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Switch Tests

Hollow Review

Mit Hollow hat der polnische Publisher Forever Entertainment kürzlich einen vielversprechenden First-Person-Horrortitel für Nintendo Switch veröffentlicht. Im letzten Jahr erschien der Titel bereits über Steam auf dem PC und nun dürfen sich auch Switch-Besitzer über einen Port freuen. Ähnlich wie in dem Gruselklassiker „Dead Space“ findet ihr euch hier in einer scheinbar verlassenen Raumstation wieder, die allerdings von allerhand untoter Kreaturen bevölkert wird. Nun liegt es an euch sich dem Überlebenskampf im All zu stellen und „Shakhter-One“ lebend zu verlassen. Wie unser Test zeigt, stellen sich diesem Vorhaben aber nicht nur die Untoten in den Weg.

Hollow Nintendo Switch Trailer:

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Herzlich Willkommen im Alptraum

Hollow versetzt euch in die Lage eines namenlosen Piloten, der zu Beginn des Spiels an der Weltraumstation „Shakhter-One“ aufwacht, ohne so richtig zu wissen wie er dorthin gelangt ist. Schnell finden wir heraus, dass wir uns in einer Minenfabrik befinden, die in der Umlaufbahn des Jupiters kreist. Doch direkt auf euren ersten Metern in der Anlage wird euch klar, dass etwas furchtbares vorgefallen sein muss. Scheinbar komplett verlassen kreist Shakhter-One im Orbit des Planeten und nachdem wir auch nach mehreren Minuten kein Anzeichen auf Leben finden, überkommt uns ein ungutes Gefühl. Als dann noch ein Alarmsignal unsere Intensionen bekräftigt und wir den Weg zur Kommandozentrale der Station gefunden haben, werden wir sogleich von einer geheimnisvollen Person kontaktiert, die uns via E-Mail Anweisungen zu unserem weiteren Vorgehen gibt.

Leider werden schon in den ersten Spielminuten einige Mängel des Spiels deutlich. So bewegt sich euer Charakter unglaublich träge im Spiel, sodass Laufwege zu einer echten Geduldsprobe werden. Wir meinen dies wirklich ernst. In kaum einen Spiel haben wir uns mehr gewünscht schneller zu laufen, als in Hollow. Durch das langsame Spieltempo wird auch sogleich der zweite Mängel entlarvt. Sieht Hollow auf den offiziellen Screenshots und in dem Trailer noch ziemlich stimmig und für einen Indie-Titel sehenswert aus, so präsentiert sich das finale Spiel als recht unspektakulärer 08/15-Einheitsbrei, der unter unscharfen Texturen, Rucklern und einem immer wiederkehrenden Gegnerdesign zu leiden hat. Gekrönt wird das Ganze dann noch durch einen merkwürdige Unschärfefilter, der sehr gewöhnungsbedürftig ausfällt. Ich muss selber zugeben, dass mich der Ankündigungstrailer durchaus angesprochen hat, doch nun umso enttäuschter von dem finalen Ergebnis war.

Irgendwas läuft hier verdammt schief…

Spielerisch fad

Da Technik nicht alles ist, hoffen wir zumindest, dass uns Hollow aufgrund des Gameplays das Fürchten lehren kann. Der Horrortitel setzt dieses Vorhaben perfekt um, allerdings im negativen Sinne. Schon bald trefft ihr im Spiel auf die ersten mutierten Stationsbewohner, denen ihr mit eurem Geschütz das Lebenslicht aushauchen müsst. Leider macht sich auch hier die träge Steuerung sowohl beim Laufen als auch beim Zielen negativ bemerkbar.

Verballert ihr aufgrund der schwammigen Steuerung all eure Motivation, sieht es für euch übrigens ziemlich schlecht aus. Denn einzige Möglichkeit sich noch zu wehren richtet bei den mutierten Zeitgenossen keinerlei Schaden an, sodass ihr immer die Augen nach ausreichend Munition offenhalten solltet.

Leider sind die Kämpfe recht fad und machen aufgrund der trägen Steuerung kaum Spaß.

Auch die Story kann uns kaum motivieren unseren Überlebenskampf auf Shakhter-One aufrecht zu erhalten, obwohl sie einige (zugegeben vorhersehbare) Wendungen mit sich bringt und noch einige der wenigen positiven Aspekte des Spieles ist.

Vertont wurde der Titel im Übrigen auf Englisch, sodass zumindest etwas Atmosphäre in der sonst sehr tristen Präsentation aufkommt. Aufgrund der Gewaltdarstellung ist Hollow nur etwas für Volljährige Zocker, ob man sich diese spielerische Qual allerdings auferlegen will, muss jeder für sich alleine entscheiden. Etwas skurril die fraglich sexistische Ausrichtung des Titels. Immer wieder treffen wir im Spielverlauf auf halbnackte Frauenkörper, die teilweise an jeder Ecke der Raumstation liegen. Naja wenn es spielerisch nicht klappt, muss man wohl so von sich reden machen.

Noch ein Wort zu den Auflösungen im Spiel. Betreibt ihr den Titel im Dock, so bekommt ihr 30 Bilder pro Sekunde bei  720p geboten. Im Handheldmodus verringert sich die Auflösung auf 600p.

Die Optik wirkt leider sehr verwaschen und unscharf.

Fazit: Hollow (Nintendo Switch)

Ich muss zugeben, dass ich von dem Sci-Fi-Abenteuer Hollow weit mehr erwartet habe, als was das Endergebnis letztlich bot. Ein düsteres Setting, Horror-Action und eine gute Story hätten viel Potenzial für einen Indie-Hit geboten. Leider bleibt dieses Potenzial gänzlich ungenutzt und wird aufgrund zahlreiche Designschnitzer und einer schwachen Technik im Keim erstickt. Hollow ist wohl nur für die größten Survival-Fans einen Blick wert, die unbedingt neues Futter für ihre Switch brauchen. Spielerisch und technisch bietet der Titel allerdings nur unterdurchschnittliche Kost und ist wie es der Name „Hollow“ schon verrät leider ziemlich hohl – Schade!


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