaus zur Höchstform auflaufen. Die Hintergrundmelodien fügen sich zudem sehr gut in das Geschehen ein, sodass es bei der Präsentation kaum einen Makel zu beanstanden gibt.


Fazit:

Die Ermittlungen verliefen erfolgreich! Meisterdetektiv Pikachu ist ein kindgerechtes Abenteuer-Spiel geworden, dass mit viel Witz und Charme auch ältere Semester begeistern kann. Spielerischen Anspruch und abwechslungsreiche Rätsel dürft ihr von Pikachus neuen Abenteuer allerdings nicht erwarten. Viel mehr punktet der Titel mit seiner unterhaltsamen Story, einer gelungenen Spielwelt und witzigen Zwischensequenzen. Das Spin-Off eignet sich auch exzellent für Neueinsteiger, da ihr quasi keinerlei Fan-Wissen über die Taschenmonster benötigt, um das Spiel genießen zu können. Etwas ärgerlich empfanden wir allerdings das Fehlen einer deutschen Synchronisation, die jüngeren Spielern sicherlich beim Verständnis der Zwischensequenzen geholfen hätte. Auch die fehlende Abwechslung im Spielverlauf sowie der teils sehr geringe Anspruch fügen dem sonst gelungen Gesamtpaket einige kleinere Schönheitsfehler hinzu. Fans von Pikachu und angehende Detekive sollten Meisterdetektiv Pikachu unbedingt eine Chance geben. Alle anderen sind wohl mit  den Layton-Spielen auf dem 3DS besser bedient.  


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