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Switch Tests

FIFA 18 Review (Nintendo Switch)

Mit FIFA 18 fand erstmals seit FIFA 13 auf der Nintendo Wii U ein Spiel der beliebten Fussball-Reihe ihren Weg auf eine aktuelle Nintendo-Konsole. Bereits im Vorfeld war klar, dass sich die Switch-Version der Fußball-Simulation inhaltlich von den beiden anderen Varianten für PlayStation 4 und Xbox One (Unser Testbericht) unterscheiden würde. Auch technisch gibt es Unterschiede zu verzeichnen. So wird FIFA 18 auf der Switch nicht durch die Frostbite-Engine befeuert, sondern nutzt eine eigens für die Konsole erstellte Engine aufbauend auf vorangegangen Serienteilen. Ob der Hosentaschen-Kicker trotz der Kürzungen einen Blick wert ist, verraten wir euch in unserem Testbericht.

Mobiler Kick mit kleinen Schönheitsfehlern

Eines direkt vorweg: FIFA 18 auf der Nintendo Switch ist trotz der benannten „Downgrades“ im Vergleich zur PS4 und Xbox One-Version eine gelungene Umsetzung der Reihe. Vorab gab es vielerorts Zweifel, ob Electronic Arts das Spiel ordentlich auf die Switch umsetzen könnte. Bis auf einige Ausnahmen sind diese Zweifel weitgehend unbegründet.

FIFA 18 auf der Switch ist mit Sicherheit das bislang vollkommenste FIFA-Erlebnis für unterwegs und bietet alle wichtigen Funktionen und Optionen, die Serienfans kennen- und lieben gelernt haben. Verzichten müsst ihr auf der Nintendo Switch allerdings auf den storybasierten Karrieremodus „The Journey“, einige Neuerungen aus dem „Ultimate Team“-Modus und auch im Online-Modus fehlt die eine oder andere Option, doch dazu später mehr. Exklusive Spielmodi für die Switch gibt es im Übrigen nicht. Eigentlich schade, da EA so eine gute Chance verpasst, die Umsetzung individuell auszugestalten. Technisch wollen wir den Vergleich im Prinzip nicht weiter schönreden. Hier spielen die anderen Versionen aufgrund der Frostbite-Engine und mehr Power einfach in einer anderen Liga.

Spielt sich überraschend gut: FIFA 18 auf Nintendo Switch.

Hauptanlaufpunkt für Nintendo Switch-Spieler ist der „Be a Pro“-Modus, in dem ihr euch mit eurem eigens erstellten Spieler auf der Karriereleiter emporarbeitet und euren Weg zu den großen Vereinen ebnet. Das Gameplay orientiert sich genau wie die technische Seite dabei eher an FIFA 17 als an den beiden Konkurrenzvarianten. Dies sollte aber keineswegs als Nachteil aufgefasst werden, da sich FIFA 18 sowohl im Dock- als auch in der Handheld-Variante sehr gut spielen lässt und für viel Spielspaß sorgt. Das Gameplay geht flott von der Hand und präsentiert sich als Spagat aus zugänglichem Kick und Simulation. Vor allem in der Defensive fallen dann dennoch Unterschiede auf. Hier beweist die Frostbite-Engine einfach mehr Cleverness und lässt nicht so viele gefährliche Dribblings zu wie auf der Switch. Auch im Angriff offenbaren sich hier und da kleine Macken. So fassen Mitspieler günstige Angriffsgelegenheiten für Pässe in den Lauf etwas zu spät auf, sodass sich einige ärgerliche Situationen ergeben können.

Noch nicht ganz Champions League

FIFA 18 auf der Nintendo Switch ist also nicht ganz so hübsch und realistisch wie auf den anderen Konsolen. Auch in Sachen Umfang müssen wir mit Kürzungen leben. Warum sollte man also zu der Nintendo-Version greifen? Zum einen muss man den mobilen Aspekt herausstellen. Dank der Switch könnt ihr das FIFA-Erlebnis immer und überall genießen, an eurer Karriere feilen oder Freunde herausfordern (ja ihr könnt FIFA 18 auch mit einer Joy-Con-Hälfte spielen!). Das Spiel läuft im Handheldmodus flüssig bei einer Auflösung von 720p, während in der Docking-Station 1080p erzielt werden. Unterwegs müsst ihr logischerweise mit weniger Details und Effekten leben, ordentlich sieht das Spiel aber dennoch aus.

Beim näheren Hinsehen fallen natürlich auch am TV einige Unschönheiten aus. So wirkt das Publikum im Stadion im 2D-Pappkameraden-Look ziemlich steril und auch die Spielermodelle sind logischerweise nicht ganz so toll wie auf der PS4 und Xbox One. Einen Wiedererkennungswert gibt es dennoch ohne Zweifel. Somit stufen wir die technische Seite von FIFA 18 auf Switch als gut ein, würden sie aber als verbesserungswürdig deklarieren. Viel Potenzial läge mit Sicherheit in der Nutzung der Frostbite-Engine verborgen, sodass ein mögliches FIFA 19 sich technisch und spielerisch auf der Switch nochmals steigern könnte.

Klarer Vorteil der Switch-Version. Ihr könnt immer und überall zocken.

Verpasste Chancen

Leider fielen bei FIFA 18 auf der Switch nicht nur Spielmodi der Kürzungsschere zum Opfer, sondern auch einige Online-Optionen. So gibt es keinerlei Möglichkeit sich direkt mit einem Freund online zu verbinden und zusammen zu spielen. Dementsprechend sind nur Zufallsmatches mit anderen FIFA-Spielern möglich. Eine sehr eigenwillige Entscheidung, die EA allerdings auf die Infrastruktur seitens Nintendo schiebt.

Wer also mit Freunden spielen will, muss wohl oder übel auf den altbekannten Couch-Multiplayer zurückgreifen, für den sich die Switch sowieso ganz wunderbar eignet. Nichtsdestotrotz bleibt etwas der Eindruck zurück, dass FIFA 18 auf der Switch nicht sein ganzes Potenzial entfaltet und die Entwickler sehr konservativ an die Entwicklung herangegangen sind. Für sich betrachtet ist der Titel ein gelungenes Fußball-Spiel, mit dem nötigen Feinschliff wäre aber sicherlich etwas mehr möglich gewesen.


Fazit: FIFA 18 (Nintendo Switch Version)

AwardFIFA 18 ist auf der Nintendo Switch ein etwas zweischneidiges Schwert. Für sich genommen ist der Titel eine gute Umsetzung auf der Hybrid-Konsole, der Spaß bereitet und dank seines Umfangs auch langfristig motiviert. Klarer Pluspunkt ist zudem die Mobilität, der auch die technischen Nachteile kaschieren kann. Stellt man die Switch-Version allerdings ihren Pendants auf PS4 und Xbox One entgegen so fallen doch deutliche Unterschiede auf, die den Eindruck erwecken, dass Electronic Arts noch etwas mehr Herzblut in die Nintendo-Variante hätte stecken können. Mit etwas Glück stimmen die Verkaufszahlen der Switch-Version die Entwickler positiv, sodass bei einem möglichen FIFA 19 auch mehr Features auf der Nintendo-Konsole integriert werden.



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