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Human Fall Flat Review

Mit Human Fall Flat findet ein weiterer Indie-Hit seinen Weg auf die Nintendo Switch. In dem skurrilen Geschicklichkeitstitel löst ihr knifflige Puzzle und dürft euch über witzigen Situationen dank einer ausgefeilten Physik-Engine freuen. Ob die Portierung des Titels auf die Nintendo-Konsole gelungen ist, verraten wir euch in dem folgenden Testbericht.

Unser Held Bob auf Abenteuerreise.

Human Fall Flat – Als Elefant im Porzellanladen

Human Fall Flat erschien ursprünglich für Steam und mauserte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Kulttitel. Dank Curve Digital bekam nun auch die Switch ihre ganz eigene Portierung spendiert, die fast alle Features des Originals bietet. In Human Fall Flat schlüpft ihr in die Rolle von Bob, einem komplett weißen Menschen, der sich etwas ungelenk bewegt und auch sonst nichts wirklich Außergewöhnliches bietet. Mit dem Spielverlauf könnt ihr Bob allerdings auch optisch etwas anpassen und ihn mit Kleidungsstücken individualisieren, spielerisch hat dies allerdings keine Auswirkungen.

Ziel des Spieles ist es Bob durch die neun zunehmend komplexen Level zu manövrieren und dabei allerhand Rätsel zu lösen. Die Spielwelten sind zudem thematisch unterschiedlich gegliedert, sodass euch immer wieder neue Ideen erwarten. Bob kann auf seinen Erkundungen allerhand Dinge anstellen und seine Umgebung beeinflussen. Neben dem Tragen und Schieben von Gegenständen sowie kleinen Sprüngen, könnt ihr auch Bobs einzelne Arme über die Schultertasten steuern und so mit der Spielwelt interagieren. Wer jetzt allerdings denkt, dass er durch die Spielwelt wie ein wendiger Assassine hüpfen kann, der wird schnell eines Besseren belehrt. Bob steuert sich unglaublich schwerfällig und träge, wodurch ihr etwas Eingewöhnungszeit benötigt. Natürlich ist dies seitens der Entwickler beabsichtigt, um für Herausforderungen zu sorgen und erinnert etwas an Octodad auf der Wii U.

Das Spiel bringt euch die Spielmechaniken nach und nach anhand spielerischer Tutorials nahe, die auf Englisch vertont wurden und deutsche Untertitel bieten. Während zu Beginn die Rätsel sehr simpel ausfallen, müsst ihr im Spielverlauf deutlich mehr nachdenken und herumprobieren, um die richtige Lösung zu finden. Scheitert ihr oder fallt in einen Abgrund, ist dies kein Weltuntergang. Bob fällt dann einfach zum letzten Rücksetzpunkt und ihr könnt die Aufgabe erneut angehen.

Das ganz klare Highlight: Der Mehrspielermodus.

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Auch wenn Human Fall Flat bereits Solisten begeistern kann, so punktet der Titel im Koop-Modus für zwei Spieler noch mehr. Ihr könnt das gesamte Spiel mit einem Freund spielen und gemeinsam die einzelnen Aufgaben angehen. Gerade mit zwei „Bobs“ lassen sich noch mehr Lösungsmöglichkeiten für die einzelnen Aufgaben entdecken und dabei werden ein ums andere Mal auch die Lachmuskeln strapaziert. Durch die Physikengine in Verbindung mit dem trägen Charakter kommt es immer wieder zu abgedrehten Situationen, die für einige Lacher sorgen können. Mal katapultiert ihr euren Partner in luftige Höhe, teilt euch mit ihm ein Paddelboot oder helft euch mit der Räuberleiter aus. Leider ist das Spiel auf der Switch nur für zwei Spieler zugänglich. Auf dem PC konnten sich sogar drei Teilnehmer in das Abenteuer stürzen. Dies ist allerdings nur ein kleiner Negativpunkt. In Sachen Steuerung macht euch der Titel mittlerweile keine Vorgaben mehr. So reicht auch ein Joy-Con Controller für jeden Spieler im Mehrspielermodus, falls ihr keine zwei Pro Controller besitzen solltet.

Human Fall Flat zeigt eindeutig, dass auch noch heute die simpelsten Dinge begeistern können, wenn sie gut umgesetzt werden. In dem Spiel erwarten euch keine aufwändigen Grafiken und komplexen Aufträge. Die witzigen Physikspielereien reichen aus, um ein spaßiges Gesamtpaket zu erschaffen, welches euch an die Konsole fesselt. Sicherlich können einige Rätsel in Verbindung mit der trägen Steuerung zu einer kleinen Geduldsprobe werden und mitunter für Frust sorgen, viel Spaß macht der Titel aber dennoch.

Steine aufs Katapult und los geht der Spaß!

Schlicht und passend

Human Fall Flat ist wie bereits angedeutet kein Grafikfeuerwerk. Nichtsdestotrotz bietet das Spiel abwechslungsreiche Schauplätze und läuft sowohl im TV- als auch im Handheldmodus flüssig. Sicherlich ist der sterile Grafikstil nicht jedermanns Geschmack, für einen Knobeltitel ist die Präsentation in unseren Augen allerdings angemessen und passend. Musikalisch geht es in dem Spiel ebenfalls recht ruhig zu. Hier und da gibt es einige Hintergrundmelodien zu hören. Abschnittsweise bleibt der Titel sogar mal ganz ruhig.

Wer sich auf das Spiel einlässt und auch die nötige Geduld an den Tag legt wird mit Human Fall Flat sicherlich viel Freude haben und erhält ein witziges Knobelspiel, welches vor allem im Mehrspielermodus punkten kann.


Fazit: 

AwardCurve Digital ist die Portierung von Human Fall Flat auf die Nintendo Switch hervorragend gelungen. Der Titel läuft auch auf der Nintendo Konsole tadellos und bietet einen verrückten Knobelspaß für physikbegeisterte Spieler. Der recht simple Ansatz des Spiels kann über Stunden fesseln und sorgte vor allem im Mehrspielermodus für viele Lacher bei mir. Wer Knobelspiele mag und nicht zu schnell die Geduld verliert ist bei Human Fall Flat absolut richtig und macht an dieser Stelle vermutlich nicht viel verkehrt!    


 

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