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PS4 Reviews

Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds Review

Aloy ist endlich wieder da! Passend zu den äußeren Temperaturen verschlägt es den jungen Rotschopf in der Story-Erweiterung Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds in eisige Gefilde. Ein Add-On, das dem großartigen Hauptspiel (unser Test) in Nichts nachsteht und das PlayStation 4-exklusive Action-Adventure nicht nur erweitert, sondern sogar sinnvoll verbessert.

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Winter is coming – Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds

Mit dem Exklusivtitel Horizon Zero Dawn gelang Entwickler Guerrilla Games nicht nur ein großartiges und packendes Abenteuer, sondern auch ein heißer Anwärter auf das Spiel des Jahres 2017. Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds stellt die erste und einzige Erweiterung des Open-World-Titels dar, mit dem das Team gekonnt untermauert, dass reine Einzelspieler-Abenteuer sehr wohl eine Daseinsberechtigung haben.

Die Geschichte der knapp 15 Stunden langen Erweiterung spielt zeitgleich mit den Geschehnissen des Hauptspiels. Besuchen könnt ihr das neue Gebiet zudem jederzeit. Bevor ihr nicht mindestens Stufe 30 erreicht habt, solltet ihr die lange Reise in Richtung Norden allerdings nicht unternehmen.

Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds
Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds schickt euch in den eisigen Norden.

Diesmal dreht sich alles um das Volk der Banuk, welchem im Hauptspiel lediglich eine kurze Nebenrolle zuteil wurde. Die Krieger im hohen Norden sehen sich mit einer unheilvollen Bedrohung konfrontiert, die sie schlicht Daemon nennen.  Dabei richtet sich Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds vor allem an die Spieler, die mit dem Hauptspiel zumindest bereits ziemlich weit vorangeschritten sind, denn die Roboter-Dinos innerhalb der Erweiterung haben es wirklich in sich und lassen selbst die härtesten Brocken des Hauptspiels wie zahme Kätzchen aussehen. 


Gen Norden

Aloy reist also nach Norden, um dem Spuk am Berg Donnerkamm ein Ende zu bereiten und den Banuk aus der Patsche zu helfen. Doch nicht nur die Maschinen, sondern auch Stammeshäuptling Aratak wollen nicht, dass die Jägerin den Berg erreicht. So müsst ihr den Anführer im Laufe der Erweiterung zunächst einmal davon überzeugen, dass ihr würdig seid, den sagenumwobenen Berg zu bereisen.

Allerdings muss man der Erweiterung ankreiden, dass sich Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds mehr wie ein zusätzliches Kapitel anfühlt, als wie eine eigenständige Erweiterung. Dafür fehlt es der Handlung nämlich ein wenig an Tiefgang. Die Qualität des Hauptspieles erreicht die Story leider zu keinem Zeitpunkt. Trotzdem ist die Geschichte gerade für Fans des Spiels spannend verpackt und hält einige Überraschungen bereit. 

Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds
Die Story erreicht nicht ganz die Qualität des Hauptspiels, bietet aber einige packende Momente.

Nach eurer Ankunft im Land der Banuk gilt es also zunächst einmal, die Gunst des Häuptlings Aratak zu gewinnen. Dies gelingt euch, in dem ihr verschiedene Aufgaben für den Boss erledigt. Ihr säubert Banditenlager oder sammelt geforderte Gegenstände. Gelingt euch dies, dürft ihr den Boss zu einem Duell herausfordern.


Das ist aber kalt hier

Was für das Hauptspiel galt, gilt auch für die Erweiterung. Der wahre Held von Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds ist die unglaubliche Spielwelt. Und die fällt, wie der Name bereits vermuten lässt, ziemlich eisig aus. Schnee und Eis sind keine Neuheit im Bereich der Videospiele, doch wie der Guerrilla-Titel diese präsentiert, ist einzigartig. 

Wer bereits in Skyrim gerne durch den tiefen Schnee gestapft ist, wird sich freuen dass die Erweiterung den Winter noch realistischer und bedrohlicher widerspiegelt, als das gefeierte Rollenspiel. Doch der Schnee sieht nicht nur hervorragend aus, sondern hat auch Einfluss auf die Spielmechaniken. Wenn dicke Flocken vom Himmel fallen, erschwert das mitunter eure Sicht deutlich. Außerdem wird es im Spiel viel schneller dunkel, was die bedrohlichsten Roboter-Dinos hervorlockt. Vorsicht ist also geboten, wenn ihr die eisigen Gefilde bereist. 

Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds
Die neuen Gegner haben es in sich. Der Versenger erinnert an einen Wolf.

Aber das war noch lange nicht alles. Entwickler Guerrilla Games hat derart viele Neuerungen in die Erweiterung gepackt, dass so manches Vollpreisspiel vor Neid erblassen dürfte. Nicht nur neue Gegner und Waffen sind mit von der Partie, sondern sogar neue Talente und verbesserte Grafikeffekte wie beispielsweise die Gesichtsanimationen oder ein höherer Detailgrad der einzelnen Charaktere.


Mächtig schweißtreibend

Dass Aloy und euch beim Spielen ziemlich schnell warm wird liegt vor allem daran, dass der Schwierigkeitsgrad der Erweiterung gegenüber dem Hauptspiel ordentlich anzieht. Besonders die neuen Feinde wie der Wolf-ähnliche Versenger haben es ganz schön in sich. Der attackiert euch nämlich mit blitzschnellen Feuerangriffen.

Noch nicht schwer genug? Überall im Land der Banuk finden sich zudem Wachtürme. Diese senden Impulse aus, die dafür sogar dass alle Maschinen in ihrer Nähe nicht nur noch stärker sind, sondern sich auch noch reparieren. Diese Türme gilt also zunächst einmal auszuschalten. Wie schon im Hauptspiel erfordern auch alle neue Gegner ihre ganz eigene Taktik. Nur wenn ihr die Schwachstellen der Maschinen scannt, Fallen legt und sie geplant angeht, habt ihr eine Chance auf Erfolg.

Um den verbesserten Maschinen Herr zu werden, spendieren euch die Entwickler aber auch einige neue Waffen und Talente. Neben brandneuen Bögen sind vor allem die Elementar-Speere interessant, mit denen ihr Blitze, Eis oder Feuer verschießt. Selbstverständlich sind Feuer-Maschinen besonders anfällig für Eis und umgekehrt. Das ist zwar nicht neu, fügt den Kämpfen aber ein weiteres taktisches Element hinzu. Weniger spektakulär sind allerdings die neuen Talente ausgefallen. Diese erweitern  Aloys Fähigkeiten zwar sinnvoll, sind aber eigentlich nicht notwendig.

Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds
Erstmal die Wachtürme ausschalten. Diese verstärken und reparieren eure Gegner.

 

Selbstverständlich lässt euch Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds jederzeit die Wahl eurer Vorgehensweise. Vor allem, wenn ihr in bester Stealth-Manier durch die Wildnis schleicht, verbessert das eure Chancen um ein Vielfaches. Besonders schön ist, dass euch die Erweiterung sogar in einigen Missionen mehrere Pfade zur Auswahl stellt. Wollt ihr lieber in bester Rambo-Manier die Feindbasis stürmen? Oder begebt ihr euch mit einem Verbündeten auf ein Schleichabenteuer?

Schade jedoch, dass das leise Vorgehen in den meisten Fällen der einzige Weg ist, der tatsächlich funktioniert. Dank eurer zahlreichen Fähigkeiten fällt das Schleichen nämlich eine Spur zu einfach aus.


Fazit:

AwardHorizon Zero Dawn The Frozen Wilds richtet sich vor allem an die Spieler, die nicht genug von Aloys postapokalyptischem Abenteuer bekommen können. Die knapp 15 Stunden lange Erweiterung bietet mit dem Winter-Szenario eine ganz neue Umgebung, die noch dazu hervorragend in die Welt des Spiels eingeflochten wurde und atmosphärisch rundum überzeugt.

Mit einigen brandneuen Gegnern, neuen Waffen und Fähigkeiten bietet das Add-On zudem sinnvolle Erweiterungen, die den Titel nicht nur noch komfortabler, sondern sogar noch besser machen. Dass sich das Abenteuer dabei eher wie ein weiteres Kapitel anfühlt und die Story nicht so packend ist, wie die des Hauptspiels, sind nur minimale Kritikpunkte. 

Nicht zuletzt, da es Entwickler Guerrilla Games auch noch gelungen ist, die ohnehin schon herausragende Technik nochmals zu verbessern, ist Horizon Zero Dawn The Frozen Wilds eine rundum gelungene Erweiterung geworden, die sich nicht nur Fans des Hauptspiels unbedingt zu Gemüte führen sollten. Und wieder einmal beweist das Team eindrucksvoll, dass Singleplayer-Spiele noch lange nicht tot sind.


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